Sachsen-Anhalt, Prozess (Gericht)

Urteil: Pressefotografen haben BrÀnde gelegt

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 11:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Um Fotos und Videos von EinsÀtzen der Feuerwehr zu bekommen, haben zwei freie Fotografen aus Sachsen-Anhalt mehrfach BrÀnde gelegt. Vor dem Landgericht Dessau wurden sie deshalb nun verurteilt.

Die MĂ€nner kommen beide aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld. (Archivbild) - Bild: Heiko Rebsch/dpa
Die MĂ€nner kommen beide aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld. (Archivbild) - Bild: Heiko Rebsch/dpa

Vor dem Landgericht Dessau sind zwei Pressefotografen wegen mehrfacher Brandstiftung zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das Gericht sehe es als erwiesen an, dass die MĂ€nner zwischen Juli und September 2025 im Raum Bitterfeld-Wolfen und Umgebung leerstehende GebĂ€ude, WaldstĂŒcke und landwirtschaftlich genutzte GrundstĂŒcke in Brand gesetzt haben, teilte ein Sprecher des Gerichts mit. So hĂ€tten sie exklusive Videos und Fotos von FeuerwehreinsĂ€tzen anfertigen und verkaufen wollen. 

Die MĂ€nner im Alter von 23 und 33 Jahren haben freiberuflich gearbeitet, waren also nicht fest in einer Redaktion angestellt. Der Ă€ltere der beiden Fotografen sei wegen Brandstiftung in sechs FĂ€llen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten verurteilt worden, hieß es. Im Laufe der Verhandlung hatte es eine VerstĂ€ndigung zwischen dem Gericht und dem Mann gegeben. Im Zuge dessen hatte er die VorwĂŒrfe weitgehend eingerĂ€umt. 

Der jĂŒngere Mann wurde dem Gerichtssprecher nach wegen sieben Taten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten verurteilt. Die Urteile gegen die MĂ€nner sind noch nicht rechtskrĂ€ftig. 

Staatsanwaltschaft klagte 17 FĂ€lle an

Dem Gericht zufolge ist durch die BrÀnde ein Sachschaden «in deutlich sechsstelliger Höhe» entstanden. Die MÀnner stammen aus Bitterfeld-Wolfen und Zörbig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Die Staatsanwaltschaft hatte beiden Brandstiftung in insgesamt 17 FÀllen vorgeworfen. Sie sollen bei den Taten auch in Kauf genommen haben, dass EinsatzkrÀfte verletzt werden könnten. Das Feuer sei so gelegt worden, dass sich die Flammen schnell ausbreiteten und die Löscharbeiten erschwert wurden.

Der Prozess war bereits im MÀrz dieses Jahres eröffnet worden, verzögerte sich jedoch immer wieder. Die Fotografen waren im September 2025 festgenommen worden, nachdem sie in Raguhn (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) von Beamten nach einem Feuer in einem leerstehenden BahnhofsgebÀude gestellt worden waren.

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