Ajanta-Höhlen bei Aurangabad: indischer Felsentempel-Schatz
07.06.2026 - 11:50:21 | ad-hoc-news.deWer die Ajanta-Höhlen nahe Aurangabad zum ersten Mal betritt, taucht schlagartig aus der grellen Sonne Zentralindiens in ein gedĂ€mpftes Halbdunkel ein â und steht vor Fresken, die aussehen, als wĂ€ren sie gestern gemalt worden. Die Ajanta Caves (sinngemÀà âHöhlen von Ajantaâ) sind ein seltenes Zusammenspiel aus Natur, buddhistischer SpiritualitĂ€t und hochentwickelter Malerei, das selbst weitgereiste Kulturreisende aus Deutschland ĂŒberrascht.
Ajanta-Höhlen: Das ikonische Wahrzeichen von Aurangabad
Die Ajanta-Höhlen gelten als einer der bedeutendsten buddhistischen Höhlenkomplexe weltweit. Sie liegen in einer hufeisenförmigen Felswand ĂŒber dem Waghora-Fluss in der indischen Bundesstaat Maharashtra, rund 100 km von Aurangabad entfernt. Schon beim ersten Blick vom Aussichtspunkt oben auf den Canyon erschlieĂt sich, warum dieser Ort seit Jahrzehnten als kultureller Höhepunkt jeder Reise in Zentralindien gilt.
Die rund 30 erhaltenen Höhlen wurden aus dem massiven Basaltfels herausgeschlagen und zu Klöstern, Gebetshallen und MeditationsrĂ€umen gestaltet. Die Stille, die nur von gelegentem Vogelruf und dem Rauschen des Flusses unterbrochen wird, bildet einen starken Kontrast zu den detailreichen, farbintensiven Malereien im Inneren. FĂŒr Reisende aus Deutschland wirkt Ajanta wie ein begehbares Bilderbuch des frĂŒhen Buddhismus â vergleichbar mit einem gotischen Dom, nur eben nicht in Stein gebaut, sondern aus dem Fels gemeiĂelt.
Als UNESCO-WelterbestĂ€tte stehen die Ajanta-Höhlen heute stellvertretend fĂŒr die frĂŒhe BlĂŒte buddhistischer Kunst auf dem indischen Subkontinent. Sie werden in einem Atemzug mit anderen Felsentempelkomplexen wie Ellora genannt, sind jedoch durch ihre Wandmalereien und fein gearbeiteten Stuckreliefs einzigartig. Die StĂ€tte ist zugleich religiöses Symbol, nationales Kulturerbe und touristische Hauptattraktion der Region Aurangabad.
Geschichte und Bedeutung von Ajanta Caves
Historisch werden die Ajanta Caves in zwei groĂe Bauphasen unterteilt. Die frĂŒhesten Höhlen entstanden in der Zeit des frĂŒhen Buddhismus, mehrere Jahrhunderte vor der Entstehung vieler europĂ€ischer Kathedralen. Diese ersten RĂ€ume dienten als einfache Meditationszellen und Gebetshallen (Chaitya-Hallen), in denen Mönche gemeinsam rezitierten und meditierten. Die FelswĂ€nde wurden fĂŒr die rituelle Nutzung bearbeitet, anfĂ€nglich noch mit vergleichsweise schlichter Ausstattung.
In einer zweiten, deutlich aufwendigeren Phase wurden die Höhlen erweitert und reich dekoriert. MĂ€chtige Herrscher und wohlhabende Gönner lieĂen ausgedehnte Klosteranlagen (Viharas) mit SĂ€ulenhallen, Nebenkammern und dramatisch inszenierten Buddha-Statuen aus dem Fels schlagen. In diese Zeit fallen die meisten der heute berĂŒhmten Wandmalereien, die Szenen aus dem Leben des historischen Buddha, sogenannte Jataka-ErzĂ€hlungen, sowie höfisches Leben, Prozessionen und Alltagsszenen zeigen.
In einer Epoche, als in Mitteleuropa noch keine der groĂen gotischen Kathedralen existierte, war Ajanta bereits ein hochentwickeltes kĂŒnstlerisches Zentrum. Die Maler beherrschten Perspektive, emotionale Mimik und fein abgestimmte Farbpaletten. Im Unterschied zu vielen europĂ€ischen Fresken ĂŒberdauerten die Ajanta-GemĂ€lde Jahrhunderte, weil sie im Schutz der Höhlen vor direkter Sonneneinstrahlung und stark schwankender Luftfeuchtigkeit bewahrt wurden.
Nach einer lĂ€ngeren BlĂŒtezeit geriet der Komplex in Vergessenheit. Klöster wurden aufgegeben, Pilgerwege verlegten sich, und dichte Vegetation ĂŒberwucherte die Felswand. Erst in der Kolonialzeit wurden die Ajanta-Höhlen von auĂenstehenden Besuchern wiederentdeckt und nach und nach der wissenschaftlichen Erforschung zugĂ€nglich gemacht. Seitdem gelten sie in Kunstgeschichte und ArchĂ€ologie als SchlĂŒssel zum VerstĂ€ndnis der frĂŒhen buddhistischen Bildtradition in Indien.
Heute steht Ajanta fĂŒr mehrere Ebenen von Bedeutung: religiös als Zeugnis buddhistischer Frömmigkeit, kĂŒnstlerisch als Höhepunkt indischer Wandmalerei und historisch als Quelle fĂŒr Kleidung, Musik, Architektur und gesellschaftliche Rollenbilder lĂ€ngst vergangener Epochen. FĂŒr viele Besucherinnen und Besucher aus Europa ist es ĂŒberraschend, wie ausgefeilt und âmodernâ Körperhaltungen, GesichtsausdrĂŒcke und rĂ€umliche Darstellung in diesen bis zu 1.500 Jahre alten Bildern wirken.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch sind die Ajanta-Höhlen ein Meisterwerk der Felsbearbeitung. Die Erbauer arbeiteten sich mit Hammer und MeiĂel von auĂen nach innen in den Basalt hinein, wobei Decken, SĂ€ulen, Nischen und Statuen direkt aus dem Felsblock heraus modelliert wurden. Anders als bei europĂ€ischen Bauwerken wurden hier keine einzelnen Steine aufeinandergesetzt â das âGebĂ€udeâ ist identisch mit dem Berg, in dem es liegt.
Viele Höhlen sind symmetrisch angelegte SĂ€ulenhallen mit umlaufenden Zellen, die den Mönchen als Schlaf- und MeditationsrĂ€ume dienten. In der Mitte oder an der RĂŒckwand erhebt sich hĂ€ufig eine Buddhaskulptur, flankiert von Bodhisattvas (Erleuchteten) und Schutzfiguren. An den Decken finden sich florale Muster und geometrische Ornamente, die den Blick in subtiler Weise lenken und den Raum optisch strukturieren.
Besonders bekannt sind die Ajanta-Höhlen jedoch fĂŒr ihre Wandmalereien. Sie wurden auf sorgfĂ€ltig vorbereiteten Putzschichten aufgetragen, mit natĂŒrlichen Pigmenten in leuchtenden, aber harmonischen Farbtönen. Die Malereien zeigen nicht nur religiöse Szenen, sondern auch weltliche Motive: Musiker mit Instrumenten, TĂ€nzerinnen, höfische Gesellschaft, Schiffe, Tiere und Pflanzen. FĂŒr Historiker sind diese Details wertvolle Quellen zu Kleidung, Schmuck, Architektur und gesellschaftlichen Rollenbildern der damaligen Zeit.
Die Malereien folgen einer komplexen Bildsprache, die fĂŒr Besucherinnen und Besucher aus Europa zunĂ€chst ungewohnt sein kann. Viele Szenen erzĂ€hlen Jataka-Geschichten â Legenden aus frĂŒheren Wiedergeburten des Buddha. Diese ErzĂ€hlungen wurden mit groĂer emotionaler Tiefe ins Bild umgesetzt: Freude, Trauer, MitgefĂŒhl und Entschlossenheit sind in den Gesichtern ablesbar. Kunsthistorische Interpretationen betonen, dass Ajanta eine der frĂŒhesten bekannten Traditionen der psychologischen PortrĂ€tkunst darstellt.
Die UNESCO hebt in ihren Beschreibungen die âauĂergewöhnliche UniversalitĂ€tâ der dargestellten Themen hervor: MitgefĂŒhl, Verzicht, moralische Entscheidungen und menschliche Beziehungen. Damit sind die Werke nicht nur religiöse Illustrationen, sondern auch Reflexionen ĂŒber grundlegende menschliche Erfahrungen. Viele deutsche Besucher berichten, dass sie sich beim Betrachten eher an europĂ€ische Renaissance-Fresken erinnert fĂŒhlen als an die stereotype Vorstellung âasiatischerâ Kunst.
Ein weiteres Merkmal ist die fein abgestimmte Lichtdramaturgie. Durch die Ausrichtung der EingĂ€nge und die Positionierung der wichtigsten BildflĂ€chen fĂ€llt das Tageslicht oft so in den Raum, dass zentrale Szenen oder Buddhafiguren sanft hervorgehoben werden. In den frĂŒhen Morgen- oder spĂ€ten Nachmittagsstunden entsteht eine atmosphĂ€rische Mischung aus natĂŒrlichem Licht und Schatten, die die Wirkung der Malereien zusĂ€tzlich verstĂ€rkt.
Aus konservatorischer Sicht sind die Ajanta-Höhlen empfindlich. Die Farbschichten reagieren sensibel auf Feuchtigkeit, Temperaturwechsel und mechanische EinflĂŒsse. Daher ist die Beleuchtung gedĂ€mpft, Blitzlicht gehört in den meisten Bereichen zu den streng untersagten Praktiken, und Besucherströme werden kontrolliert. FĂŒr Reisende aus Deutschland bedeutet das: Zeit einplanen, langsames Voranschreiten akzeptieren â und dafĂŒr mit intensiven, ungestörten Betrachtungsmomenten belohnt werden.
Ajanta-Höhlen besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise ab Deutschland
Die Ajanta-Höhlen liegen im Bundesstaat Maharashtra im Westen Indiens, etwa 100 km nordöstlich von Aurangabad. Von Deutschland aus fĂŒhren gĂ€ngige Flugrouten ĂŒber internationale Drehkreuze wie Mumbai, Delhi, Doha oder Dubai. Von Frankfurt, MĂŒnchen, Berlin oder DĂŒsseldorf ist meist mit mindestens einem Umstieg und einer Gesamtflugzeit von grob 10â14 Stunden bis Mumbai oder Delhi zu rechnen, hinzu kommt ein Inlandsflug nach Aurangabad. Von Aurangabad aus wird Ajanta hĂ€ufig als Tagesausflug organisiert, entweder mit privatem Fahrer, Taxi oder im Rahmen einer gefĂŒhrten Tour. StraĂen und Beschilderung sind fĂŒr indische VerhĂ€ltnisse relativ gut, Fahrzeiten können jedoch je nach Verkehr um mehrere Stunden schwanken. - Ăffnungszeiten
Die Ajanta-Höhlen sind in der Regel tagsĂŒber geöffnet, ĂŒblicherweise von den Morgenstunden bis in den spĂ€teren Nachmittag. Konkrete Uhrzeiten können sich jedoch je nach Saison, Wochentag und behördlichen Vorgaben Ă€ndern. Besucher sollten daher vor der Anreise die aktuellen Ăffnungszeiten direkt bei der offiziellen Verwaltung der Ajanta-Höhlen oder ĂŒber das zustĂ€ndige regionale TourismusbĂŒro von Maharashtra prĂŒfen. An einigen Feiertagen oder bei besonderen Ereignissen kann es zu EinschrĂ€nkungen kommen. - Eintrittspreise
FĂŒr den Besuch der Ajanta-Höhlen wird ein Eintrittsgeld erhoben, wobei in der Regel zwischen inlĂ€ndischen und auslĂ€ndischen Besuchern unterschieden wird. AuslĂ€ndische Reisende zahlen meist einen höheren, aber im internationalen Vergleich immer noch moderaten Betrag. Da sich Preise, GebĂŒhren fĂŒr Kameras oder Kombitickets mit anderen SehenswĂŒrdigkeiten Ă€ndern können, empfiehlt es sich, vorab auf offiziellen Seiten nachzusehen. Als grobe Orientierung sollten Reisende aus Deutschland einen zweistelligen Betrag in Euro einplanen, der vor Ort in der LandeswĂ€hrung entrichtet wird. - WĂ€hrung und Zahlung
In Indien wird mit der LandeswĂ€hrung Rupie bezahlt. An den Kassen und in den einfachen GeschĂ€ften rund um Ajanta werden vor allem Bargeldzahlungen erwartet. Internationale Kreditkarten werden in gröĂeren Hotels und in Teilen Aurangabads hĂ€ufig, in kleineren LĂ€den und bei StraĂenstĂ€nden aber nicht immer akzeptiert. Es ist daher sinnvoll, ausreichend Bargeld fĂŒr Eintritt, GetrĂ€nke, kleine Snacks sowie Trinkgelder mitzufĂŒhren. Mobile Payment-Lösungen sind vor allem in indischen Apps weit verbreitet, fĂŒr auslĂ€ndische Besucher aber nicht immer problemlos nutzbar. - Beste Reisezeit und Klima
Das Klima in Maharashtra ist subtropisch mit heiĂen Sommern und einer ausgeprĂ€gten Monsunzeit. Viele Reisende aus Europa bevorzugen die Zeit von etwa November bis Februar, wenn die Temperaturen meist angenehmer sind als im hochsommerlichen Zeitraum um April und Mai, in dem es sehr heiĂ werden kann. WĂ€hrend des Monsuns sind die Landschaften zwar ĂŒppig grĂŒn, Regen und hohe Luftfeuchtigkeit können Besichtigungen jedoch erschweren. FĂŒr den Besuch der Ajanta-Höhlen empfiehlt sich auĂerdem die frĂŒhe Tageszeit oder der spĂ€te Nachmittag, um die gröĂte Hitze und den stĂ€rksten Andrang zu meiden. - Gesundheit und körperliche Voraussetzungen
Die Besichtigung von Ajanta erfordert eine gewisse Grundfitness. Wege, Stufen und unebene Böden sind keine Seltenheit, und bei warmem Klima kann selbst ein moderater Aufstieg anstrengend wirken. Bequeme, rutschfeste Schuhe sind empfehlenswert, ebenso ausreichend Trinkwasser. Eine leichte Kopfbedeckung und Sonnenschutz bewĂ€hren sich auf den offenen Wegen. FĂŒr Besucher mit eingeschrĂ€nkter MobilitĂ€t können einige Höhlen nur eingeschrĂ€nkt zugĂ€nglich sein; es lohnt sich, im Vorfeld Informationen zur Barrierefreiheit zu prĂŒfen. - Kleiderordnung und Respekt vor der Kultur
Obwohl Ajanta heute vor allem als historische und kulturelle SehenswĂŒrdigkeit wahrgenommen wird, handelt es sich ursprĂŒnglich um einen religiösen Ort. Aus Respekt empfehlen sich schulter- und kniebedeckende Kleidung. Schuhe werden in den Höhlen in der Regel getragen, es kann aber Bereiche geben, in denen das anders gehandhabt wird. Dezentes Auftreten, leises Sprechen und ZurĂŒckhaltung beim Fotografieren tragen dazu bei, die besondere AtmosphĂ€re zu bewahren. - Fotografieren und Schutz der Kunstwerke
Die empfindlichen Wandmalereien reagieren sensibel auf Licht. Deshalb ist Blitzlicht hĂ€ufig untersagt, und in einigen Bereichen ist Fotografieren generell eingeschrĂ€nkt. Besucher sollten unbedingt die Hinweise des Aufsichtspersonals beachten. Wer hochwertige Bilder machen möchte, ist mit lichtstarken Objektiven und ruhiger Hand besser beraten als mit BlitzgerĂ€ten. Aus konservatorischen GrĂŒnden ist es wichtig, die Fresken nicht zu berĂŒhren und Abstand zu den bemalten FlĂ€chen zu halten. - Sprache und VerstĂ€ndigung
In Aurangabad und Umgebung sind Hindi, Marathi und weitere regionale Sprachen verbreitet. Englisch wird im Tourismus, in Hotels und bei offiziellen Stellen hĂ€ufig gesprochen, sodass Reisende aus Deutschland sich mit grundlegenden Englischkenntnissen gut zurechtfinden. Deutschsprachige FĂŒhrungen sind seltener, können aber ĂŒber spezialisierte Reiseanbieter arrangiert werden. Ein lokaler, englischsprachiger Guide ist sehr empfehlenswert, um die Bildprogramme und religiösen BezĂŒge besser zu verstehen. - Trinkgeldkultur
In Indien ist Trinkgeld ĂŒblich, insbesondere fĂŒr Guides, Fahrer, Hotelpersonal und in Restaurants. Kleine BetrĂ€ge sind ĂŒblich und werden erwartet, wenn Serviceleistungen genutzt werden. FĂŒr TagesausflĂŒge zu Ajanta ist es sinnvoll, auch ein angemessenes Trinkgeld fĂŒr den Guide und den Fahrer einzuplanen. BetrĂ€ge sollten im VerhĂ€ltnis zur Aufenthaltsdauer und zur Leistung gewĂ€hlt werden; pauschale SĂ€tze können variieren. - Einreisebestimmungen und Sicherheit
Indien ist visumpflichtig. Deutsche StaatsbĂŒrger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen, Visaregelungen und Sicherheitshinweise beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂŒfen und die jeweils geltenden Vorgaben der indischen Behörden beachten. Es empfiehlt sich der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung mit RĂŒcktransportoption. Vor Ort ist ĂŒbliche Reisevorsicht angeraten, etwa in Bezug auf Trinkwasserhygiene, Wertsachen und Verkehrssicherheit. - Zeitzone und Zeitverschiebung
Indien verwendet eine einheitliche Zeitzone (Indian Standard Time). GegenĂŒber Mitteleuropa besteht im Winterhalbjahr ein Zeitunterschied von mehreren Stunden nach vorne, im Sommerhalbjahr aufgrund der europĂ€ischen Sommerzeit verĂ€ndert sich dieser Abstand leicht. Reisende sollten die genaue Differenz vor Abflug prĂŒfen, um Ankunfts- und Weiterflugzeiten richtig einzuplanen.
Warum Ajanta Caves auf jede Aurangabad-Reise gehört
Wer Aurangabad als Ausgangspunkt fĂŒr eine Kulturreise durch Maharashtra wĂ€hlt, stöĂt schnell auf zwei groĂe Namen: Ajanta und Ellora. Viele Besucher verbinden beide StĂ€tten in einem mehrtĂ€gigen Aufenthalt. Ajanta Caves stechen durch ihre intime, fast meditative AtmosphĂ€re heraus, wĂ€hrend Ellora mit monumentalen Felsfassaden und einer beeindruckenden Vielfalt an hinduistischen, buddhistischen und jainistischen HeiligtĂŒmern fasziniert. Zusammen geben sie einen auĂergewöhnlichen Einblick in die religiöse und kĂŒnstlerische Geschichte Indiens.
Aus der Perspektive von Reisenden aus Deutschland ist Ajanta besonders, weil sich hier mehrere Ebenen ĂŒberschneiden. Zum einen eröffnet sich eine Kunstgeschichte, die in der europĂ€ischen Schulbildung nur randstĂ€ndig vorkommt. Zum anderen ermöglicht der Ort eine direkte, sinnliche Erfahrung: den Geruch von Fels und RĂ€ucherwerk, die KĂŒhle der Höhlen, das gedĂ€mpfte Licht, die leuchtenden Farben. Diese Kombination bleibt vielen Menschen stĂ€rker im GedĂ€chtnis als der Besuch eines klassischen Museums, in dem die Kunst von ihrer rĂ€umlichen und spirituellen Umgebung getrennt ist.
FĂŒr Kulturinteressierte, die bereits viele europĂ€ische Kathedralen, Museen und Schlösser kennen, wirkt Ajanta wie ein Blick in eine parallele Kunstwelt. Die Fresken erzĂ€hlen vom Leben des Buddha, von Königen, HĂ€ndlern und einfachen Menschen, deren Sorgen und Hoffnungen uns trotz aller kulturellen Unterschiede ĂŒberraschend vertraut erscheinen. Wer bereit ist, sich mit einem Guide auf die Geschichten einzulassen, wird Ajanta nicht nur als SehenswĂŒrdigkeit, sondern als Begegnung mit einer anderen Vorstellung von Zeit, Wiedergeburt und moralischer Verantwortung erleben.
Der Ort eignet sich zudem hervorragend, um eine Reise nach Indien in Etappen aufzubauen. Viele Besucher kombinieren Ajanta und Aurangabad mit Aufenthalten in Mumbai, Goa oder Rajasthan. WĂ€hrend die groĂen Metropolen und Badeorte laut, bunt und mitunter ĂŒberwĂ€ltigend wirken, bietet Ajanta einen ruhigeren, kontemplativen Gegenpol. Das kann helfen, die Reise emotional zu balancieren und EindrĂŒcke zu verarbeiten.
Auch fotografisch ist Ajanta reizvoll, sofern die geltenden Regeln beachtet werden. Die Mischung aus Felsarchitektur, sanftem Tageslicht und farbigen Fresken schafft Motive, die sich deutlich von klassischen Stadt- oder Landschaftsaufnahmen unterscheiden. Viele Reisende nutzen den Besuch, um sich bewusst Zeit zu nehmen: hinsetzen, schauen, skizzieren, ein Reisetagebuch fĂŒhren. In einer Reiseplanung, die oft von Highlight zu Highlight eilt, ist Ajanta ein Ort, an dem Langsamkeit belohnt wird.
Ajanta-Höhlen in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke
In sozialen Medien spielen die Ajanta-Höhlen eine wachsende Rolle: Reisende teilen Videos von ihrer Anfahrt durch die Landschaft Maharashtras, Detailaufnahmen der Fresken und persönliche Momente der Stille in den Höhlen. Wer EindrĂŒcke aus erster Hand sammeln möchte, findet auf den groĂen Plattformen vielfĂ€ltige Perspektiven â von professionellen Dokumentationen bis zu spontanen Clips von Rucksackreisenden.
Ajanta-Höhlen â Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
HÀufige Fragen zu Ajanta-Höhlen
Wo liegen die Ajanta-Höhlen genau?
Die Ajanta-Höhlen befinden sich im Bundesstaat Maharashtra im Westen Indiens, etwa 100 km nordöstlich von Aurangabad. Sie liegen in einer Felswand ĂŒber einer Schleife des Waghora-Flusses und sind von Aurangabad aus meist im Rahmen eines Tagesausflugs erreichbar.
Wie alt sind die Ajanta Caves und welche Epochen reprÀsentieren sie?
Die Ajanta Caves entstanden in zwei Hauptphasen, die mehrere Jahrhunderte auseinanderliegen. Die frĂŒhesten Höhlen gehen auf eine frĂŒhe Phase des Buddhismus zurĂŒck, in der einfache Meditationszellen und Gebetshallen geschaffen wurden. SpĂ€ter wurden sie zu reich ausgestalteten Klöstern mit monumentalen Buddhafiguren und aufwendigen Wandmalereien ausgebaut. Die StĂ€tte reprĂ€sentiert damit eine lange Entwicklungsgeschichte der buddhistischen Kunst in Indien.
Was macht die Ajanta-Höhlen so besonders im Vergleich zu anderen Tempeln?
Die besondere Bedeutung von Ajanta liegt in der Kombination aus Felsarchitektur, gut erhaltenen Wandmalereien und der abgeschiedenen Lage in einem Flusstal. Die Fresken zeigen detailreiche Szenen aus dem Leben des Buddha, höfisches Leben und Alltagsdarstellungen und gehören zu den wichtigsten erhaltenen Beispielen buddhistischer Malerei. Dieser Reichtum an Bildmotiven und die natĂŒrliche Kulisse machen den Ort einzigartig.
Wie plane ich einen Besuch von Ajanta aus Deutschland?
Reisende aus Deutschland fliegen in der Regel ĂŒber internationale Drehkreuze nach Mumbai oder Delhi und von dort weiter nach Aurangabad. Von Aurangabad aus werden TagesausflĂŒge zu den Ajanta-Höhlen organisiert, hĂ€ufig in Kombination mit anderen SehenswĂŒrdigkeiten der Region. Es lohnt sich, mindestens einen vollen Tag fĂŒr Ajanta zu reservieren, bequeme Kleidung zu tragen und frĂŒh vor Ort zu sein, um die gröĂten Besucherströme und die Mittagshitze zu vermeiden.
Wann ist die beste Reisezeit fĂŒr die Ajanta-Höhlen?
Als angenehm gilt meist die Zeit von etwa November bis Februar, wenn die Temperaturen in Zentralindien vergleichsweise moderat sind. In den sehr heiĂen Monaten um April und Mai kann der Besuch anstrengender sein, wĂ€hrend der Monsunzeit sorgen Regen und hohe Luftfeuchtigkeit mitunter fĂŒr erschwerte Bedingungen. Innerhalb eines Tages sind der frĂŒhe Morgen und der spĂ€te Nachmittag oft die angenehmsten Zeiten, um Ajanta zu erkunden.
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