Vietnam: Zwölf Festnahmen nach Diebstahl von 2.700 Katzen für den Verzehr
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 15:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Polizei in Ho-Chi-Minh-Stadt hat zwölf mutmaßliche Beteiligte eines Rings festgenommen, der rund 2.700 Katzen gestohlen haben soll, um sie zu töten und ihr Fleisch zu verkaufen.
Mutmaßlicher Anführer identifiziert
Den Männern werde vorgeworfen, die Tiere von der Straße weggefangen zu haben, berichteten örtliche Medien unter Berufung auf die Polizei. Die Behörden identifizierten demnach einen 39-Jährigen als mutmaßlichen Anführer des Verbrecherrings.
Er soll gestohlene lebende Katzen angekauft haben, um ihr Fleisch zum Verzehr weiterzuverkaufen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tiere nachts in den Außenbezirken der südlichen Metropole mit selbstgebauten Fallen gefangen wurden.
Razzia führt zu weiteren Tieren
Bereits im Juni war die Polizei dem Netzwerk auf die Spur gekommen. Bei einer Razzia stießen Einsatzkräfte zunächst auf Dutzende gefangene Tiere, Fallen und Maschinen zur Entfernung des Fells.
Im Zuge der Ermittlungen fanden die Behörden nach eigenen Angaben 400 lebende Katzen in Käfigen und rund 80 bereits tote Tiere in Kühlboxen. Die Verdächtigen sollen die Katzen in kleinen Gruppen gesucht und gefangen haben.
Katzenfleisch ist nicht grundsätzlich verboten
In Vietnam ist nicht der Verzehr von Katzenfleisch selbst illegal, sondern die mutmaßlich gestohlene Herkunft der Tiere. Katzen- oder Hundefleisch gehört für einen Teil der Bevölkerung weiterhin zur Esskultur.
Nach Angaben der Tierschutzorganisation Vier Pfoten werden in Vietnam jedes Jahr knapp eine Million Katzen und bis zu fünf Millionen Hunde für den menschlichen Verzehr geschlachtet.
Ein etabliertes, aber umstrittenes Geschäft
Der Fall zeigt, dass der Handel mit Katzenfleisch in Vietnam nicht allein über die Frage des Verzehrs geregelt wird. Nach der dpa-Meldung ist die Nutzung von Katzenfleisch grundsätzlich nicht illegal; strafrechtlich relevant ist hier der mutmaßliche Diebstahl der Tiere. Damit treffen ein bestehender Absatzmarkt und ein kriminelles Beschaffungsmodell aufeinander.
Die Größenordnung des Verfahrens ist erheblich: Rund 2.700 Katzen sollen dem Ring zugerechnet werden. Die bei der Razzia entdeckten lebenden und bereits getöteten Tiere sowie Fallen, Käfige und Geräte zur Fellentfernung weisen auf arbeitsteilige Abläufe hin. Für die betroffenen Halter bedeutet der nächtliche Fang nicht nur den Verlust eines Haustiers, sondern auch eine konkrete Sicherheits- und Tierschutzfrage in Wohngebieten.
Kontrollen als entscheidender Ansatzpunkt
Nach den Angaben zum Fall liegt ein zentraler Ansatz bei der Herkunftskontrolle. Wenn Händler Nachweise über die Herkunft der Tiere vorlegen müssen, können Ermittler dort ansetzen, wo gestohlene Katzen in den Handel gelangen. Ob die Festnahmen zu Anklagen und Verurteilungen führen, hängt vom weiteren Verfahren ab.
Für Vietnam berührt der Fall zugleich eine breitere Debatte über Tierwohl, öffentliche Hygiene und die wirtschaftlichen Interessen von Händlern und Restaurants. Die von Vier Pfoten genannten jährlichen Schlachtzahlen für Katzen und Hunde verdeutlichen, dass es sich nicht um einen isolierten Einzelfall handelt. Die Ermittlungen in Ho-Chi-Minh-Stadt richten den Blick deshalb auf die Frage, wie wirksam bestehende Herkunfts- und Tierschutzvorgaben kontrolliert werden.
n-tv: „Der Tag auf ntv.de am Montag, dem 05. Oktober 2026“ (05.10.2026)
Der Bericht bestätige die Festnahme von zwölf Männern und die mutmaßliche Beteiligung an der Beschaffung von fast 2.700 Katzen. Er setze einen zusätzlichen Schwerpunkt auf die nächtlichen Fanggruppen, die mutmaßliche Zahl der pro Team gestohlenen Tiere sowie den Kilopreis und die bestehenden Herkunftsnachweise für den Handel. Damit ergänze der Beitrag die dpa-Meldung, ohne den beschriebenen Vorgang anders zu bewerten.
