Spanien: Drei Tote bei mutmaĂlichem Racheakt im Drogenmilieu
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 14:40 Uhr | dpa.deBei einem mutmaĂlichen Racheakt im Drogenmilieu sind im SĂŒdwesten Spaniens drei Menschen erschossen worden. Bei den Todesopfern handelt es sich um eine Frau (39) im achten Schwangerschaftsmonat, um eine 62-jĂ€hrige Frau sowie um einen 16-JĂ€hrigen, wie die Behörden der Region Andalusien mitteilten. Das ungeborene Kind ĂŒberlebte die Tat ebenfalls nicht. AuĂerdem seien zwei weitere Personen verletzt worden, hieĂ es.
Die Tat ereignete sich den amtlichen Angaben zufolge in der 21.000-Einwohner-Gemeinde Isla Cristina in der andalusischen Provinz Huelva. Zwei maskierte TĂ€ter nĂ€herten sich demnach am spĂ€ten Sonntagabend den Opfern auf einem Motorrad und gaben zahlreiche SchĂŒsse ab. Die Opfer blieben auf der StraĂe liegen und konnten von den RettungskrĂ€ften nicht mehr wiederbelebt werden.
Die Polizeieinheit Guardia Civil nahm inzwischen Ermittlungen auf. Als wahrscheinlich gilt derzeit ein Zusammenhang mit Auseinandersetzungen im Drogenmilieu, wie der staatliche TV-Sender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten. Die beiden getöteten Frauen seien die Mutter und die Schwester eines Mannes, gegen den wegen eines tödlichen Schusswechsels im September 2024 ermittelt werde.
Teenager geriet zufÀllig in die Schusslinie
Die Ermittler prĂŒfen nun, ob die Tat ein Vergeltungsschlag im Zusammenhang mit diesem Fall war. Der getötete 16-JĂ€hrige stand allerdings demnach weder mit den beiden Frauen noch mit dem mutmaĂlichen Racheakt in Verbindung. Er sei vielmehr «zufĂ€llig dort vorbeigegangen», als die SchĂŒsse fielen, hieĂ es.
BĂŒrgermeister Genaro Orta sprach von einer «grauenvollen Szene» am Tatort. Rund um die Opfer hĂ€tten zahlreiche PatronenhĂŒlsen gelegen. Er Ă€uĂerte die Hoffnung, dass es in den kommenden Tagen keine weiteren Vergeltungsakte in Isla Cristina geben werde. «Die Beunruhigung im Ort ist groĂ.»
Der regionale Regierungschef Juanma Moreno bezeichnete die Tat derweil als «unertrĂ€glich». Der Drogenhandel dĂŒrfe in Andalusien nicht ungehindert agieren, erklĂ€rte der konservative Politiker auf der Plattform X. Er forderte die linksgerichtete Zentralregierung auf, mehr Mittel zur VerfĂŒgung zu stellen, um die öffentliche Sicherheit zu gewĂ€hrleisten.
