The Strokes und das Vermächtnis von Is This It
11.06.2026 - 17:03:35 | ad-hoc-news.de
Als The Strokes im Sommer 2001 ihr Debütalbum Is This It veröffentlichten, wurde aus einem New Yorker Szenegeheimtipp innerhalb weniger Monate eine der prägenden Gitarrenbands der frühen 2000er-Jahre. Kaum ein anderes Album dieser Zeit steht so stark für die Wiederbelebung des Garage Rock und Indie Rock auf beiden Seiten des Atlantiks.
Is This It und die neu entfachte Gitarrenwelle
Mit Is This It setzten The Strokes Anfang der 2000er-Jahre ein markantes Zeichen gegen den damals dominierenden, stark produzierten Pop und Nu Metal. Das Album wurde von Gordon Raphael produziert und ursprünglich über das New Yorker Kultlabel Rough Trade in Europa sowie über RCA in den USA veröffentlicht. Medien wie der britische NME und der US-amerikanische Rolling Stone ordneten die Platte früh als Schlüsselmoment eines neuen Indie- und Garage-Rock-Revivals ein.
Die Songs verbinden kurze, pointierte Strukturen mit einer reduzierten, aber sehr klaren Produktion, die bewusst an späte 1970er-Jahre und New-Wave-Anklänge erinnert. Dass The Strokes dabei eher auf unterkühlte Coolness als auf virtuose Ausuferungen setzten, unterschied sie deutlich von vielen Rockproduktionen der späten 1990er-Jahre. Besonders die Single Last Nite entwickelte sich zu einem dauerhaften Indie-Hit, der bis heute in Clubs und auf Rock-Playlists präsent ist.
In der Rückschau gilt Is This It vielfach als Auslöser einer Welle neuer Gitarrenbands, die Anfang der 2000er-Jahre internationale Aufmerksamkeit erhielten. Kritiken von Magazinen wie Pitchfork, NME und Musikexpress stellten das Debüt der Band in eine Reihe mit stilprägenden Alben der Rockgeschichte und hoben insbesondere das Zusammenspiel der Gitarrenlinien von Nick Valensi und Albert Hammond Jr. hervor.
- Veröffentlichung von Is This It im Jahr 2001
- Produktion durch Gordon Raphael
- Labelpartnerschaft mit Rough Trade und RCA
- Single-Erfolg von Last Nite als Indie-Klassiker
Vom New Yorker Underground zur globalen Indie-Referenz
The Strokes wurden Ende der 1990er-Jahre in New York gegründet, einer Stadt, deren Musikszene schon in den 1970er- und 1980er-Jahren mit Punk, New Wave und No Wave Geschichte geschrieben hatte. Ausgehend von kleinen Clubs und Bars in Manhattan und Brooklyn erspielte sich die Gruppe eine wachsende Fanbasis, bevor überhaupt ein Debütalbum auf dem Markt war. Demos wie die The Modern Age-EP machten in der britischen Presse früh die Runde und sorgten dafür, dass sich um die Band ein deutlicher Hype entwickelte.
Die Verbindung von stilisiertem Auftreten, schlanken Songs und einem rohen, aber kontrollierten Sound traf in der damaligen Poplandschaft einen Nerv. Während Castingshows und Hochglanz-Pop das Radio bestimmten, wirkte der Ansatz der Band wie eine Rückbesinnung auf die Energie früherer Punk- und New-Wave-Bands aus New York. Entsprechend griffen Medien in den USA und in Europa früh Vergleiche mit Acts wie The Velvet Underground oder Television auf.
Mit dem Erfolg von Is This It gelang The Strokes der Schritt aus der lokalen Szene hinaus auf internationale Bühnen. In den folgenden Jahren spielte die Band auf großen Festivals und in bedeutenden Konzerthallen, wobei gerade der europäische Markt eine wichtige Rolle für ihren Aufstieg spielte. Die Indie- und Alternative-Szene in Großbritannien und Deutschland nahm die Band schnell als Referenzgröße wahr, was sich in regelmäßiger Berichterstattung etwa bei NME, Rolling Stone und diversen deutschen Musikmagazinen widerspiegelte.
Bandgeschichte zwischen Hype, Pausen und Weiterentwicklung
Nach dem Debüt mussten sich The Strokes dem Druck stellen, an den frühen Erfolg anzuknüpfen. Ihr zweites Album Room on Fire setzte stilistisch zunächst stark auf das bewährte Konzept aus kantigen Gitarrenhooks und dem markanten Vortrag von Sänger Julian Casablancas. Viele Kritiker lobten, dass die Band ihren Sound nicht vorschnell verwässert, sondern konsequent weiterentwickelt hatte. Gleichzeitig wurden in Teilen der Presse Diskussionen geführt, ob die Gruppe sich ausreichend vom Debüt emanzipiere.
Mit dem dritten Album First Impressions of Earth zeigten The Strokes eine deutlich experimentierfreudigere Seite. Längere Songstrukturen, neue Tempi und ein spürbar variierter Einsatz von Gitarren- und Basslinien deuteten darauf hin, dass sich die Band nicht auf einem einzigen Erfolgsrezept ausruhen wollte. Der Spagat zwischen Erwartungshaltung der Fans und dem Wunsch nach künstlerischer Weiterentwicklung wurde in dieser Phase zu einem bestimmenden Thema in Interviews und Rezensionen.
In den folgenden Jahren gab es immer wieder Phasen geringerer Aktivität, die von Soloprojekten verschiedener Mitglieder begleitet wurden. Julian Casablancas veröffentlichte eigenes Material, und auch Gitarrist Albert Hammond Jr. legte Soloalben vor. Diese Aktivitäten zeigten, dass die einzelnen Bandmitglieder jeweils deutlich erkennbare künstlerische Handschriften besitzen, die im Bandkontext zu einem charakteristischen Gesamtbild verschmelzen.
Später erschienenen Werken wie Angles und Comedown Machine attestierten Kritiker eine teils experimentelle, teils retrospektive Ausrichtung. Die Band griff immer wieder Einflüsse aus New Wave und Post-Punk auf, ohne den Grundcharakter ihres Gitarrensounds aufzugeben. Dadurch blieb die Gruppe im Diskurs um zeitgenössische Rockmusik präsent, auch wenn der ursprüngliche Hype der frühen 2000er naturgemäß abebbte.
The Strokes und ihr unverwechselbarer Sound
Der typische Sound von The Strokes basiert auf einem eng verzahnten Zusammenspiel der beiden Gitarristen Nick Valensi und Albert Hammond Jr., dem kantigen Bassspiel von Nikolai Fraiture sowie einem präzisen, oft eher zurückgenommenen Schlagzeugspiel von Fabrizio Moretti. Darüber liegt die markante Stimme von Julian Casablancas, die zwischen lakonischer Distanz und intensiver Dringlichkeit pendelt. Charakteristisch sind klare, leicht angezerrte Gitarrenlinien, die oftmals ineinander greifen statt einfach Akkorde zu spielen.
Schon auf Is This It etablierte die Band eine Ästhetik, die bewusst mit Lo-Fi-Anklängen arbeitete, ohne wirklich roh oder unausgereift zu klingen. Der Einsatz von Studioeffekten blieb meist dezent, was den Eindruck verstärkte, man höre einer hoch eingespielten Liveband bei der Arbeit zu. Spätere Alben wie First Impressions of Earth und Angles erweiterten dieses Klangbild um zusätzliche Ebenen, etwa durch ungewöhnliche Gitarrentunings oder strukturierende Synthesizerflächen, ohne die Gitarren aus dem Zentrum zu rücken.
Auf Songebene setzen The Strokes häufig auf eingängige Hooks, die sich zwischen Strophe und Refrain subtil steigern, statt in plakativen Spannungsbögen zu explodieren. Tracks wie Last Nite oder Someday gelten als Paradebeispiele für diese Herangehensweise. Die Texte kreisen oft um urbane Szenen, zwischenmenschliche Distanzen und das Lebensgefühl in einer Großstadt, ohne sich in allzu konkreten Geschichten zu verlieren. Dadurch lassen sich die Songs leicht auf unterschiedliche Situationen übertragen, was ihren anhaltenden Reiz für Hörerinnen und Hörer erklärt.
Die Band gehört zu jener Generation von Acts, die Gitarrenmusik Anfang der 2000er aus dem Nischenstatus wieder stärker in den Mainstream trugen, ohne ihre Indie-Glaubwürdigkeit zu verlieren. Dabei profitierten The Strokes von der parallelen Entwicklung anderer Gruppen wie The White Stripes oder Interpol, mit denen sie oft in einem Atemzug genannt werden. Im Vergleich zu diesen Acts blieben The Strokes jedoch stärker im Spannungsfeld von Garage Rock und New Wave verankert, was ihr Profil innerhalb der Szene schärft.
Einfluss auf Indie Rock, Festivals und Popkultur
Der Einfluss von The Strokes auf nachfolgende Indie-Rock-Generationen ist in zahlreichen Bands spürbar, die in den 2000er- und 2010er-Jahren aufkamen. Ob in Großbritannien, den USA oder auch in der deutschen Indie-Szene: Das Zusammenspiel zweier melodieorientierter Gitarren, eine gewisse lakonische Attitüde und der Fokus auf kompakte Songs wurden vielerorts zu Markenzeichen. Medien wie der Guardian oder der Rolling Stone haben wiederholt hervorgehoben, dass viele Nachwuchsbands die Ästhetik von Is This It als Blaupause nutzten, um ihren eigenen Stil zu entwickeln.
Auch auf Festivals prägten The Strokes das Bild eines headlinerfähigen Indie-Acts mit klar erkennbarem Sound. Ihre Auftritte wurden vielfach als energiegeladen, aber zugleich kontrolliert beschrieben, was gut zur Studiopräzision ihrer Aufnahmen passt. In der Wahrnehmung vieler Fans steht die Band für eine besondere Form von Coolness, die eher aus Understatement als aus Effekthascherei besteht.
In der Popkultur tauchen Verweise auf The Strokes immer wieder in Filmen, Serien und Modekampagnen auf, etwa wenn das Lebensgefühl einer urbanen, guitarrenaffinen Jugend inszeniert werden soll. Das Bild der Band, geprägt von schlichten Lederjacken, schmalen Silhouetten und unprätentiöser Bühnenpräsenz, fügt sich nahtlos in diese Darstellungen ein. Damit geht eine visuelle Wiedererkennbarkeit einher, die das Image der Gruppe über die Musik hinaus prägt.
Kritikerinnen und Kritiker verweisen häufig darauf, dass The Strokes zwar nicht als die komplexeste Band ihrer Generation gelten, dafür aber eine enorme Wirkung über vergleichsweise knappes, prägnantes Songmaterial entfalten. Gerade diese Mischung aus Eingängigkeit und Haltung macht die Gruppe zu einem bis heute relevanten Bezugspunkt, wenn über die Rolle von Gitarrenmusik in einer von Streaming und Playlists geprägten Gegenwart diskutiert wird.
Fragen, die Fans zu The Strokes häufig stellen
Welches Album von The Strokes gilt als besonders einflussreich?
Viele Kritiker und Fans sehen das Debütalbum Is This It als das einflussreichste Werk der Band. Es wird oft als Ausgangspunkt einer neuen Welle des Indie und Garage Rock Anfang der 2000er-Jahre genannt und taucht regelmäßig in Listen der wichtigsten Alben dieser Ära auf.
Wie lässt sich der typische Stil von The Strokes beschreiben?
Der typische Stil der Band basiert auf klaren, ineinandergreifenden Gitarrenlinien, einem trockenen, präzisen Schlagzeugspiel und dem charakteristischen Gesang von Julian Casablancas. Die Songs sind meist kompakt, mit deutlichen Hooks und einem Hauch von New-Wave- und Post-Punk-Einflüssen, kombiniert mit einer bewusst reduzierten Produktion.
Welche Rolle spielen The Strokes in der heutigen Rocklandschaft?
In der aktuellen Rocklandschaft werden The Strokes vor allem als Referenz für nachfolgende Gitarrenbands wahrgenommen. Viele jüngere Acts greifen stilistische Elemente der Gruppe auf, sei es im Gitarrenspiel oder in der Attitüde. Gleichzeitig bleibt insbesondere Is This It ein oft zitierter Bezugspunkt, wenn es um die Bedeutung von Indie Rock seit den frühen 2000er-Jahren geht.
Netzwerke, Streams und Reaktionen zu The Strokes
Wer das Echo auf The Strokes in sozialen Netzwerken und Streaming-Diensten nachvollziehen möchte, findet dort eine breite Mischung aus nostalgischen Rückblicken, Analysen und aktuellen Reaktionen auf die Musik der Band.
The Strokes – Stimmungen, Reaktionen und Trends in den sozialen Netzwerken:
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