WaldbrĂ€nde haben nur in AusnahmefĂ€llen natĂŒrliche Ursachen
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 17:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nur ein sehr geringer Anteil der WaldbrĂ€nde in Deutschland hat Versicherungsexperten zufolge natĂŒrliche Ursachen. Soweit ermittelt werden könne, sei sehr hĂ€ufig menschlicher Leichtsinn oder böser Wille die Ursache, sagt Alexander LĂŒhrig, Leiter der Allianz Agrarversicherung, unter Berufung auf Daten der Bundesanstalt fĂŒr Landwirtschaft und ErnĂ€hrung.Â
In nur rund drei Prozent aller FĂ€lle hat demnach ein Feuer im Wald natĂŒrliche Ursachen. Der gröĂte deutsche Versicherer sieht wegen der Trockenheit ein deutlich erhöhtes Risiko groĂer WaldbrĂ€nde. «Der Klimawandel zĂŒndet keine WĂ€lder an, er legt das Brennmaterial bereit», sagt LĂŒhrig. «Und dann brennt es schneller und heiĂer.»
Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer - und BrandstiftungÂ
Die amtlichen Zahlen fĂŒr das Jahr 2025: Drei Prozent der WaldbrĂ€nde hatten eine natĂŒrliche Ursache, meist Blitzschlag. In fast der HĂ€lfte der FĂ€lle (46 Prozent) konnten die Ursachen nicht geklĂ€rt werden.
In 27 Prozent aller FĂ€lle war FahrlĂ€ssigkeit die Ursache, in 19 Prozent Vorsatz. Zieht man nur die aufgeklĂ€rten FĂ€lle in Betracht, haben 95 Prozent der WaldbrĂ€nde menschliche Ursachen, wie LĂŒhrig erlĂ€utert. «Wo sie geklĂ€rt wird, ist es fast immer der Mensch: Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer, Brandstiftung.»
Feuer dieses Sommers Folge einer mehrjÀhrigen Entwicklung
Die Feuer dieses Sommers sind nach EinschĂ€tzung des Allianz-Managers Folge einer Verkettung von Krisen ĂŒber mehrere Jahre hinweg. «Trockenheit schafft ideale Bedingungen fĂŒr den BorkenkĂ€fer», sagt LĂŒhrig - die Insekten hatten in der ersten HĂ€lfte dieses Jahrzehnts hohe SchĂ€den angerichtet und in mehreren BundeslĂ€ndern groĂe FichtenbestĂ€nde zum Absterben gebracht.Â
«Die geschĂ€digten BĂ€ume hinterlassen Totholz, wĂ€hrend Hitzestress GrĂ€ser, Nadeln und andere Feinmaterialien absterben lĂ€sst», sagt LĂŒhrig. Damit sammelt sich leicht entzĂŒndlicher Brennstoff auf dem Waldboden. «Wenn dann die nĂ€chste DĂŒrre- und Hitzeperiode kommt, trifft sie auf einen bereits vorgeschĂ€digten Wald mit deutlich mehr brennbarem Material.»Â
Die Umweltorganisation WWF plĂ€diert dafĂŒr, die WĂ€lder «weniger brennbar» zu machen. Die WĂ€lder seien ĂŒber Jahrhunderte entwĂ€ssert und trockengelegt worden, sagte WWF-Waldfachmann Johannes Zahnen. Das mĂŒsse rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden. «Wasser im Wald zu halten kĂŒhlt, stĂ€rkt die BĂ€ume, senkt die Brandgefahr und bildet obendrein neues Grundwasser.»
