Essaouira-Medina: Marokkos windumtoste UNESCO-Perle am Atlantik
20.05.2026 - 22:00:02 | ad-hoc-news.deSalzige Atlantikluft, kreisende Möwen und schmale Gassen, in denen sich der Duft von frischem Fisch mit dem Aroma von Minztee mischt: Die Essaouira-Medina, lokal „Medina of Essaouira“ (wörtlich: Altstadt von Essaouira), gehört zu den atmosphärisch dichtesten Altstädten Marokkos. Wer durch ihre weißgekalkten, blau akzentuierten Gassen streift, spürt schnell, warum dieser Ort zum UNESCO-Welterbe zählt.
Essaouira-Medina: Das ikonische Wahrzeichen von Essaouira
Für Essaouira ist die Medina weit mehr als nur eine Altstadt – sie ist das Gesicht der Stadt. Die kompakte, von Stadtmauern umgebene Essaouira-Medina schmiegt sich unmittelbar an den Atlantik. Besonders markant ist der Kontrast aus weiß getünchten Häusern, kräftigen blauen Türen und Fensterläden sowie dem satten Ocker der historischen Festungsmauern, die sich gegen Wind und Wellen stemmen.
Die UNESCO bezeichnet die Essaouira-Medina seit 2001 als herausragendes Beispiel einer befestigten Stadt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die europäische Militärarchitektur mit marokkanischer und nordafrikanischer Tradition verbindet. In deutschen Reiseführern wie dem „Marco Polo Marokko“ und dem „DuMont Reise-Handbuch Marokko“ wird sie regelmäßig als eine der harmonischsten und entspanntesten Medinas des Landes beschrieben – deutlich ruhiger und überschaubarer als etwa die Altstadt von Marrakesch.
Wer aus Deutschland anreist, erlebt hier einen Einstieg in das Thema marokkanische Medina ohne Überforderung: Die Gassen sind weitgehend rechtwinklig angelegt, der Grundriss ist vergleichsweise gut überschaubar, und die Nähe zum Meer schafft eine offene, luftige Atmosphäre. Gleichzeitig bieten historische Festungsanlagen, traditionelle Handwerksviertel und lebendige Märkte tiefen Einblick in die Kulturgeschichte Marokkos.
Geschichte und Bedeutung von Medina of Essaouira
Die heutige Stadt Essaouira entstand im 18. Jahrhundert auf Geheiß des marokkanischen Sultans Sidi Mohammed Ben Abdallah (auch Mohammed III.), der von 1757 bis 1790 regierte. Laut UNESCO und der Deutschen Welle beauftragte der Sultan den aus Frankreich stammenden Architekten Théodore Cornut damit, eine moderne Hafen- und Handelsstadt an der Atlantikküste zu planen. Ziel war es, den internationalen Seehandel zu kontrollieren und zugleich ausländische Einflüsse zu kanalisieren.
Essaouira wurde damit bewusst als „Fenster zum Atlantik“ angelegt – ähnlich wie Tanger oder Agadir, aber mit einem klar strukturierten Stadtplan, der damals in Marokko ungewöhnlich war. Die Planstadt entstand auf dem Gelände älterer Siedlungen: Bereits in der Antike war die Bucht von Essaouira für den Purpurhandel bekannt, und im Mittelalter nutzten portugiesische Seefahrer die Küste zeitweise als Stützpunkt. Die UNESCO hebt hervor, dass die Medina von Essaouira eines der besten Beispiele dafür ist, wie sich eine planvoll gegründete Handelsstadt harmonisch in eine ältere Kulturlandschaft einschreibt.
Die Stadt trug lange den Namen Mogador – eine Bezeichnung, die sich in älteren europäischen Kartenwerken findet und heute noch in literarischen Anspielungen auftaucht. Erst im 20. Jahrhundert setzte sich der Name Essaouira durch. Der arabische Name verweist auf die „kleine befestigte Stadt“ oder „gut gestaltete Stadt“ und passt damit genau zur modellhaften Anlage der Medina.
Im 18. und 19. Jahrhundert war Essaouira ein wichtiger Knotenpunkt für den Handel zwischen dem marokkanischen Hinterland, Europa und dem Nahen Osten. Nach Angaben von Historikern, auf die sich die UNESCO sowie das Auswärtige Amt in seinen Länderinformationen zu Marokko beziehen, lebten hier zeitweise bedeutende jüdische Handelsfamilien, die als Mittler zwischen den Kulturen fungierten. Die heute teilweise restaurierten jüdischen Friedhöfe und ehemaligen Synagogen in der Nähe der Medina erinnern an diese Phase, in der Essaouira als kosmopolitischer Hafen galt.
Mit dem Aufkommen moderner Hafenanlagen in anderen Städten verlor Essaouira im 20. Jahrhundert an wirtschaftlicher Bedeutung. Gleichzeitig begann – zunächst verhalten – der Tourismus. Europäische Künstler und Reisende entdeckten die Stadt als Rückzugsort, später folgten in den 1960er- und 1970er-Jahren die Hippie-Bewegung und Musiker wie Jimi Hendrix, der sich Berichten zufolge in der Region aufhielt. Auch wenn viele Geschichten um seine Aufenthalte legendenhaft überhöht sind, prägte dieses Flair das Image Essaouiras als kreative, offene Stadt.
Mit der Eintragung der Essaouira-Medina in die UNESCO-Welterbeliste im Jahr 2001 erhielt die Altstadt internationale Anerkennung. Die UNESCO betont, dass der originale Stadtplan, zahlreiche historische Gebäude und das Zusammenspiel verschiedener kultureller Einflüsse – marokkanisch, europäisch, jüdisch, berberisch – weitgehend erhalten geblieben sind. Damit steht Essaouira in einer Reihe mit anderen berühmten marokkanischen Welterbestätten wie der Altstadt von Fès oder der Koutoubia-Moschee in Marrakesch, hebt sich aber durch die planvolle Anlage und den Atlantikbezug deutlich ab.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Was Besucherinnen und Besucher aus Deutschland sofort wahrnehmen, ist die Klarheit des Stadtgrundrisses. Statt eines labyrinthischen Gassengeflechts findet man in der Essaouira-Medina ein rasterartiges System aus rechtwinklig angelegten Straßen, wie es auch der UNESCO-Beschreibung zufolge typisch für europäisch beeinflusste Hafenstädte des 18. Jahrhunderts ist. Das macht die Orientierung leichter – ein wichtiger praktischer Vorteil, gerade für Reisende, die sich zum ersten Mal in einer marokkanischen Medina bewegen.
Charakteristisch sind die wehrhaften Stadtmauern aus ockerfarbenem Stein, die die Medina zum Meer und zum Hinterland hin schützen. Besonders eindrucksvoll ist die Skala de la Ville, eine Festungsbastion aus dem 18. Jahrhundert, die sich wie ein Balkon über den Atlantik schiebt. Entlang der Mauer stehen historische Kanonen, deren gusseiserne Läufe auf das offene Meer gerichtet sind. Auf Bildern wird diese Perspektive häufig als Symbolansicht Essaouiras genutzt – vergleichbar mit der Silhouette des Mont-Saint-Michel für die Normandie.
Die Architektur in der Medina kombiniert einfache, funktionale Wohnhäuser mit repräsentativen Gebäuden. Viele Häuser sind zwei- bis dreigeschossig, mit Innenhöfen, in denen sich das Leben abspielt. Blaue Türen, Fensterläden und Metallgitter setzen farbliche Akzente. Die Farbgebung – Weiß und Blau – ist nicht nur ästhetisch, sondern hat auch praktische Gründe: Die hellen Fassaden reflektieren das Sonnenlicht, während das Blau in regionalen Traditionen als schützende Farbe gegen Insekten und symbolisch gegen das Böse gilt.
In den Gassen reihen sich kleine Werkstätten aneinander. Essaouira ist besonders für seine Holzschnitzkunst aus Thuja-Holz bekannt. Der „ADAC Reiseführer Marokko“ und GEO Saison betonen die Bedeutung dieser Handwerkskunst für das Stadtbild: In den Werkstätten entstehen Schachbretter, Schatullen und Intarsienarbeiten, die oft mit Zitrus- oder Ebenholz kombiniert werden. Die UNESCO weist in ihrer Welterbe-Dokumentation darauf hin, dass solche traditionellen Handwerke Teil des immateriellen Erbes sind, das durch den Erhalt der Medina mitgeschützt wird.
Ein weiteres Merkmal der Medina of Essaouira ist der lebhafte Fischereihafen unmittelbar vor den Toren der Stadtmauer. Zwar liegt der Hafen technisch betrachtet außerhalb der reinen UNESCO-Zone, doch bildet er mit der Medina ein enges Ensemble. Frühmorgens kehren die blauen Holzboote mit ihrem Fang zurück, auf dem Fischmarkt wird lautstark gefeilscht. Viele deutsche Reiseführer empfehlen einen Besuch am späten Vormittag, um das Treiben zu beobachten und anschließend frischen Fisch in einer der einfachen Garküchen zu probieren.
Kulturell ist Essaouira auch durch Musik geprägt. Die Stadt ist unter anderem für das Gnaoua-Weltmusikfestival bekannt, das normalerweise jährlich stattfindet und zu dem Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Ländern anreisen. Die Gnaoua-Musik hat ihre Wurzeln in west- und zentralafrikanischen Gemeinschaften, die nach Nordafrika gelangten, und verbindet spirituelle Gesänge mit tranceartigen Rhythmen. Das Festival nutzt die Kulisse der Medina regelmäßig als Bühne. Deutsche Medien wie die Deutsche Welle und der Deutschlandfunk haben in den vergangenen Jahren wiederholt über diese musikalische Seite Essaouiras berichtet und die Stadt als kreativen Treffpunkt beschrieben.
Auch Film- und Serienproduktionen haben die Essaouira-Medina entdeckt. Die eindrucksvollen Stadtmauern und der weite Atlantikhorizont dienten mehrmals als Kulisse – etwa für historische Stoffe oder Fantasy-Produktionen. Diese Verknüpfung mit der Popkultur hat die Bekanntheit Essaouiras im deutschsprachigen Raum zusätzlich gesteigert, auch wenn die Stadt im Vergleich zu Marrakesch noch immer als eher „entspannter Geheimtipp“ wahrgenommen wird.
Essaouira-Medina besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Essaouira liegt an der Atlantikküste Marokkos, etwa 170 bis 190 km westlich von Marrakesch. Für Reisende aus Deutschland bieten sich in der Regel Flüge nach Marrakesch oder Casablanca an; die Flugzeit von Frankfurt, München oder Berlin beträgt – je nach Verbindung – meist zwischen 3 und 4 Stunden. Von Marrakesch aus fahren Linienbusse (z. B. Supratours, CTM) in rund 2,5 bis 3 Stunden nach Essaouira. Alternativ sind private Transfers oder Mietwagen möglich. Die Straße zwischen Marrakesch und Essaouira ist ausgebaut, es wird jedoch empfohlen, mit ausreichender Zeitreserve zu planen. - Orientierung und Öffnungszeiten
Die Essaouira-Medina ist als historischer Stadtkern jederzeit zugänglich; es handelt sich nicht um ein abgeschlossenes Museumsareal mit festen Öffnungszeiten. Einzelne Sehenswürdigkeiten – etwa bestimmte Bastionen, kleine Museen oder Kulturzentren – können eigene Öffnungszeiten haben. Diese können sich ändern, weswegen die offizielle Website der Stadt Essaouira oder aktuelle Hinweise lokaler Tourismusbüros konsultiert werden sollten. Viele Geschäfte öffnen vormittags und am späten Nachmittag bis in den Abend; freitags kann es – wie oft in muslimisch geprägten Regionen – zu geänderten Zeiten kommen. - Eintritt und Kosten
Der Zugang zur Medina als Stadtviertel ist frei. Für einzelne Einrichtungen, zum Beispiel für Museen oder spezielle Ausstellungen, können geringe Eintrittsgelder anfallen, die meist im unteren einstelligen Euro-Bereich liegen (umgerechnet einige Dutzend marokkanische Dirham). Da Preise variieren und sich ändern können, empfehlen Reiseführer und Tourismusbehörden, vor Ort oder online aktuelle Angaben zu prüfen. Generell gilt Essaouira im Vergleich zu europäischen Küstenstädten als relativ preisgünstig, wobei die Preisspanne zwischen einfachen Garküchen und gehobenen Restaurants deutlich sein kann. - Beste Reisezeit
Die Atlantikküste bei Essaouira ist für ihr mildes Klima und den stetigen Wind bekannt. Während im Landesinneren – etwa in Marrakesch – im Sommer Temperaturen von deutlich über 35 °C erreicht werden, bleibt es in Essaouira nach Angaben von Klimastatistiken und Reiseportalen meist deutlich moderater. Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November) gelten als besonders angenehm: viel Sonne, oft 20 bis 25 °C und frische Brise. Selbst im Hochsommer sorgt der Wind dafür, dass Hitze weniger drückend wirkt, allerdings kann es in den Wintermonaten abends und durch den Wind kühl werden. Eine leichte Jacke gehört daher fast ganzjährig ins Gepäck. - Zeitzone und Tagesrhythmus
Marokko liegt im Regelfall eine Stunde hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ), kann jedoch aufgrund eigener Regelungen zu Sommer- und Winterzeit zeitweise gleichauf liegen. Da sich dies ändern kann, sollte vor der Reise immer die aktuelle Zeitdifferenz geprüft werden. Der Tagesrhythmus in der Medina ist typisch mediterran: morgens beleben Händler und Handwerker die Gassen, die Mittagszeit kann ruhiger ausfallen, am Abend erwacht das Viertel erneut mit Restaurants, Cafés und Straßenmusik. - Sprache und Verständigung
Amtssprachen in Marokko sind Arabisch und Amazigh (Berbersprache). In Essaouira sind zudem Französisch und zunehmend Englisch verbreitet, insbesondere in touristisch orientierten Geschäften, Riads und Restaurants. Deutsch wird eher selten gesprochen, in einigen Unterkünften und bei geführten Touren ist es aber gelegentlich möglich. Ein paar Worte auf Französisch oder Arabisch werden sehr geschätzt. Viele deutsche Reiseführer empfehlen einfache Höflichkeitsfloskeln wie „Salam Alaikum“ (Friedensgruß) zu verwenden. - Zahlung und Trinkgeld
Landeswährung ist der Marokkanische Dirham (MAD). In der Medina wird Bargeld häufig bevorzugt, insbesondere auf Märkten, in kleinen Läden und bei Straßenständen. In Hotels, größeren Restaurants und manchen Geschäften sind Kreditkarten verbreitet; deutsche Girokarten (Debitkarten) funktionieren nicht immer zuverlässig. Es empfiehlt sich, neben Karten auch ausreichend Bargeld mitzuführen. Trinkgeld ist in Marokko üblich und wird in Restaurants (ca. 5 bis 10 % des Rechnungsbetrags), bei Taxifahrten (Aufrunden) und bei kleineren Dienstleistungen (z. B. Gepäckhilfe) erwartet. Viele deutsche Reiseveranstalter weisen darauf hin, dass Trinkgeld zwar freiwillig, aber fest im Alltagsverständnis verankert ist. - Kleiderordnung und kultureller Respekt
Essaouira gilt als liberaler und touristisch geprägter Ort. Dennoch sollten Besucherinnen und Besucher aus Respekt vor der lokalen Kultur auf allzu freizügige Kleidung verzichten, insbesondere innerhalb der Medina und in der Nähe religiöser Stätten. Schultern und Knie sollten idealerweise bedeckt sein, vor allem in traditionellen Cafés oder bei Besuchen von Moscheen, sofern diese zugänglich sind. Badesachen gehören in Essaouira an den Strand, nicht in die Altstadt. - Fotografieren
Die Essaouira-Medina ist ausgesprochen fotogen: enge Gassen, farbenfrohe Türen, historische Mauern und das Licht des Atlantiks bieten viele Motive. Dennoch gilt: Menschen sollten nur mit ihrem Einverständnis fotografiert werden. Besonders bei Händlerinnen, Händlern oder Musikerinnen und Musikern wird häufig ein kleines Trinkgeld erwartet, wenn sie bewusst ins Bild eingebunden werden. Militärische Anlagen und manche Behördensitze sollten – wie in vielen Ländern – besser nicht fotografiert werden. Offizielle Tourismusinformationen erinnern immer wieder an respektvolles Verhalten. - Sicherheit und Gesundheitsvorsorge
Die Medina von Essaouira gilt nach Einschätzung vieler Reiseportale und Medien als vergleichsweise sicher, insbesondere im Vergleich zu großen Metropolen. Wie überall sollten Wertsachen nah am Körper getragen und große Bargeldbeträge vermieden werden. Das Auswärtige Amt empfiehlt für Reisen nach Marokko, auf übliche Vorsichtsmaßnahmen zu achten und die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise auf auswaertiges-amt.de vorab zu prüfen. Für EU-Bürgerinnen und -Bürger ist außerhalb der EU eine private Auslandskrankenversicherung ratsam, da die europäische Gesundheitskarte (EHIC) hier in der Regel nicht gilt. - Einreisebestimmungen
Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte in Marokko bei einer Dauer von bis zu mehreren Wochen in der Regel kein Visum, jedoch einen gültigen Reisepass. Da sich rechtliche Rahmenbedingungen ändern können, sollten Reisende immer die aktuellen Einreisebestimmungen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de sowie bei den marokkanischen Behörden prüfen.
Warum Medina of Essaouira auf jede Essaouira-Reise gehört
Für viele Reisende aus Deutschland ist die Essaouira-Medina der emotionale Mittelpunkt einer Marokko-Reise. Während Marrakesch mit Reizüberflutung, Geräuschkulisse und dichtem Verkehr beeindruckt, bietet Essaouira eine spürbar ruhigere, fast schon entschleunigte Variante des orientalischen Stadtlebens. Der Wind nimmt Geräusche und Gerüche mit sich, die Gassen sind – von einzelnen Hauptachsen abgesehen – weniger überlaufen, und immer wieder öffnet sich der Blick zum Meer.
Ein typischer Tag könnte so aussehen: Am Morgen ein Bummel durch die noch ruhige Medina, wenn die Händler ihre Läden öffnen, dann ein Besuch der Stadtmauer mit Blick auf die Brandung. Gegen Mittag Fisch am Hafen, frisch gegrillt und einfach serviert. Am Nachmittag Zeit für Handwerksläden und Galerien, am Abend Tee oder ein Glas marokkanischer Wein auf einer Dachterrasse, während die Sonne hinter dem Atlantik versinkt.
Besonders lohnend sind geführte Stadtrundgänge mit lokal lizenzierten Guides. Sie führen zu weniger offensichtlichen Orten – einem versteckten Innenhof, einer ehemaligen Synagoge, einem traditionellen Bäcker – und erzählen Geschichten, die in keinem Reiseführer stehen. Renommierte deutschsprachige Reiseführer wie DuMont oder Baedeker empfehlen solche Touren ausdrücklich, um historische, religiöse und kulturelle Zusammenhänge besser zu verstehen.
Rund um die Medina gibt es zusätzliche Ziele, die sich leicht zu Fuß erreichen lassen: Der breite Sandstrand südlich der Stadtmauer ist ideal für Spaziergänge, Kitesurfen und Windsurfen – Essaouira gilt wegen seines stetigen Windes als Hotspot für Wassersport. Im Hinterland locken Ausflüge zu Arganbaum-Plantagen, in denen das berühmte Arganöl hergestellt wird. Viele Reisende kombinieren einen Aufenthalt in Marrakesch mit ein bis zwei Nächten in Essaouira, um einen Kontrast zwischen der lebhaften Königsstadt und der entspannteren Atlantikstadt zu erleben.
Auch aus Nachhaltigkeitsperspektive ist die Medina of Essaouira interessant: Der relativ kompakte Stadtkern lässt sich vollständig zu Fuß erkunden, viele Unterkünfte befinden sich in traditionellen Häusern, die restauriert statt neu gebaut wurden. UNESCO und ICOMOS (International Council on Monuments and Sites) betonen in ihren Empfehlungen, dass der Erhalt solcher historischen Stadtkerne nicht nur dem Denkmalschutz dient, sondern auch nachhaltige, kulturbezogene Reiseformen stärkt. Erste lokale Initiativen setzen auf sanften Tourismus, der Bewohnerinnen und Bewohner der Medina einbezieht.
Für ein Publikum aus Deutschland ist Essaouira zudem ein Ort, der einige vertraute Elemente – etwa europäische Einflüsse in der Architektur – mit deutlich orientalischer Atmosphäre verbindet. Die Linien der Festungsmauern erinnern manche an südfranzösische Hafenstädte oder portugiesische Atlantikküsten, während das Leben in den Souks und die Rufe der Muezzine eindeutig maghrebinisch sind. Dieser kulturelle Brückenschlag macht einen Besuch der Essaouira-Medina besonders reizvoll.
Essaouira-Medina in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke
In den sozialen Netzwerken ist die Essaouira-Medina längst ein wiederkehrendes Motiv: Reisende teilen Panoramabilder von den Stadtmauern, farbintensive Türen und Fenster sowie Street-Food-Szenen aus den Gassen. Influencerinnen und Influencer aus dem deutschsprachigen Raum heben insbesondere die entspannte Stimmung, das besondere Licht und die Fotogenität der Stadt hervor. Die offizielle marokkanische Tourismusbehörde nutzt die Medina regelmäßig als visuelle Ikone in Kampagnen, um Marokko als vielfältiges Reiseziel zu positionieren.
Essaouira-Medina — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Essaouira-Medina
Wo liegt die Essaouira-Medina genau?
Die Essaouira-Medina befindet sich im Herzen der Stadt Essaouira an der Atlantikküste Marokkos. Sie ist von historischen Stadtmauern umgeben und grenzt im Westen direkt an den Atlantik sowie im Süden an den Hafen und den breiten Sandstrand. Die Entfernung zu Marrakesch im Landesinneren beträgt rund 170 bis 190 km.
Seit wann gehört die Medina of Essaouira zum UNESCO-Welterbe?
Die Medina of Essaouira wurde im Jahr 2001 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die UNESCO würdigte sie als beispielhafte befestigte Stadt des späten 18. Jahrhunderts, die europäische Festungsarchitektur mit marokkanischen und nordafrikanischen Traditionen verbindet und deren historischer Stadtplan weitgehend erhalten ist.
Wie viel Zeit sollte man fĂĽr einen Besuch der Essaouira-Medina einplanen?
Für einen ersten Eindruck reicht ein halber Tag, um die wichtigsten Gassen, den Hafenbereich und Teile der Stadtmauer zu erkunden. Empfehlenswert sind jedoch mindestens ein bis zwei volle Tage, um neben den Hauptachsen auch ruhigere Viertel, Handwerksläden, Galerien und Dachterrassen in aller Ruhe zu entdecken und den Rhythmus der Stadt wirklich zu spüren.
Ist die Essaouira-Medina fĂĽr Familien und Einsteiger in Marokko geeignet?
Ja, viele deutsche Reiseführer und Reiseveranstalter betrachten Essaouira als idealen Einstiegsort für Marokko. Die strukturierte Altstadt, die vergleichsweise entspannte Atmosphäre, das kühlere Klima am Atlantik und die Möglichkeit, viele Wege zu Fuß zurückzulegen, machen die Essaouira-Medina attraktiv für Familien, Paare und Alleinreisende, die eine weniger hektische Alternative zu großen Metropolen suchen.
Wann ist die beste Reisezeit fĂĽr Essaouira aus deutscher Sicht?
Aus Perspektive von Reisenden aus Deutschland gelten Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November) als besonders angenehm: milde Temperaturen, viel Sonne und eine frische Brise. Wer große Hitze meiden möchte, sollte den Hochsommer im Landesinneren eher umgehen; in Essaouira sorgt jedoch selbst dann der Atlantikwind meist für moderate Bedingungen. In den Wintermonaten kann es abends kühl werden, weswegen eine Jacke im Gepäck sinnvoll ist.
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