Alice in Chains, Rockmusik

Neue Ära für Alice in Chains beginnt leise

24.05.2026 - 21:23:21 | ad-hoc-news.de

Alice in Chains arbeiten an neuer Musik und halten das Erbe von Layne Staley und den Grunge-Jahren lebendig.

Alice in Chains, Rockmusik, Musik-News
Alice in Chains, Rockmusik, Musik-News

Als Alice in Chains im Sommer 2023 in Berlin auf die Bühne von Tempodrom traten, war schnell klar, dass diese Band aus der Grunge-Ära längst zu einem beständigen Fixpunkt des modernen Rock geworden ist. Jerry Cantrells Gitarrenriffs schnitten sich durch die Halle, während William DuVall die alten und neuen Songs mit beeindruckender Souveränität trug. Drei Jahrzehnte nach den ersten Erfolgen bleibt die Faszination rund um Alice in Chains ungebrochen.

Aktuelle Entwicklung rund um Alice in Chains

In den vergangenen Monaten war es vergleichsweise ruhig um Alice in Chains, zumindest was große öffentliche Ankündigungen betrifft. Offiziell bestätigt ist derzeit weder ein neues Studioalbum noch eine konkrete neue Welttournee. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass die Band hinter den Kulissen an neuer Musik arbeitet und ihren nächsten Schritt vorbereitet.

Der Gitarrist und Hauptsongwriter Jerry Cantrell hat in mehreren Interviews, unter anderem mit dem US-Magazin Rolling Stone und dem Branchenportal Billboard, betont, dass Alice in Chains nach Abschluss der letzten Tourphase zum Album Rainier Fog keineswegs am Ende seien. Stattdessen nehme man sich Zeit für das Songwriting und wolle ohne Druck in den nächsten Zyklus starten. Konkrete Veröffentlichungstermine wurden bislang aber weder auf der offiziellen Bandseite noch über das Label BMG bekanntgegeben.

Für Fans in Deutschland ist vor allem interessant, dass Alice in Chains weiterhin als aktiver Live-Act geplant sind. Die Webseite von Live Nation sowie größere deutsche Festivalveranstalter wie FKP Scorpio und Marek Lieberberg Konzertagentur führen die Band regelmäßig als potenzielle Option für künftige Line-ups, auch wenn Stand: 24.05.2026 noch keine neuen Termine in der Bundesrepublik fixiert sind. Die Seite der Band listet derzeit zurückliegende Daten und dient als Archiv jüngerer Tourneen.

Die letzten bestätigten größeren Touraktivitäten von Alice in Chains umfassten umfangreiche Nordamerika- und Europa-Etappen in den Jahren 2018 und 2019, die auch Stopps in Deutschland wie Berlin, Köln und München beinhalteten. Wie unter anderem Musikexpress und laut.de berichteten, wurden die Konzerte von Kritikern und Fans gleichsam gefeiert. Seit der pandemiebedingten Live-Pause ist die Gruppe zwar vorsichtiger geworden, was langfristige Planungen betrifft, doch Interviews mit Cantrell lassen keinen Zweifel daran, dass man erneut auf Tour gehen möchte, sobald ein neuer Release ansteht.

Als Orientierung für die Bedeutung der Band in der Gegenwart lohnt ein Blick in die Streaming-Zahlen und Social-Media-Aktivitäten. Sowohl auf Spotify als auch auf YouTube verbuchen Klassiker wie Man in the Box und Rooster kontinuierlich hohe Abrufwerte. Die Algorithmen der Plattformen schlagen Alice in Chains häufig neuen Generationen von Hörerinnen und Hörern vor, die Grunge sonst eher über Nirvana oder Pearl Jam entdecken würden.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die aktuelle Phase von Alice in Chains ist eine Art Zwischenkapitel. Die Band ist im Hintergrund aktiv, ihre Kataloge laufen stark, und alles deutet darauf hin, dass in den nächsten Jahren neues Material sowie frische Tourpläne auf Fans in Deutschland zukommen könnten. Offizielle Details dazu stehen allerdings noch aus, weshalb sich die Berichterstattung derzeit vor allem auf Rückblicke, Diskografie-Analysen und die anhaltende Relevanz der Gruppe konzentriert.

  • Alice in Chains arbeiten laut Interviews an neuer Musik, ohne Terminplan.
  • Aktuell sind keine neuen Deutschland-Konzerte offiziell bestätigt.
  • Der Backkatalog erzielt stabile Streaming-Zahlen und bleibt präsent.
  • Labelseitig ist die Band zuletzt mit BMG und Columbia Records verbunden.
  • Stand: 24.05.2026 bleibt die nächste Veröffentlichungsphase offen.

Wer Alice in Chains sind und warum die Band gerade jetzt zählt

Alice in Chains gelten neben Nirvana, Pearl Jam und Soundgarden als eine der vier prägenden Grunge-Bands, die Anfang der 1990er-Jahre aus Seattle heraus die Rockmusik nachhaltig verändert haben. Musikalisch verbinden sie schwere, von Metal geprägte Gitarrenriffs mit düsteren Melodien und markanten Gesangsharmonien. Diese Mischung hat der Formation früh einen ganz eigenen Platz im damals jungen Grunge-Kosmos gesichert.

Die Band wurde Ende der 1980er-Jahre gegründet. Kernfiguren waren der Gitarrist Jerry Cantrell und der Sänger Layne Staley, deren Stimmen im zweistimmigen Gesang überlagerten und einen zentralen Wiedererkennungsfaktor bildeten. Die Rhythmussektion mit Bassist Mike Starr, später Mike Inez, sowie Schlagzeuger Sean Kinney schuf das Fundament für den drückenden, melancholischen Sound.

Dass Alice in Chains auch Jahrzehnte nach ihren ersten Erfolgen relevant bleiben, hat mehrere Gründe. Zum einen funktioniert der Sound der Band erstaunlich zeitlos: Die Mischung aus schweren Riffs, melodischem Gesang und introspektiven Texten über Abhängigkeit, Verlust und Existenzfragen berührt auch ein Publikum, das den Grunge-Boom der frühen 1990er gar nicht miterlebt hat. Zum anderen hat die Band nach dem tragischen Tod von Layne Staley im Jahr 2002 einen selten gelungenen Neustart gewagt.

Seit 2006 steht der Sänger und Gitarrist William DuVall an der Seite von Jerry Cantrell auf der Bühne. Gemeinsam mit Mike Inez und Sean Kinney hat er Alice in Chains zu einer modernen Rockband weiterentwickelt, ohne das Erbe von Staley zu verleugnen. Entscheidungen der Gruppe, wie das Fortführen alter Songs im Live-Set und die Veröffentlichung neuer Alben, wurden von der internationalen Presse breit begleitet. Medien wie Rolling Stone, The Guardian und in Deutschland Visions sprechen häufig von einer der überzeugendsten Transformationen einer Grunge-Band in die Gegenwart.

Gerade jetzt, in einer Zeit, in der Rock und Metal durch Streaming-Playlists, Social Media und Festivalauftritte eine neue Durchmischung erleben, wird der Einfluss von Alice in Chains besonders sichtbar. Junge Metalcore- und Alternative-Bands benennen sie als Vorbild; gleichzeitig entdecken viele Hörerinnen und Hörer die Gruppe über Serien-Soundtracks, Gaming-Playlists oder kuratierte Best-of-Grunge-Listen. Die Band fungiert somit als Brücke zwischen einer ikonischen Ära und einem digitalisierten Musikmarkt.

Für das deutsche Publikum ist die Gruppe außerdem wichtig, weil sie im Gegensatz zu manch anderer Grunge-Formation den direkten Kontakt zu Europa nie abreißen ließ. Tourneen führten Alice in Chains immer wieder auf deutsche Bühnen, von Clubshows in den frühen 1990ern über Festival-Slots bei Rock am Ring und Rock im Park bis hin zu großen Headliner-Auftritten in Hallen. Dieser kontinuierliche Austausch hat der Band hierzulande eine treue Fanbasis gesichert.

Herkunft und Aufstieg von Alice in Chains

Die Geschichte von Alice in Chains beginnt in Seattle, Washington, einer Stadt, die Ende der 1980er-Jahre zum Nährboden für eine ganze Welle neuer Gitarrenbands wurde. Der spätere Grunge-Boom war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar. Lokale Clubs wie der Crocodile oder das Central Tavern boten jungen Formationen eine Bühne, während das Indie-Label Sub Pop erste Sampler mit regionalen Acts veröffentlichte.

Jerry Cantrell und Layne Staley lernten sich in dieser Szene kennen. Zunächst spielten beide in verschiedenen Projekten, bevor sie Alice in Chains formierten. Der Bandname mit seiner bewusst schrägen Schreibweise war Ausdruck eines ambivalenten Verhältnisses zu Glam-Metal-Ästhetik und düsterer Selbstreflexion, die auch in den späteren Songs wiederkehren sollte. Bassist Mike Starr und Drummer Sean Kinney komplettierten das Line-up.

Das Debütalbum Facelift erschien 1990 über Columbia Records, einem Major-Label, das früh das Potenzial der Band erkannte. Laut Berichten von Billboard und der Los Angeles Times brauchte die Platte zunächst Zeit, um sich zu etablieren. Der Durchbruch kam, als der Song Man in the Box auf MTV in die Heavy Rotation genommen wurde. Das dazugehörige Video, geprägt von düsteren Bildern und Staleys eindringlichem Blick, blieb vielen Zuschauerinnen und Zuschauern im Gedächtnis.

Facelift entwickelte sich in den USA zum Erfolg. Die Recording Industry Association of America (RIAA) zeichnete das Album später mit Platin aus. In Deutschland tauchte die Band zu dieser Zeit hauptsächlich im Metal- und Alternative-Umfeld auf; Magazine wie Rock Hard und Metal Hammer nahmen die Gruppe früh in ihre Berichterstattung auf und stellten sie dem hiesigen Publikum vor.

Der eigentliche internationale Durchbruch folgte 1992 mit dem zweiten Studioalbum Dirt. Diese Platte gilt heute als eines der düstersten und zugleich wichtigsten Werke des Grunge. Songs wie Rooster, Down in a Hole, Angry Chair und Would? verarbeiteten Themen wie Abhängigkeit, Trauma und Kriegserfahrungen. Musikalisch bewegte sich das Album näher an Metal als viele andere Grunge-Releases, was ihm einen Sonderstatus im Genre einbrachte.

Wie die Offizielle Deutsche Charts-Webseite und Billboard bestätigen, erreichte Dirt in zahlreichen Ländern hohe Chartpositionen. In den USA stieg es in die Top 10 der Billboard 200 ein, im Vereinigten Königreich platzierte es sich in den Top 20 der UK Albums Chart, und in Deutschland gelang der Einstieg in die Offiziellen Deutschen Charts. Die Nachfrage nach der Band wuchs rasant, und Alice in Chains tourten intensiver, unter anderem im Vorprogramm von Megadeth und weiteren großen Acts.

Trotz des Erfolgs verschärften sich in dieser Phase die persönlichen Probleme von Layne Staley. Er kämpfte mit einer langjährigen Drogenabhängigkeit, die sich zunehmend auf Touraktivitäten und Studioarbeit auswirkte. Offizielle Statements der Band und Berichte seriöser Medien wie Rolling Stone sind hier vorsichtig in der Bewertung, machen aber deutlich, dass die Belastung im Inneren der Gruppe enorm war. Die EPs Jar of Flies (1994) und Sap zeigten eine akustischere, fragile Seite der Band und wurden von vielen Fans als intime Einblicke in ihren emotionalen Zustand wahrgenommen.

Insbesondere Jar of Flies erreichte Meilenstein-Status. Die EP stieg in den USA direkt auf Platz 1 der Billboard 200 ein, wie die Statistikseiten von Billboard belegen, und war damit die erste EP, der dies gelang. In Deutschland blieben die Verkaufszahlen zwar geringer, aber die Platte festigte den Ruf der Band als ernstzunehmende künstlerische Kraft, die weit über den Hype des Grunge hinausging.

Das selbstbetitelte Album Alice in Chains von 1995, oft wegen seines Covers auch Tripod genannt, markierte einen weiteren Erfolg. Die Stimmung war noch düsterer, die Musik schwerer. Doch die gesundheitlichen Probleme Staleys führten dazu, dass die Band in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre immer seltener live zu sehen war. Studioarbeiten wurden sporadischer, und nach einem letzten gemeinsamen MTV-Unplugged-Auftritt 1996 zog sich die Gruppe schrittweise aus dem Rampenlicht zurück.

Der Tod von Layne Staley im Jahr 2002 stellte einen tiefen Einschnitt dar. Über die Umstände berichteten unter anderem BBC und New York Times, wobei sie sich auf offizielle Angaben der Behörden stützten. Die verbleibenden Mitglieder von Alice in Chains legten die Band de facto auf Eis. Jerry Cantrell veröffentlichte Soloalben, Sean Kinney und Mike Inez engagierten sich in anderen Projekten. In dieser Phase schien es lange unklar, ob Alice in Chains jemals zurückkehren würden.

Signature-Sound, Stil und Schlüsselwerke von Alice in Chains

Der Sound von Alice in Chains wird oft über ihre charakteristischen Vokalharmonien definiert. Schon in der ursprünglichen Besetzung verschmolzen Layne Staleys und Jerry Cantrells Stimmen in engen, fast chorartigen Zweistimmigkeiten, die über schweren Gitarrenwänden schwebten. Dieses Element wurde mit William DuVall behutsam fortgeführt. Auf neueren Alben finden sich häufig dreistimmige Passagen, bei denen sich DuVall und Cantrell abwechseln oder gegenseitig ergänzen.

Musikalisch verbindet die Band Elemente aus Doom Metal, klassischen Hard-Rock-Riffs und grungiger Rohheit mit Melodien, die teils überraschend eingängig sind. Produzenten wie Dave Jerden, der an Facelift und Dirt beteiligt war, haben dazu beigetragen, diesen kraftvollen, gleichzeitig definierten Sound auf Band zu bannen. Spätere Produktionen, etwa von Nick Raskulinecz bei Black Gives Way to Blue (2009), bringen eine modernere, etwas klarere Klangästhetik, ohne den Grundcharakter zu verwässern.

Zu den Schlüsselwerken im Katalog zählen neben Dirt und Jar of Flies auch die Comeback-Alben der 2000er und 2010er. Black Gives Way to Blue war das erste Studioalbum nach Staleys Tod und zugleich das Debüt von William DuVall als Sänger. Die Platte erschien 2009 über Virgin/EMI und wurde international von der Kritik positiv aufgenommen. Medien wie Rolling Stone und Spiegel Online lobten die Balance aus Respekt vor dem Erbe und dem Mut zu einem neuen Kapitel.

2013 folgte The Devil Put Dinosaurs Here, das musikalisch etwas experimentierfreudiger ausfiel und sich stärker politischen und gesellschaftlichen Themen widmete. 2018 erschien schließlich Rainier Fog, benannt nach dem Vulkan Mount Rainier in der Nähe von Seattle. Das Album war eine bewusste Rückkehr zu den Wurzeln; Teile wurden in den legendären London Bridge Studios aufgenommen, wo bereits Facelift entstand. Gleichzeitig integrierten Alice in Chains moderne Produktionstechniken und eine noch stärkere Betonung der Gesangsharmonien.

Im Live-Kontext setzen Alice in Chains verstärkt auf ein Wechselspiel von brachialen und atmosphärischen Momenten. Songs wie Them Bones oder Check My Brain stehen häufig neben ruhigeren Nummern wie Nutshell oder Down in a Hole im Set. Deutsche Kritiker, darunter Autorinnen und Autoren von Visions und Metal Hammer, heben immer wieder hervor, wie souverän die Band die alten Songs mit DuVall interpretiert, ohne in bloßer Nostalgie zu verharren.

Wichtig für die stilistische Einordnung ist auch der Einfluss der Band auf spätere Subgenres. Viele Vertreter des Alternative Metal, etwa Deftones oder Chevelle, haben eingeräumt, dass die melancholische Schwere und die Harmonien von Alice in Chains ihre eigene Arbeit geprägt haben. Im Metalcore- und Post-Grunge-Bereich verweisen Acts wie Breaking Benjamin oder Staind auf den Einfluss der Band. Damit ist Alice in Chains nicht nur eine prägende Grunge-Band, sondern auch ein Bindeglied zu einer ganzen Generation moderner Rock-Acts.

Was die Texte betrifft, sind Themen wie Sucht, Selbstzerstörung, Einsamkeit und gesellschaftliche Entfremdung immer wiederkehrend. Dabei vermeidet die Band plakative Moralisierung. Stattdessen werden innere Zustände und Widersprüche beschrieben, was viele Hörerinnen und Hörer als authentisch und tröstlich empfinden. In neuen Stücken nach 2006 treten zusätzlich Reflexionen über Verlust, Überleben und das Älterwerden im Musikgeschäft stärker in den Vordergrund.

Auch visuell haben Alice in Chains markante Akzente gesetzt. Cover wie das ikonische Artwork von Dirt mit der halb im Boden versinkenden Figur oder das trügerisch idyllische Bild von Jar of Flies sind zu Symbolen der Grunge-Ära geworden. Musikvideos aus den 1990ern, gedreht von Regisseuren wie Mark Pellington, tragen ebenfalls zum Gesamtbild der Band bei und werden auf Plattformen wie YouTube weiterhin millionenfach abgerufen.

Kulturelle Wirkung und Vermächtnis

Die kulturelle Wirkung von Alice in Chains reicht weit über ihre ursprüngliche Szene hinaus. In der Popkultur tauchen ihre Songs in Filmen, Serien und Videospielen auf. Would? etwa ist eng mit dem Soundtrack zum Film Singles über die Seattle-Szene verknüpft. Rooster wird regelmäßig in Dokumentationen oder Beiträgen über den Vietnamkrieg verwendet. Solche Platzierungen halten den Katalog der Band im kollektiven Gedächtnis.

Chart- und Auszeichnungsdaten unterstreichen diese Bedeutung. Laut der Datenbank der RIAA wurde Dirt in den USA mehrfach mit Platin ausgezeichnet. In Großbritannien verzeichnet die BPI für mehrere Veröffentlichungsepochen Silber- und Gold-Status. Die Bundesverband Musikindustrie (BVMI) listet in Deutschland unter anderem Auszeichnungen für ausgewählte Singles und Alben, auch wenn das Niveau hier angesichts eines traditionell stärker poporientierten Marktes etwas geringer ist. Dennoch zeigt die Präsenz in den Offiziellen Deutschen Charts, dass Alice in Chains auch hier einen beständigen Eindruck hinterlassen haben.

In der Musikkritik genießt die Band einen besonderen Status. Viele Rückblicke auf den Grunge stellen heraus, dass Alice in Chains die wohl dunkelste und metallischste Variante des Genres vertreten haben. Das deutsche Magazin laut.de etwa ordnet Dirt regelmäßig in Bestenlisten der 1990er-Jahre ein. International verweisen Pitchfork und NME auf den nachhaltigen Einfluss der Band, nicht nur auf Grunge, sondern auf alternative Gitarrenmusik generell.

Auf Festivals bleiben Alice in Chains ein gefragter Name. Headliner- oder Co-Headliner-Auftritte bei Rock am Ring und Rock im Park haben in Deutschland dazu beigetragen, dass auch jüngere Festivalgängerinnen und -gänger die Band live erleben konnten. In den USA trat die Gruppe auf renommierten Shows wie Lollapalooza und Download Festival auf. Konzertveranstalter betonen in Pressemitteilungen immer wieder die Live-Qualitäten der Formation und ihre Fähigkeit, ein generationsübergreifendes Publikum anzuziehen.

Wichtig für das Vermächtnis ist ebenso der Umgang der Band mit dem Verlust von Layne Staley. Anstatt den Namen weiterzuführen, ohne auf die Vergangenheit einzugehen, gestalten Alice in Chains ihre Konzerte und Veröffentlichungen als eine Art Dialog mit ihrer Geschichte. Gedenkmomente, Widmungen und die respektvolle Interpretation älterer Songs sind fester Bestandteil der Live-Shows. Dies wird von Fans und Medien als würdevoller Weg wahrgenommen, das Erbe zu bewahren.

In der deutschen Musikszene zeigen sich Spuren von Alice in Chains vor allem in Alternative- und Metal-Bands, die mit melancholischen Harmonien und tiefer gestimmten Gitarren arbeiten. Gruppen aus dem weiteren Post-Grunge-Umfeld sowie bestimmte Vertreter der Hamburger Schule und des deutschsprachigen Indierock beziehen zwar nicht immer explizit Stellung, doch musikalische Parallelen sind in Fragen von Stimmung und Dynamik erkennbar.

Auch wirtschaftlich ist der Katalog der Band weiterhin relevant. Im Zeitalter der Streaming-Plattformen generieren Klassiker aus den 1990er-Jahren stetige Einnahmen. Labels und Rechteverwerter nutzen Reissues, Deluxe-Editionen und Vinyl-Neuauflagen, um das Interesse am physischen Produkt wachzuhalten. Gerade im Vinyl-Boom der letzten Jahre sind limitierte Pressungen von Dirt, Jar of Flies oder Facelift oft zügig ausverkauft.

Für eine deutsche Leserschaft ist das Vermächtnis von Alice in Chains letztlich auch ein Stück Musikgeschichte, das zeigt, wie sich Rockmusik über Jahrzehnte transformieren kann. Die Band steht exemplarisch für die Frage, wie Künstlerinnen und Künstler mit Erfolg, persönlicher Tragik, Wandel der Industrie und veränderten Hörgewohnheiten umgehen. Dass Alice in Chains dabei ihren Kern bewahrt haben, ist ein wesentlicher Grund, warum sie bis heute relevant sind.

Häufige Fragen zu Alice in Chains

Wer sind die aktuellen Mitglieder von Alice in Chains?

Aktuell besteht Alice in Chains aus Jerry Cantrell (Gitarre, Gesang), William DuVall (Gesang, Gitarre), Mike Inez (Bass) und Sean Kinney (Schlagzeug). Diese Besetzung ist seit Mitte der 2000er-Jahre stabil und zeichnet sich durch eine klare Rollenverteilung im Songwriting und auf der Bühne aus.

Welche Alben von Alice in Chains gelten als besonders wichtig?

Als Schlüsselwerke werden häufig Dirt, Facelift und die EP Jar of Flies genannt. In der modernen Phase nach dem Comeback gelten Black Gives Way to Blue, The Devil Put Dinosaurs Here und Rainier Fog als zentrale Veröffentlichungen. Sie zeigen, wie die Band ihren Stil weiterentwickelt hat.

Wie erfolgreich sind Alice in Chains in Deutschland?

In Deutschland erreichten Alice in Chains wiederholt Platzierungen in den Offiziellen Deutschen Charts. Besonders Dirt und spätere Alben wie Black Gives Way to Blue schafften den Einstieg. Auch wenn andere Grunge-Bands hierzulande breiter im Mainstream verankert sind, verfügt die Gruppe über eine stabile Fanbasis, die regelmäßige Tourneen und Festivalauftritte möglich macht.

Was unterscheidet Alice in Chains von anderen Grunge-Bands?

Im Vergleich zu Nirvana oder Pearl Jam klingen Alice in Chains deutlich heavier und dunkler. Der Einfluss von Metal, die markanten Gesangsharmonien und die konsequent melancholische Grundstimmung machen sie unverwechselbar. Kritiker heben zudem hervor, dass die Band nach dem Verlust ihres ursprünglichen Sängers eine selten überzeugende zweite Karrierephase aufgebaut hat.

Gibt es Hinweise auf ein neues Album von Alice in Chains?

Offiziell ist derzeit kein neues Studioalbum angekündigt. Allerdings haben Bandmitglieder wie Jerry Cantrell in Interviews mehrfach bestätigt, dass an neuer Musik gearbeitet werde. Konkrete Titel, Veröffentlichungstermine oder Produzentennamen wurden bisher nicht genannt, und es existieren keine von Labelseite angekündigten Releasepläne. Stand: 24.05.2026 bleibt die Situation offen.

Alice in Chains in den sozialen Netzwerken und im Streaming

Alice in Chains sind auf allen wichtigen Streaming-Plattformen und sozialen Netzwerken präsent, wo sich Trends, Fanreaktionen und Live-Mitschnitte gut nachvollziehen lassen.

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