Jigoku Meguri in Beppu und die Farben der heißen Quellen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 10:27 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Jigoku Meguri bezeichnet in Beppu auf Kyushu einen Rundgang zu heißen Quellen, deren Wasser, Schlamm und Dampf sichtbar aus dem vulkanischen Untergrund treten. Sieben Anlagen gehören zum bekannten Rundgang, darunter die kobaltblaue Umi Jigoku und die rot gefärbte Chinoike Jigoku.
Jigoku Meguri zwischen Kobaltblau und Eisenrot
Die sieben Stationen liegen in den Bezirken Kannawa und Kamegawa der Stadt Beppu. Fünf Anlagen befinden sich im Gebiet von Kannawa, zwei weitere im Gebiet Shibaseki. Ihre Gemeinsamkeit ist das heiße Quellwasser, doch Farbe, Oberfläche und Erscheinungsbild unterscheiden sich deutlich.
Umi Jigoku trägt den Namen „Meereshölle“ und zeigt ein tiefes Kobaltblau. Die Quelle entstand vor etwa 1.200 Jahren durch eine Explosion des Tsurumi-Berges. Das Wasser erreicht 98 °C und gehört zu einer Anlage, deren Entstehung vor 1.200 Jahren überliefert ist.
Chinoike Jigoku hebt sich durch roten Lehm und eisenhaltige Färbung ab. Der Name bedeutet „Blutteichhölle“. Die Anlage wird im Bungo Fudoki, einer Chronik der Provinz Bungo, mit einer roten heißen Quelle verbunden. Ihr Lehm ist ein sichtbarer Bestandteil des Ortes und prägt auch die Bezeichnung Chinoike.
Sieben Quellen, sieben Namen
Zum Rundgang gehören Umi Jigoku, Oniishibozu Jigoku, Kamado Jigoku, Oniyama Jigoku, Shiraike Jigoku, Chinoike Jigoku und Tatsumaki Jigoku. Jeder Name verweist auf ein Merkmal der jeweiligen Quelle oder ihrer Umgebung.
Oniishibozu Jigoku zeigt grauen Schlamm, der in unterschiedlich großen Blasen aufsteigt. Kamado Jigoku ist mit dem Kamado-Hachiman-Schrein verbunden. Shiraike Jigoku, die „Weiße Teichhölle“, besitzt eine helle Färbung des Quellbeckens. Oniyama Jigoku ist auch als Krokodilhölle bekannt; dort werden Krokodile gehalten.
Tatsumaki Jigoku unterscheidet sich durch einen Geysir. In regelmäßigen Abständen treten heißes Wasser und Dampf aus dem Untergrund. Die Quelle ist als Naturdenkmal der Stadt Beppu verzeichnet. Ihre Austritte gehören zu den markanten Einzelbildern des Rundgangs.
Vier Anlagen tragen den japanischen Status eines staatlich ausgewiesenen Landschaftsschauplatzes: Umi Jigoku, Chinoike Jigoku, Tatsumaki Jigoku und Shiraike Jigoku. Die Ausweisung erfolgte am 23. Juli 2009. Sie beruht auf den unterschiedlichen Farben und Formen der Quellen sowie ihrer Bedeutung als Landschafts- und Kulturorte.Vier staatliche Landschaftsschauplätze gehören damit zum Rundgang.
Von der überlieferten Hölle zum Aussichtsort
Die Bezeichnung Jigoku bedeutet auf Japanisch „Hölle“. Im Bungo Fudoki werden für die Gebiete Kannawa und Kamegawa Dampf, heißer Schlamm und heißes Wasser beschrieben. Die Quellen galten als schwer zugängliches Gelände, bevor sie zu besichtigten Orten wurden.
Die Geschichte der organisierten Besichtigung reicht in die Zeit nach dem Ende der Meiji-Zeit zurück. Aburaya Kumahachi, ein Unternehmer und Förderer des Fremdenverkehrs in Beppu, startete 1928 den ersten Besichtigungsbus. Damit erhielt der Rundgang eine feste touristische Form. Der Name Jigoku Meguri blieb mit den sieben Quellen verbunden.
Die Anlagen sind keine Badebecken. Ihre Temperaturen liegen je nach Quelle im Bereich sehr heißer Quellwässer. Bei Umi Jigoku werden 98 °C genannt, bei Chinoike Jigoku 78 °C und bei Tatsumaki Jigoku 105 °C. Das Wasser, der Dampf und der Schlamm gehören zur sichtbaren Naturausstattung der einzelnen Stationen.
Auch die Nutzung von Quellwärme ist in Beppu Teil der Ortsgeschichte. Beim Jigoku Mushi werden Lebensmittel mit heißem Quellendampf gegart. Diese Kochweise reicht in die Edo-Zeit von 1603 bis 1867 zurück. Sie verbindet die geothermische Landschaft mit einer regionalen Esskultur, ohne die Quellen selbst in Badeorte zu verwandeln.Jigoku Mushi aus Quellendampf gehört zu den mit Beppu verbundenen Traditionen.
Jigoku Meguri besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Jigoku Meguri liegt in Beppu auf Kyushu. Vom Bahnhof Beppu führen Buslinien in das Gebiet Kannawa; die Haltestellen Kannawa und Umi-Jigoku-mae liegen bei den dortigen Anlagen.
- Fünf Quellen befinden sich in Kannawa, zwei in Shibaseki. Zwischen Umi Jigoku und Shiraike Jigoku liegen mehrere Stationen im selben Bezirk; Chinoike Jigoku und Tatsumaki Jigoku gehören zum Gebiet Shibaseki.
- Die Anlagen sind Orte zur Betrachtung heißer Quellen. Die Becken erreichen Temperaturen bis nahe 100 °C und sind keine Badebecken.
- Japanisch ist die Amtssprache, gezahlt wird in Japanischen Yen.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Jigoku Meguri auf Social-Media-Plattformen
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Jigoku Meguri: häufige Fragen
Wo liegt Jigoku Meguri?
Jigoku Meguri liegt in Beppu auf der japanischen Insel Kyushu. Die Quellen verteilen sich auf die Bezirke Kannawa und Shibaseki.
Was bietet ein Besuch?
Der Rundgang zeigt sieben heiße Quellen mit farbigem Wasser, Schlamm, Dampf und einem Geysir. Zu den sichtbaren Besonderheiten gehören Umi Jigoku, Chinoike Jigoku und Tatsumaki Jigoku.
Was kennzeichnet Jigoku Meguri?
Jigoku Meguri verbindet geothermische Quellen mit einer langen Überlieferung des Namens Jigoku. Vier Anlagen sind seit 2009 staatlich ausgewiesene Landschaftsschauplätze.
