Verdonschlucht: Frankreichs spektakulärer Canyon bei Moustiers
10.06.2026 - 05:01:35 | ad-hoc-news.deTürkises Wasser, senkrechte Felswände, kreisende Adler und ein Duft von Thymian und Pinien in der Luft: Wer zum ersten Mal an der Verdonschlucht steht, der Gorges du Verdon („Schlucht des Verdon“), versteht sofort, warum dieser Ort als einer der spektakulärsten Canyons Europas gilt. Zwischen dem Bergdorf Moustiers-Sainte-Marie und dem Stausee Lac de Sainte-Croix hat der Fluss Verdon über Jahrtausende eine Landschaft geschaffen, die sich wie eine Mischung aus Alpenpanorama und mediterraner Riviera anfühlt – und gerade für Reisende aus Deutschland ein Sehnsuchtsziel der kurzen Wege ist.
Verdonschlucht: Das ikonische Wahrzeichen von Moustiers-Sainte-Marie
Die Verdonschlucht liegt im Hinterland der Côte d’Azur in der Provence, knapp eine Autostunde nordwestlich von Draguignan und rund zwei Stunden von Nizza entfernt. Sie markiert den Übergang zwischen den provenzalischen Voralpen und der sanfteren Hügellandschaft des Hochlands von Valensole, das im Sommer mit seinen violetten Lavendelfeldern berühmt ist. Am westlichen Ende der Schlucht liegt der Lac de Sainte-Croix mit seinem türkis leuchtenden Wasser; hoch über einem Seitental thront das Bilderbuchdorf Moustiers-Sainte-Marie, das vielen Besuchern als Basis dient.
Was die Gorges du Verdon so einzigartig macht, ist die Kombination aus dramatischer Tiefe – die Felswände fallen stellenweise bis zu etwa 700 Meter ab – und dem auffallend milchig-türkisfarbenen Wasser des Verdon. Dieses besondere Blau entsteht durch feine Kalkpartikel aus den umliegenden Felsen, die das Licht streuen und den Fluss fast unwirklich leuchten lassen. Dazu kommt, dass der Canyon über rund 20 bis 25 Kilometer Länge sehr abwechslungsreich ist: mal eng und dunkel mit überhängenden Wänden, mal breiter, mit Kiesstränden und zugänglichen Uferabschnitten.
Für die Region rund um Moustiers-Sainte-Marie ist die Verdonschlucht ein Wahrzeichen und wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Canyon zieht in der warmen Jahreszeit Hunderttausende Besucher an, die zum Wandern, Klettern, Kajakfahren, Stand-Up-Paddling oder einfach zum Baden am Lac de Sainte-Croix in die Region kommen. Frankreichs Tourismusorganisationen stellen die Gorges du Verdon in ihren Materialien regelmäßig als eine der Top-Naturlandschaften des Landes heraus, häufig in einem Atemzug mit dem Mont-Blanc-Massiv und der Atlantikküste.
Für deutsche Reisende bietet die Schlucht eine seltene Kombination: Sie ist mit Auto oder Bahn in ein bis zwei Tagen bequem erreichbar, fühlt sich in der Landschaft und im Licht aber deutlich „südlicher“ an als viele klassische Alpenziele. Außerdem lassen sich ein Aufenthalt an der Verdonschlucht und ein Badeurlaub an der Côte d’Azur gut verbinden – ideal etwa für eine zweiwöchige Sommerreise aus Deutschland.
Geschichte und Bedeutung von Gorges du Verdon
Die Entstehungsgeschichte der Verdonschlucht reicht geologisch Millionen Jahre zurück. Während der Alpenbildung hob sich das Gestein an, der Fluss Verdon grub sich im Lauf der Zeit tief in die überwiegend aus Kalk bestehenden Schichten ein. Das Ergebnis ist ein Canyon, der in seiner Tiefe und Steilheit oft mit dem Grand Canyon in den USA verglichen wird – wenn auch auf deutlich kleinerem Maßstab. Anders als in vielen nordamerikanischen Canyons ist die Vegetation hier jedoch klar mediterran geprägt: Steineichen, Aleppo-Kiefern, Wacholder, Wildkräuter und im Frühjahr eine üppige Blütenvielfalt.
Aus historischer Sicht war die Schlucht lange eine natürliche Barriere und schwer zugänglich. Die Dörfer der Umgebung, darunter Moustiers-Sainte-Marie, lebten über Jahrhunderte von Landwirtschaft, Töpferei und Transhumanz, also der saisonalen Wanderweidewirtschaft mit Schafherden. Der Verdon selbst spielte vor allem als Wasserlieferant eine Rolle; erst im 20. Jahrhundert wurde er systematisch zur Energiegewinnung und zur Wasserversorgung weiter Teile der Provence genutzt.
Zwischen den 1920er- und 1970er-Jahren entstanden entlang des Verdon mehrere Talsperren und Stauseen, darunter der Lac de Sainte-Croix am westlichen Ende der Schlucht. Der See dient der Stromproduktion, der Trinkwasserversorgung und dem Hochwasserschutz. Gleichzeitig hat er die Region touristisch transformiert: Aus einem abgelegenen Tal mit wenigen Besuchern wurde ein bekanntes Freizeit- und Urlaubsgebiet, das heute fest in den französischen Sommerferienkalendern verankert ist.
Die touristische Erschließung der Gorges du Verdon nahm insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Fahrt auf. Die spektakulären Panoramastraßen entlang der Schlucht – auf der Nordseite die Route des Crêtes, auf der Südseite die Corniche Sublime – ermöglichten erstmals einem breiteren Publikum Zugang zu Aussichtspunkten, die zuvor nur Kletterern oder Hirten vorbehalten waren. Gleichzeitig wurden Wanderwege markiert, darunter der heute berühmte Sentier Blanc-Martel, benannt nach frühen Erforschern der Schlucht.
Heute steht das Gebiet als Schutzgebiet unter besonderer Beobachtung. Der Regionale Naturpark Verdon (Parc naturel régional du Verdon) koordiniert Naturschutz, Tourismus und lokale Interessen. Ziel ist es, die einzigartige Landschaft und die Artenvielfalt zu bewahren, gleichzeitig aber den Besuchern den Zugang zu ermöglichen. Naturschutzorganisationen betonen, dass die Verdonschlucht ein wichtiges Refugium für zahlreiche Vogelarten ist, darunter Geier, Adler und Wanderfalken.
Kulturell ist die Verdonschlucht auch eng mit Moustiers-Sainte-Marie verbunden: Das Dorf ist seit dem Mittelalter für seine Fayence-Keramik bekannt und war schon im 17. und 18. Jahrhundert in ganz Frankreich ein Begriff. Viele Reiseführer empfehlen die Kombination aus Naturerlebnis in der Schlucht und Kultur- bzw. Handwerksbesuch in Moustiers, das heute zum Verband der „schönsten Dörfer Frankreichs“ (Les Plus Beaux Villages de France) gehört.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Auch wenn die Verdonschlucht ein Naturdenkmal ist, prägen Ingenieurbauwerke und gestaltete Elemente das Erlebnis. Entlang der Schlucht verlaufen kurvige Panoramastraßen mit Brücken, Tunneln und Aussichtspunkten, die teilweise spektakulär in den Fels geschlagen sind. Besonders bekannte Punkte sind etwa der Aussichtspunkt Point Sublime am östlichen Ende der Schlucht oder die zahlreichen Balkone entlang der Route des Crêtes auf der Nordseite, von denen aus sich der Canyon wie ein riesiges aufgeschlagenes Buch präsentiert.
Die Staudämme am Verdon – etwa der Damm von Sainte-Croix – sind Beispiele für die französische Nachkriegs-Ingenieurskunst. Sie verbinden Funktionalität mit einer gewissen Monumentalität und zeigen, wie tiefgreifend die Nutzung des Wassers im 20. Jahrhundert in die Landschaft eingegriffen hat. Die Stauseen, insbesondere der Lac de Sainte-Croix, haben heute neben ihrer technischen Rolle eine starke Freizeitfunktion: Strände, Bootsverleihe und Wassersportzentren liegen rund um den See.
Zu den markantesten „Bauwerken“ gehören aus Sicht vieler Besucher aber die Naturskulpturen selbst: bizarre Felsformationen, Überhänge und Felstürme, die besonders bei tiefstehender Sonne eine dramatische Lichtstimmung erzeugen. Kletterer aus ganz Europa schätzen die Gorges du Verdon als eines der traditionsreichsten Sportklettergebiete des Kontinents. Die steilen Kalkwände bieten Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, teilweise mit mehreren Seillängen, in imposanter Exposition hoch über dem Fluss.
Kunst- und Fotografieaffine Besucher finden in der Verdonschlucht unzählige Motive. Der Kontrast aus vertikalen Felswänden und dem geschwungenen Band des Verdon, kombiniert mit Jahreszeitenstimmungen – frisches Grün im Frühling, intensive Sonne im Sommer, warme Farben im Herbst – macht die Region zu einem beliebten Thema für Landschaftsfotografen. Viele französische und internationale Bildbände über die Provence widmen dem Canyon ein eigenes Kapitel.
Moustiers-Sainte-Marie selbst setzt einen kulturellen Akzent zur rauen Natur der Schlucht. Das Dorf ist bekannt für seine hell glasierten Fayence-Keramiken mit feinen, oft floralen Dekoren. In den Gassen reihen sich Werkstätten und Galerien, die an die lange Tradition anknüpfen. Hoch über dem Dorf spannt sich eine Kette mit einem goldenen Stern, dessen genaue historische Herkunft von Legenden umrankt ist; er gilt als Wahrzeichen des Ortes. Die Kombination aus dieser fast märchenhaften Dorfkulisse und der wilden Schlucht wenige Kilometer entfernt macht den besonderen Reiz der Region aus.
Naturschutzexperten verweisen zudem auf die biologische Vielfalt der Verdonschlucht. In den Felswänden nisten Geier, in den Wäldern leben Wildschweine, Rehe und eine Vielzahl von Reptilien-, Insekten- und Vogelarten. Die steilen, schwer zugänglichen Bereiche sind relativ wenig vom Menschen beeinflusst, was sie zu Rückzugsräumen für empfindliche Arten macht. Besucher werden durch Hinweisschilder regelmäßig angehalten, auf den Wegen zu bleiben, Lärm zu vermeiden und keinen Müll zu hinterlassen.
Verdonschlucht besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise: Die Verdonschlucht liegt in Südostfrankreich in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, zwischen den Départements Alpes-de-Haute-Provence und Var. Aus Deutschland gibt es mehrere Anreiseoptionen:
• Per Flugzeug: Die nächstgelegenen größeren Flughäfen sind Nizza (NCE), Marseille-Provence (MRS) und in etwas größerer Distanz Lyon (LYS). Von Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf bestehen in der Regel Direktverbindungen nach Nizza und Marseille über große Linien- und Ferienfluggesellschaften. Von dort aus geht es mit Mietwagen oder regionalen Bussen weiter; mit dem Auto dauert die Fahrt von Nizza oder Marseille zur Verdonschlucht je nach Route etwa 1,5 bis 2,5 Stunden.
• Per Bahn: Mit dem ICE oder TGV geht es zunächst nach Paris oder Lyon, von dort mit dem TGV weiter nach Aix-en-Provence TGV oder Marseille. Ab Marseille, Aix-en-Provence oder Manosque bestehen regionale Bahn- und Busverbindungen in Richtung Digne-les-Bains, Castellane oder Riez. Für die letzten Kilometer in die Schlucht ist ein Mietwagen oder Fahrrad meist die praktikabelste Option, da viele Aussichtspunkte und Ausgangspunkte für Wanderungen nur eingeschränkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.
• Per Auto: Von Süddeutschland (z. B. München) führt die Route meist via Schweiz oder über den Brenner nach Norditalien und weiter über die französische Riviera ins Hinterland, oder über Lyon in Richtung Provence. Aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bietet sich die Route über die Schweiz (Basel, Genfersee) und weiter nach Südfrankreich an. Frankreich verfügt über ein dichtes Autobahnnetz; es besteht Mautpflicht auf vielen Strecken. Ab den Autobahnen führen gut ausgebaute Landstraßen zur Verdonschlucht. - Öffnungszeiten: Die Verdonschlucht als Naturraum ist ganzjährig zugänglich. Einzelne Einrichtungen – etwa Tourist-Informationen, bestimmte Parkplätze, Museen, Bootsverleihe oder Besucherzentren – haben jedoch saisonabhängige Öffnungszeiten. Die Panoramastraßen können bei Schnee, Eis oder nach Felsstürzen vorübergehend gesperrt sein. Öffnungszeiten und aktuelle Straßensperrungen können variieren – es empfiehlt sich, direkt bei lokalen Tourist-Informationen, beim Parc naturel régional du Verdon oder bei der Gemeinde Moustiers-Sainte-Marie die neuesten Hinweise abzurufen.
- Eintritt: Der Besuch der Schlucht selbst ist in der Regel kostenfrei; es handelt sich um eine frei zugängliche Naturlandschaft. Gebühren können jedoch für Parkplätze, geführte Touren, Boots- oder Kajakverleih sowie bestimmte Aktivitäten anfallen. Die Preise variieren nach Saison, Anbieter und Dauer der Aktivitäten. Für Parkplätze an beliebten Aussichtspunkten und am Lac de Sainte-Croix ist in der Hochsaison mit Gebühren zu rechnen. Da sich Tarife regelmäßig ändern, sollten Besucher aktuelle Preise vor Ort oder auf den Websites der Anbieter prüfen.
- Beste Reisezeit: Die Verdonschlucht ist zu allen Jahreszeiten sehenswert, die meisten Besucher kommen jedoch von späten Frühling bis Frühherbst.
• Frühling (April–Juni): Angenehme Temperaturen, blühende Landschaft, meist weniger Andrang als im Hochsommer. Der Wasserstand des Verdon kann höher sein, was Paddel- und Raftingtouren attraktiv macht.
• Sommer (Juli–August): Hauptsaison mit sehr hohem Besucheraufkommen, insbesondere in den französischen Ferien. Ideal für Badeurlaub am Lac de Sainte-Croix und Wassersport, aber teils sehr voll an Parkplätzen und Aussichtspunkten. Temperaturen können deutlich über 30 °C steigen; Wanderungen sollten dann frühmorgens oder am späten Nachmittag geplant werden.
• Herbst (September–Oktober): Oft stabiles Wetter, warmes Wasser und deutlich entspannterer Besucherverkehr. Die Vegetation färbt sich langsam herbstlich, und das Licht ist weicher.
• Winter: Ruhig, teilweise kühl bis kalt, einzelne Einrichtungen geschlossen. Für ruhige Wanderungen und Panoramafahrten geeignet; Wassersport ist stark eingeschränkt. - Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Verhalten:
• Sprache: Amtssprache ist Französisch. In touristischen Orten wie Moustiers-Sainte-Marie, an Campingplätzen und bei Outdoor-Anbietern wird häufig Englisch gesprochen. Deutschkenntnisse sind vereinzelt vorhanden, aber nicht flächendeckend. Ein paar französische Höflichkeitsfloskeln werden sehr geschätzt.
• Zahlung: In Frankreich ist Kartenzahlung mit gängigen Kreditkarten weit verbreitet. Auch kontaktlose Zahlungen (Apple Pay, Google Pay) werden vielerorts akzeptiert. In kleineren Orten, auf Märkten und bei einigen Campingplätzen oder Parkautomaten ist Bargeld sinnvoll. Die französische Girocard-Entsprechung (Carte bancaire) ist üblich; deutsche Girokarten funktionieren je nach Bank über Maestro/V-Pay oder Debit-Mastercard/Visa-Funktion. Es empfiehlt sich, zusätzlich eine Kreditkarte dabei zu haben.
• Trinkgeld: In Restaurants ist der Service in Frankreich in der Regel im Preis enthalten. Ein zusätzliches Trinkgeld von etwa 5–10 % bei gutem Service ist üblich, wird aber nicht zwingend erwartet. Im Café oder bei kleineren Beträgen sind aufgerundete Rechnungen oder ein paar Münzen angemessen. Bei geführten Touren oder Aktivitäten kann ein kleines Trinkgeld als Anerkennung gegeben werden.
• Kleiderordnung und Sicherheit: Für Wanderungen und Aktivitäten in der Schlucht sind festes Schuhwerk, Sonnenschutz (Hut, Sonnencreme), ausreichend Wasser und ggf. eine leichte Jacke ratsam – die Schluchtwände können Schatten und Wind erzeugen. Im Sommer besteht teils erhöhte Waldbrandgefahr; offene Feuer und Rauchen im Wald sind häufig streng reglementiert oder verboten. Hinweisschilder zu Schutzgebieten, Kletter- und Badeverbotszonen sollten beachtet werden. - Einreisebestimmungen und Zeitzone: Frankreich ist Mitglied der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Für deutsche Staatsbürger genügt für touristische Aufenthalte in der Regel ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Die genauen und aktuellen Einreisebestimmungen sowie Hinweise zu Gesundheit, Versicherung und Sicherheit sollten vor der Reise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de geprüft werden. Frankreich liegt in derselben Zeitzone wie Deutschland (Mitteleuropäische Zeit/MEZ bzw. Mitteleuropäische Sommerzeit/MESZ), es besteht daher keine Zeitverschiebung.
Warum Gorges du Verdon auf jede Moustiers-Sainte-Marie-Reise gehört
Für viele Reisende ist die Verdonschlucht ein Schlüsselerlebnis einer Frankreich-Reise: ein Ort, an dem sich Naturgewalt, Ruhe und Aktivurlaub auf besondere Weise verbinden. Wer morgens am Rand des Canyons steht und den Blick hunderte Meter in die Tiefe schweifen lässt, erlebt ein Gefühl von Weite, das man sonst eher mit viel weiter entfernten Zielen verbindet. Gleichzeitig bleibt die Region überschaubar, familiär und in wenigen Stunden von der deutschen Grenze aus erreichbar.
Moustiers-Sainte-Marie bietet sich als „Basislager“ an. Das Dorf schmiegt sich an einen steilen Felsabbruch, unterhalb einer kleinen Kapelle, die über Treppen und einen Wanderweg erreichbar ist. Kleine Plätze, Brunnen und schmale Gassen vermitteln typisch provenzalisches Flair. Hier lassen sich nach einem Tag in der Schlucht lokale Spezialitäten wie Lammgerichte, Ziegenkäse, Olivenöl oder Lavendelhonig genießen. Viele Unterkünfte sind kleine Hotels, Gästehäuser oder Campingplätze im Grünen.
Besonders reizvoll ist die Kombination aus Wandern, Wasser und Weite. Ein klassischer Tagesablauf könnte etwa so aussehen: morgens Wanderung auf einem der Aussichtspfade, etwa dem Sentier Blanc-Martel oder einer kürzeren Variante mit Kindern; mittags Rückkehr nach Moustiers oder an den Lac de Sainte-Croix für ein Picknick; nachmittags Paddeltour mit Kajak oder Tretboot in die ersten Meter der Schlucht hinein, mit Blick auf steil aufragende Felsen; abends ein Spaziergang durch das Dorf, während der Himmel über den Bergen in warmen Farbtönen leuchtet.
Auch wer weniger aktiv unterwegs ist, kann die Verdonschlucht intensiv erleben. Die Panoramastraßen ermöglichen zahlreiche Fotostopps, und viele Aussichtspunkte sind nur wenige Schritte von Parkplätzen entfernt. Wer Ruhe sucht, findet sie abseits der Hauptferienzeiten an kleineren Buchten und Wanderwegen, die nicht in den großen Reiseführern stehen. Natur- und Landschaftsschützer empfehlen, sich im Besucherzentrum des Naturparks oder in der Tourist-Information von Moustiers-Sainte-Marie über weniger bekannte Routen zu informieren – sie helfen, den Besucherandrang besser zu verteilen und empfindliche Bereiche zu schonen.
Für Familien mit Kindern bietet die Region eine gute Mischung aus Abenteuer und Sicherheit. Flache Uferbereiche am Lac de Sainte-Croix, kurze Spazierwege mit spektakulären Ausblicken und Angebote wie geführte Bootstouren oder Naturführungen machen die Verdonschlucht zu einem Ziel, das kindgerecht erlebbar ist. Gleichzeitig können ältere Kinder und Jugendliche mit Klettersteig- oder Kletterangeboten, Raftingtouren (je nach Wasserstand und Saison) oder Mountainbike-Strecken angesprochen werden, sofern entsprechende Anbieter und Sicherheitsstandards genutzt werden.
Viele Reiseführer weisen darauf hin, dass die Gorges du Verdon eine der ikonischsten Landschaften Frankreichs sind – und damit ein starkes Motiv nicht nur für Urlaubsfotos, sondern auch für das eigene Reisegedächtnis. Wer einmal die Kombination aus türkisfarbenem Flussband und hellen Kalkfelsen gesehen hat, erkennt sie später sofort wieder – auf Postkarten, in Bildbänden oder in Dokumentationen über die Provence.
Verdonschlucht in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke
In den sozialen Medien gehört die Verdonschlucht zu den besonders häufig geteilten Naturmotiven Europas. Vor allem auf bildstarken Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube sind Videos von Paddeltouren in der Schlucht, Drohnenaufnahmen der Panoramastraßen und Zeitraffer von Sonnenauf- und -untergängen beliebt. Viele Nutzer:innen kombinieren Hashtags zu Gorges du Verdon, Provence, Südfrankreich und Moustiers-Sainte-Marie und geben damit einen authentischen Einblick, wie vielfältig sich der Canyon erleben lässt – vom Campingurlaub über Roadtrips bis hin zur sportlich geprägten Outdoor-Reise.
Verdonschlucht — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Verdonschlucht
Wo liegt die Verdonschlucht genau?
Die Verdonschlucht liegt in Südostfrankreich in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, zwischen den Départements Alpes-de-Haute-Provence und Var. Sie erstreckt sich grob zwischen Castellane im Osten und dem Lac de Sainte-Croix im Westen. Das pittoreske Dorf Moustiers-Sainte-Marie befindet sich in unmittelbarer Nähe des westlichen Schluchteingangs und ist ein beliebter Ausgangspunkt für Besuche.
Wie ist die Verdonschlucht entstanden?
Die Verdonschlucht ist über einen sehr langen geologischen Zeitraum entstanden, als der Fluss Verdon sich in die Kalkgesteine der Alpenvorketten gegraben hat. Hebungsprozesse im Zuge der Alpenbildung und die erosive Kraft des Wassers haben die heute bis zu rund 700 Meter tiefen Felswände geschaffen. Der Canyon ist damit ein eindrucksvolles Beispiel für die Wechselwirkung von Gebirgsbildung und Flusserosion.
Wie lässt sich die Gorges du Verdon am besten erleben?
Die Gorges du Verdon kann auf unterschiedliche Arten erlebt werden: mit dem Auto über die Panoramastraßen Route des Crêtes (Nordseite) und Corniche Sublime (Südseite) mit zahlreichen Aussichtspunkten, zu Fuß auf markierten Wanderwegen wie dem Sentier Blanc-Martel, auf dem Wasser per Kajak, Kanu, Tretboot oder bei geführten Touren sowie an ausgewählten Stellen beim Baden im Lac de Sainte-Croix. Welche Form sich am besten eignet, hängt von Kondition, Reisezeit, Sicherheitslage auf den Wegen und individuellen Vorlieben ab.
Wann ist die beste Reisezeit fĂĽr die Verdonschlucht aus deutscher Sicht?
Für Reisende aus Deutschland gelten Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) oft als ideal: Das Wetter ist meist angenehm, die Natur zeigt sich von ihrer interessantesten Seite, und der Andrang ist geringer als in den französischen Sommerferien. Wer den See als Bade- und Wassersportziel nutzen möchte, findet im Hochsommer die wärmsten Wassertemperaturen, muss aber mit hohem Besucheraufkommen, vollen Straßen und begrenzten Parkmöglichkeiten rechnen. Im Winter ist es ruhiger, einige Angebote sind jedoch eingeschränkt.
Ist ein Besuch der Verdonschlucht mit Kindern geeignet?
Ja, ein Besuch ist grundsätzlich familiengeeignet, wenn Routen und Aktivitäten sorgfältig ausgewählt werden. Kürzere, gut gesicherte Spazierwege zu Aussichtspunkten, flache Uferbereiche am Lac de Sainte-Croix und einfache Paddeltouren nahe am See sind für Familien attraktiv. Anspruchsvolle Wanderungen in der Tiefe der Schlucht, Kletterrouten oder Touren mit exponierten Passagen sollten nur mit ausreichender Erfahrung und altersgerechter Ausrüstung unternommen werden. Vor Ort können Tourist-Informationen und Outdoor-Anbieter bei der Auswahl passender Touren beraten.
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