Al-Masjid an-Nabawi: Grüne Kuppel und gewaltiger Moscheehof in Medina
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 17:17 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Al-Masjid an-Nabawi in Medina, auch als Prophetenmoschee bekannt, gehört zu den bedeutendsten Heiligtümern des Islam und prägt mit ihrer grünen Kuppel das Stadtbild der Altstadt von Medina in Saudi-Arabien. Die Moschee geht auf den Propheten Muhammad zurück, der sie im 7. Jahrhundert anlegen ließ, und hat sich von einem einfachen, rechteckigen Hofbau zu einem weitläufigen Komplex mit Minaretten, Kuppeln und großflächigen Gebetshallen entwickelt.
Al-Masjid an-Nabawi von der einfachen Hofmoschee zum weitläufigen Komplex
Die Ursprünge von Al-Masjid an-Nabawi liegen in der Zeit kurz nach der Hidschra, als der Prophet Muhammad im Jahr 622 n. Chr. nach Medina übersiedelte und hier eine erste Moschee errichten ließ.Die Moschee wurde auf einem rechteckigen Grundriss aufgebaut, mit Wänden aus ungebrannten Ziegeln auf Steinfundamenten und Stämmen von Dattelpalmen als Stützen.Ein Teil des Hofes blieb unüberdacht, während palmblattgedeckte Bereiche Schatten spendeten.
Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Moschee mehrfach erweitert und baulich angepasst, zunächst unter den rechtgeleiteten Kalifen und später unter den Herrschern verschiedener Dynastien. Besonders prägend waren osmanische Erweiterungen, bei denen ein großer Gebetssaal an der Südseite entstand, der sich durch dicht gestellte Säulen und reich verzierte Bögen auszeichnet.In ihrer heutigen Form besitzt die Anlage einen rechteckigen Grundriss auf zwei Ebenen, wobei der osmanische Gebetssaal im Süden herausragt. Im 20. Jahrhundert kamen groß dimensionierte Erweiterungen unter der Herrscherfamilie Al Saud hinzu, die die Gebetsfläche erheblich vergrößerten und moderne Tragwerke sowie technische Infrastruktur einführten.
Architektur zwischen grüner Kuppel, Minaretten und Schirmdächern
Das Erscheinungsbild von Al-Masjid an-Nabawi wird durch das Zusammenspiel von Minaretten, Kuppeln und weiten Hofbereichen geprägt. Die Moschee verfügt über mehrere hohe Minarette, die mit ihrer schlanken Silhouette weit über die Dächer der Altstadt hinausragen und die Ränder des Komplexes markieren.In der Dachlandschaft des heutigen Komplexes stehen zahlreiche Kuppeln auf quadratischen Basen, von denen manche beweglich angelegt sind und sich öffnen lassen, sodass sich über Teilen der Gebetsfläche ein wandelbares Dach ergibt.Auf dem Dach liegen mehrere verschiebbare Kuppeln, die Teile des Innenraums nach oben öffnen können.
Unter dem Dach spannt sich ein Gefüge aus Säulen, Bögen und Kassettendecken, das in vielen Bereichen auf modernen Betontragwerken beruht, aber mit traditionellen Ornamenten und Farbakzenten gestaltet ist. Zwischen den Gebetshallen erstrecken sich große Marmorterrassen, die sich bei Bedarf in zusätzliche Gebetsflächen verwandeln können und von regelmäßig angeordneten Säulenreihen gesäumt werden. Auf den Plätzen vor der Moschee stehen ausfahrbare Schirmdächer, die zusammen mit dem hellen Steinbelag der Höfe das einheitliche Bild eines weiten, zusammenhängenden Platzraums erzeugen, der optisch direkt an die Gebäudefluchten der Moschee anschließt.
Die Grüne Kuppel und das Grab des Propheten Muhammad
Für viele Besucher ist die Grüne Kuppel das markanteste Einzelmotiv von Al-Masjid an-Nabawi. Sie erhebt sich im südöstlichen Bereich des Komplexes über der Grabkammer des Propheten Muhammad, in der auch die ersten beiden Kalifen Abu Bakr und Umar bestattet sind.Die Kuppel geht auf eine hölzerne Überbauung aus dem Jahr 1279 zurück, die in den folgenden Jahrhunderten mehrfach erneuert wurde.Im 19. Jahrhundert erhielt die Kuppel ihre charakteristische grüne Farbe, die sie seither trägt.
Die Grabkammer selbst liegt innerhalb der Moschee in einem abgeschrankten Bereich, der durch ein reich verziertes Gitter und umlaufende Mauern vom übrigen Gebetssaal getrennt ist. Für den Außenblick aber bleibt die Grüne Kuppel das sichtbare Zeichen dieses inneren Ortes und bildet einen klar erkennbaren Kontrast zu den hellen Steinfassaden und den übrigen Kuppeln der Moschee. Zusammen mit den umliegenden Minaretten und den ausgedehnten Marmorfeldern der Höfe ist sie zu einem Symbol für Medina geworden, das auf Fotografien und Abbildungen der Stadt immer wieder auftaucht.
Al-Masjid an-Nabawi besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Al-Masjid an-Nabawi liegt in Medina im westlichen Teil von Saudi-Arabien und ist vom internationalen Flughafen der Stadt aus über Straßenverbindungen erreichbar, die auf die Altstadt zulaufen.
- Der Moscheekomplex umfasst weite, mit Steinplatten belegte Höfe und großflächige Gebetshallen, sodass Besucher je nach Bereich mit längeren Wegen zu Fuß und mit Treppenstufen zwischen den Ebenen rechnen müssen.
- In der Umgebung der Moschee schließen dichte Stadtquartiere an, und direkt um Al-Masjid an-Nabawi finden sich zahlreiche weitere religiöse Einrichtungen sowie Straßenachsen, die auf die Außenhöfe der Moschee führen.
- Amtssprache ist Arabisch, gezahlt wird in Saudi-Riyal.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
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Al-Masjid an-Nabawi: häufige Fragen
Wo liegt Al-Masjid an-Nabawi?
Al-Masjid an-Nabawi liegt im Zentrum von Medina in Saudi-Arabien, in unmittelbarer Nähe der historischen Altstadt und ihrer dicht bebauten Viertel.
Was bietet ein Besuch von Al-Masjid an-Nabawi?
Ein Besuch führt in einen ausgedehnten Moscheekomplex mit weiten Marmorhöfen, hohen Minaretten, großzügigen Gebetshallen und dem Bereich um die Grüne Kuppel über der Grabkammer des Propheten Muhammad.
Was kennzeichnet Al-Masjid an-Nabawi besonders?
Besonders kennzeichnend ist die Verbindung aus der historischen Grabstätte des Propheten und der weitläufigen, mehrstufigen Moscheeanlage mit Minaretten, beweglichen Kuppeln und großen, steinernen Hofflächen.
