KĂŒrzung von Rundfunkbeitrag in der Schweiz gescheitert
08.03.2026 - 15:11:12 | dpa.de
Die Konservativen sind in der Schweiz mit dem Versuch gescheitert, den öffentlichen Rundfunk stark zu beschneiden. Ihre Forderung, den Rundfunkbeitrag von 330 auf 200 Franken (rund 222 Euro) im Jahr zu senken, ist bei einer Volksabstimmung nach Hochrechnungen mit 62 Prozent abgelehnt worden.Â
Der niedrigere Beitrag zur Finanzierung des Medienhauses SRG hĂ€tte etwa dem entsprochen, was Haushalte in Deutschland fĂŒr ARD, ZDF und Deutschlandradio zurzeit zahlen. Die Regierung hat bereits eine KĂŒrzung der BeitrĂ€ge beschlossen - auf 300 Franken bis 2029. Ebenso werden kĂŒnftig mehr Unternehmen, die in der Schweiz auch RundfunkbeitrĂ€ge zahlen mĂŒssen, von der Abgabe ausgenommen.
Konservative wollten KĂŒrzungÂ
Hinter der Initiative stand vor allem die wĂ€hlerstĂ€rkste Partei, die konservative SVP. Vorsitzende des Initiativkomitees war der SVP-Abgeordnete Thomas Matter. «Es ist eine Klatsche fĂŒr Thomas Matter und seine Kollegen», kommentierte der sozialdemokratische Abgeordnete Ueli Schmezer das Ergebnis. Er ist als Moderator im deutschsprachigen Programm der SRG, im SRF, bekannt.Â
Matter meinte dagegen: «Wir haben viele Ziele, die wir uns gesetzt hatten, erreicht.» Er zĂ€hlte die KĂŒrzung der BeitrĂ€ge, die Entlastung der Firmen und die Diskussion ĂŒber das auf, was er einmal als «Linksdrall» des Medienhauses bezeichnet hatte.Â
Die SRG ist vom Programm her vergleichbar mit ARD und ZDF. Sie hat einen gesetzlichen Informationsauftrag und produziert Radio- und Fernsehprogramme in den vier Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und RĂ€toromanisch. Die SRG sowie mehr als 1.000 UniversitĂ€tsprofessoren hatten argumentiert, ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk sei fĂŒr die Meinungsbildung, die Demokratie und den Zusammenhalt der Gesellschaft wichtig.
Sparprogramm beim Sender
Matter und Kollegen wollten nach eigenen Angaben die Haushalte entlasten und erreichen, dass eine abgespeckte SRG sich auf den Informationsauftrag konzentriert. Sie sollte weniger Sport und Unterhaltung anbieten.Â
In diese Richtung soll es auch nach der Ablehnung der Initiative gehen: SRG-Chefin Susanne Wille hat ein Sparprogramm gestartet, dass bis 2029 rund 17 Prozent des Budgets (270 Millionen Franken) einsparen soll. Runds 900 Vollzeitstellen sollen abgebaut werden.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
