Wildpark Johannismühle, Wolfsangriff

Wildpark Johannismühle: Wolf verletzt Achtjährige schwer

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 20:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein gebuchter Tierpflegertag endete mit einer schweren Verletzung. Polizei und Behörden prüfen nun den Ablauf, die Sicherheitsvorgaben und die Voraussetzungen für eine Wiedereröffnung.

Folgen für Park und Ermittlungen

  • Der Wildpark Johannismühle bleibt nach dem Angriff bis zur behördlichen Freigabe geschlossen.
  • Das Veterinäramt plant eine tierschutzrechtliche Kontrolle der Anlage.
  • Bei einer Prüfung am 23. Juli 2025 waren keine sicherheitsrelevanten Mängel an Zäunen festgestellt worden.
  • Ein Teil des Wildparks ist abgesperrt. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Die Polizei untersucht, wie es zu dem Angriff eines Wolf im Wildpark Johannismühle kommen konnte. - Bild: Carsten Koall/dpa
Ein Teil des Wildparks ist abgesperrt.  - Bild: Carsten Koall/dpa Die Polizei untersucht, wie es zu dem Angriff eines Wolf im Wildpark Johannismühle kommen konnte.   - Bild: Carsten Koall/dpa

Wolfsangriff im Wildpark Johannismühle

Ein Wolf hat ein achtjähriges Mädchen im Wildpark Johannismühle bei Baruth/Mark südlich von Berlin angegriffen und schwer verletzt. Das Kind wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, während eine Tierpflegerin nach Angaben des Landkreises weitere Angriffe verhindert haben soll.

Attacke während Kinderprogramm

Der Vorfall ereignete sich am 28. Oktober 2026 vor der regulären Öffnung im Rahmen eines gebuchten Tierpflegertages für Kinder. Nach Angaben des Landkreises griffen die Wölfe während der Tränkung in der Polarwolfanlage an.

Eine Tierpflegerin habe durch schnelles Handeln weiteres Leid an zwei weiteren Mädchen verhindert. Die beiden anderen Kinder und die Mitarbeiterin blieben nach Polizeiangaben äußerlich unversehrt.

Polizei prüft mögliche Fahrlässigkeit

Die Polizei untersucht, wie die Kinder in das Gehege gelangen konnten und ob Fahrlässigkeit vorlag. Der Wildpark erklärte, vollständig mit den Behörden zu kooperieren, wollte sich wegen der laufenden Verfahren aber nicht weiter zum Hergang äußern.

Vier Personen, darunter drei Kinder, wurden durch die Notfallseelsorge betreut. Auch die am Einsatz beteiligten Rettungskräfte sollten das Geschehen in einer Nachbesprechung aufarbeiten.

Park bleibt bis zur Freigabe geschlossen

Der Landkreis kündigte eine umfassende Prüfung der Sicherheitsvorgaben und betrieblichen Abläufe an. Eine Wiedereröffnung soll erst erfolgen, wenn die zuständige Behörde die Anlage freigegeben hat.

Das Veterinäramt will zudem eine tierschutzrechtliche Kontrolle durchführen. Dabei soll auch der Gesundheitszustand und das Verhalten des Wolfs beziehungsweise möglicher weiterer beteiligter Wölfe bewertet werden.

Frühere Zaunkontrolle ohne Beanstandung

Die Betriebsgenehmigung verlangt tägliche Kontrollen der Gehege auf mögliche Schwachstellen. Bei einer Überprüfung am 23. Juli 2025 wurden nach Angaben des Landkreises keine sicherheitsrelevanten Mängel an Zäunen oder Einfriedungen festgestellt.

Der private Wildpark liegt rund 45 Kilometer südlich von Berlin und hält verschiedene Wild- und Raubtierarten. Dazu gehören Grau- und Polarwölfe, ein Braunbär und ein Luchs.

Der Angriff ereignete sich während eines gebuchten Tierpflegertages vor der regulären Öffnung. Solche Programme sollen Kindern Einblicke in die Versorgung von Tieren ermöglichen und finden unter Begleitung von Beschäftigten statt. Der Vorfall rückt deshalb neben dem Verhalten der Wölfe auch die Abläufe und Zugangssicherung in den Mittelpunkt.

Der Landkreis hat eine umfassende Prüfung der Sicherheitsvorgaben und betrieblichen Abläufe angekündigt. Zusätzlich soll das Veterinäramt den Gesundheitszustand und das Verhalten des Wolfs beziehungsweise möglicher weiterer beteiligter Wölfe bewerten. Für die Wiedereröffnung ist eine Freigabe durch die zuständige Behörde erforderlich.

Sicherheitsprüfung entscheidet über Öffnung

Die Betriebsgenehmigung verlangt tägliche Kontrollen sicherheitsrelevanter Zäune. Bei einer Prüfung im Juli 2025 waren nach Angaben des Landkreises keine sicherheitsrelevanten Mängel festgestellt worden. Nun müssen die Behörden klären, wie die Kinder in die Polarwolfanlage gelangen konnten, ob betriebliche Vorgaben eingehalten wurden und ob Fahrlässigkeit vorliegt.

Für Besucher bleibt der Wildpark bis auf Weiteres geschlossen. Die Ermittlungen und die behördlichen Kontrollen sollen klären, welche Schutzmaßnahmen vor einer Wiedereröffnung notwendig sind.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

rbb24: „Mädchen im Wildpark Johannismühle von Wolf angegriffen und schwer verletzt“ (28.10.2026)

Der Bericht bestätige den Angriff auf das achtjährige Mädchen, den Transport in ein Krankenhaus und die Ermittlungen der Polizei. Er setze den Schwerpunkt auf die zunächst offene Identifizierung des Wildtiers und nenne zusätzlich die vorläufige Schließung bis zum 2. November.

Stern: „Kind von Wolf attackiert: Nach Wolfsangriff auf Mädchen: Behörde prüft Wildpark“ (28.10.2026)

Der Artikel stelle den gebuchten Kinderprogrammtag und die angekündigte Sicherheitsprüfung heraus. Er greife außerdem die Angaben zu den Sicherheitskontrollen von Zäunen und zur geplanten veterinärrechtlichen Kontrolle auf.

Beide Berichte stimmten beim Angriff, der schweren Verletzung und den Ermittlungen überein. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung von Parkschließung, Kinderprogramm und behördlicher Sicherheitsprüfung; offen bleibe der genaue Hergang.

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