Großbrände: Lage in Monschau und Hürtgenwald entspannt sich
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 14:47 Uhr | dpa.deIn den von Waldbränden betroffenen nordrhein-westfälischen Städten Monschau und Hürtgenwald hat sich die Lage spürbar entspannt. In Hürtgenwald in der Eifel berichtete der Kreis Düren am Sonntagvormittag nach den zurückliegenden Tag-und-Nacht-Einsätzen, es gebe keine offenen Flammen mehr.
Im etwa 20 Kilometer entfernten Monschau bewegte sich die Feuerfront im belgischen Hohen Venn zwar nah an die Eifelstadt heran. Die Stadt rechnete aber nicht mit einem Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet, sondern warnte vor allem vor gesundheitsschädlicher Geruchsbelästigung.
Das Feuer war in der Nacht zum Freitag gemeldet geworden. Es begann ein Großeinsatz, weil ein Übergreifen der Flammen auf bewohntes Gebiet befürchtet wurde. Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens, nahe der Grenze zu Belgien. In den vergangenen Tagen gab es auch in anderen Teilen Deutschlands wegen Waldbränden Feuerwehr-Einsätze.
In Monschau soll nicht evakuiert werden
Am Sonntag entspannte sich die Lage merklich. Eine Evakuierung von zwei Ortsteilen in Monschau - Mützenich und Kalterherberg - mit rund 5.000 Einwohnern sei aktuell nicht erforderlich, berichtet die 12.000 Einwohner-Stadt. «Es zeichnet sich eine vorsichtige Entspannung ab», sagte eine Stadtsprecherin der Deutschen Presse-Agentur. In der Nacht zu Sonntag waren Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Ortsteile zunächst aufgerufen worden, sich als Vorsichtsmaßnahme auf eine Evakuierung vorzubereiten.
Die Feuerfront im belgischen Hohen Venn war laut Stadt am Sonntagmittag nur knapp zwei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Aber: «Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird», hieß es auf der Homepage der bei Touristen beliebten Stadt. Belgiens Innenminister Bernard Quintin schrieb auf der Plattform X, Teile des Brandes in Richtung Monschau seien unter Kontrolle.
Es sei weniger die Feuerfront, die aktuell Sorge bereite, erläuterte die Stadtsprecherin, sondern die Rauchbelastung vor allem in den beiden Ortsteilen. Jeder Bürger und jede Bürgerin könne selbst entscheiden, ob er oder sie Haus oder Wohnung vorsorglich vorübergehend verlasse. Wer Unterstützung brauche, könne sich an die Stadt wenden, eine Anlaufstelle stehe zur Verfügung. Für eine Anordnung bestehe kein Anlass, das sei allerdings eine «Momentaufnahme».
Feuerwehr in Monschau fährt Einsatz zurück
Die Gefahrenlage in Monschau habe sich entspannt, meldet auch die Feuerwehr. «Wir fahren zurück», sagte Einsatzleiter Philipp Krüger der Nachrichtenagentur dpa am Morgen. Schon in der Nacht habe man einen Großteil der rund 90 Einsatzkräfte abgezogen. «Aktuell sind wir noch mit 20 Personen auf Reserve vor Ort.» Man beobachte die Entwicklung weiter genau und werde notfalls angemessen reagieren und die Kräfte wieder verstärken.
Im Hürtgenwald soll auch eine Schneise stabilisieren
In Hürtgenwald liefen die Löscharbeiten auch am Sonntag weiter, aber es gab nach laut Kreis Düren keine offenen Flammen mehr. «In diesen Stunden geht es vor allem darum, die Glutnester einzudämmen.» Das gesamte betroffene Gebiet sei nun mit einer Schneise von etwa drei Metern umgeben, so dass sich Flammen nicht weiter ausbreiten könnten. Zuletzt waren bis zu 1.800 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten beteiligt. Am Sonntag waren es noch rund 900 Einsatzkräfte.
Nach Angaben des Kreises sind etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen. Verschont blieb der Ortsteil Hürtgenwald-Gey von den Flammen. Bereits am Samstagabend waren Bewohnerinnen und Bewohner des evakuierten Ortsteils in ihre Wohnungen und Häuser zurückgekehrt, wie eine Sprecherin mitteilte. «Stand Sonntagmorgen waren rund zwei Drittel der Betroffenen wieder vor Ort.» Etwa 2.000 Personen hatten das Gebiet in der Nacht zu Freitag verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt.
Es gibt noch einiges zu tun
Im Tagesverlauf sollte ein zwei Kilometer langer Weg von Ost nach West gezogen werden, damit Einsatzfahrzeuge das Zielgebiet über die sechs Meter breite Trasse besser erreichen können. «Zudem wird ein Übergreifen etwaiger Funken eingedämmt.» Die Straßenzüge in Gey sollten nach wie vor für die Einsatzkräfte freigehalten werden, appellierte die Kreisverwaltung Düren.
Die Brandbekämpfer in der Eifel können laut Deutschem Wetterdienst allerdings nicht mit Unterstützung durch Regen rechnen. Am Sonntag werde es keinen Niederschlag geben. Der Wind sollte in Eifel aber schwach bis mäßig - also recht günstig - ausfallen, wie eine Meteorologin des Wetterdienstes sagte.
Blick auf belgische Seite
Auch auf belgischer Seite ist die Feuerwehr im Großeinsatz. Laut belgischer Nachrichtenagentur Belga waren etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten angewiesen, ihre Häuser zu verlassen. Am Samstagabend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst - was einer Fläche von umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern entspricht.
Brandursachen werden weiter ermittelt
Sobald die Löscharbeiten abgeschlossen sind, dürfte auch die Frage nach den Ursachen stärker in den Fokus rücken. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und weitere Kabinettsmitglieder hatten sich vor Ort über die Lage informiert. NRW-Innenminister Herbert Reul und Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (beide CDU) hatten von möglichem menschlichem Fehlverhalten gesprochen.
Bei der zu Hürtgenwald ermittelnde Kölner Polizei hieß es am Sonntag, man habe ein Hinweisportal geschaltet. Abschließende Erkenntnisse gebe es noch nicht, die eingegangenen Hinweise würden ausgewertete, berichtete eine Polizeisprecherin.
