Nasa, ISS-Schrott

Nasa: ISS-Schrott schlug in Haus in Florida ein

16.04.2024 - 09:59:37 | dpa.de

Vor einigen Wochen verglĂŒhte ein ausrangiertes Batteriepaket der Raumstation ISS ĂŒber Mittelamerika - allerdings nicht vollstĂ€ndig. Dass ein Teil sogar in ein Haus einschlug, hat sich nun bestĂ€tigt.

Ein geborgenes StĂŒck Weltraumschrott, das von der Internationalen Raumstation kam. - Foto: Nasa/dpa

Der bevorstehende Absturz hatte im MĂ€rz fĂŒr einiges Aufsehen gesorgt, nun steht fest: Ein Teil eines ausrangierten Batteriepakets der Raumstation ISS hat ein GebĂ€ude in den USA getroffen. Betroffen sei ein Haus in Naples im Bundesstaat Florida, teilte die Nasa mit. Damit bestĂ€tigte die US-Raumfahrtbehörde den Verdacht des Hausbesitzers, der ĂŒber den Einschlag bei sich im MĂ€rz berichtet hatte. 

Das Batteriepaket war Anfang MĂ€rz ĂŒber Mittelamerika weitgehend verglĂŒht, kleinere TrĂŒmmerteile stĂŒrzten in einem Korridor zwischen Guatemala und Florida ins Meer. Zuvor hatte die Palette in 139 Kilometer Höhe noch Deutschland ĂŒberflogen, wie das Weltraumlagezentrum der Bundeswehr mitgeteilt hatte.

Der Mann in Naples hatte einen Astronomen auf der Online-Plattform X (vormals Twitter) kontaktiert, welcher ĂŒber den Eintritt der ISS-TrĂŒmmer in die AtmosphĂ€re gepostet hatte. Offenbar sei eines der Teile in seinem Haus gelandet, schrieb Alejandro Otero auf X. Dazu postete er Bilder eines MetallstĂŒcks - und von Löchern in Dach und Zimmerdecke. «Durchbrach mein Dach und ging durch 2 Stockwerke. Traf fast meinen Sohn», schrieb er und bat den Wissenschaftler um einen Kontakt zur Nasa. 

Die Raumfahrtexperten sammelten das StĂŒck der Nasa zufolge ein und unterzogen es einer Analyse im Kennedy Space Center in Florida. Dort bestĂ€tigte sich die Herkunft. Es handle sich um ein rund 725 Gramm schweres und rund 10 Zentimeter großes Teil aus der Metalllegierung Inconel. 

Weltraumschrott tritt stÀndig in die AtmosphÀre ein

Der Batterieblock war im MĂ€rz 2021 von der ISS abgekoppelt worden. Die ungefĂ€hr Auto-große und rund 2,6 Tonnen schwere Plattform sollte spĂ€ter in der ErdatmosphĂ€re verglĂŒhen - eine gĂ€ngige Art der Entsorgung in der Raumfahrt. Dass Weltraumschrott in die AtmosphĂ€re eintritt, passiert laut der EuropĂ€ischen Weltraumorganisation (Esa) stĂ€ndig, ebenso, dass einzelne Fragmente den Boden erreichten. Bislang seien keine ernsten SchĂ€den oder Verletzungen gemeldet worden.

Die Nasa werde eine Untersuchung dazu aufnehmen, wie das MetallstĂŒck den AtmosphĂ€reneintritt ĂŒberstehen konnte, hieß es im Blog-Eintrag vom Montag. Die US-Behörde sei einem verantwortungsvollen Einsatz in der Erdumlaufbahn verpflichtet. Ihr Ziel sei, bei notwendigen Maßnahmen wie dem Abwurf von GegenstĂ€nden aus dem All das Risiko fĂŒr die Menschen auf der Erde möglichst gering zu halten.

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