Hunza-Tal, Reise

Hunza-Tal in Pakistan: Das grüne Hochgebirgsmärchen von Karimabad

07.06.2026 - 10:07:07 | ad-hoc-news.de

Hunza-Tal, Wadi-e Hunza und Karimabad in Pakistan: terrassierte Felder, Achttausender und jahrhundertealte Forts. Warum dieses Hochtal deutsche Reisende besonders fasziniert.

Hunza-Tal, Reise, Pakistan
Hunza-Tal, Reise, Pakistan

Wer ins Hunza-Tal fährt, ins lokal sogenannten Wadi-e Hunza (sinngemäß „Tal von Hunza“), erlebt einen der größten Kontraste Pakistans: Smaragdgrüne Terrassenfelder und Aprikosengärten vor schneebedeckten Gipfeln jenseits der 7.000-Meter-Marke, uralte Festungen hoch über dem Indus-Nebenfluss und ein Licht, das die schroffe Hochgebirgslandschaft fast unwirklich weich zeichnet.

Hunza-Tal: Das ikonische Wahrzeichen von Karimabad

Das Hunza-Tal gilt als eines der bekanntesten Hochgebirgstäler des nördlichen Pakistan. Es liegt im äußersten Norden der Provinz Gilgit-Baltistan, nahe der Grenze zu China und Afghanistan, eingebettet zwischen den massiven Ketten des Karakorum-Gebirges. Das kulturelle und touristische Zentrum ist der Ort Karimabad, der sich terrassenförmig an die steilen Hänge über dem Hunza-Fluss schmiegt.

Internationale Reiseberichte beschreiben das Hunza-Tal seit Jahrzehnten als „Shangri-La des Karakorum“, also als eine Art mythisches Hochland mit ungewöhnlich hoher Lebensqualität und spektakulären Panoramen. Reise- und Kulturmagazine wie GEO und National Geographic heben die Kombination aus dramatischer Hochgebirgslandschaft, traditioneller Bewässerungslandwirtschaft und vergleichsweise gut erschlossenen Reiserouten hervor. Das Hunza-Tal ist damit zu einem symbolischen Wahrzeichen Nordpakistans geworden.

Sichtbare Landmarken wie das Baltit Fort und das Altit Fort, zwei restaurierte Burgen hoch über Karimabad, prägen das Bild des Tales ebenso wie die umliegenden Gipfel des Rakaposhi, Ultar Sar oder Ladyfinger Peak. Besonders eindrücklich ist der Blick von Karimabad auf den rund 7.788 Meter hohen Rakaposhi, der in klaren Nächten in Mondlicht schimmert. Für viele deutsche Reisende ist gerade diese Verbindung aus Kulturgeschichte und Hochgebirgsdramaturgie der Reiz eines Besuchs.

Geschichte und Bedeutung von Wadi-e Hunza

Geschichtlich war das Wadi-e Hunza über Jahrhunderte ein eigenständiges Fürstentum, das von den sogenannten Mir von Hunza regiert wurde. Diese lokale Dynastie verwaltete das Hochtal relativ autonom, lange Zeit als halbunabhängiger Vasallenstaat zwischen größeren Mächten in Zentral- und Südasien. Erst im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert geriet Hunza stärker in den Einflussbereich des britischen Empires und später des heutigen Pakistan.

Historiker verweisen darauf, dass die Lage des Hunza-Tals an Nebenrouten der alten Seidenstraße seine Bedeutung prägte. Karawanenwege führten über hohe Pässe in Richtung China (heutiges Xinjiang) und nach Zentralasien. Noch heute erinnern alte Handelspfade und Steintreppenwege in die Seitentäler daran, dass das Tal einst ein Knotenpunkt des Warenaustauschs war, vor allem für Salz, Getreide, Trockenfrüchte und Textilien.

Die Region Hunza ist kulturell vielfältig. Ein Großteil der Bevölkerung gehört der Ethnie der Hunzukutz an und spricht Burushaski, eine Sprachisolat-Sprache, die mit keiner anderen Sprachfamilie eindeutig verwandt ist. Daneben werden Shina und andere regionale Sprachen gesprochen, während Urdu als Nationalsprache und Englisch als Verkehrssprache in Verwaltung und Tourismus fest verankert sind. Für deutsche Reisende ist wichtig: In Karimabad und den touristisch geprägten Orten können sich Besucher meist gut auf Englisch verständigen.

Religiös ist das Wadi-e Hunza vor allem vom Ismailitentum geprägt, einer schiitischen Richtung des Islams, deren geistiges Oberhaupt der Aga Khan ist. Zahlreiche Entwicklungsprojekte im Bereich Bildung, Gesundheit und Denkmalpflege wurden von Institutionen des Aga Khan Development Network (AKDN) unterstützt. Zu den prominentesten Projekten zählen die Restaurierungen von Baltit Fort und Altit Fort, die heute als Museums- und Kulturzentren dienen. Diese Arbeiten wurden von internationalen Denkmalpflegespezialisten wiederholt als vorbildlich bewertet.

Die moderneren Verkehrsverbindungen – allen voran der Karakorum Highway, der Pakistan mit China verbindet – haben das Hunza-Tal im 20. Jahrhundert stärker geöffnet. Gleichzeitig steht die Region vor den typischen Herausforderungen vieler Hochgebirgstäler: Gletscherveränderungen, Steinschlag, Erosion und der Balanceakt zwischen wachsendem Tourismus und dem Erhalt traditioneller Lebensformen.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Die Architektur im Hunza-Tal wird seit Jahren in Fachpublikationen zur alpinen und zentralasiatischen Baukultur hervorgehoben. Besonders ikonisch sind die beiden Festungen Baltit Fort und Altit Fort oberhalb von Karimabad. Sie repräsentieren eine typische Bauweise des Karakorum: massive Steinmauern an der Außenseite, kombiniert mit tragenden Holzkonstruktionen im Inneren, die Erdbebenkräften besser standhalten als reine Steinbauten.

Baltit Fort thront hoch über Karimabad und bietet einen weiten Blick über das Tal. Es gilt als über 700 Jahre alt, in mehreren Bauphasen erweitert und im späten 20. Jahrhundert umfangreich restauriert. Die Restaurierungsarbeiten wurden von der Aga Khan Trust for Culture begleitet und orientierten sich an internationalen Standards der Denkmalpflege. Besucher können heute verschiedene Räume, Dachterrassen und Ausstellungsbereiche besichtigen und erhalten Einblicke in die Herrschaftskultur der Mir von Hunza, in traditionelle Lager- und Wohnräume sowie in die Entwicklung des Tals im 19. und 20. Jahrhundert.

Altit Fort, etwas weiter talabwärts gelegen, gilt als noch älter und war lange Zeit in schlechtem Zustand, bevor es im Rahmen eines umfassenden Projekts ebenfalls mit Unterstützung des Aga Khan Cultural Service Pakistan restauriert wurde. Das Fort steht spektakulär auf einer Felskante hoch über dem Fluss, mit einem vertikalen Abgrund direkt vor seinen Mauern. Im Inneren vermitteln hölzerne Decken, geschnitzte Türrahmen und kleine Innenhöfe ein Bild traditioneller Karakorum-Wohnarchitektur. Die Anlage wird häufig als Beispiel dafür genannt, wie angepasste Bauweise in extremem Relief funktionieren kann.

Auch die traditionellen Wohnhäuser in den Dörfern rund um Karimabad sind architektonisch bemerkenswert. Viele bestehen aus einer Kombination von Naturstein, Holz und Stampflehm. Flachdächer dienen als Arbeits- und Trocknungsflächen für Getreide, Aprikosen und Nüsse. Terrassenartig angelegte Felder werden über ein System von Bewässerungskanälen – sogenannten Kuls – mit Gletscherwasser versorgt. Diese hydrologischen Systeme sind in der Hochgebirgsforschung ein oft beschriebenes Beispiel für nachhaltige Ressourcennutzung in extremen Klimazonen.

Kulturell ist das Hunza-Tal durch Musik, Tanz und Handwerk geprägt. Traditionelle Musikensembles nutzen Instrumente wie Rubab (Langhalslaute), Flöten und Trommeln. Bei regionalen Festen und Hochzeiten wird in farbenfrohen Trachten getanzt, oft mit Kreis- und Reigentänzen, die von rhythmischen Trommeln begleitet werden. Handwerkskunst zeigt sich in Holzschnitzereien, in handgewebten Textilien und Teppichen sowie in Filz- und Stickereiarbeiten. Viele dieser Produkte werden in kleinen Läden in Karimabad angeboten.

Ein besonderes Merkmal des Hunza-Tals ist die intensive Obstkultur. Terrassenfelder mit Aprikosen, Äpfeln, Kirschen und Walnüssen gelten als charakteristisch. Getrocknete Aprikosen und Nüsse aus Hunza werden in Pakistan als Qualitätsprodukte geschätzt. Für Reisende aus Deutschland ist der Genuss dieser lokalen Produkte – meist in einfach eingerichteten Gästehäusern oder kleinen Cafés – oft ein Höhepunkt des Aufenthalts.

Hunza-Tal besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Das Hunza-Tal liegt im Norden Pakistans in der Region Gilgit-Baltistan, etwa 100 km nördlich der Stadt Gilgit und mehrere Hundert Kilometer nördlich von Islamabad. FĂĽr Reisende aus Deutschland erfolgt die Anreise in der Regel per Flug nach Islamabad ĂĽber internationale Drehkreuze wie Doha, Istanbul oder Dubai. Die reine Flugzeit von Frankfurt, MĂĽnchen oder Berlin nach Islamabad liegt – je nach Verbindung – meist zwischen 9 und 12 Stunden inklusive Umstieg. Von Islamabad aus fĂĽhren InlandsflĂĽge nach Gilgit oder Skardu, die witterungsabhängig sind. Alternativ kann die Strecke Islamabad–Hunza auf dem Karakorum Highway mit Auto oder Minibus zurĂĽckgelegt werden; hierfĂĽr sollten, je nach StraĂźenverhältnissen und Zwischenstopps, mindestens 15 bis 20 Stunden Gesamtzeit eingeplant werden.
  • Fortbewegung vor Ort: Innerhalb des Hunza-Tals bewegen sich Reisende hauptsächlich mit privaten Fahrzeugen, Taxis oder Kleinbussen. Zwischen den Orten Karimabad, Aliabad, Gulmit und den Attabad-See-Gebieten verkehren lokale Transporte. Viele Aussichtspunkte und Dörfer lassen sich nur ĂĽber schmale StraĂźen und teilweise steile, unbefestigte Wege erreichen. Eine gewisse Trittsicherheit ist bei Wanderungen empfehlenswert.
  • Ă–ffnungszeiten von SehenswĂĽrdigkeiten: Baltit Fort und Altit Fort sind als Museen und Kulturzentren mit festen Ă–ffnungszeiten zugänglich, die sich saisonal und an Feiertagen ändern können. Es ist ratsam, die aktuellen Ă–ffnungszeiten direkt bei den Betreibern oder ĂĽber lokale Tourismusinformationen in Karimabad zu prĂĽfen. Generell öffnen viele Einrichtungen tagsĂĽber, häufig zwischen Vormittag und spätem Nachmittag, manchmal mit einer Mittagspause.
  • Eintrittspreise: FĂĽr den Besuch der Festungen Baltit und Altit wird ĂĽblicherweise ein Eintrittsgeld erhoben, das zur Finanzierung von Unterhalt und kulturellen Programmen dient. Da Preise angepasst werden können, sollten Reisende aktuelle Angaben vor Ort oder bei seriösen Reiseanbietern einholen. Typischerweise bewegen sich die Beträge im Bereich weniger Euro, umgerechnet in die lokale Währung (Pakistanische Rupie, PKR). Bei der Umrechnung ist zu beachten, dass Wechselkurse schwanken.
  • Beste Reisezeit: Das Klima im Hunza-Tal ist kontinental geprägt, mit langen Wintern und vergleichsweise milden Sommern im Talboden. Als besonders angenehm gelten die Monate von späten FrĂĽhling bis FrĂĽhherbst. Im April und Mai blĂĽhen Obstbäume und Wiesen, im Hochsommer sind die Wege in höhere Lagen meist schneefrei, und im Herbst leuchten die Aprikosen- und Pappellaubwälder in intensiven Gelb- und Ockertönen. Der Winter kann sehr kalt sein, mit Schneefall und eingeschränkter Erreichbarkeit einzelner Bereiche. FĂĽr Wanderungen und klare Panoramasichten empfehlen viele Reiseveranstalter den Zeitraum von etwa Mai bis Oktober, immer mit Blick auf aktuelle Wetter- und StraĂźenverhältnisse.
  • Sicherheit und Reisesituation: Pakistan unterliegt regional sehr unterschiedlichen Sicherheitslagen. Deutsche StaatsbĂĽrger sollten vor einer Reise ins Hunza-Tal unbedingt die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts (auswaertiges-amt.de) konsultieren. Die Behörde bewertet die Lage laufend und gibt Empfehlungen zu bestimmten Regionen, Reiserouten und Verhaltensweisen. Auch lokale Reiseagenturen und UnterkĂĽnfte können Hinweise zur Situation vor Ort geben.
  • Einreisebestimmungen: FĂĽr deutsche Staatsangehörige ist fĂĽr Reisen nach Pakistan in der Regel ein Visum erforderlich, das vorab oder ĂĽber elektronische Verfahren beantragt werden muss. Die konkreten Bedingungen – etwa GĂĽltigkeitsdauer, GebĂĽhren, notwendige Dokumente – können sich ändern. Verlässliche Informationen bietet das Auswärtige Amt sowie die pakistanische Botschaft oder Konsulate. Im Artikelkontext gilt: Deutsche StaatsbĂĽrger sollten aktuelle Einreisebestimmungen und Gesundheitsempfehlungen vor Reiseantritt beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂĽfen.
  • Gesundheit und Versicherung: FĂĽr Reisen nach Pakistan wird eine umfassende Auslandskrankenversicherung empfohlen, die auch einen RĂĽcktransport nach Deutschland abdeckt. Im Hochgebirge sollten Reisende besonders auf Sonnenschutz, ausreichende FlĂĽssigkeitszufuhr und Höhenanpassung achten. Je nach Reisezeit und Route können zusätzliche Impfempfehlungen gelten; hierzu informieren Tropeninstitute und Hausärzt:innen.
  • Zeitverschiebung: Pakistan liegt in der Pakistan Standard Time (PKT), in der Regel 4 bis 5 Stunden vor Mitteleuropäischer Zeit (MEZ), abhängig davon, ob in Deutschland gerade Winter- oder Sommerzeit gilt. FĂĽr die Planung von FlĂĽgen, Anrufen und digitalen Meetings ist diese Zeitdifferenz relevant.
  • Sprache: Neben den lokalen Sprachen Burushaski und Shina ist Urdu als Nationalsprache weit verbreitet. Englisch wird in touristischen Betrieben, vielen Hotels und bei jĂĽngeren Menschen häufig gesprochen. Deutschsprachige Angebote sind eher selten, sodass Grundkenntnisse in Englisch die Reise deutlich erleichtern.
  • Zahlung und Geld: Die Landeswährung ist die Pakistanische Rupie (PKR). In Islamabad und größeren Städten sind Geldautomaten verbreitet, im Hunza-Tal ist die VerfĂĽgbarkeit eingeschränkter. In Karimabad gibt es meist einzelne Geldautomaten; es ist dennoch sinnvoll, ausreichend Bargeld in PKR mitzufĂĽhren. Kreditkarten werden in internationalen Hotels und einigen besseren Gästehäusern akzeptiert, kleinere Betriebe arbeiten ĂĽberwiegend mit Bargeld. Girocard (ehemals EC-Karte) wird seltener akzeptiert als internationale Kreditkarten. Mobile Payment-Lösungen, die in Europa verbreitet sind, sind in abgelegenen Regionen meist noch weniger gängig.
  • Trinkgeldkultur: Trinkgeld ist in Pakistan ĂĽblich, wenn auch nicht in der Höhe wie in vielen europäischen Ländern. In Restaurants und CafĂ©s freuen sich Servicekräfte ĂĽber einen Aufschlag von etwa 5–10 %, sofern kein Servicezuschlag bereits inkludiert ist. FĂĽr Gepäckträger, Guides oder Fahrer sind kleine Beträge in Bar eine gängige Anerkennung. Im Hunza-Tal, wo viele Familien von Tourismus und Landwirtschaft leben, wird Trinkgeld als wichtiger Zusatzverdienst gesehen.
  • Kleiderordnung: Pakistan ist ein ĂĽberwiegend muslimisches Land mit teils konservativen Kleidungsnormen, insbesondere auĂźerhalb groĂźer Städte. Auch im relativ liberal wirkenden Hunza-Tal ist respektvolle Kleidung wichtig: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, besonders in Dörfern, religiösen Stätten und bei Besuchen in Privathäusern. Leichte, lange Kleidung schĂĽtzt zugleich vor Sonne und kĂĽhlen Abendtemperaturen. KopftĂĽcher fĂĽr Frauen sind in der Ă–ffentlichkeit nicht zwingend vorgeschrieben, werden aber beim Besuch von Moscheen oder religiösen Einrichtungen erwartet.
  • Fotografieren: Die Landschaft des Hunza-Tals ist ausgesprochen fotogen, und viele Reisende möchten Menschen, Dörfer und Feste dokumentieren. Generell gilt: Menschen nur nach ausdrĂĽcklicher Zustimmung fotografieren, insbesondere Frauen und Kinder. In der Nähe von Militäranlagen, BrĂĽcken oder sicherheitsrelevanten Einrichtungen ist Fotografieren oft untersagt. Es lohnt sich, die Hinweise von lokalen Guides zu beachten.

Warum Wadi-e Hunza auf jede Karimabad-Reise gehört

Das Hunza-Tal ist für viele Pakistanreisende der emotionale Höhepunkt einer Reise in den Norden des Landes. Der Moment, wenn sich auf der Anfahrt von Gilgit aus die ersten Terrassenfelder und schneebedeckten Gipfel öffnen, prägt sich tief ein. Besonders Karimabad vermittelt mit seinen bewässerten Obstgärten, schmalen Stichstraßen und traditionellen Häusern ein Bild, das sich deutlich von der Vorstellung vieler deutscher Reisender von Pakistan unterscheidet. Statt hektischer Großstadt dominiert eine entschleunigte, ländliche Atmosphäre.

Ein zentraler Programmpunkt ist der Besuch von Baltit Fort und Altit Fort. Von den Dachterrassen aus öffnet sich der Blick über den Hunza-Fluss, die Dörfer und die Gipfelkette des Karakorum. Der Kontrast zwischen den dunklen Holzbalken der historischen Bauten und dem gleißenden Licht der Hochgebirgssonne schafft eindrucksvolle Fotomotive. Viele Gäste kombinieren den Festungsbesuch mit einem Spaziergang durch die umliegenden Gassen und Obstgärten, oft begleitet von Guides, die die Geschichte der Mir-Dynastie und der Restaurierungsprojekte erklären.

Wer körperlich aktiv sein möchte, findet rund um Karimabad zahlreiche Wander- und Trekkingmöglichkeiten. Beliebt sind etwa Wanderungen zum Eagle’s Nest Viewpoint oberhalb von Duikar, von wo aus sich bei Sonnenaufgang und -untergang ein nahezu 360-Grad-Panorama über das Hunza-Tal und die umliegenden Berge bietet. Weitere bekannte Ziele sind das Hochtal von Passu mit seinen markanten, zackigen Felszähnen, der türkisfarbene Attabad-See oder Mehrtages-Trekkings zu Gletschern und Bergseen in Seitentälern.

Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Hunza-Tal auch deshalb interessant, weil es eine andere Form von Hochgebirgskultur als die Alpen erschließt. Während in Europa der Hochtourismus stark ausgebaut ist, wirkt vieles im Hunza-Tal ursprünglicher, improvisierter und direkter. Begegnungen mit Familien, die ihre Obstgärten bewirtschaften, Kinder, die auf schmalen Pfaden zur Schule laufen, und die allgegenwärtige Präsenz von Berglandschaften vermitteln das Gefühl einer intensiven Nähe zur Umgebung.

Gleichzeitig wächst das touristische Angebot: In Karimabad und Umgebung sind Gästehäuser, kleine Boutique-Hotels und einfache Resorts entstanden, die regionale Küche und oft beeindruckende Panorama-Terrassen bieten. Viele Betriebe werden familiengeführt und verbinden traditionelle Gastfreundschaft mit modernen Annehmlichkeiten wie WLAN, warmem Wasser und bequemen Betten. Reisende sollten allerdings mit einfacheren Standards rechnen als in großen internationalen Kettenhotels.

Nicht zuletzt spielt die symbolische Dimension des Hunza-Tals eine Rolle: In zahlreichen Medienberichten wird die Region als Beispiel dafür genannt, wie Bildung, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur auch in abgelegenen Hochgebirgstälern verbessert werden können. Entwicklungsprojekte, insbesondere unter dem Dach des Aga Khan Development Network, haben Schulen, Gesundheitsstationen und Trainingsprogramme unterstützt. Für Kultur- und Bildungsreisende ist dies ein spannender Aspekt, weil er zeigt, wie sich traditionelle Strukturen mit moderner Entwicklung verbinden lassen.

Hunza-Tal in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

In den sozialen Medien hat sich das Hunza-Tal zu einem bevorzugten Motiv fĂĽr Berg- und Abenteuerfotografie entwickelt. Besonders Panoramen von Rakaposhi bei Sonnenuntergang, Luftaufnahmen von Attabad-See und Bilder traditioneller Feste in Karimabad erzeugen hohe Reichweiten. FĂĽr viele internationale Nutzerinnen und Nutzer ist Wadi-e Hunza dabei der erste bewusste Kontakt mit der Bergwelt Pakistans.

Häufige Fragen zu Hunza-Tal

Wo liegt das Hunza-Tal genau?

Das Hunza-Tal liegt im Norden Pakistans in der Region Gilgit-Baltistan, eingebettet in das Karakorum-Gebirge. Das Hauptdorf Karimabad befindet sich oberhalb des Hunza-Flusses, einem Nebenfluss des Indus. Die Region grenzt im Norden an China und liegt mehrere Hundert Kilometer nördlich der Hauptstadt Islamabad.

Was macht Wadi-e Hunza kulturell besonders?

Wadi-e Hunza ist kulturell durch die Burusho-Bevölkerung mit ihrer eigenen Sprache Burushaski und durch die vorherrschende ismailitische Glaubensrichtung geprägt. Traditionelle Festungen wie Baltit Fort und Altit Fort, restauriert mit Unterstützung internationaler Kulturstiftungen, spiegeln die Geschichte des Mir-Fürstentums wider. Obstbau, Musik und Handwerk sind weitere wichtige Elemente der lokalen Kultur.

Wann ist die beste Reisezeit fĂĽr das Hunza-Tal?

Als beste Reisezeit gelten in der Regel die Monate von späten Frühling bis Herbst, wenn die Täler schneefrei und die Straßen meist passierbar sind. Im Frühling blühen die Obstbäume, im Sommer sind viele Wanderwege gut begehbar, und im Herbst bietet das bunte Laub spektakuläre Fotomotive. Der Winter ist kalt und kann die Erreichbarkeit einschränken.

Wie gelangt man von Deutschland ins Hunza-Tal?

Von Deutschland aus führen die meisten Routen per Flug über internationale Drehkreuze nach Islamabad. Von dort geht es je nach Wetterlage per Inlandsflug nach Gilgit oder über den Karakorum Highway im Auto oder Minibus weiter ins Hunza-Tal. Die Straßenreise durch das Gebirge ist landschaftlich beeindruckend, erfordert jedoch Zeit und Flexibilität.

Ist das Hunza-Tal fĂĽr individuelle Reisen geeignet?

Viele Reisende besuchen das Hunza-Tal individuell, oft mit Unterstützung lokaler Agenturen für Transport und Unterkünfte. Englischkenntnisse sind hilfreich, da deutschsprachige Angebote selten sind. Aufgrund der Höhenlage, der Infrastruktur und der Sicherheitslage empfiehlt sich eine sorgfältige Vorbereitung und die Beachtung der Reisehinweise des Auswärtigen Amts.

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