Hauseinsturz in Görlitz: Suche nach Vermissten lÀuft
18.05.2026 - 22:42:18 | dpa.deNach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in der Innenstadt von Görlitz lĂ€uft die Suche nach Vermissten. FĂŒnf Menschen seien nicht erreichbar, sagte Polizeisprecherin Anja Leuschner der Deutschen Presse-Agentur. Es könne sein, dass sich diese zum Zeitpunkt des Einsturzes im Haus aufhielten.Â
An der Unfallstelle wurden unter anderem zwei SpĂŒrhunde eingesetzt. Das Haus war am frĂŒhen Abend eingestĂŒrzt, die genaue Ursache dafĂŒr ist noch unklar. BestĂ€tigt wurde aber inzwischen, dass es ein Gasleck gab. Die Vermisstensuche soll die ganze Nacht ĂŒber weitergefĂŒhrt werden.
In dem GrĂŒnderzeithause in der James-von-Moltke-StraĂe unweit des Görlitzer Bahnhofs befanden sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen. «Davon waren mehrere Parteien vermietet», sagte die Polizeisprecherin.Â
Gasleck Grund fĂŒr den Einsturz?
Wenige Stunden, nachdem das Haus in der Stadt im Osten von Sachsen in sich zusammengefallen war, wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden. Es befinde sich unter den TrĂŒmmern. Polizeisprecherin Leuschner betonte, es sei trotzdem weiter unklar, ob der Einsturz durch das Austreten von Gas verursacht wurde. «Es muss nicht heiĂen, dass es eine Gasexplosion gab», sagte sie.Â
Bis zum spĂ€ten Abend waren insgesamt rund 120 EinsatzkrĂ€fte vor Ort. Dank spezieller MessgerĂ€te könne trotz des Gaslecks nach Vermissten gesucht werden, sagte Leuschner. Zuvor hatten Zeugen der Polizei von einer Explosion und dem Geruch von Gas berichtet. AuĂerdem wurden am UnglĂŒcksort GerĂ€te aufgebaut, die ErschĂŒtterungen messen.
EinsatzkrÀfte rufen «Können Sie uns hören?»
Derzeit laufe an der Unfallstelle die Vermisstensuche auf Hochtouren, betonte Leuschner. Die SpĂŒrhunde kletterten auf die TrĂŒmmer und zeigten an, wenn sie etwas bemerkten. EinsatzkrĂ€fte des Technischen Hilfswerks standen vor dem eingestĂŒrzten GebĂ€ude und riefen: «Hier ist das THW, können Sie uns hören?». Am Einsturzort hielt sich zu dieser Zeit auch ein Mann auf, der seine Frau und seine Cousine in dem eingestĂŒrzten Haus vermutete.Â
Nach Angaben des Ordnungsamtes handelt es sich bei dem Haus um ein GebÀude der Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen, die ein Tochterunternehmen der Stadt Görlitz ist. Der Bereich um das Haus wurde weitrÀumig evakuiert und abgesperrt. Am Dienstagmorgen (8.30 Uhr) soll es in der JÀgerkaserne in Görlitz eine Pressekonferenz geben - mit Vertreterinnen und Vertretern von Stadt, Polizei und Feuerwehr.
Schaulustige wurden von Einsturzstelle ferngehalten
Nach dem Einsturz hatte die Polizei mindestens drei HĂ€user evakuiert. AuĂerdem wurde der Ort des Geschehens so abgesperrt, dass Schaulustige das Haus nicht mehr sehen konnten. Dennoch waren Menschen gekommen, die an der Absperrung standen und die Lage beobachteten. Der OberbĂŒrgermeister von Görlitz, Octavian Ursu (CDU), machte sich am Einsturzort ein Bild von der Lage.Â
Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, sie liegt in der sĂ€chsischen Oberlausitz direkt an der NeiĂe und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzĂŒberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort fĂŒr internationale Filmproduktionen.
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