Luxusjacht «Bayesian» aus dem Meer geborgen
21.06.2025 - 11:13:28 | dpa.deEtwa zehn Stunden nach Beginn der Bergungsarbeiten vor der KĂŒste der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien ist die Luxusjacht «Bayesian» aus dem Wasser gehoben worden. Am Sonntag soll das Wrack in den Hafen von Termini Imerese gebracht werden, wo die Ermittlungen und Gutachten der Staatsanwaltschaft fortgesetzt werden.Â
Die heimische KĂŒstenwache koordinierte die heikle Operation vor der Hafenstadt Porticello, nordöstlich von Palermo. Mithilfe von SpezialkrĂ€nen wurde zunĂ€chst die 56 Meter lange Segeljacht aus rund 50 Metern Tiefe angehoben, danach wurde das Wrack leergepumpt und stabilisiert. Laut der KĂŒstenwache verlief alles wie geplant.Â
Die als unsinkbar deklarierte Megajacht war im August 2024 wĂ€hrend eines Unwetters gekentert. Sieben Menschen starben bei dem UnglĂŒck, darunter der EigentĂŒmer, der britische Software-MilliardĂ€r Mike Lynch und seine 18-jĂ€hrige Tochter. Laut einem britischen Untersuchungsbericht war die «Bayesian» fĂŒr extreme Wetterlagen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde nicht ausgelegt.
Komplexe - und tödliche - Bergung
Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa ist das Schiff zwar verschmutzt, zeigt aber bislang keine gravierenden SchĂ€den am Rumpf. Die Aufbauten seien teilweise vom UnglĂŒck beschĂ€digt. Der 72 Meter hohe Mast der Jacht, der bereits vor Tagen unter Wasser abgetrennt wurde, liegt noch auf dem Meeresgrund; die Bergung soll bis spĂ€testens Montag erfolgen, sein Transport gilt aber laut Behörden als «vergleichsweise einfach».
Die Bergung des Wracks galt als technisch Ă€uĂerst anspruchsvoll und wurde mehrfach verschoben. Ein niederlĂ€ndischer Taucher kam bei Vorbereitungen unter Wasser ums Leben. Seit Beginn der Hebung ĂŒberwachen Drohnen mit Infrarotsensoren sowie Patrouillenboote die Umgebung, um Umweltgefahren frĂŒhzeitig zu erkennen. Im Wrack befinden sich nach Behördenangaben rund 18.000 Liter Treibstoff.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
Auch die italienische Staatsanwaltschaft ist vor Ort. Das Ziel sei, Beweise zu sichern und etwaige KonstruktionsmĂ€ngel zu dokumentieren sowie die Ursache des UnglĂŒcks zu klĂ€ren. Bisher ermittelt sie wegen möglicher Pflichtverletzungen gegen den neuseelĂ€ndischen KapitĂ€n und zwei weitere Crewmitglieder. Ihnen wird vorgeworfen, Sturmwarnungen ignoriert und sich selbst in Sicherheit gebracht zu haben, wĂ€hrend sie Passagiere zurĂŒcklieĂen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
