Seoul: Großbrand trifft Guryong-Barackensiedlung
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSGuryong zwischen Flammen und Wald
- Sechs Löschhubschrauber und mehr als 50 Einsatzfahrzeuge bekämpfen den Brand in der Seouler Siedlung.
- 39 Anwohner verließen Guryong selbstständig; Verletzte oder Tote wurden zunächst nicht gemeldet.
- Präsident Lee Jae Myung ordnete den Einsatz aller verfügbaren Ressourcen und den Schutz der Bewohner an.
Feuer bedroht Seouls Barackensiedlung Guryong
In einer der letzten Barackensiedlungen der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ist ein Feuer ausgebrochen. Sechs Löschhubschrauber und mehr als 50 Einsatzfahrzeuge kämpfen gegen die Flammen und sollen eine Ausbreitung auf umliegende Waldflächen verhindern.
Anwohner verlassen das Viertel
39 Bewohner verließen die Siedlung nach Angaben der Behörden selbstständig. Bislang wurden weder Verletzte noch Tote gemeldet.
Rauchwolken über Seoul
Am Nachmittag Ortszeit stiegen riesige Rauchwolken über Guryong auf. Die andauernden Löscharbeiten wurden den Berichten zufolge durch Wasserknappheit erschwert.
Präsident fordert umfassenden Einsatz
Präsident Lee Jae Myung wies die Behörden an, alle verfügbaren Ressourcen für die Löscharbeiten einzusetzen und die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten.
Guryong steht für soziale Gegensätze
Das Viertel entstand in den 1980er Jahren. Viele Bewohner waren zuvor durch großangelegte Stadtentwicklungsprojekte in Seoul gezwungen worden, ihre Wohnungen zu verlassen.
Guryong gilt als Symbol für die hohe Ungleichheit zwischen Arm und Reich in Südkorea. Die Siedlung liegt unmittelbar neben Gangnam, einem der teuersten Wohngebiete Seouls.
Brandursache bleibt zunächst offen
Die genaue Ursache des Feuers ist bislang nicht bekannt. In Guryong hat es in der Vergangenheit wiederholt Brände gegeben; als mögliche Risikofaktoren gelten die dichte Bebauung und einfache Sicherheitsstandards der Gebäude.
Zuletzt war im Januar ein Feuer in der Armensiedlung ausgebrochen.
Der Brand trifft eine Siedlung, deren Entstehung eng mit der rasanten Stadtentwicklung Seouls verbunden ist. Guryong entstand in den 1980er Jahren, nachdem Bewohner im Zuge großangelegter Bauprojekte ihre Wohnungen verloren hatten. Die Siedlung liegt bis heute in unmittelbarer Nähe zum wohlhabenden Gangnam und macht damit die sozialen Gegensätze der südkoreanischen Hauptstadt sichtbar.
Die baulichen Bedingungen erhöhen in solchen Vierteln das Risiko, dass sich Feuer schnell ausbreiten. Dicht stehende, einfache Gebäude erschweren den Zugang für Einsatzkräfte und begrenzen zugleich Fluchtwege. Wasserknappheit kann die Brandbekämpfung zusätzlich verlangsamen, besonders wenn sich die Flammen auf angrenzende Vegetation oder Waldflächen ausdehnen.
Soziale Folgen und weiterer Handlungsdruck
Für die Bewohner bedeutet der Brand neben der unmittelbaren Gefahr auch das Risiko, ihre provisorischen Unterkünfte und persönlichen Besitztümer zu verlieren. Wiederholte Brände verweisen zudem auf ein strukturelles Problem: Wo Menschen dauerhaft unter unsicheren baulichen Bedingungen leben, reichen einzelne Einsätze nicht aus, um die Gefahren dauerhaft zu beseitigen.
Die weitere Entwicklung hängt nun vom Abschluss der Löscharbeiten, der Prüfung der Gebäude und der Unterbringung der betroffenen Anwohner ab. Auch die bislang unbekannte Brandursache dürfte für die Bewertung möglicher Sicherheitsmängel eine zentrale Rolle spielen.
