Dujiangyan: altes Wasserbauwerk am Rand der Chengdu-Ebene
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 09:13 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Dujiangyan ist ein historisches Bewässerungssystem am Minjiang nordwestlich von Chengdu, das seit der Antike Flusswasser in die Ebene leitet und zugleich Hochwasser begrenzt. Es entsteht an der Grenze zwischen der Sichuan-Beckenlandschaft und den Ausläufern des Qinghai-Tibet-Plateaus und verbindet Flussbett, Wehre und Kanäle zu einem durchgehenden Wasserbauwerk des 3. Jahrhunderts v. Chr., das bis in die Gegenwart in Betrieb ist.
Dujiangyan: Wasserbauwerk zwischen Gebirge und Ebene
Dujiangyan liegt bei der Stadt gleichen Namens im Verwaltungsgebiet von Chengdu in der Provinz Sichuan und greift dort in den Lauf des Minjiang ein, eines Zuflusses des Jangtse. Das System wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. unter dem Qin-Staat angelegt und nutzt die Lage am westlichen Rand der Chengdu-Ebene, wo der Fluss aus den Bergen auf die flacheren Felder trifft.Der historische Bewässerungssystemstandort gehört zusammen mit dem nahe gelegenen Qingcheng Shan zu einem gemeinsamen UNESCO-Welterbeeintrag, der 2000 als Kulturerbe aufgenommen wurde.Die Welterbeinschrift mit Bezug auf den Wasserbau stellt die kontinuierliche Nutzung des Systems heraus.
Die Anlage leitet Wasser in Kanäle, ohne den Fluss mit einem durchgehenden Damm zu sperren. Sie strukturiert vielmehr das Flussbett durch künstliche Dämme und Durchlässe und nutzt den Höhenunterschied zwischen Flusslauf und angrenzenden Feldern, um Wasser auf die Chengdu-Ebene zu verteilen. Dujiangyan ist damit ein großräumiges Wasserbauwerk, das Flussregulierung und Bewässerung verbindet und zugleich Sediment im Flussbett hält, sodass das System über lange Zeiträume funktionieren konnte.Die Beschreibung des wasserbaulichen Gesamtsystems betont die Verbindung aus Flusskontrolle und Kanalnetz.
Li Bing und die Entstehung im 3. Jahrhundert v. Chr.
Dujiangyan wird mit Li Bing verbunden, einem Beamten der Qin-Zeit, der als Verwalter von Shu County genannt wird und die Anlage im 3. Jahrhundert v. Chr. planen ließ.Die historische Zuschreibung an Li Bing in der Qin-Zeit gehört zu den Kernangaben des Ortes. Li Bing nutzte den Minjiang und die Lage am westlichen Rand der Ebene, um Wasserbauwerke in den Fluss zu setzen, die den Lauf teilen und lenken. Die Entstehung wird auf das Jahr 256 v. Chr. datiert, wobei die Anlage in den folgenden Jahrhunderten ausgebaut und unter verschiedenen Herrschaften gepflegt wurde.Die Datierung des Baus in die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. wird in internationalen Beschreibungen wiederholt.
Das Bewässerungssystem besteht aus mehreren klar benennbaren Teilen im Flussbett und an seinem Rand. Zu den zentralen Bauwerken gehören der Yuzui-Damm, der das Wasser teilt, die Feisha-Struktur, über die Wasser und Sediment in einen Teil des Flusses abgeführt werden, und die Öffnung Baopingkou, an der Wasser in das Kanalsystem zur Bewässerung der Ebene übertritt.Die Aufzählung von Yuzui, Feisha und Baopingkou als Kernbauwerke wird durch technische Beschreibungen ergänzt, die weitere Dämme und Wasserwege nennen. Diese Wasserbauwerke bilden zusammen mit den Kanälen das System, das von der Antike an genutzt und wiederholt repariert wurde.
Dujiangyan als Kulturlandschaft und technisches Erbe
Dujiangyan ist heute sowohl ein technisches Denkmal der chinesischen Wasserwirtschaft als auch Teil einer Kulturlandschaft, in der Tempel, Gedenkorte und Aussichtspunkte mit den Wasserbauwerken verbunden sind. Die UNESCO-Einstufung als Welterbe hebt den Wert des Systems als Zeugnis früher Planung von Wasserwirtschaft und Landschaftsgestaltung hervor, insbesondere die Fourierbarkeit des Flusslaufs ohne durchgehende Staumauer.Die Kombination von Kulturlandschaft und Wasserbau im Welterbetitel macht deutlich, dass hier eine Arbeitslandschaft entstanden ist. Der Ort ist zudem als historischer Bewässerungsbau in internationalen technischen Registern geführt, etwa als Heritage Irrigation Structure einer Fachorganisation für Bewässerung.
Das System beeinflusst eine große Fläche fruchtbarer Ebene und ist Teil der Wasserverteilung, die die Landwirtschaft rund um Chengdu prägt. Für Besucher ist Dujiangyan als Landschaft erlebbar: Der Minjiang, die Dämme und Wehre, die Kanäle und die angrenzenden Wege bilden eine Abfolge sichtbarer Wasserbauwerke, die sich mit Relief, Vegetation und gebauten Strukturen verbinden. Der Blick auf den Flussverlauf und die gegliederten Flussarme macht nachvollziehbar, wie Wasser im Minjiang in verschiedene Richtungen geführt wird, während Tempelanlagen und Gedenkorte am Rand die lange Geschichte des Projekts sichtbar machen.
Dujiangyan besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Dujiangyan liegt nordwestlich von Chengdu in der Provinz Sichuan; vom Stadtgebiet Chengdu führen Straßen und Bahnverbindungen zur Stadt Dujiangyan und weiter zum Landschaftsgebiet am Minjiang.
- Im Kernbereich des Bewässerungssystems verläuft der Weg zum Fluss über Treppen und teils steilere Wege, und einige Aussichtspunkte liegen deutlich über dem Flussbett.
- In der Umgebung des Wasserbauwerks liegen weitere benannte Ziele, darunter der Berg Qingcheng Shan, der zusammen mit Dujiangyan den gemeinsamen Welterbeeintrag trägt.
- Amtssprache ist Chinesisch, gezahlt wird in Renminbi.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
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Dujiangyan: häufige Fragen
Wo liegt Dujiangyan genau?
Dujiangyan liegt im Verwaltungsgebiet von Chengdu in der Provinz Sichuan im Südwesten von China und greift dort in den Lauf des Minjiang ein.
Was bietet ein Besuch des Bewässerungssystems?
Ein Besuch führt entlang des Minjiang durch eine Landschaft aus Dämmen, Wehren, Kanälen, Wegen und Aussichtspunkten, in der sich Wasserbauwerke und Kulturlandschaft begegnen.
Was kennzeichnet Dujiangyan im Vergleich zu anderen Wasserbauwerken?
Dujiangyan ist ein mehr als zwei Jahrtausende altes Bewässerungssystem, das Flusswasser ohne durchgehenden Damm in mehrere Arme teilt und seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. zur Bewässerung der Chengdu-Ebene genutzt wird.
