Zwang zur Nierenspende: VerdÀchtige in RumÀnien festgenommen
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 14:32 Uhr | dpa.de
In RumĂ€nien sind ein Mann und eine Frau festgenommen worden, die einen anderen Mann dazu gezwungen haben sollen, in Deutschland seine Niere zu Transplantationszwecken zu spenden. Wie die fĂŒr organisiertes Verbrechen zustĂ€ndige Staatsanwaltschaft DIICOT in Bukarest mitteilte, wurde damit ein europĂ€ischer Haftbefehl auf Antrag aus MĂŒnchen vollstreckt.Â
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in MĂŒnchen bestĂ€tigte die Festnahmen auf Anfrage der dpa und kĂŒndigte an, die Auslieferung zu beantragen. Ein Haftrichter im westrumĂ€nischen Timisoara (Temesvar) solle nun ĂŒber die Auslieferung der festgenommenen RumĂ€nen nach Deutschland entscheiden.Â
Die Festgenommenen seien «herausragende Mitglieder» einer «verbrecherischen Gruppe» in Timisoara, berichtete DIICOT. Der Vorwurf laute auf «schwerer Menschenhandel zum Zwecke der Organentnahme». RumĂ€nischen Medienberichten zufolge handelt es sich um ein Ehepaar.Â
Opfer wurde mit Drohung gegen seine Eltern erpresst
Der festgenommene Mann habe wegen eines schweren Nierenleidens ein Spenderorgan benötigt und zusammen mit der Frau das ebenfalls aus RumĂ€nien stammende Opfer dazu gezwungen, einer Spende seiner Niere zuzustimmen - erpresst mit der Drohung, dass seine Eltern in RumĂ€nien getötet werden könnten, berichtete DIICOT.Â
Das Opfer sei in einer Wohnung in MĂŒnchen festgehalten worden. Die VerdĂ€chtigen hĂ€tten ihm seine Ausweise weggenommen und jeden Kontakt zu dessen Familie verhindert. Zudem habe das Opfer fĂŒr die VerdĂ€chtigen unbezahlt arbeiten sowie Auto-KaufvertrĂ€ge unterschreiben mĂŒssen. Zur Nierenspende sei es in einer deutschen Klinik gekommen. Das Opfer habe dabei wahrheitswidrig angegeben, ein Neffe des VerdĂ€chtigen zu sein.Â
Die VerdĂ€chtigen wurden nun in der sĂŒdwestrumĂ€nischen Kleinstadt Caransebes gefasst. Bereits im MĂ€rz dieses Jahres hatten rumĂ€nische Ermittler im nahegelegenen Timisoara Hausdurchsuchungen vorgenommen, wo die Gruppe mehrere Immobilien besitzt. Zeitgleich fanden hierzu auch in MĂŒnchen Hausdurchsuchungen statt, wie die Staatsanwaltschaft in der bayerischen Landeshauptstadt bestĂ€tigte.
