Waffenlager Remscheid: Zwei KriegswaffenhÀndler zu Haftstrafen verurteilt
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 10:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIm Prozess um das Waffenlager in Remscheid sind zwei gestÀndige KriegswaffenhÀndler zu zweieinhalb und dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
GestĂ€ndnisse fĂŒhrten zu Urteilen
Das Wuppertaler Landgericht sprach die 35 und 38 Jahre alten MĂ€nner wegen Handels mit Kriegswaffen schuldig. Der Vorsitzende Richter erklĂ€rte, ihre GestĂ€ndnisse und die Aussagen verdeckter Ermittler lieĂen an ihrer Schuld keine Zweifel.
Beide MĂ€nner kamen nach fast einem Jahr Untersuchungshaft auf freien FuĂ. Das Gericht sah keine Fluchtgefahr und ging davon aus, dass sie ihre restliche Haft antreten werden, sobald die Urteile rechtskrĂ€ftig sind.
Hauptangeklagter weiter vor Gericht
Gegen den 60 Jahre alten Hauptangeklagten wird der Prozess fortgesetzt. Der Kfz-Meister hatte sich nicht auf das Angebot des Gerichts eingelassen, bei einem GestÀndnis höchstens acht Jahre Haft zu erhalten.
Die beiden Mitangeklagten hatten eingerĂ€umt, beim Hauptangeklagten Maschinenpistolen fĂŒr rund 2.000 Euro pro StĂŒck sowie Munition gekauft zu haben. Im Gegenzug fĂŒr ihre GestĂ€ndnisse war ihnen ein Strafrahmen zwischen zwei und vier Jahren zugesichert worden.
Mehr als 300 Waffen sichergestellt
Das geheime Arsenal war im Oktober des vergangenen Jahres in einem GebĂ€ude entdeckt worden, in dem sich eine Art privates Waffenmuseum befand. Waffen und Munition waren hinter GeheimtĂŒren, ZwischenwĂ€nden und verborgenen SchlieĂmechanismen versteckt; Munition lag zudem im Hohlraum eines TĂŒrrahmens.
Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler rund 300 scharfe Schusswaffen sicher. Darunter waren 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, PrĂ€zisionsgewehre, elf Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen. AuĂerdem fanden sie 38 Handgranaten und fast 100.000 Schuss Munition.
Einer der gröĂten Funde seit Jahrzehnten
Nach EinschĂ€tzung der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen der gröĂten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Mit den Urteilen gegen die beiden KĂ€ufer ist der Prozess wegen des weiterhin angeklagten mutmaĂlichen Besitzers des Waffenarsenals noch nicht abgeschlossen.
Ein auĂergewöhnlicher Waffenfund
Die sichergestellten Waffen machen den Vorgang in Remscheid zu einem auĂergewöhnlichen Strafverfahren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es um einen der gröĂten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Neben mehr als 300 Schusswaffen wurden auch Handgranaten und fast 100.000 Schuss Munition entdeckt.
Die rĂ€umliche Sicherung des Arsenals deutet auf eine langfristige und organisierte Lagerung hin: Ermittler fanden GeheimtĂŒren, ZwischenwĂ€nde, verborgene SchlieĂmechanismen und Munition in einem TĂŒrrahmen. Damit beschrĂ€nkt sich die Bedeutung des Falls nicht auf einzelne verbotene Waffen, sondern berĂŒhrt auch die Frage, wie ein umfangreicher Bestand ĂŒber lĂ€ngere Zeit verborgen bleiben konnte.
Prozess geht weiter
Das Urteil gegen die beiden gestĂ€ndigen KĂ€ufer beendet das Verfahren nicht. Gegen den 60-jĂ€hrigen Hauptangeklagten, dem das Arsenal zugerechnet wird, wird weiterverhandelt. FĂŒr die juristische Bewertung dieses Komplexes bleiben daher insbesondere seine Rolle beim Aufbau und bei der Organisation des Waffenlagers sowie die weiteren Beweiserhebungen maĂgeblich.
FĂŒr die beiden verurteilten MĂ€nner ist die Freilassung nach fast einem Jahr Untersuchungshaft an die Erwartung des Gerichts geknĂŒpft, dass sie eine rechtskrĂ€ftige Haftstrafe antreten werden. Die vereinbarten Strafrahmen zeigen zugleich, welche Bedeutung die GestĂ€ndnisse und die Aussagen verdeckter Ermittler fĂŒr den Abschluss dieses Verfahrensteils hatten.
