Bund Shanghai, Reise

Bund Shanghai: Wo der alte Waitan die Skyline spiegelt

10.06.2026 - 05:06:04 | ad-hoc-news.de

Am Bund Shanghai, dem historischen Waitan am Huangpu, prallen koloniale Fassaden und futuristische Skyline aufeinander. Warum dieser Uferboulevard Shanghai in China so einzigartig macht – und was Reisende aus Deutschland wissen sollten.

Bund Shanghai, Reise, China
Bund Shanghai, Reise, China

Abends, wenn sich die Neonlichter von Pudong im dunklen Wasser des Huangpu spiegeln und die Sandsteinfassaden am Bund Shanghai golden aufleuchten, wird der alte Uferboulevard Waitan (sinngemĂ€ĂŸ „Àußeres Ufer“) zur BĂŒhne der Stadt. Hier trifft koloniale Architektur auf Chinas Hightech-Zukunft – und nirgendwo sonst lĂ€sst sich der Wandel Shanghais so verdichtet erleben wie an dieser Uferpromenade.

Bund Shanghai: Das ikonische Wahrzeichen von Shanghai

Der Bund Shanghai, auf Chinesisch meist als Waitan bezeichnet, ist eine rund 1,5 km lange Promenade am westlichen Ufer des Flusses Huangpu im Herzen von Shanghai. Die Uferstraße verlĂ€uft grob zwischen der Yan’an Road im SĂŒden und der Waibaidu-BrĂŒcke im Norden und gilt als eine der bekanntesten Ansichten Chinas. Oft wird der Bund als „Freiluftmuseum westlicher Architektur“ beschrieben, weil sich hier in dichter Folge reprĂ€sentative Bauten aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts aneinanderreihen.

Auf der einen Seite stehen monumentale Banken, Hotels und HandelshĂ€user im Stil von Neoklassizismus, Art dĂ©co und Historismus; auf der anderen Seite eröffnet sich der Blick auf Pudong mit dem Oriental Pearl Tower, dem Shanghai Tower und weiteren Wolkenkratzern, die zu den höchsten GebĂ€uden der Welt zĂ€hlen. So entsteht eine einzigartige visuelle Achse zwischen Vergangenheit und Zukunft, die den Bund zu einem Symbol fĂŒr den rasanten Wandel Shanghais macht.

FĂŒr Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist der Bund vergleichbar mit einer Mischung aus der Pariser Seine-Uferpromenade und der Hamburger Speicherstadt – nur mit einer zusĂ€tzlichen, hypermodernen Skyline gegenĂŒber. Die Promenade ist tagsĂŒber ein beliebter Ort fĂŒr SpaziergĂ€nge und Fotostopps, doch ihren stĂ€rksten Eindruck entfaltet sie bei Nacht, wenn sowohl die historischen Fassaden als auch die HochhĂ€user von Pudong aufwendig illuminiert sind.

Die Promenade selbst ist relativ breit, mit mehreren Ebenen, Sitzgelegenheiten und GrĂŒnflĂ€chen. Abschnitte wurden in den letzten Jahren immer wieder neu gestaltet und teilweise verbreitert, um dem steigenden Besucherstrom gerecht zu werden. Konkrete Zahlen schwanken je nach Quelle, doch SchĂ€tzungen sprechen von mehreren Millionen Menschen im Jahr, die den Bund besuchen. UnabhĂ€ngige, offizielle und konsistente Besucherstatistiken werden allerdings nicht durchgehend veröffentlicht, weshalb sich seriöse Medien und ReisefĂŒhrer meist auf qualitative Beschreibungen beschrĂ€nken.

Geschichte und Bedeutung von Waitan

Die Geschichte des Bund Shanghai ist eng mit der Öffnung Chinas im 19. Jahrhundert und der kolonialen PrĂ€senz westlicher MĂ€chte in Shanghai verbunden. Nach dem Ersten Opiumkrieg (1839–1842) wurde Shanghai fĂŒr den internationalen Handel geöffnet, und auslĂ€ndische MĂ€chte, allen voran Großbritannien, Frankreich und spĂ€ter auch die USA, erhielten Konzessionsgebiete. Entlang des Huangpu entwickelte sich die sogenannte International Settlement, ein auslĂ€ndisch kontrolliertes Gebiet, dessen wirtschaftliches und reprĂ€sentatives Zentrum der Waitan wurde.

Ab der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts entstanden entlang des Ufers die ersten HandelshĂ€user und LagergebĂ€ude. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts folgten die großen Banken, Versicherungen und Hotels, die dem Bund bis heute sein charakteristisches Gesicht geben. In dieser Zeit galt Shanghai als eines der wichtigsten Finanz- und Handelszentren Asiens – oft als „Paris des Ostens“ oder „New York des Ostens“ romantisiert. Der Bund war die Schauseite dieser Entwicklung und zugleich eine BĂŒhne fĂŒr weltpolitische Begegnungen, wirtschaftliche Verhandlungen und gesellschaftliche Inszenierungen.

Mit der MachtĂŒbernahme der Kommunistischen Partei Chinas 1949 verĂ€nderte sich die Rolle des Bunds. Viele auslĂ€ndische Institutionen verließen Shanghai oder wurden verstaatlicht. Die imposanten GebĂ€ude wurden von staatlichen Behörden, Banken unter staatlicher Kontrolle und anderen öffentlichen Einrichtungen genutzt. Der Bund verlor vorĂŒbergehend seinen Ruf als glamouröses Finanzzentrum, blieb aber als stadtgeschichtlicher Erinnerungsort prĂ€sent.

Erst mit den wirtschaftlichen Reformen ab Ende der 1970er-Jahre und der Öffnung Chinas erlebte der Bund eine Renaissance. Im Zuge des Aufbaus des neuen Finanzdistrikts Lujiazui in Pudong gegenĂŒber dem Bund wurde die Uferpromenade zu Beginn der 1990er-Jahre aufgewertet und als Schaufenster der „neuen“ chinesischen Metropole neu inszeniert. Dies ging einher mit umfangreichen Restaurierungen vieler historischer Bauten, wobei die Fassaden rekonstruiert und zugleich moderne Nutzungskonzepte integriert wurden, etwa Hotels, Gastronomie, BĂŒros und reprĂ€sentative Flagship-Stores.

Heute symbolisiert der Bund Shanghai den Übergang von der kolonial geprĂ€gten Hafenstadt zur globalen Megacity. Kunsthistoriker betonen, dass der Ort ein seltenes Ensemble frĂŒher 20.-Jahrhundert-Architektur in Ostasien bewahrt, wĂ€hrend Stadtplaner ihn als SchlĂŒsselraum fĂŒr die Inszenierung der Skyline Shanghais sehen. Internationale und chinesische Medien nutzen die Ansicht vom Bund auf Pudong regelmĂ€ĂŸig als visuelles Synonym fĂŒr das moderne China.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Die Faszination des Bund Shanghai liegt in einer besonderen Mischung: Eine Reihe von GebĂ€uden, ĂŒberwiegend aus den 1920er- und 1930er-Jahren, zeigt eine breite Palette westlicher Architekturstile, die in einer chinesischen Hafenmetropole verdichtet wurden. Dazu gehören neoklassizistische BankpalĂ€ste mit SĂ€ulenfassaden, Art-dĂ©co-HochhĂ€user mit klarer LinienfĂŒhrung sowie GebĂ€ude im Beaux-Arts-Stil mit reich dekorierten Gesimsen und Dachaufbauten.

Zu den meistgenannten Einzelbauten am Bund zÀhlen:

  • Das ehemalige Hongkong and Shanghai Banking Corporation Building (heute oft kurz HSBC Building genannt), das als eines der prĂ€chtigsten neoklassizistischen BankgebĂ€ude Asiens gilt. Es ist durch eine monumentale SĂ€ulenfassade und eine zentrale Kuppel geprĂ€gt.
  • Das Zollhaus mit seinem markanten Uhrenturm, dessen Glockenspiel lange Zeit die Zeit fĂŒr die Hafenstadt markierte. Der Turm erinnert entfernt an Big Ben in London und ist eines der meistfotografierten Details des Bund.
  • Das historische Peace Hotel, ein ikonisches Art-dĂ©co-Hotel mit charakteristischer grĂŒner Kupferpyramide, das auf die 1920er- und 1930er-Jahre zurĂŒckgeht und als Treffpunkt von KĂŒnstlern, GeschĂ€ftsleuten und Diplomaten bekannt war.

ReisefĂŒhrer wie „Marco Polo Shanghai“ und Magazine wie GEO und National Geographic Deutschland heben hervor, dass genau diese Mischung unterschiedlicher Stile und Epochen den Bund zu einem „Lehrbuch der frĂŒhen Hochhaus- und Bankarchitektur“ macht – allerdings in einem Kontext, der weit von Europa entfernt ist. FĂŒr Besucher aus dem deutschsprachigen Raum wirkt der Spaziergang am Bund deshalb zugleich vertraut und fremd: Manche Fassaden erinnern an Bankenviertel in Frankfurt oder an die Ringstraßenpalais in Wien, stehen aber in einer völlig anderen kulturellen und historischen Umgebung.

KĂŒnstlerisch interessant ist auch die Gestaltung der Uferpromenade selbst. In mehreren Ausbauphasen wurden Stufenanlagen, GelĂ€nder, Aussichtsplattformen und GrĂŒnflĂ€chen geschaffen, die den Blick auf den Fluss und die gegenĂŒberliegende Skyline inszenieren. Moderne Lichtinstallationen betonen abends die Konturen der GebĂ€ude, ohne die historische Substanz zu ĂŒberstrahlen. Stadtplanerische Studien verweisen darauf, dass die Beleuchtung bewusst so gewĂ€hlt wurde, dass sowohl Touristenattraktion als auch Wahrung des stĂ€dtischen Erbes miteinander vereinbar sind.

Auch wenn der Bund kein UNESCO-Welterbe im formalen Sinn ist, taucht er in vielen Publikationen zur Bau- und Stadtgeschichte als Referenzort auf. Kulturhistorische Analysen betonen, dass sich an diesem Uferabschnitt die koloniale Vergangenheit, die sozialistische Umgestaltung nach 1949 und die Globalisierung des 21. Jahrhunderts architektonisch ablesen lassen. Damit wird der Bund zu einer Art „Stein gewordenem Geschichtsbuch“ der Stadt Shanghai.

Bund Shanghai besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

FĂŒr Reisende aus Deutschland ist der Bund Shanghai ein zentraler Orientierungspunkt in der Stadt und meist eine der ersten Stationen nach Ankunft. Die Promenade liegt im zentralen Stadtbezirk Huangpu, am Ostufer der traditionellen Altstadt und sĂŒdlich der historischen Waibaidu-BrĂŒcke.

  • Lage und Anreise
    Der Bund ist aus den innerstĂ€dtischen Vierteln gut erreichbar. Aus touristischer Sicht ist die U-Bahn die bequemste Option: Mehrere Linien fĂŒhren zu Stationen in der NĂ€he, etwa zur Station „East Nanjing Road“, von der aus der Bund in wenigen Gehminuten erreichbar ist. FĂŒr Reisende aus Deutschland erfolgt die Anreise nach Shanghai in der Regel ĂŒber den internationalen Flughafen Shanghai Pudong (PVG), der von großen europĂ€ischen Drehkreuzen aus oft mit DirektflĂŒgen bedient wird. Ab Frankfurt, MĂŒnchen oder teilweise auch Berlin liegen die Flugzeiten typischerweise im Bereich von rund 10 bis 12 Stunden, abhĂ€ngig von Route und Verbindung. Alternativ gibt es Verbindungen mit Umstieg ĂŒber andere Drehkreuze in Europa oder im Nahen Osten. Vom Flughafen Pudong fĂ€hrt der Transrapid (Maglev) bis in die Stadt, von dort geht es per U-Bahn oder Taxi weiter Richtung Stadtzentrum und Bund.
  • Öffnungszeiten
    Der Bund Shanghai ist eine öffentliche Uferpromenade und grundsĂ€tzlich jederzeit zugĂ€nglich. Es gibt keine klassischen „Öffnungszeiten“ wie bei einem Museum. Allerdings kann es bei Großereignissen, Feiertagen oder Bauarbeiten zeitweise zu ZugangsbeschrĂ€nkungen einzelner Abschnitte kommen. Reisende sollten aktuelle Hinweise direkt bei lokalen Informationsstellen, offiziellen Tourismus-Webseiten der Stadt Shanghai oder im Hotel prĂŒfen, da sich Regelungen situationsbedingt Ă€ndern können.
  • Eintritt
    Der Zugang zur Promenade selbst ist kostenlos. Kosten können bei FĂŒhrungen, Bootstouren auf dem Huangpu oder beim Besuch von Dachterrassenbars und Restaurants anfallen. Die Preisniveaus variieren stark. FĂŒr eine einfache Bootsfahrt zur nĂ€chtlichen Skyline-Beobachtung sollte man grob mit einem mittleren zweistelligen Betrag in Yuan rechnen; je nach Angebot kann dies einem zweistelligen Eurobetrag entsprechen. Da Wechselkurse schwanken und Anbieter unterschiedliche Preise haben, empfiehlt es sich, aktuelle Angaben vor Ort oder in seriösen ReisefĂŒhrern zu prĂŒfen.
  • Beste Reisezeit
    Shanghai liegt in einem feuchten, subtropischen Klima. FĂŒr einen Besuch des Bund Shanghai gelten der FrĂŒhling (etwa MĂ€rz bis Mai) und der Herbst (etwa Oktober und November) meist als besonders angenehm, da die Temperaturen moderat sind und die Luftfeuchtigkeit oft ertrĂ€glicher als im Hochsommer. Der Sommer kann sehr heiß und schwĂŒl werden, mit Temperaturen deutlich ĂŒber 30 Â°C, wĂ€hrend der Winter kĂŒhl und feucht ist, jedoch selten sehr kalt im Vergleich zu deutschen Wintern. FĂŒr den Besuch des Bund spielt zudem die Tageszeit eine große Rolle: Viele ReisefĂŒhrer empfehlen, sowohl tagsĂŒber als auch abends zu kommen. TagsĂŒber bietet sich ein klarer Blick auf die Architektur und die Details der Fassaden, abends entfaltet die Beleuchtung auf beiden Seiten des Flusses ihre Wirkung. Rund um Sonnenuntergang kann es sehr voll werden; Reisende, die Menschenmengen meiden möchten, wĂ€hlen ein frĂŒheres oder spĂ€teres Zeitfenster.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Verkehr, Zahlung, Trinkgeld
    In Shanghai wird Hochchinesisch (Mandarin) gesprochen. In touristischen Bereichen wie dem Bund, in Hotels der mittleren und oberen Kategorien sowie in vielen Restaurants im Zentrum sind Grundkenntnisse in Englisch verbreitet, insbesondere bei jĂŒngeren Menschen und im Servicebereich. Deutsch wird nur selten gesprochen. Eine Übersetzungs-App und die Adresse des Hotels in chinesischen Schriftzeichen sind daher hilfreich, insbesondere fĂŒr die Kommunikation mit Taxifahrern.

    Beim Bezahlen sind Kreditkarten internationaler Anbieter in vielen Hotels, grĂ¶ĂŸeren Restaurants und GeschĂ€ften akzeptiert, doch der Alltag in China ist stark auf mobile Bezahlsysteme wie Alipay und WeChat Pay ausgerichtet. Reisende aus Deutschland sollten nicht selbstverstĂ€ndlich davon ausgehen, diese Dienste problemlos nutzen zu können; viele Besucher verlassen sich daher auf eine Kombination aus Kreditkarte und Bargeld in chinesischer WĂ€hrung (Renminbi, oft als Yuan bezeichnet). Es empfiehlt sich, vor der Reise mit der Hausbank zu klĂ€ren, in welchem Umfang Kreditkarten in China einsatzfĂ€hig sind, und eine gewisse Menge Bargeld am Flughafen oder in offiziellen Wechselstuben zu beziehen.

    Trinkgeld ist in China traditionell nicht ĂŒblich und kann in manchen Kontexten sogar als ungewöhnlich empfunden werden. In internationalen Hotels oder gehobenen Restaurants hat sich jedoch teilweise eine Praxis etabliert, bei der Servicepauschalen bereits in der Rechnung enthalten sind. Reisende sollten daher Rechnungen prĂŒfen und sich im Zweifelsfall nach lokalen Gepflogenheiten erkundigen, statt automatisch europĂ€ische Trinkgeldnormen zu ĂŒbertragen.
  • Kleiderordnung und Fotografieren
    FĂŒr den Besuch des Bund Shanghai gibt es keine besondere Kleiderordnung. Dennoch sollte beachtet werden, dass es sich um einen sehr beliebten öffentlichen Raum handelt, der auch von Familien und Ă€lteren Menschen genutzt wird. Angemessene, dem Wetter angepasste Freizeitkleidung ist vollkommen ausreichend. Beim Fotografieren ist die Uferpromenade ausgesprochen fotofreundlich; sowohl Einheimische als auch Touristinnen und Touristen machen hier Selfies und Panoramaaufnahmen. FĂŒr den Einsatz von Drohnen gelten in China strenge Regeln, und in der NĂ€he von RegierungsgebĂ€uden oder kritischen Infrastrukturen kann Fotografieren eingeschrĂ€nkt sein. Wer professionell oder mit besonderem Equipment fotografieren möchte, sollte sich vorab ĂŒber aktuelle Bestimmungen informieren.
  • Einreisebestimmungen
    China liegt außerhalb der EuropĂ€ischen Union und des Schengen-Raums. Deutsche StaatsbĂŒrger benötigen fĂŒr die Einreise in der Regel ein Visum, das vorab beantragt werden muss; die konkreten Bedingungen können sich jedoch Ă€ndern und hĂ€ngen auch von Reisedauer und -zweck ab. Da Visaregeln und gesundheitliche Bestimmungen Anpassungen unterliegen, sollten deutsche StaatsbĂŒrger die aktuellen Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂŒfen. FĂŒr China wird zudem empfohlen, die Notwendigkeit einer Auslandskrankenversicherung mit ausreichender Deckung zu prĂŒfen, da die europĂ€ische Krankenversicherungskarte dort nicht gilt.
  • Zeitzone
    Shanghai liegt in der Zeitzone „China Standard Time“, die der MitteleuropĂ€ischen Zeit (MEZ) in der Regel um 7 Stunden voraus ist. WĂ€hrend der mitteleuropĂ€ischen Sommerzeit (MESZ) betrĂ€gt der Zeitunterschied meist 6 Stunden. Dies ist relevant fĂŒr Flugplanung, Jetlag-Management und Kommunikation mit Angehörigen in Deutschland.

Warum Waitan auf jede Shanghai-Reise gehört

Wer Shanghai verstehen möchte, kommt am Bund nicht vorbei. Waitan bĂŒndelt gleich mehrere Ebenen, die fĂŒr das heutige China charakteristisch sind: koloniale Vergangenheit, sozialistische PrĂ€gung und wirtschaftliche Globalisierung. WĂ€hrend in vielen chinesischen StĂ€dten traditionelle AltstĂ€dte abgerissen und durch Hochhausviertel ersetzt wurden, blieb der Bund als zusammenhĂ€ngendes Ensemble erhalten und wurde in die moderne Stadtentwicklung integriert.

FĂŒr Reisende aus Deutschland bietet sich hier eine seltene Gelegenheit, Architekturgeschichte im Maßstab einer ganzen Uferfront zu erleben. Anders als in europĂ€ischen Metropolen, in denen einzelne GebĂ€ude oder Viertel unter Denkmalschutz stehen, ist der Bund ein nahezu durchgehendes Band aus historischen Fassaden, das zudem von einer spektakulĂ€ren Skyline gespiegelt wird. Dieser Kontrast macht den Ort zu einem der fotogensten StadtrĂ€ume Asiens.

Auch inhaltlich ist Waitan ein SchlĂŒssel, um die Frage zu verstehen, wie China mit seiner kolonialen Vergangenheit umgeht. Statt die Bauten abzureißen, wurden sie restauriert und einer neuen Nutzung zugefĂŒhrt. Viele HĂ€user beherbergen heute BĂŒros, internationale Marken, Banken oder hochwertige Gastronomie. Kulturwissenschaftliche Analysen sehen darin ein Beispiel dafĂŒr, wie historische Architektur im Dienste eines neuen, global ausgerichteten Selbstbildes genutzt wird.

Ein Spaziergang am Bund lĂ€sst sich gut mit weiteren SehenswĂŒrdigkeiten kombinieren: In der NĂ€he liegen die Einkaufsstraße Nanjing Road, die Altstadt mit dem Yuyuan-Garten, moderne Kunstmuseen sowie FĂ€hrverbindungen nach Pudong, von wo aus man die HochhĂ€user aus nĂ€chster NĂ€he erleben kann. Viele ReisefĂŒhrer empfehlen, morgens oder vormittags zunĂ€chst durch die Altstadt oder die Nanjing Road zu bummeln, mittags eine Pause in einem der CafĂ©s oder Restaurants in Bund-NĂ€he einzulegen und am spĂ€ten Nachmittag bzw. Abend zur Promenade zurĂŒckzukehren, um den Sonnenuntergang und die Beleuchtung zu erleben.

FĂŒr fotografisch Interessierte ist der Bund ein Pflichtprogramm. Beliebt sind Panoramabilder mit der Skyline im Hintergrund, aber auch Detailaufnahmen der historischen Fassaden, UhrentĂŒrme und Kuppeln. Wer die Skyline von Pudong im Gegenlicht der untergehenden Sonne einfangen möchte, sollte rechtzeitig einen guten Platz an der BrĂŒstung suchen, denn an Wochenenden und Feiertagen kann es sehr voll werden. Wer eher ruhigere Momente schĂ€tzt, findet diese manchmal frĂŒh am Morgen, wenn Jogger und Ă€ltere Bewohner Tai-Chi ĂŒben und der Betrieb auf dem Fluss langsam anlĂ€uft.

Bund Shanghai in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke

In sozialen Medien ist der Bund Shanghai ein Dauerbrenner. Reise-Influencer, Fotografen und Privatreisende teilen tĂ€glich neue Perspektiven – vom klassischen Skyline-Panorama bis zu Street-Photography-Motiven im Morgennebel. Hashtags rund um „Bund Shanghai“ und „Waitan“ zĂ€hlen zu den meistgenutzten Shanghai-Tags, und Kurzvideos, in denen der Übergang von Tag zu Nacht in Zeitraffer gezeigt wird, gehören zu den populĂ€rsten Inhalten.

HĂ€ufige Fragen zu Bund Shanghai

Wo genau liegt der Bund Shanghai in der Stadt?

Der Bund Shanghai befindet sich im Stadtbezirk Huangpu am westlichen Ufer des Huangpu-Flusses, etwa zwischen der Yan’an Road im SĂŒden und der historischen Waibaidu-BrĂŒcke im Norden. Er liegt zentral gegenĂŒber dem Finanzviertel Lujiazui in Pudong und ist von der Station „East Nanjing Road“ aus in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen.

Warum wird der Bund auch Waitan genannt?

„Waitan“ bedeutet sinngemĂ€ĂŸ „Àußeres Ufer“ und ist die chinesische Bezeichnung fĂŒr den Bund. Der Name verweist auf die Lage am Ă€ußeren Flussufer der frĂŒheren Konzessionsgebiete. International hat sich der englische Begriff „The Bund“ etabliert, wĂ€hrend im Deutschen beide Formen gebrĂ€uchlich sind.

Was ist das Besondere an der Architektur am Bund?

Der Bund vereint auf engem Raum eine Vielzahl westlicher Architekturstile aus dem spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert, darunter Neoklassizismus, Beaux-Arts und Art dĂ©co. Viele der GebĂ€ude waren einst Sitze internationaler Banken, Handelsfirmen und Hotels. Dieser historische Architekturstreifen steht heute im direkten visuellen Dialog mit der ultramodernen Skyline von Pudong auf der gegenĂŒberliegenden Flussseite.

Wann ist die beste Zeit, um den Bund Shanghai zu besuchen?

FĂŒr das Klima gelten FrĂŒhling und Herbst oft als angenehm, da Temperaturen und Luftfeuchtigkeit moderater sind. UnabhĂ€ngig von der Jahreszeit lohnt sich ein Besuch sowohl tagsĂŒber als auch am Abend: TagsĂŒber lassen sich die architektonischen Details besser erkennen, wĂ€hrend in den Abendstunden die Beleuchtung der historischen Fassaden und der Skyline von Pudong fĂŒr eine besonders eindrucksvolle AtmosphĂ€re sorgt.

Was sollten Reisende aus Deutschland fĂŒr ihren Besuch am Bund beachten?

Reisende sollten einplanen, dass Shanghai mehrere Stunden vor der MitteleuropĂ€ischen Zeit liegt und der Flug ab Deutschland je nach Verbindung rund 10 bis 12 Stunden dauern kann. Englisch ist an touristischen Orten verbreitet, Deutsch dagegen selten. Die Bezahlung erfolgt hĂ€ufig ĂŒber mobile Bezahldienste, weshalb eine Mischung aus Kreditkarte und etwas Bargeld sinnvoll ist. Da China visumspflichtig sein kann, sollten deutsche StaatsbĂŒrger die aktuellen Einreisebedingungen und Sicherheitshinweise beim AuswĂ€rtigen Amt prĂŒfen, bevor sie ihre Reise planen.

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