Hexenmarkt La Paz: Zwischen Andenmagie und Aberglauben
07.06.2026 - 07:11:12 | ad-hoc-news.deZwischen steilen Gassen, dünner Andenluft und einem Gemisch aus Räucherwerk, Kräutern und Kerzenlicht öffnet sich in La Paz eine andere Welt: der Hexenmarkt La Paz, lokal Mercado de las Brujas („Markt der Hexen“). Hier hängen getrocknete Llama-Föten über den Ständen, werden bunte Opfergaben für Pachamama, die Mutter Erde, verkauft und Berufs-Heilerinnen beraten im Flüsterton – ein kraftvoller Ort, der für Reisende aus Deutschland eine der intensivsten Erfahrungen in Bolivien ist.
Hexenmarkt La Paz: Das ikonische Wahrzeichen von La Paz
Der Hexenmarkt La Paz liegt im historischen Zentrum von La Paz, der Regierungssitz Boliviens, in einem Gewirr aus schmalen Straßen nahe der Kirche San Francisco und unweit der zentralen Plaza Murillo. Oft werden besonders die Straßen Linares und Jiménez als Kernbereich dieses Marktes genannt, wo sich auf engstem Raum dutzende kleine Läden und Stände drängen.
Für viele Besucher ist der Mercado de las Brujas nicht nur eine touristische Sehenswürdigkeit, sondern ein Fenster in die lebendige Spiritualität der Aymara und Quechua. Statt Souvenirs von der Stange finden sich hier Opfergaben, Heilpflanzen, mystische Amulette, Talisman-Puppen, Schutzamulette gegen Neid oder „böse Blicke“ sowie Kerzen und Räucherwerk für ganz konkrete Lebenssituationen – von der Jobsuche bis zum Kinderwunsch.
Reiseführer wie Marco Polo und etablierte Magazine wie GEO und National Geographic Deutschland heben den Hexenmarkt regelmäßig als eine der prägendsten Stationen jeder La-Paz-Städtereise hervor. Er gilt als kulturelles Wahrzeichen, das nicht wegen monumentaler Architektur, sondern durch seine Atmosphäre, Gerüche und Gespräche in Erinnerung bleibt.
Geschichte und Bedeutung von Mercado de las Brujas
Die Ursprünge des Hexenmarkts liegen in der vorkolonialen Tradition der Aymara und Quechua, die in den Hochländern des heutigen Bolivien seit Jahrhunderten Pachamama und Berggeister („Apus“) verehren. Lange bevor spanische Kolonialherren Städte gründeten, gehörten Opfergaben an die Erde, an Seen, Berge und Naturkräfte zu alltäglichen Ritualen. Viele der heute auf dem Mercado de las Brujas verkauften Produkte knüpfen direkt an diese älteren, vorchristlichen Vorstellungen an.
Mit der spanischen Kolonisierung ab dem 16. Jahrhundert wurde La Paz zu einem wichtigen Verwaltungs- und Handelszentrum. Offiziell dominierte bald der katholische Glaube, doch inoffiziell hielten indigene Gemeinschaften an ihren eigenen Ritualen fest. Im Laufe der Zeit verschmolzen Elemente des Katholizismus mit Anden-Kosmologie – ein Prozess, den Kulturwissenschaftler als Synkretismus bezeichnen. So existieren bis heute katholische Feste, bei denen gleichzeitig Pachamama geehrt wird, und umgekehrt werden Kerzen vor Heiligenbildern entzündet, während zugleich Opfergaben an Mutter Erde dargebracht werden.
Der Hexenmarkt La Paz entwickelte sich schrittweise als ein Ort, an dem sogenannte Yatiris (Aymara-Schamanen oder spirituelle Heiler) und Händlerinnen für Heilpflanzen, Amulette und Ritualzubehör ihre Waren konzentriert anboten. Exakte Gründungsdaten lassen sich nicht seriös belegen; er wuchs vielmehr organisch aus der Nachfrage der lokalen Bevölkerung und der Nähe wichtiger Kirchen- und Handelswege heraus. Heute wird der Markt offiziell von der Stadt und touristischen Behörden als kulturelle Attraktion vermarktet, während er gleichzeitig im Alltag vieler Bewohner eine praktische Rolle spielt – etwa bei der Vorbereitung von Haussegnungen oder Unternehmensgründungen.
Seine Bedeutung geht daher weit über den touristischen Aspekt hinaus. Für viele Aymara-Familien ist der Mercado de las Brujas ein notwendiger Anlaufpunkt für Opfergaben, die bei wichtigen Lebensereignissen als unverzichtbar gelten. Wer ein Haus baut oder ein neues Geschäft eröffnet, bringt in der Regel Pachamama ein Opfer dar – häufig in Form eines Llama-Fötus, kombiniert mit Alkohol, Süßigkeiten und Symbolobjekten, die für Wohlstand und Schutz stehen. Dadurch bleibt der Markt lebendiger Ausdruck eines Weltbilds, in dem das Gleichgewicht zwischen Menschen, Natur und spirituellen Kräften im Zentrum steht.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch besteht der Hexenmarkt La Paz nicht aus einem einzigen Gebäude, sondern aus einer Gruppe enger Straßen mit niedrigen Häusern im Kolonial- und Nachkolonialstil. Die Fassaden sind oft farbig gestrichen, mit schmiedeeisernen Balkonen, traditionellen Holztüren und kleinen Läden im Erdgeschoss. Im Vergleich zu monumentalen Kathedralen oder Palästen wirkt der Markt zunächst unscheinbar – seine Besonderheit erschließt sich erst im Detail.
Die Stärke des Mercado de las Brujas liegt in seiner Inszenierung von Ritualkultur im Straßenraum. Vor den Läden stapeln sich farbige Pakete, sogenannte mesas oder „mesas rituales“: aufwendig zusammengestellte Opfergaben mit Süßwaren, Miniaturgeldscheinen, Gold- und Silbersymbolen, getrockneten Kräutern und kleinen Figuren. Sie sind meist in Seidenpapier verpackt und nach bestimmten Themen sortiert – etwa Liebe, Gesundheit, geschäftlicher Erfolg oder Schutz vor Unheil.
Ein besonderes, oft irritierendes Merkmal sind die getrockneten Llama-Föten, die in vielen Reisereportagen zum visuellen Symbol des Hexenmarkts geworden sind. Sie werden – so erklären es lokale Händlerinnen – bei wichtigen Haus- oder Geschäftsritualen in den Boden eingegraben und sollen Pachamama gnädig stimmen. Für europäische Besucher wirkt dieses Bild teilweise schockierend, für viele Menschen in den Anden ist es dagegen eine tief verankerte, respektvolle Opferpraxis. Kulturjournalistische Formate von Sendern wie Deutsche Welle oder BBC betonen bei der Darstellung des Marktes daher regelmäßig, dass die Rituale vor allem im Kontext der andinen Kosmologie zu verstehen sind, nicht als „Hexerei“ im westlich-märchenhaften Sinn.
Künstlerisch interessant sind außerdem die zahlreichen handgefertigten Figuren, Masken und Amulette, die an den Ständen hängen: bunte Schutzamulette gegen den „bösen Blick“, kleine Trolle oder Teufelsfiguren als Glücksbringer für Wohlstand, geschnitzte Miniaturen von Häusern und Autos, die symbolisch für materielle Ziele stehen. Viele dieser Objekte werden im Rahmen des „Alasita“-Festes – ein auch in La Paz wichtiges Wunsch- und Miniaturfest – genutzt, bei dem Wünsche in Form von Miniaturgegenständen dargebracht werden.
Im Vergleich zu bekannten europäischen Märkten wie dem Viktualienmarkt in München oder dem Großmarkt in Hamburg wirkt der Hexenmarkt La Paz weniger auf Lebensmittel und mehr auf Spiritualität fokussiert. Statt Obst, Käse und Fleisch stehen hier Räucherwerk, Pflanzen, Textilien und rituelle Symbolik im Vordergrund. Gleichzeitig finden sich an seinen Rändern zunehmend touristische Souvenirs: Ponchos, Alpaka-Pullover, Mützen, Taschen, Postkarten. Reiseführer wie der ADAC Reiseführer Bolivien oder der Lonely Planet (deutschsprachige Ausgabe) weisen darauf hin, dass sich dieser Mix aus authentischer Ritualpraxis und touristischem Anden-Souvenirangebot in den letzten Jahren verstärkt hat.
Hexenmarkt La Paz besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise aus Deutschland
Der Hexenmarkt La Paz befindet sich im historischen Zentrum von La Paz, in der Nähe der Kirche San Francisco und unweit der Straße Sagárnaga, die als touristische Achse mit vielen Hostels, Reisebüros und Souvenirgeschäften gilt. Von zentral gelegenen Hotels ist der Markt meist zu Fuß erreichbar. La Paz selbst liegt auf rund 3.600 m Höhe in einem Talkessel der Anden; der internationale Flughafen El Alto liegt noch höher (über 4.000 m).
Von Deutschland gibt es üblicherweise keine Nonstop-Flüge nach La Paz. Reisende fliegen in der Regel ab Frankfurt, München, Berlin oder einem anderen großen europäischen Drehkreuz über Zwischenstationen wie Madrid, Amsterdam, São Paulo, Bogotá oder Lima nach Bolivien. Die Gesamtreisezeit liegt je nach Verbindung oft zwischen 15 und 24 Stunden, inklusive Umstieg. Konkrete Flugzeiten und Verbindungen ändern sich regelmäßig; aktuelle Verbindungen sollten bei den Airlines oder Reiseportalen geprüft werden. - Fortbewegung vor Ort
Innerhalb von La Paz ist der Hexenmarkt gut mit Taxis, Minibussen und vor allem mit der Seilbahn „Mi Teleférico“ erreichbar, die verschiedene Stadtteile verbindet. Viele Reisende kombinieren einen Besuch auf dem Hexenmarkt mit einem Spaziergang durch die Altstadt, der Kirche San Francisco und der Plaza Murillo. - Öffnungszeiten
Der Hexenmarkt ist kein klassischer, streng abgeriegelter Markt mit festen Toren, sondern besteht aus vielen einzelnen Geschäften und Straßenständen. Typischerweise sind die meisten Läden tagsüber geöffnet, grob zwischen dem späten Vormittag und dem frühen Abend. Exakte Uhrzeiten können je nach Wochentag, Saison und wirtschaftlicher Lage variieren. Es empfiehlt sich, vor einem Besuch direkt bei Unterkünften, lokalen Tourist-Informationen oder, wenn vorhanden, bei offiziellen Informationsstellen der Stadt La Paz aktuelle Öffnungszeiten zu erfragen. An großen Feiertagen oder während bestimmter Feste können Öffnungszeiten abweichen. - Eintritt
Der Zugang zum Hexenmarkt La Paz ist in der Regel frei, da es sich um öffentliche Straßen handelt. Einzelne Museen, Galerien oder spezielle Führungen in der Umgebung können Eintrittskosten verursachen. Konkrete Preise für geführte Touren variieren stark und hängen vom Anbieter ab; häufig werden Stadtführungen angeboten, in denen der Hexenmarkt als eine Station enthalten ist. Für Reisende aus Deutschland ist es sinnvoll, vorab online oder in der Unterkunft Preise zu vergleichen. Als grobe Orientierung bewegen sich einfache Stadtführungen oft in einem Bereich von etwa 10–30 € (in bolivianischer Währung, Bolivianos, umgerechnet), abhängig von Dauer und Gruppengröße. Wechselkurse ändern sich ständig; aktuelle Kurse sollten vor der Reise geprüft werden. - Beste Reisezeit und Tageszeit
La Paz liegt in den Tropen, aber durch die extreme Höhe herrscht ein kühles Hochlandklima. Die Jahreszeiten sind weniger durch Temperatur als durch Trocken- und Regenzeit geprägt. Viele Reiseführer empfehlen die Monate der Trockenzeit, grob von Mai bis Oktober, als besonders geeignet für Reisen nach La Paz, weil dann die Niederschläge geringer und die Sicht auf die umliegenden Berge oft klarer ist. Tagsüber kann es in der Sonne angenehm warm werden, während die Nächte deutlich abkühlen. Im europäischen Sommer ist es in La Paz also eher kühl, aber meist trocken.
Für einen Besuch des Hexenmarkts sind die späten Vormittagsstunden bis zum Nachmittag empfehlenswert, wenn die Stände geöffnet sind und die Straßen belebt, aber noch nicht völlig überfüllt sind. Früh am Vormittag oder in der Dämmerung wirkt der Markt ruhiger; nachts sind viele Geschäfte geschlossen, und der Bereich wirkt eher verlassen. - Höhenlage und Gesundheit
La Paz liegt deutlich höher als die meisten europäischen Bergorte; selbst der Gipfel der Zugspitze ist niedriger. Reisende aus Deutschland sollten die potenzielle Wirkung der Höhenlage ernst nehmen. Langsame Anpassung, viel Wasser, wenig Alkohol in den ersten Tagen und keine allzu anstrengenden Aktivitäten unmittelbar nach Ankunft werden häufig empfohlen. Wer bekannte Herz- oder Lungenprobleme hat, sollte vor der Reise mit einem Arzt sprechen. In vielen Unterkünften wird gegen Beschwerden Coca-Tee angeboten, der traditionell als mildes Mittel gegen Höhenbeschwerden gilt; seine medizinische Wirksamkeit wird unterschiedlich bewertet, er ist aber fester Teil der lokalen Kultur. - Sprache
Amtssprache in Bolivien ist Spanisch; zudem sind mehrere indigene Sprachen, darunter Aymara und Quechua, offiziell anerkannt. Auf dem Hexenmarkt La Paz wird hauptsächlich Spanisch gesprochen, viele Händlerinnen und Heiler sprechen zusätzlich Aymara. Englischkenntnisse sind vorhanden, aber weniger verbreitet als in klassischen Touristenzentren Europas; mit einfachen spanischen Redewendungen kommt man deutlich besser voran. Deutsche Sprachkenntnisse sind im Alltag selten anzutreffen. - Zahlung, Währung und Trinkgeld
In Bolivien wird mit Boliviano (BOB) bezahlt. Für Reisende aus Deutschland ist es üblich, Bargeld in Euro mitzubringen und vor Ort in Banken oder offiziellen Wechselstuben umzutauschen oder an Bankautomaten mit Kreditkarte Geld abzuheben. Kreditkarten werden in größeren Hotels und Restaurants in La Paz zunehmend akzeptiert, an Marktständen wie dem Mercado de las Brujas jedoch häufiger nicht. Hier ist Bargeld üblich. Kleinere Scheine sind praktisch, da viele Verkäufer nicht hoch wechseln können.
Trinkgeld ist in Bolivien zwar nicht so stark institutionalisiert wie in manchen anderen Ländern, wird aber in touristischen Kontexten erwartet oder zumindest geschätzt. In Restaurants sind 5–10 % üblich, sofern kein Service auf der Rechnung steht. Bei Führungen ist ein freiwilliges Trinkgeld für Guides verbreitet. Auf dem Markt selbst werden Preise häufig verhandelt; starkes aggressives Feilschen wird von vielen Expert:innen als unangebracht angesehen, moderates Verhandeln ist im Rahmen des Üblichen. - Sicherheit und Fotografie
Wie in vielen lateinamerikanischen Großstädten sollten Reisende in La Paz auf Taschendiebstahl achten. Auf dem Hexenmarkt empfiehlt es sich, Wertsachen nah am Körper zu tragen, große Bargeldbeträge zu vermeiden und keine auffälligen Schmuckstücke zu präsentieren. Insgesamt wird das Gebiet rund um den Markt von vielen Reisenden als relativ belebt und tagsüber verhältnismäßig sicher beschrieben, doch Aufmerksamkeit ist ratsam.
Beim Fotografieren ist Sensibilität wichtig. Nicht alle Händlerinnen und Heiler lassen sich gern fotografieren, insbesondere nicht während Ritualen oder Beratungen. Aus Respekt vor der spirituellen Bedeutung der Rituale sollten Besucher immer vorher fragen, ob Fotos erlaubt sind – und sich ein „Nein“ zu Herzen nehmen. Einige Stände erlauben Fotos gegen einen kleinen Obolus. - Einreisebestimmungen
Bolivien liegt außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise in der Regel einen gültigen Reisepass; Details, Visabestimmungen und eventuelle Änderungen unterliegen politischen Entscheidungen und können sich ändern. Es ist dringend zu empfehlen, vor Reiseantritt die aktuellen Einreise- und Sicherheitsinformationen beim Auswärtigen Amt (auswaertiges-amt.de) zu prüfen. Dort finden sich auch Hinweise zu Impfempfehlungen, Sicherheitslage und Gesundheit. - Versicherung und Gesundheitsschutz
Außerhalb der EU empfiehlt sich für Reisende aus Deutschland eine Auslandskrankenversicherung, die im Falle von Krankheit oder Unfall vor Ort einspringt und gegebenenfalls Rücktransportkosten abdeckt. Spezielle Anforderungen wie Gelbfieberimpfungen können, je nach Reiseroute innerhalb Boliviens (z.B. Amazonas-Tiefland), relevant werden. Für einen Besuch in La Paz und am Hexenmarkt sollten Reisende auf angemessene Kleidung für kühle Temperaturen, Sonnenschutz in großer Höhe und stabile Schuhe für unebene Gehwege achten. - Zeitverschiebung
Bolivien liegt in der Zeitzone UTC?4. In der mitteleuropäischen Normalzeit (MEZ, ohne Sommerzeit) beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland in der Regel ?5 Stunden, während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) ?6 Stunden. Wer tagsüber von Deutschland anruft, erreicht La Paz meist in den frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden; dies ist bei der Planung von Touren oder Hotelkontakten zu beachten.
Warum Mercado de las Brujas auf jede La-Paz-Reise gehört
Für Reisende aus Deutschland, die La Paz besuchen, gehört der Hexenmarkt zu den eindrücklichsten Orten, weil er eine Form von Alltagsspiritualität offenlegt, die im europäischen Kontext kaum sichtbar ist. Während Kirchen in Europa oft musealen Charakter haben, wird religiös-spirituelle Praxis in La Paz sichtbar im Straßenraum gelebt. Der Markt ist dabei weder reines Folklore-Spektakel noch ausschließlich religiöser Ort, sondern eine Mischung aus Einkaufsstraße, Ritualwerkstatt und sozialem Treffpunkt.
Viele Reisereportagen betonen, dass gerade der Kontrast zwischen dem modernen, verkehrsreichen La Paz mit Seilbahnen, Behörden und Banken und den traditionellen Ritualen am Hexenmarkt den Reiz des Besuchs ausmacht. Während wenige Straßen weiter Anzugträger in Büros arbeiten, beraten Yatiris Klient:innen zu Liebesfragen, Geschäftsglück oder Schutz vor Neid. Diese Gleichzeitigkeit von Tradition und Moderne ist auch ein Grund, weshalb der Hexenmarkt oft in Fotostrecken und TV-Dokumentationen über Bolivien auftaucht.
Für Besucher:innen aus Deutschland lohnt sich zudem der Blick über die bloße Exotik hinaus. Wer sich Zeit nimmt, mit Händlerinnen ins Gespräch zu kommen (ggf. mit Unterstützung eines Guides oder mit einfachen Spanischkenntnissen), erfährt mehr über die symbolische Bedeutung der Objekte: Warum werden bestimmte Farben mit Glück oder Gefahr assoziiert? Weshalb spielt Alkohol in vielen Ritualen eine Rolle? Was bedeutet es, Pachamama zu „füttern“? Solche Fragen eröffnen Einblicke in ein Weltbild, in dem Gleichgewicht, Dankbarkeit und Respekt vor der Natur wichtiger sind als abstrakte Dogmen.
In unmittelbarer Nähe des Hexenmarkts liegen weitere Sehenswürdigkeiten von La Paz, die sich gut kombinieren lassen: die barocke Kirche San Francisco, die kolonial geprägten Gassen mit ihren Balkonen und Innenhöfen sowie diverse Museen und Kulturzentren, die die Geschichte der Stadt und der indigenen Bevölkerung beleuchten. So lässt sich der Marktbesuch in einen breiteren kulturellen Kontext einbetten.
Viele erfahrene Reiseautor:innen empfehlen, den Hexenmarkt nicht nur einmal kurz zu durchqueren, sondern mindestens ein bis zwei Stunden dort zu verbringen – auch, um die anfängliche Scheu vor dem Unbekannten zu überwinden und die Details zu entdecken. Während der erste Eindruck vom Anblick der Llama-Föten und rätselhaften Pulver geprägt ist, treten bei genauerem Hinsehen die Feinheiten in den Vordergrund: liebevoll arrangierte Altäre in den Ladenwinkeln, Portraits von Heiligen und Andengottheiten nebeneinander, sorgfältig beschriftete Kräuterpäckchen, gezeichnete Horoskope und Tarotkarten.
Hexenmarkt La Paz in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke
In den sozialen Medien ist der Mercado de las Brujas zu einem beliebten Motiv für Reisefotos und Reisevideos geworden – ein Ort, an dem sich die „Instagram-taugliche“ Optik der bunten Stände mit der Faszination für fremde Rituale mischt. Gleichzeitig warnen viele verantwortungsvolle Reiseblogger:innen und etablierte Medienformate davor, die Praktiken vor Ort als bloße Kulisse zu behandeln. Respektvolle Darstellung, Verzicht auf sensationsheischende Nahaufnahmen von Ritualen ohne Einverständnis und ein Bewusstsein für die religiöse Dimension sind zentrale Empfehlungen.
Hexenmarkt La Paz — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Hexenmarkt La Paz
Wo genau liegt der Hexenmarkt La Paz?
Der Hexenmarkt La Paz (Mercado de las Brujas) liegt im historischen Zentrum von La Paz in Bolivien, vor allem in den Straßen Linares und Jiménez, in der Nähe der Kirche San Francisco und der touristisch wichtigen Straße Sagárnaga. Von vielen Hotels im Stadtzentrum ist er bequem zu Fuß erreichbar.
Was macht den Mercado de las Brujas so besonders?
Besonders ist die Verbindung aus andiner Spiritualität, indigener Heiltradition und Alltagsleben: Auf engstem Raum werden Opfergaben, Heilkräuter, Amulette und Ritualobjekte verkauft, die tief in der Kultur der Aymara und Quechua verwurzelt sind. Für Besucher:innen aus Deutschland bietet der Markt einen seltenen Einblick in gelebte Rituale, die außerhalb von Kirchen stattfinden und dennoch religiöse Tiefe haben.
Ist der Hexenmarkt La Paz fĂĽr Tourist:innen sicher?
Tagsüber wird der Bereich rund um den Markt von vielen Reisenden als vergleichsweise belebt und grundsätzlich besuchbar beschrieben. Wie in anderen Großstädten Lateinamerikas sollten Besucher auf Taschendiebstahl achten, keine Wertsachen offen zeigen und auf ihre Umgebung achten. Nach Einbruch der Dunkelheit empfiehlt es sich, besonders vorsichtig zu sein und im Zweifel Taxis zu nutzen.
Darf man auf dem Hexenmarkt fotografieren?
Es ist möglich, auf dem Hexenmarkt zu fotografieren, jedoch sollten Besucher stets vorher um Erlaubnis fragen – besonders bei Porträts von Händler:innen, Heiler:innen oder während Ritualen. Viele Menschen empfinden unangekündigte Nahaufnahmen als respektlos, vor allem bei spirituellen Handlungen. Einige Stände erlauben Fotos gegen ein kleines Entgelt.
Wann ist die beste Zeit, um den Hexenmarkt zu besuchen?
Die meisten Stände sind tagsüber geöffnet, daher sind späte Vormittage und Nachmittage ideal, um den Markt bei vollem Betrieb zu erleben. Jahreszeitlich empfehlen viele Reiseführer die Trockenzeit von etwa Mai bis Oktober für eine Reise nach La Paz, da dann weniger Regen fällt und die Stadt mit klareren Sichtverhältnissen erlebt werden kann. Wegen der großen Höhe sollten Besucher sich auf kühle Temperaturen einstellen.
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