Dendera-Tempel, Reise

Dendera-Tempel: Ägyptens Sternenhimmel aus Stein entdecken

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 07:21 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Der Dendera-Tempel bei Qena in Ägypten, der Dendera Temple Complex, gilt als einer der best­erhaltenen Kultplätze des Landes – und bewahrt Geheimnisse vom Sternenhimmel bis zur Unterwelt.

Dendera-Tempel, Reise, Kultur, Illustration mit AI erstellt.
Dendera-Tempel, Reise, Kultur, Illustration mit AI erstellt.

Wenn sich im Morgengrauen das Licht über die Palmen am Nil legt und die Reliefs langsam aus dem Schatten treten, wirkt der Dendera-Tempel wie eine steinerne Sternkarte. Mitten im Dendera Temple Complex (sinngemäß „Tempelkomplex von Dendera“) bei Qena in Ägypten begegnen Reisende einem der faszinierendsten Heiligtümer des Landes – ein Ort, an dem Architektur, Astronomie und Mythologie zu einem stillen Theater der Götter verschmelzen.

Dendera-Tempel: Das ikonische Wahrzeichen von Qena

Für viele Ägyptenreisende, die von Luxor aus Richtung Norden fahren, taucht der Dendera-Tempel überraschend aus der Nil-Landschaft auf. Das Monument liegt westlich der Stadt Qena am westlichen Nilufer und gehört zu den am besten erhaltenen Tempelanlagen des ptolemäisch-römischen Ägypten. In Reiseführern wie denen von GEO Saison und Merian wird Dendera regelmäßig als „Geheimtipp“ neben den großen Klassikern von Luxor, Karnak und Abu Simbel eingeordnet – gerade weil hier vergleichsweise weniger Besucher unterwegs sind und man die Reliefs oft in Ruhe betrachten kann.

Besonders eindrucksvoll ist die monumentale Säulenhalle mit ihren Hathor-Kapitellen: Die Göttin der Liebe, Musik und Freude blickt von vier Seiten auf die Besucher herab, ihr Gesicht eingerahmt von kuhähnlichen Ohren und einer Perücke. Kunsthistoriker betonen immer wieder, dass kaum ein anderer Tempel in Ägypten die Atmosphäre des späten Pharaonenreiches so dicht bewahrt wie Dendera – nicht zuletzt, weil Dach, Deckenmalereien und ein Großteil der Reliefdekoration noch vorhanden sind.

Für ein deutschsprachiges Publikum hat der Dendera-Tempel noch eine weitere, besondere Dimension: Viele hier dargestellte astronomische und religiöse Motive sind über die Jahrhunderte in europäische Sammlungen gelangt. Der berühmte „Dendera-Zodiac“, eine Reliefdarstellung des Sternhimmels aus der Kapelle über der Säulenhalle, wurde im 19. Jahrhundert nach Paris gebracht und ist heute im Louvre zu sehen. Damit ist Dendera einer der seltenen Orte, dessen Ikonografie gleichzeitig in Ägypten und in einem der wichtigsten Museen Europas präsent ist.

Geschichte und Bedeutung von Dendera Temple Complex

Der Dendera Temple Complex umfasst nicht nur den bekannten Haupttempel der Hathor, sondern eine ganze Kultlandschaft: kleinere Tempel, Kapellen, ein Geburtshaus (Mammisi), ein heiliger See und Ruinen aus pharaonischer, ptolemäischer und römischer Zeit. Ägyptologische Standardwerke und Institutionen wie das Deutsche Archäologische Institut betonen, dass Dendera als Kultort für die Himmels- und Liebesgöttin Hathor sehr alte Wurzeln hat, die bis in das Alte Reich zurückreichen. Was Besucher heute sehen, stammt jedoch überwiegend aus der Epoche der letzten pharaonischen Dynastien und der nachfolgenden griechisch-römischen Herrschaft.

Der heute sichtbare Hauptraum des Dendera-Tempels wurde unter den Ptolemäern begonnen und in der römischen Kaiserzeit vollendet. Inschriften nennen verschiedene Herrscher, darunter Ptolemaios XII., Kleopatra VII. sowie römische Kaiser wie Tiberius. So lässt sich die Nutzung des Heiligtums bis in die ersten Jahrhunderte nach Christus verfolgen – eine Zeit, in der Ägypten politisch längst Teil des römischen Imperiums war, religiös aber weiterhin von altägyptischen Traditionen geprägt blieb.

Für Leser:innen in Deutschland kann der zeitliche Rahmen des Baus helfen, die Dimension zu verorten: Während in Mitteleuropa noch keine Nationalstaaten existierten und die römische Provinz Raetia erst im Entstehen war, wurden am Dendera-Tempel längst riesige Kalksteinblöcke versetzt, Decken bemalt und Inschriften gesetzt. Das Heiligtum war ein lebendiges Zentrum religiösen Lebens, als das Gebiet der heutigen Bundesrepublik noch fern vom späteren Karlsreich lag.

Die religiöse Bedeutung von Dendera hängt eng mit Hathor zusammen. Sie war im altägyptischen Pantheon eine der populärsten Göttinnen: Schutzgöttin der Frauen, Patronin von Musik, Tanz und Wein, aber auch Himmelsgöttin, die als Kuh den Sonnengott Re trägt. Dendera war ihr zentraler Kultort in Oberägypten. Regelmäßig wurden Prozessionen auf dem Nil organisiert, bei denen die Hathor von Dendera nach Edfu reiste, um dort mit dem Falkengott Horus zu „vereinen“ – ein mythologisch aufgeladener Akt, den Inschriften als Fest der göttlichen Vereinigung schildern.

Diese religiösen Feiern hatten zugleich eine politische Dimension: Sie unterstrichen die Verbindung zwischen göttlicher Ordnung (Ma’at) und irdischer Herrschaft. Herrschende Dynastien und später die Ptolemäer und Römer ließen sich in Reliefs und Inschriften als fromme und legitime Garanten dieser Ordnung darstellen. So ist der Dendera Temple Complex nicht nur ein religiöses Monument, sondern auch ein steinernes Archiv politischer Inszenierung über Jahrhunderte.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch gehört der Dendera-Tempel zu den klassischen Beispielen des sogenannten ptolemäisch-römischen Tempelstils in Ägypten. Typisch sind ein klar gegliederter Grundriss mit Vorhof, Säulenhalle, Opferraum und Sanktuar, flankiert von Seitenräumen, Treppenhäusern und Dachkapellen. Anders als bei vielen älteren Tempeln sind in Dendera sowohl Dach als auch ein Großteil der Wände und Reliefs erhalten, was ihn aus kunsthistorischer Sicht besonders wertvoll macht.

Herzstück ist die große Säulenhalle (Hypostylhalle) mit 24 gewaltigen Säulen, deren Kapitelle jeweils das Gesicht der Göttin Hathor tragen. Diese vierseitigen Hathor-Köpfe mit ihren charakteristischen Ohren und der dreiteiligen Perücke gehören zu den bekanntesten Bildmotiven des Tempels. Besucher erleben beim Eintritt in die Halle einen fast theatralischen Effekt: Der Raum ist relativ dunkel, die Säulen wirken wie ein dichter Steinwald, und erst nach und nach werden die Farbspuren auf Decke und Reliefs sichtbar.

Besonderes Augenmerk verdient die astronomische Decke der Säulenhalle und angrenzender Räume. Die Reliefs zeigen Darstellungen von Sternbildern, Planeten, Booten der Götter und Prozessionen über den Himmel. Ägyptologen und Wissenschaftshistoriker verweisen darauf, dass der berühmte „Dendera-Zodiac“ – heute im Louvre – ursprünglich zur Dachzonenkapelle gehörte und vermutlich als symbolische Darstellung des Himmels diente. Die Decken von Dendera illustrieren damit eindrucksvoll, wie eng Religion, Astronomie und Zeitmessung im alten Ägypten verbunden waren.

Ein weiteres besonderes Element ist das sogenannte Mammisi, das Geburtshaus. Es diente der rituellen Darstellung der Geburt des göttlichen Kindes, eines Sohnes von Hathor (in manchen Traditionen verbunden mit Horus). In Reliefs werden dort Szenen von Schwangerschaft, Geburt und göttlicher Pflege gezeigt. Solche Mammisis sind typisch für späte Tempelanlagen – in Dendera ist es hervorragend erhalten und zeigt zahlreiche fein gearbeitete Reliefs mit Göttern, Königen und Ritualhandlungen.

Hinter dem Hauptsanktuar befinden sich weitere Kapellen und Räume, darunter die Krypten – schmale, dunkle Gänge und Kammern, die in den Tempelkörper eingelassen sind. Sie dienten vermutlich zur Aufbewahrung von Kultgegenständen, heiligen Statuen oder wertvollen Ritualobjekten. Für heutige Besucher sind diese Krypten faszinierend, weil sie Reliefs und Inschriften enthalten, die sich teils auf geheime Kultelemente beziehen. Viele Ägypten-Führer betonen jedoch, dass nicht alle Krypten für die Öffentlichkeit zugänglich sind und der Zugang je nach Sicherheitslage und Restaurierungsarbeiten variieren kann.

Aus kunsthistorischer Sicht sind die Reliefs von Dendera ein Lehrbuch der späten ägyptischen Religion: Man findet Götterprozessionen, Opferdarstellungen, Kosmologie-Szenen und Ritualtexte. Interessant ist auch, wie sich „fremde“ Elemente mit altägyptischen Traditionen mischen – etwa, wenn römische Kaiser in pharaonischer Pose dargestellt werden. Für deutschsprachige Besucher mit Interesse an Religionsgeschichte ist der Dendera-Tempel damit ein ideales Beispiel für kulturellen Austausch und Anpassung religiöser Formen unter politischem Wandel.

Auch die Erhaltungssituation ist bemerkenswert. Während in vielen anderen Tempeln die Farben stark verblasst sind oder Decken eingestürzt, zeigen Restaurierungen, dass in Dendera noch erhebliche Farbreste vorhanden sind – vor allem in den oberen Zonen, die lange Zeit durch Ruß und Ablagerungen eher verborgen waren. Restaurierungsprojekte werden von der ägyptischen Antikenverwaltung in Kooperation mit internationalen Partnern durchgeführt. Aktuelle Berichte aus Fachkreisen betonen, dass dabei sehr vorsichtig vorgegangen wird, um originale Pigmente und Oberflächen zu schützen.

Dendera-Tempel besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Der Dendera-Tempel liegt am westlichen Nilufer gegenĂĽber von Qena, etwa 60 km nördlich von Luxor. FĂĽr Reisende aus Deutschland bieten sich in der Regel FlĂĽge nach Hurghada, Luxor oder Kairo an, häufig mit Umstieg ĂĽber groĂźe Drehkreuze. Von Luxor aus wird Dendera oft als Halbtags- oder Tagesausflug angeboten; die Fahrzeit mit dem Auto oder Minibus liegt – je nach Verkehr und Kontrollpunkten – meist zwischen 1,5 und 2 Stunden. Private Fahrer, organisierte Touren und KombinationsausflĂĽge mit Abydos sind gängige Optionen. Eine individuelle Anreise mit Bahn ist grundsätzlich möglich, erfordert aber sorgfältige Planung vor Ort und RĂĽcksprache mit lokalen Anbietern.
  • Ă–ffnungszeiten: Der Dendera-Tempel wird von der ägyptischen Antikenverwaltung betrieben. Ăśbliche Besuchszeiten an groĂźen archäologischen Stätten in Ă„gypten liegen meist zwischen dem frĂĽhen Morgen und dem späten Nachmittag. Da Ă–ffnungszeiten sich ändern können – etwa aufgrund von Sicherheitsvorgaben, Feiertagen oder Restaurierungsarbeiten – sollten Reisende aktuelle Angaben unmittelbar vor dem Besuch ĂĽber lokale Reiseveranstalter, Hotels oder offizielle Stellen in Ă„gypten prĂĽfen. Ein Hinweis an alle Besucher: FrĂĽh am Morgen oder später am Nachmittag sind die Temperaturen angenehmer und das Licht fĂĽr Fotografie besonders reizvoll.
  • Eintritt: Der Zugang zum Dendera-Tempel ist gebĂĽhrenpflichtig. Die Eintrittspreise werden von der ägyptischen Antikenverwaltung festgelegt und in der Regel in ägyptischen Pfund (EGP) erhoben. Sie können sich ohne langfristige VorankĂĽndigung ändern und unterscheiden oft zwischen internationalen Besuchern, Studierenden und Einheimischen. Reisende aus Deutschland sollten daher mit flexibel kalkulierten Beträgen rechnen und fĂĽr den Eintrittspreis einen Betrag in der Größenordnung von einigen Euro (in Lokalwährung, also EGP) einplanen. Da Wechselkurse schwanken und sich Preisstrukturen in Ă„gypten verändern können, empfiehlt es sich, kurz vor der Reise bei seriösen Reiseveranstaltern oder Hoteliers nach den aktuell gĂĽltigen Tarifen zu fragen.
  • Beste Reisezeit: FĂĽr Dendera gelten ähnliche Empfehlungen wie fĂĽr das gesamte Niltal: Die angenehmste Reisezeit liegt im Allgemeinen zwischen Oktober und April, wenn die Temperaturen tagsĂĽber oft zwischen etwa 20 und 30 °C liegen und die Nächte deutlich abkĂĽhlen. Von Mai bis September kann es sehr heiĂź werden, mit Temperaturen deutlich ĂĽber 35 °C, insbesondere in der Mittagszeit. Wer in den Sommermonaten reist, sollte Besuche in die frĂĽhen Morgenstunden oder den späten Nachmittag legen, ausreichend Wasser mitnehmen, Sonnenschutz und Kopfbedeckung tragen. Im Winter ist das Licht oft besonders klar, und die Reliefs lassen sich gut fotografieren. Die groĂźen Touristengruppen konzentrieren sich zumeist auf Luxor, sodass Dendera – je nach Saison und Tageszeit – vergleichsweise ruhig bleiben kann.
  • Sprache, Zahlung und Trinkgeld: In touristisch geprägten Regionen Ă„gyptens, zu denen auch der Raum Luxor–Qena gehört, wird meist gut Englisch gesprochen, oft auch etwas Deutsch in Hotels, bei Reiseleitungen und in Souvenirgeschäften. Arabisch ist die Landessprache. Als Zahlungsmittel werden neben Bargeld (ägyptisches Pfund, in touristischen Kontexten teils auch Euro-Noten) in größeren Hotels und bei etablierten Agenturen gängige Kreditkarten akzeptiert. In kleineren Läden, bei Fahrern und an Ständen in Tempeln ist Bargeld ĂĽblich. Viele Deutsche berichten, dass digitale Zahlungen auĂźerhalb der größeren Städte weniger verbreitet sind als in Europa; eine gewisse Menge Bargeld ist daher unerlässlich. Trinkgeld („Bakschisch“) ist im Dienstleistungssektor weit verbreitet: fĂĽr Fahrer, Guides, Tempelwächter oder Toilettenpersonal. Kleinere Beträge in Lokalwährung sind praktisch, um angemessen honorieren zu können.
  • Kleiderordnung und Verhalten: Der Dendera-Tempel ist zwar keine aktive Moschee oder Kirche, aber dennoch ein ehemaliger Kultort und ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes. Respektvolle Kleidung – Schultern bedeckt, Knie nicht freiliegend – ist empfehlenswert, zumal die Sonne intensiv ist. Leichte, luftige Stoffe in hellen Farben sind praktisch gegen Hitze. Fotografieren ist in vielen Bereichen erlaubt, kann aber je nach aktueller Regelung der Antikenverwaltung bestimmten Einschränkungen unterliegen (z.B. keine Stative ohne Genehmigung, kein Blitz in sensiblen Räumen). Es ist ratsam, Hinweise vor Ort und Anweisungen des Sicherheitspersonals genau zu beachten.
  • Gesundheit, Sicherheit und Einreise: FĂĽr Reisende aus Deutschland ist eine Auslandskrankenversicherung dringend empfehlenswert, insbesondere wenn auĂźerhalb der EU gereist wird. FĂĽr Ă„gypten gelten spezifische Einreisebestimmungen, die sich ändern können (z.B. Visaregeln, PassgĂĽltigkeit, Sicherheitslage). Deutsche StaatsbĂĽrger sollten die aktuellen Einreise- und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de sorgfältig prĂĽfen und Hinweise der deutschen Vertretungen in Ă„gypten beachten. Die Sicherheitslage im Raum Luxor–Qena wird dort laufend aktualisiert. Grundlegende Vorsicht, das Meiden von Menschenansammlungen bei angespannten Situationen und das Befolgen lokaler Anweisungen sind grundsätzlich ratsam.
  • Zeitzone und Zeitverschiebung: Ă„gypten liegt – je nach Jahreszeit und Regelung – in der Regel eine Stunde vor Mitteleuropäischer Zeit (MEZ). Während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) kann die Differenz variieren. Reiseveranstalter und Fluggesellschaften weisen in ihren Unterlagen auf die jeweils gĂĽltige Zeit hin; ein Blick vor Abreise auf verlässliche Zeitzoneninformationen hilft, Missverständnisse bei Transfers und Ausflugszeiten zu vermeiden.

Warum Dendera Temple Complex auf jede Qena-Reise gehört

Wer bereits die Monumente in Luxor kennt, erlebt den Dendera Temple Complex als überraschende Ergänzung. Das Ensemble wirkt kompakter, intimer und zugleich in sich geschlossen. Während in Karnak weite, offene Höfe dominieren, betont Dendera die Wirkung von Innenräumen und gedeckten Hallen. Das erzeugt eine andere Art von Nähe: Man steht nicht nur vor Monumenten, man „tritt ein“ in Bilderwelten, deren Farben und Details noch erstaunlich lebendig sind.

Viele Reisende aus Deutschland berichten, dass gerade Dendera ihnen die Möglichkeit gibt, in Ruhe zu schauen. Im Vergleich zu stark frequentierten Stätten wie den Königsgräbern im Tal der Könige ist die Besucherdichte oft geringer. So bleibt Zeit, Inschriften zu vergleichen, Gesichter in den Reliefs zu erkennen, die astronomischen Decken zu studieren – oder einfach für einen Moment in der Säulenhalle zu stehen und die Akustik zu erleben. Wer sich für Fotografie interessiert, findet hier ein ideales Motiv: Hathor-Kapitelle im Gegenlicht, Deckenmalereien, Treppenaufgänge auf das Dach, enge Gänge der Krypten.

Aus kultureller Perspektive ist Dendera zudem ein Schlüsselerlebnis für das Verständnis des religiösen Wandels in Ägypten. Hier lässt sich beobachten, wie die alte Religion bis in die römische Zeit fortlebte, bevor das Christentum sich durchsetzte. Spuren späterer Nutzung – etwa Kreuze oder Beschädigungen von Götterbildern – erinnern an diesen Umbruch. Für historisch interessierte Besucher aus der DACH-Region ist dies eine Gelegenheit, religiöse Transformationsprozesse aus der Nähe nachzuvollziehen, die in Europa erst Jahrhunderte später in ähnlicher Radikalität sichtbar wurden.

Auch die Lage des Tempels macht ihn zu einem idealen Ausflugsziel: Der Weg von Luxor nach Qena führt durch das ägyptische Niltal mit Feldern, Dörfern und Palmenhainen. Viele Anbieter kombinieren Dendera mit einem Besuch von Abydos, wo sich ein weiterer bedeutender Tempel (des Sethos I.) befindet. Eine solche Tagestour verbindet zwei unterschiedliche Facetten des alten Ägypten: Abydos als Kultort des Totengottes Osiris, Dendera als Heiligtum der lebensfrohen Hathor. Für Reisende eröffnet das eine Art „Themenlinie“: von Tod und Wiedergeburt in Abydos zu Liebe, Musik und Himmelswegen in Dendera.

Wer Ägypten nicht nur als Aneinanderreihung großer Monumente, sondern als zusammenhängende Kulturgeschichte erleben möchte, findet im Dendera-Tempel ein wichtiges Puzzlestück. Zwischen dem martialischen Pathos mancher Herrscherreliefs und den zarten Darstellungen von Musik, Tanz und Festen wird deutlich, dass Religion hier auch Freude, Gemeinschaft und Schönheit bedeutete. Das macht Dendera zu einem Reiseerlebnis, das weit über spektakuläre Fotos hinausgeht.

Dendera-Tempel in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

In den sozialen Medien taucht der Dendera-Tempel zunehmend in Feeds von Ägyptenreisenden auf – meist als visuell eindrucksvolles Gegenstück zu den „Klassikern“ wie den Pyramiden von Gizeh oder den Tempeln von Luxor. Besonders beliebt sind Aufnahmen der Hathor-Säulen, Panorama-Blicke von den Dachbereichen sowie Detailfotos der astronomischen Decken. Reiseinfluencer:innen und Fotografie-Enthusiasten nutzen Dendera, um weniger bekannte Perspektiven auf das „alte Ägypten“ zu zeigen: statt nur monumentaler Außenansichten auch fein ausgearbeitete Reliefs, Farbreste und enge Gänge.

In kommentierten Videos werden häufig praktische Tipps geteilt – etwa der Hinweis, früh zu kommen, um das weichere Licht in der Säulenhalle zu nutzen, oder genug Zeit einzuplanen, um die Reliefs der Krypten zu erkunden. Einige Kanäle greifen die Debatte um Restaurierungen auf und zeigen Vorher-Nachher-Bilder gereinigter Decken, die deutlich farbintensiver wirken. Für deutschsprachige Nutzer:innen sind diese Inhalte eine zusätzliche Inspirationsquelle, ersetzen jedoch nicht die sorgfältige Prüfung offizieller Reisehinweise.

Häufige Fragen zu Dendera-Tempel

Wo liegt der Dendera-Tempel genau?

Der Dendera-Tempel befindet sich westlich der Stadt Qena am westlichen Nilufer in Oberägypten, etwa 60 km nördlich von Luxor. Er ist Teil des Dendera Temple Complex, einer ausgedehnten Tempel- und Kultlandschaft, die Hathor gewidmet ist. Die meisten Reisenden erreichen den Tempel im Rahmen eines Ausflugs von Luxor aus.

Wie alt ist der Dendera-Tempel?

Der heutige Haupttempel von Dendera stammt überwiegend aus der Zeit der Ptolemäer und der römischen Kaiser, also aus den letzten Jahrhunderten vor Christus und den ersten Jahrhunderten nach Christus. Ältere Kultbauten am gleichen Ort sind jedoch archäologisch nachweisbar, sodass die religiöse Nutzung des Ortes deutlich weiter zurückreicht. Für Besucher bedeutet dies, dass sie ein spätantikes, aber traditionell altägyptisches Heiligtum erleben.

Wie lässt sich ein Besuch von Deutschland aus planen?

Reisende aus Deutschland fliegen meist nach Hurghada, Luxor oder Kairo und kombinieren den Dendera-Tempel als Tagesausflug von Luxor aus. Die Fahrtzeit mit Auto oder Minibus liegt in der Regel zwischen 1,5 und 2 Stunden je Strecke. Es empfiehlt sich, vor Ort einen seriösen Anbieter oder Fahrer über das Hotel zu buchen, da dieser mit aktuellen Routen, Kontrollpunkten und Öffnungszeiten vertraut ist. Ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts (auswaertiges-amt.de) gehört zur Vorbereitung.

Was macht den Dendera-Tempel besonders im Vergleich zu anderen Tempeln?

Der Dendera-Tempel gilt als einer der best­erhaltenen Tempel des ptolemäisch-römischen Ägypten. Besonders sind die monumentale Säulenhalle mit Hathor-Kapitellen, die astronomischen Deckenreliefs, das gut erhaltene Geburtshaus (Mammisi) und die Krypten mit ihren teils verborgenen Reliefs. Im Unterschied zu manchen stark frequentierten Stätten herrscht hier oft eine ruhigere Atmosphäre, die intensives Betrachten von Details ermöglicht.

Wann ist die beste Zeit fĂĽr einen Besuch?

Die angenehmste Reisezeit für den Dendera-Tempel liegt im Allgemeinen zwischen Oktober und April, wenn die Temperaturen moderat sind. In den heißen Sommermonaten empfiehlt sich ein Besuch in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag, um extreme Hitze zu vermeiden. Unabhängig von der Jahreszeit ist es ratsam, Sonnenschutz, Kopfbedeckung, ausreichend Wasser und bequemes Schuhwerk einzuplanen.

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