Alice in Chains und ihr VermĂ€chtnis der RĂŒckkehr
Veröffentlicht am: 19.05.2026 um 20:14 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Als Alice in Chains Anfang der 1990er-Jahre mit schweren Riffs, mehrstimmigen GesĂ€ngen und dĂŒsteren Themen aus Seattle aufstiegen, ahnte kaum jemand, wie nachhaltig diese Band den Sound einer ganzen Generation prĂ€gen wĂŒrde. Zwischen Grunge-Ikonenstatus, tragischen Verlusten und einer bemerkenswerten zweiten KarrierehĂ€lfte hat das Quartett ein VermĂ€chtnis geschaffen, das bis heute weltweit â und auch in Deutschland â wirkt.
Warum Alice in Chains gerade jetzt wieder wichtig sind
Auch ohne tagesaktuelle Schlagzeilen bleiben Alice in Chains eine der prĂ€genden Rockformationen unserer Zeit. Ihre Songs laufen auf Rockradios, Streaming-Plattformen verzeichnen stabile Aufrufzahlen, und ein GroĂteil der Katalogtitel wurde in den vergangenen Jahren fĂŒr neue Formate remastert und wiederveröffentlicht. FĂŒr die Discover-Perspektive ist entscheidend, dass die Band inzwischen als Referenzpunkt fĂŒr einen ganzen Sound zwischen Grunge, Metal und Alternative Rock gilt.
Wie der Rolling Stone in mehreren RĂŒckblicken herausgearbeitet hat, gelten Alice in Chains neben Nirvana, Pearl Jam und Soundgarden als eine der vier SĂ€ulen des Grunge. Die Offizielle Deutsche Charts-Statistik verweist zudem darauf, dass der Longplayer Dirt in Deutschland in den 1990er-Jahren zu den meistbeachteten US-Rockveröffentlichungen zĂ€hlte, was durch Archivdaten von GfK Entertainment gestĂŒtzt wird. Auch wenn heute keine neuen Studioveröffentlichungen im Anrollen sind, wĂ€chst der Status des Katalogs stetig.
In den vergangenen Jahren hat die Gruppe ihren Fokus auf hochwertige Reissues, selektive Tourneen und Festivalauftritte gelegt. Tourtermine wurden regelmĂ€Ăig ĂŒber die offizielle Website der Band und groĂe Ticketanbieter wie Live Nation kommuniziert, wobei europĂ€ische Abschnitte mit Auftritten auf Festivals wie dem Download Festival oder Rock-am-Ring-Verwandten im Ausland verbunden wurden. FĂŒr deutsche Fans bleibt insbesondere die Live-RĂŒckkehr Mitte der 2010er und spĂ€ten 2010er in Erinnerung, als das Ensemble nach lĂ€ngerer Pause wieder Club- und Hallenshows spielte.
Stand: 19.05.2026 konzentriert sich die Wahrnehmung von Alice in Chains im Netz vor allem auf langfristige Themen: JubilÀen von Alben wie Facelift und Dirt, Rankings der einflussreichsten Grunge-Songs, Gitarren- und Gesangs-Tutorials, sowie tiefgehende Analysen der Texte von Jerry Cantrell und Layne Staley. Dieser Evergreen-Charakter macht die Band besonders stabil in Such- und Empfehlungsalgorithmen.
- Stil: Schnittstelle zwischen Grunge, Heavy Metal und Alternative Rock
- SchlĂŒsselalben: Facelift, Dirt, Jar of Flies, Alice in Chains, Black Gives Way to Blue, Rainier Fog
- PrÀgende Köpfe: Layne Staley, Jerry Cantrell, Sean Kinney, Mike Starr, Mike Inez, William DuVall
- Ikonische Songs: Man in the Box, Rooster, Would?, No Excuses, Check My Brain
- Label: lange Jahre eng verbunden mit Columbia Records
- Regionale Verankerung: Seattle-Szene, oft in einem Atemzug mit Sub Pop-Umfeld genannt
Wer Alice in Chains sind und warum die Band weiterhin zÀhlt
Alice in Chains wurden Ende der 1980er-Jahre in Seattle gegrĂŒndet und sind durch ihre Mischung aus Metal-Riffs, atmosphĂ€rischen Harmonien und introspektiven Texten bekannt geworden. Im Gegensatz zu vielen Grunge-Kollegen integrierte die Gruppe von Anfang an einen besonders dunklen, schweren Sound, der im Metal ebenso zu Hause war wie im Alternative-Rock-Umfeld. Dies verschaffte ihnen frĂŒh eine Sonderstellung innerhalb der sogenannten Seattle-Szene.
Gitarrist Jerry Cantrell fungiert seit jeher als kreativer Motor, Songwriter und Mit-SĂ€nger der Band. Der verstorbene Frontmann Layne Staley prĂ€gte mit seiner markanten, eindringlichen Stimme die frĂŒhen Jahre. Seit Mitte der 2000er-Jahre teilt sich Cantrell die Gesangsaufgaben mit William DuVall, der beim Comeback der Band eine SchlĂŒsselfunktion einnahm. Am Schlagzeug sitzt seit GrĂŒndung Sean Kinney, der das rhythmische Fundament liefert, wĂ€hrend auf der Bassposition zunĂ€chst Mike Starr und spĂ€ter Mike Inez wichtige Akzente setzten.
Warum Alice in Chains heute noch zĂ€hlen, zeigt sich in mehreren Ebenen: Ihre frĂŒhen Alben gehören zum Kanon der Rockgeschichte, ihre Songs werden von jĂŒngeren Bands gecovert, und die nach 2009 veröffentlichten Werke werden von Magazinen wie Musikexpress, Rolling Stone und Kerrang nicht als bloĂe Nostalgieprojekte, sondern als eigenstĂ€ndige BeitrĂ€ge zur modernen Rockmusik ernstgenommen. Gerade das Album Black Gives Way to Blue wird hĂ€ufig als eine der gelungensten RĂŒckkehr-Platten einer Grunge-Band ĂŒberhaupt beschrieben.
Hinzu kommt die starke emotionale Bindung einer weltweiten Fangemeinde. Viele Hörerinnen und Hörer haben die Band in den 1990ern als Soundtrack persönlicher Krisen entdeckt, weil die Texte offen ĂŒber Schmerz, AbhĂ€ngigkeiten, Einsamkeit und existenzielle Zweifel sprechen. Dieser emotionale Kern wirkt heute, im Zeitalter von Mental-Health-Debatten und Social-Media-Ăffentlichkeit, womöglich noch intensiver als damals.
Herkunft, FrĂŒhphase und Aufstieg von Alice in Chains
Die Wurzeln von Alice in Chains liegen in der lebhaften Musikszene Seattles der spĂ€ten 1980er-Jahre. In Clubs, ProberĂ€umen und kleinen Studios entwickelte sich eine vielfĂ€ltige Landschaft aus Punk, Metal und experimentellen Rockformen. Laut RĂŒckblicken im Guardian und in der Seattle Times formten sich damals Strukturen, die spĂ€ter den Grunge-Boom begĂŒnstigten: kleine, unabhĂ€ngige Labels, eng vernetzte Bands und ein Publikum, das offen fĂŒr ungewöhnliche KlĂ€nge war.
Jerry Cantrell und Layne Staley lernten sich ĂŒber gemeinsame Bekannte kennen. Staley sang zuvor in anderen Projekten, wĂ€hrend Cantrell als Gitarrist und Songwriter in verschiedenen Bands aktiv war. Nach und nach kristallisierte sich die klassische Besetzung heraus, zu der auch Bassist Mike Starr und Drummer Sean Kinney gehörten. Die Band schaffte es mit Demos und lokalem Airplay, die Aufmerksamkeit der Industrie zu erregen. SchlieĂlich unterschrieb sie einen Vertrag bei Columbia Records, einer groĂen US-Plattenfirma, die schon frĂŒh das Potenzial des Grunge-Trends erkannte.
1990 erschien das DebĂŒtalbum Facelift. Die Platte kombinierte schwerfĂ€llige Gitarren mit eindringlichen Gesangsharmonien und Texten, die sich mit inneren DĂ€monen, Sucht und zwischenmenschlichen Spannungen beschĂ€ftigten. Die Single Man in the Box wurde durch intensiven Videoclip-Einsatz bei MTV zu einem Durchbruchsmoment. Wie Billboard und die RIAA dokumentieren, erreichte das Album in den USA Platinstatus und gilt als eines der ersten Majorlabel-Alben einer Seattle-Band, das den aufkommenden Grunge-Sound ins Mainstream-Fernsehen brachte.
Der eigentliche Durchbruch erfolgte 1992 mit dem zweiten Studioalbum Dirt. Dieses Werk gilt laut zahlreichen Kritikerlisten, etwa von Rolling Stone und NME, als eines der besten Rockalben der 1990er-Jahre. Songs wie Rooster, Would? und Down in a Hole zeigten eine Band auf dem Höhepunkt ihrer KreativitÀt, die musikalische HÀrte mit emotionaler Verletzlichkeit verband. Die Platte verkaufte sich weltweit millionenfach, erreichte in mehreren LÀndern hohe Chartpositionen und wurde von der RIAA mit mehrfach Platin ausgezeichnet.
In Deutschland sorgten insbesondere die Videos zu Rooster und Would? bei Viva und MTV Europe fĂŒr Aufmerksamkeit. Die Offiziellen Deutschen Charts verzeichneten das Album zwar nicht an der absoluten Spitze, aber es etablierte die Formation als festen Bestandteil der hiesigen Rocklandschaft. Zeitgleich schwappte der Grunge-Hype mit Bands wie Nirvana, Pearl Jam und Soundgarden auf Radio, Musikmagazine und Jugendkultur ĂŒber, was dem Bekanntheitsgrad von Alice in Chains zusĂ€tzlichen Schub gab.
Mit der EP Jar of Flies gingen die Musiker 1994 einen unerwarteten Schritt. Statt ausschlieĂlich auf schwere Gitarren zu setzen, rĂŒckten akustische Instrumente und filigrane Arrangements in den Vordergrund. Bemerkenswert ist, dass diese EP laut den Billboard-Daten die erste EP ĂŒberhaupt wurde, die auf Platz 1 der Billboard-200-Albumcharts einstieg. Kritiker hoben hervor, wie die Band ihre charakteristischen Gesangsharmonien in einen neuen, fast kammermusikalischen Kontext stellte, ohne die dunkle Grundstimmung zu verlieren.
Das selbstbetitelte Album Alice in Chains von 1995 markierte vorerst den Schlusspunkt der klassischen Ăra mit Layne Staley als aktivem Frontmann. Die Aufnahmen waren von persönlichen und gesundheitlichen Problemen ĂŒberschattet, was sich in einer noch schwereren, doomigen KlangĂ€sthetik niederschlug. Songs wie Grind oder Again zeigten eine Band, die gegen innere und Ă€uĂere DĂ€monen ankĂ€mpfte. Trotz positiver Kritiken und kommerziellen Erfolgs zog sich die Gruppe danach zunehmend aus der Ăffentlichkeit zurĂŒck.
Signature-Sound, Stil und SchlĂŒsselwerke von Alice in Chains
Der Sound von Alice in Chains lÀsst sich als Schnittmenge aus Grunge, Heavy Metal und melancholischem Alternative Rock beschreiben. Charakteristisch sind die tief gestimmten Gitarren von Jerry Cantrell, schwere, oftmals schleppende Riffs und komplexe, zweistimmige Gesangslinien. Diese Gesangsharmonien, bei denen sich die Stimmen von Cantrell und Layne Staley beziehungsweise spÀter William DuVall eng verschrÀnken, verleihen den Songs eine fast geisterhafte AtmosphÀre.
Ein weiterer Markenkern ist der Umgang mit Dynamik: Viele StĂŒcke beginnen relativ leise oder reduziert und steigern sich zu einem wuchtigen, kathartischen Refrain. Die Rhythmussektion um Sean Kinney und die jeweiligen Bassisten â zuerst Mike Starr, spĂ€ter Mike Inez â sorgt fĂŒr ein Fundament, das sowohl groovt als auch eine gewisse Schwere transportiert. Produzenten wie Dave Jerden (unter anderem verantwortlich fĂŒr Facelift und Dirt) trugen mit einem klaren, aber dichten Sounddesign dazu bei, dass die Musik sowohl im Club als auch in groĂen Hallen funktioniert.
Zu den SchlĂŒsselwerken der Band zĂ€hlen mehrere Studio- und EP-Veröffentlichungen:
Facelift (1990): Das DebĂŒt etablierte die wichtigsten stilistischen Elemente. Besonders We Die Young und Man in the Box fielen durch ihre Kombination aus AggressivitĂ€t und Melodie auf. Kritiken in Magazinen wie Kerrang und Metal Hammer hoben den Spagat zwischen Metal und der aufkommenden Alternative-Szene hervor.
Dirt (1992): HĂ€ufig als Meisterwerk bezeichnet, vertieft dieses Album die BeschĂ€ftigung mit Themen wie AbhĂ€ngigkeit, Trauma und Krieg. Rooster etwa verarbeitet Kriegserfahrungen in Cantrells Familie, wĂ€hrend Would? einem verstorbenen Musikerfreund gewidmet ist. Die Riffs sind schwerer, die Arrangements dichter, die Emotionen radikaler. In RĂŒckblicken von Pitchfork und Rolling Stone rangiert Dirt regelmĂ€Ăig unter den einflussreichsten Rockalben aller Zeiten.
Jar of Flies (1994): Die akustisch geprĂ€gte EP zeigt eine brĂŒchigere, intimere Seite der Band. Songs wie No Excuses und I Stay Away beweisen, dass die Gruppe auch ohne laute Gitarren eine enorme emotionale Wirkung entfalten kann. Die Produktion stellt die Stimmen und feinen Instrumentierungen in den Mittelpunkt.
Alice in Chains (1995): Oft als Tripod-Album bezeichnet, weil auf dem Cover ein dreibeiniger Hund zu sehen ist, prĂ€sentiert dieses Werk eine noch dunklere, experimentellere Band. Rhythmisch verschachtelte Songs, ungewöhnliche Gitarrenstimmungen und bedrĂŒckende Textbilder sorgen fĂŒr eine intensive Hörerfahrung.
Nach Jahren der Unsicherheit und dem Tod von Layne Staley Mitte der 2000er-Jahre schien die Geschichte der Band zunĂ€chst abgeschlossen zu sein. Doch die verbliebenen Mitglieder entschieden sich fĂŒr eine RĂŒckkehr â mit neuen Songs und einem neuen Frontmann. Diese zweite KarrierehĂ€lfte begann mit dem Album Black Gives Way to Blue im Jahr 2009.
Black Gives Way to Blue (2009): Dieses Comeback-Album wurde von Nick Raskulinecz produziert, der unter anderem mit den Foo Fighters und Rush gearbeitet hatte. Es verbindet klassische Alice-in-Chains-Elemente mit einer modernen, druckvollen Produktion. Songs wie Check My Brain, Your Decision und der Titelsong, in dem auch Elton John am Klavier zu hören ist, verarbeiten die Vergangenheit und den Verlust Staleys, ohne ihn zu verdrÀngen. Kritiken in Rolling Stone und Musikexpress lobten die Balance aus Hommage und Neuanfang.
The Devil Put Dinosaurs Here (2013) und Rainier Fog (2018): Diese Alben festigen die zweite Ăra der Band. Sie erweitern das Klangspektrum um moderne Produktionstechniken, behalten aber die charakteristischen Harmonien und schweren Riffs bei. Rainier Fog wurde teilweise in den legendĂ€ren London Bridge Studios in Seattle aufgenommen, wo bereits frĂŒhere Grunge-Klassiker entstanden, und versteht sich bewusst als RĂŒckbezug auf die Heimatstadt.
Live haben Alice in Chains einen Ruf als druckvolle, aber detailversessene Rockband. Setlists kombinieren Klassiker aus den 1990ern mit neueren StĂŒcken, wobei die Gesangsaufteilung zwischen Cantrell und DuVall den frĂŒhen Harmonien nahekommt, ohne sie einfach zu kopieren. Aufnahmen von Festivalauftritten bei Rock am Ring, dem Download Festival oder der Lollapalooza-Familie zeigen, wie generationsĂŒbergreifend ihr Publikum inzwischen ist.
Kulturelle Wirkung, Auszeichnungen und VermÀchtnis
Die kulturelle Wirkung von Alice in Chains reicht weit ĂŒber die Verkaufszahlen einzelner Alben hinaus. Musikhistorisch gelten sie als Bindeglied zwischen Metal und Alternative Rock, als Band, die gezeigt hat, dass schwere Musik hochgradig emotional und verletzlich sein kann. Viele jĂŒngere Acts â von Post-Grunge-Bands der 2000er bis hin zu modernen Metal- und Alternative-Formationen â nennen die Gruppe als Einfluss. In Interviews bei Medien wie Metal Hammer, Kerrang oder Loudwire tauchen ihre Albumtitel regelmĂ€Ăig in Listen mit prĂ€genden Werken auf.
Auf der Auszeichnungsseite wurden Alice in Chains fĂŒr zahlreiche Grammys nominiert. Wie die Datenbank der Recording Academy zeigt, erhielten sie unter anderem Nominierungen in Kategorien wie Best Hard Rock Performance und Best Hard Rock Album. Auch wenn sie die TrophĂ€e bislang nicht im selben AusmaĂ wie manche Kollegen mit nach Hause nahmen, festigt allein die wiederholte Nominierung ihren Status als ernstzunehmende kreative Kraft.
In den USA dokumentiert die RIAA mehrere Platin- und Goldauszeichnungen fĂŒr Alben wie Facelift, Dirt, Jar of Flies und Alice in Chains. In GroĂbritannien listet die BPI verschiedene Zertifizierungen fĂŒr ihre Veröffentlichungen. FĂŒr Deutschland sind detaillierte BVMI-Daten nicht fĂŒr alle Releases öffentlich einsehbar, doch zeitgenössische Berichterstattung und Airplay-Auswertungen zeigen, dass Alice in Chains hierzulande eine treue Fanbasis aufgebaut haben. Die Band trat im Laufe der Jahre immer wieder in deutschen StĂ€dten auf, von Clubshows bis hin zu FestivalbĂŒhnen.
Besonders interessant ist die anhaltende Relevanz in der Musikpresse. RĂŒckschauen auf den Grunge-Boom, etwa in Rolling Stone, Spiegel Kultur oder FAZ, widmen Alice in Chains ganze Abschnitte. HĂ€ufig wird hervorgehoben, dass ihre Musik dunkler, introspektiver und musikalisch komplexer war als die vieler Zeitgenossen. WĂ€hrend andere Acts stĂ€rker auf Punk-Energie setzten, arbeiteten Cantrell und Co. mit verschachtelten Harmonien, unkonventionellen Taktarten und einem fast filmischen GespĂŒr fĂŒr AtmosphĂ€re.
Auch in der Gitarrenkultur hinterlassen Alice in Chains Spuren. In Fachmagazinen und auf Plattformen wie Guitar World oder Total Guitar werden Jerry Cantrells Riffs und Soli regelmĂ€Ăig analysiert. Seine Verbindung aus Blues-basierten Licks, modalen Skalen und Drop-D-Stimmungen hat eine ganze Generation von Gitarristinnen und Gitarristen beeinflusst. Signature-Modelle bei Instrumentenherstellern und Kooperationen mit Amp- und Effektfirmen unterstreichen seinen Status als StilprĂ€gender Gitarrist.
Im kulturellen GedĂ€chtnis spielt auch die Geschichte von Layne Staley eine wichtige Rolle. Ohne auf spekulative Details einzugehen, lĂ€sst sich sagen, dass sein schwieriger Lebensweg und sein frĂŒher Tod zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Schattenseiten des Ruhms gefĂŒhrt haben. Dokumentationen, Biografien und lange Essays widmen sich der Frage, wie sich persönliche Krisen in Kunst verwandeln. Alice in Chains stehen dabei sinnbildlich fĂŒr einen Teil der Rockgeschichte, der so glanzvoll wie tragisch ist.
Heute lebt das VermĂ€chtnis der Band in mehreren Formen weiter: in den originalen Studioaufnahmen, in Remasters und Deluxe-Editionen, in Live-Mitschnitten, aber auch in Playlists und Social-Media-Clips, in denen Fans ihre Lieblingsstellen teilen. Streaming-Plattformen zeigen, dass Songs wie Rooster, Man in the Box oder Nutshell weiterhin millionenfach aufgerufen werden. FĂŒr viele jĂŒngere Hörerinnen und Hörer ist Alice in Chains kein Nostalgie-Act der Eltern, sondern eine zeitlose Entdeckung.
HĂ€ufige Fragen zu Alice in Chains
Wie haben sich Alice in Chains nach der klassischen Grunge-Ăra weiterentwickelt?
Nach der intensiven Phase Anfang bis Mitte der 1990er-Jahre zog sich die Band weitgehend zurĂŒck. Einzelne Songs und ein legendĂ€rer Unplugged-Auftritt hielten zwar die Aufmerksamkeit aufrecht, doch ein regulĂ€rer Studio-Output blieb zunĂ€chst aus. Erst Mitte der 2000er-Jahre kehrte die Gruppe in verĂ€nderter Besetzung zurĂŒck, nun mit William DuVall als zusĂ€tzlichem SĂ€nger und Gitarristen. Mit Black Gives Way to Blue, The Devil Put Dinosaurs Here und Rainier Fog etablierte sie eine zweite Ăra, die stilistisch an die frĂŒhen Werke anknĂŒpft, aber produktionstechnisch und thematisch in der Gegenwart verankert ist.
Welche Rolle spielt Jerry Cantrell im Klang von Alice in Chains?
Jerry Cantrell ist nicht nur Gitarrist, sondern auch Hauptsongwriter und Co-SĂ€nger. Viele der prĂ€genden Riffs, Harmonien und Songstrukturen stammen aus seiner Feder. DarĂŒber hinaus prĂ€gt seine Stimme â oft in enger Verzahnung mit der des jeweiligen Frontmanns â den charakteristischen mehrstimmigen Gesang. In Soloprojekten wie seinen Soloalben zeigt sich, dass sein kompositorischer Stil auch auĂerhalb der Band funktioniert, doch erst im Zusammenspiel mit der Rhythmusgruppe und dem zweiten SĂ€nger entfaltet er die typische Alice-in-Chains-Wirkung.
Wie wichtig ist Deutschland fĂŒr die Geschichte von Alice in Chains?
Deutschland war zwar nicht der Ausgangspunkt der Karriere, spielt aber eine wichtige Rolle bei der internationalen Etablierung der Band. TV-Sender wie MTV Europe und Viva trugen in den 1990er-Jahren maĂgeblich dazu bei, dass Videos von Alice in Chains ein groĂes Publikum erreichten. Konzerte in deutschen StĂ€dten, Festivalauftritte sowie Berichterstattungen in Magazinen wie Metal Hammer Deutschland, Visions oder Musikexpress festigten die Fanbasis. Bis heute zĂ€hlt die Bundesrepublik zu den MĂ€rkten, in denen die Band starke Streaming- und Katalogzahlen aufweist.
Welche Alben von Alice in Chains sind ein guter Einstieg?
Wer die Band kennenlernen möchte, hat mehrere sinnvolle Ausgangspunkte. Dirt gilt als zentrales Werk und bietet eine dichte Sammlung von Klassikern, ist aber thematisch sehr dunkel. Facelift zeigt die hĂ€rtere, metallische Seite, wĂ€hrend Jar of Flies die akustische und introspektive Facette betont. FĂŒr einen Blick in die zweite Ăra eignet sich Black Gives Way to Blue, das den Umgang mit Verlust und Neubeginn eindrucksvoll musikalisch verarbeitet. Viele Hörerinnen und Hörer kombinieren diese Alben in Playlists, um die gesamte Bandbreite des Sounds zu erleben.
Wie unterscheiden sich Alice in Chains von anderen Grunge-Bands?
Im Vergleich zu vielen Zeitgenossen setzen Alice in Chains stĂ€rker auf Metal-EinflĂŒsse und komplexe Gesangsharmonien. WĂ€hrend Nirvana deutlicher im Punk verwurzelt sind und Pearl Jam hĂ€ufig classic-rockige und stadiontaugliche AnsĂ€tze verfolgen, arbeiten Alice in Chains mit schwereren Gitarren, ungewöhnlichen Taktarten und einem besonders dichten, melancholischen Klangbild. Diese Mischung hat dazu gefĂŒhrt, dass sie sowohl in der Grunge-Historie als auch im Metal- und Alternative-Kontext einen festen Platz haben.
Alice in Chains in den sozialen Netzwerken und im Streaming
Wer den aktuellen Puls der Fangemeinde spĂŒren möchte, findet in sozialen Netzwerken und auf Streaming-Plattformen unzĂ€hlige Diskussionen, Playlists und Live-Mitschnitte rund um Alice in Chains.
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