Deutschland, Europa

Mit welchen Sicherheitssystemen die Bahn arbeitet

19.01.2026 - 16:33:32 | dpa.de

Spezielle Systeme sollen UnfÀlle auf Schienen verhindern. Welche Technik in Deutschland bereits im Einsatz ist und welche PlÀne die EU zwecks einer europÀischen Vereinheitlichung verfolgt.

Die Deutsche Bahn kontrolliert die von ihr eingesetzten Fahrzeuge mit verschiedenen Zugbeeinflussungssystemen. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Die Deutsche Bahn kontrolliert die von ihr eingesetzten Fahrzeuge mit verschiedenen Zugbeeinflussungssystemen. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Nach dem schweren ZugunglĂŒck im SĂŒden Spaniens mit Dutzenden Toten stellt sich die Frage nach der Sicherheit in Deutschland. Eine zentrale Rolle spielen Zugbeeinflussungssysteme. Sie sorgen dafĂŒr, dass ZĂŒge zum Stehen kommen, wenn Signale nicht beachtet oder die zulĂ€ssigen Geschwindigkeiten nicht eingehalten werden.

Sicherheitssysteme im deutschen Fern- und Nahverkehr

Im rund 33.000 Kilometer großen Netz der Deutschen Bahn sind nach Angaben einer Sprecherin seit 2018 alle Strecken mit einem Zugbeeinflussungssystem ausgerĂŒstet. Die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) wurde dabei nach ihren Worten flĂ€chendeckend verbaut.

Das elektronische System beruht auf punktuellen ÜberprĂŒfungen an bestimmten Stellen der Strecke durch Sensoren an Gleis und Fahrzeug. Wenn ein Zug ein Haltesignal ĂŒberfĂ€hrt, wird automatisch eine Zwangsbremsung eingeleitet. Außerdem ĂŒberwacht das System, ob die zulĂ€ssige Geschwindigkeit ĂŒberschritten wird. Das soll Kollisionen verhindern. Allerdings hat das System SchwĂ€chen: Nach einem Bericht der Bundesstelle fĂŒr Eisenbahnunfalluntersuchung ist es möglich, dass LokfĂŒhrer die automatisch eingeleitete Zwangsbremsung unter UmstĂ€nden aufheben können.

Eher im Fernverkehr auf Hochgeschwindigkeitsstrecken ist die Linienzugbeeinflussung (LZB) gefragt. Im Gegensatz zur punktförmigen Überwachung der PZB hat die LZB die gesamte Strecke im Blick. Der Zug wird dadurch permanent gefĂŒhrt. Das System kommt nach Angaben der Bahn-Sprecherin auf rund 8 Prozent des Streckennetzes zum Einsatz.

Ziel ist ein digitales System in den EU-LĂ€ndern

Von solchen Systemen gibt es mehr als 20 verschiedene in Europa. Diese sollen abgelöst und damit vereinheitlicht werden. Nach Vorstellung der EuropĂ€ischen Union soll das European Train Control System (ETCS) als Standard die nationalen Sicherungssysteme ersetzen und den grenzĂŒberschreitenden Verkehr sicherer und effizienter gestalten. Bei ETCS werden Informationen wie Geschwindigkeit, Signalstellung und erlaubte Fahrwege digital und direkt in die LokfĂŒhrer-Kabine ĂŒbertragen. Das System ĂŒberwacht die Geschwindigkeit und hĂ€lt automatisch SicherheitsabstĂ€nde ein.

In Deutschland steht der ETCS-Ausbau allerdings noch am Anfang. Allianz pro Schiene kritisiert, dass Ende 2024 nur rund 1,6 Prozent des Bundesschienennetzes mit der Technik ausgerĂŒstet gewesen seien. Der Interessenverband sieht das vom Bund gesetzte Ziel in Gefahr, das gesamte Netz bis spĂ€testens 2040 umzurĂŒsten. Zuletzt gab es bei der Sanierung von Bahnstrecken teilweise eine DoppelausrĂŒstung mit ETCS und PZB - beispielsweise bei der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim.

de | unterhaltung | 68500706 |

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