Jiufen Old Street, Taiwan

Jiufen Old Street: Taiwans magische Berggasse ĂŒber dem Meer

Veröffentlicht am: 10.06.2026 um 06:30 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Zwischen Nebelschwaden, roten Laternen und TeehĂ€usern entfaltet Jiufen Old Street (Jiufen Laojie) bei Neu-Taipeh in Taiwan eine AtmosphĂ€re wie aus einem Film – was Reisende aus Deutschland jetzt wissen sollten.

Jiufen Old Street, Taiwan, Reise, Illustration mit AI erstellt.
Jiufen Old Street, Taiwan, Reise, Illustration mit AI erstellt.

Wenn sich am spĂ€ten Nachmittag der Nebel ĂŒber die HĂŒgel von Neu-Taipeh legt und tausende rote Laternen aufleuchten, wirkt die Jiufen Old Street wie eine Filmszene, in die man einfach hineingetreten ist. Entlang der engen Treppen von Jiufen Laojie (auf Deutsch sinngemĂ€ĂŸ „alte Straße von Jiufen“) mischen sich der Duft von Oolong-Tee, frisch gedĂ€mpften Dumplings und Meeresbrise – ein Sinnesrausch, der lĂ€ngst zu einem der ikonischsten Reiseerlebnisse in Taiwan geworden ist.

Jiufen Old Street: Das ikonische Wahrzeichen von Neu-Taipeh

Jiufen Old Street liegt in den HĂŒgeln nordöstlich von Taipeh, im Verwaltungsgebiet Neu-Taipeh, und gehört heute zu den bekanntesten Ausflugszielen des Landes. ReisefĂŒhrer wie der deutschsprachige Marco-Polo-Band zu Taiwan beschreiben Jiufen als „Bergdorf mit spektakulĂ€rer KĂŒstenaussicht, verwinkelten Gassen und traditioneller Teekultur“, das sich besonders gut als Tagesausflug von Taipeh aus eignet. Die Taiwan Tourism Administration, die nationale Tourismusbehörde, stellt Jiufen auf ihren offiziellen Seiten als eine der wichtigsten Attraktionen im Norden des Landes heraus, oft gemeinsam mit Orten wie Shifen und dem Yehliu Geopark.

Charakteristisch fĂŒr Jiufen Old Street ist die dramatische Lage: Die Siedlung zieht sich an einem Steilhang hoch, von dem aus sich bei klarem Wetter Blicke ĂŒber die KĂŒste, das Ostchinesische Meer und die kurvige KĂŒstenstraße ergeben. Die Altstadt selbst besteht aus einem Geflecht enger, teils ĂŒberdachter Gassen, Treppen und SeitengĂ€nge, gesĂ€umt von TeehĂ€usern, Streetfood-StĂ€nden, Souvenirshops und kleinen Pensionen. Besonders bekannt sind die dicht an dicht hĂ€ngenden roten Laternen, die inzwischen zu einem Instagram-Motiv geworden sind – ein Bild, das hĂ€ufig in Berichten von Medien wie BBC Travel und internationalen Reiseportalen aufgegriffen wird.

FĂŒr Reisende aus Deutschland ist Jiufen Old Street vor allem deshalb faszinierend, weil sich hier mehrere Ebenen ostasiatischer Geschichte verdichten: die Zeit der japanischen Kolonialherrschaft, die GoldgrĂ€bervergangenheit, die traditionelle Teekultur und die moderne, fotogene Popkultur-Inszenierung. Ähnlich wie in Rothenburg ob der Tauber oder den Altstadtgassen von Salzburg ist vieles touristisch ĂŒberformt – zugleich bleibt die Grundstruktur des historischen Bergdorfes deutlich erkennbar.

Geschichte und Bedeutung von Jiufen Laojie

Die UrsprĂŒnge von Jiufen reichen bis in das 19. Jahrhundert zurĂŒck, als sich in der bergigen Region zwischen Keelung und der NordostkĂŒste kleinere Siedlungen bildeten. Laut Informationen der Taiwan Tourism Administration und verschiedener historisch orientierter ReisefĂŒhrer war Jiufen lange ein abgelegenes Dorf, das nur schwer zu erreichen war. In der spĂ€ten Qing-Dynastie, also noch vor GrĂŒndung des Deutschen Reiches 1871, sollen hier erste Goldfunde gemacht worden sein, was die Region nach und nach auf die Landkarte brachte.

Die eigentliche BlĂŒte erlebte Jiufen wĂ€hrend der japanischen Kolonialzeit (1895–1945). Offizielle taiwanische Kulturinstitutionen betonen, dass die japanische Verwaltung die Goldminen systematisch ausbaute und die Infrastruktur in den Bergen verbesserte. In dieser Phase entstanden viele der Bauten, die heute noch den Charakter der Jiufen Old Street prĂ€gen: enge, steile Treppen, kleine HĂ€ndlerhĂ€user, Teestuben und einfache UnterkĂŒnfte fĂŒr Arbeiter. Historiker verweisen darauf, dass die Stadt in dieser Zeit zeitweise als eine Art Boomtown galt, wenn auch in bescheidenem Maßstab im Vergleich zu großen Bergbauzentren.

Nach dem RĂŒckgang des Goldabbaus in der Mitte des 20. Jahrhunderts verfiel Jiufen zunĂ€chst in eine Art Dornröschenschlaf. Lokale Quellen und die Darstellung der Gemeinde betonen, dass der Ort in den 1970er- und frĂŒhen 1980er-Jahren stark an Bevölkerung verlor, als junge Menschen in die stĂ€rker industrialisierten StĂ€dte abzogen. Einen Wendepunkt markierte in den spĂ€ten 1980er-Jahren das taiwanische Kino: Der vielbeachtete Film „A City of Sadness“ (1989) des Regisseurs Hou Hsiao-hsien, der den sogenannten „228-Zwischenfall“ und die anschließende Repression thematisiert, nutzte Jiufen als Kulisse und machte das Bergdorf einem breiteren Publikum wieder bekannt.

Medien wie BBC und große internationale Filmportale verweisen darauf, dass Jiufen seitdem zunehmend als atmosphĂ€rischer Drehort und nostalgischer Schauplatz wahrgenommen wird. Viele Reiseberichte erwĂ€hnen zudem die oft kolportierte These, das Dorf habe als Inspiration fĂŒr das Anime-Meisterwerk „Chihiros Reise ins Zauberland“ von Studio Ghibli gedient. Die offiziellen Stellen in Taiwan bleiben bei diesem Punkt zurĂŒckhaltend: Weder Studio Ghibli noch Regisseur Hayao Miyazaki haben dies je bestĂ€tigt, und seriöse Medien stellen deshalb meist nur die visuelle Ähnlichkeit zwischen den Laternen, TeehĂ€usern und der Berglage Jiufens und einzelnen Szenen des Films fest, ohne von einer direkten Vorlage zu sprechen.

Heute gilt Jiufen als Symbol fĂŒr die kulturelle Vielfalt Taiwans: ein Ort, an dem chinesische, japanische und lokale EinflĂŒsse zusammenfließen. WĂ€hrend der Goldboom vergangen ist, hat sich die Jiufen Old Street als touristischer Goldschatz etabliert – ein Beispiel dafĂŒr, wie ehemalige Industrie- und Bergbaustandorte in lebendige Kultur- und ErlebnisrĂ€ume verwandelt werden können, Ă€hnlich wie die Zeche Zollverein im Ruhrgebiet, wenn auch im deutlich kleineren Maßstab.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist Jiufen Laojie eine faszinierende Mischung aus traditioneller sĂŒdchinesischer und japanisch beeinflusster Bauweise, angepasst an die steile Topografie. ReisefĂŒhrer wie National Geographic und GEO im deutschsprachigen Raum betonen, dass sich die Siedlung terrassenförmig entlang der HĂ€nge entwickelt hat. Die HĂ€user sind meist schmal und mehrgeschossig, mit engen Treppen und ÜbergĂ€ngen zwischen Straße und Wohnraum. Viele GebĂ€ude wurden in der Kolonialzeit errichtet und spĂ€ter ĂŒberformt, erweitert oder modernisiert.

Besonders markant sind die traditionellen TeehĂ€user mit ihren hölzernen Balkonen, geschwungenen DĂ€chern und großen Fenstern, die den Blick hinunter zur KĂŒste freigeben. Eines der bekanntesten HĂ€user ist ein mehrstöckiges Teelokal mit unzĂ€hligen roten Laternen, das vielfach in internationalen Medien und Social-Media-BeitrĂ€gen auftaucht. Die taiwanische Tourismusverwaltung nutzt solche Motive gern in ihren Bildkampagnen, um die „romantische Bergdorf-AtmosphĂ€re“ Jiufens zu vermitteln.

Kulturell spielt Tee in Jiufen eine zentrale Rolle. Taiwan ist berĂŒhmt fĂŒr seine Oolong-Tees, insbesondere aus Hochlandlagen, und viele TeehĂ€user in Jiufen bieten gefĂŒhrte Verkostungen an. Deutsche und internationale Feinschmecker-Magazine verweisen darauf, dass gerade hier Besucher:innen die traditionelle taiwanische Teezeremonie erleben können – mit sorgfĂ€ltiger Zubereitung, kleinen KĂ€nnchen aus Ton oder Porzellan und mehreren AufgĂŒssen. Anders als bei japanischen Matcha-Zeremonien steht in Taiwan der Oolong-Tee mit seinem vielschichtigen Aroma im Mittelpunkt.

Ein weiteres Highlight ist das Streetfood-Angebot entlang der Jiufen Old Street. Große Medien wie die britische BBC und touristische Institutionen heben die Vielfalt hervor: von mit Erdnuss und Koriander gefĂŒllten CrĂȘpes ĂŒber sĂŒĂŸe Taro-KlĂ¶ĂŸchen in Ingwersirup bis hin zu mariniertem Tofu und FischbĂ€llchen. FĂŒr deutsche Reisende erinnert die Dichte an ImbissstĂ€nden fast an einen asiatischen Weihnachtsmarkt – nur, dass hier statt GlĂŒhwein duftender Tee und Bubble Tea in allen Varianten ausgeschenkt wird.

Neben Essen und Tee gibt es zahlreiche kleine KunsthandwerkslĂ€den: Keramik, Kalligraphie, Schmuck, Papierkunst und Produkte mit Motiven aus taiwanischer Popkultur. Kulturjournalistische BeitrĂ€ge betonen, dass Jiufen zunehmend auch fĂŒr junge Kreative attraktiv ist, die hier Ateliers, kleine Galerien oder Concept Stores eröffnen. FĂŒr Besucher:innen aus der DACH-Region ist dies eine gute Möglichkeit, abseits der Massen individuelle Souvenirs zu entdecken, die ĂŒber das ĂŒbliche Postkarten- und Magnet-Sortiment hinausgehen.

Jiufen Old Street besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Jiufen liegt im Nordosten Taiwans, im Verwaltungsgebiet Neu-Taipeh, etwa 35–40 km Luftlinie von der Hauptstadt Taipeh entfernt. Praktisch reisen die meisten Besucher:innen ĂŒber Taipeh an. Von Deutschland aus gibt es je nach Saison Flugverbindungen mit einem oder zwei Umstiegen ĂŒber große internationale Drehkreuze wie Doha, Istanbul, Singapur oder Tokio nach Taipeh-Taoyuan. Die reine Flugzeit ab Frankfurt, MĂŒnchen oder Berlin liegt in der Regel bei rund 14–16 Stunden, exklusive Umsteigezeiten. Vor Ort fĂŒhren die nationale Bahnverwaltung Taiwan Railways Administration (TRA) und die Metro von Taipeh an die KĂŒste; hĂ€ufig wird empfohlen, mit einem Vorortzug bis Ruifang zu fahren und dort in einen Bus nach Jiufen zu steigen. Alternativ bieten lokale Reiseveranstalter und internationale Plattformen organisierte TagesausflĂŒge im Kleinbus an, die Jiufen oft mit Shifen Old Street und dem Yehliu-Geopark kombinieren.
  • Öffnungszeiten
    Die Gassen der Jiufen Old Street sind als öffentlicher Raum grundsĂ€tzlich rund um die Uhr zugĂ€nglich. Die meisten GeschĂ€fte, TeehĂ€user und StĂ€nde öffnen jedoch gegen den spĂ€ten Vormittag und schließen am Abend. Touristische Informationsangebote und seriöse ReisefĂŒhrer weisen darauf hin, dass der Betrieb insbesondere an Wochenenden und Feiertagen in Taiwan bis in den Abend hinein andauert, wĂ€hrend es unter der Woche ruhiger sein kann. Da sich Öffnungszeiten einzelner Betriebe Ă€ndern können, empfiehlt es sich, kurz vor dem Besuch die Informationen bei der offiziellen Tourismusverwaltung oder direkt bei den gewĂŒnschten TeehĂ€usern und CafĂ©s zu prĂŒfen.
  • Eintritt
    Der Zugang zur Jiufen Old Street selbst ist kostenfrei. Nur einzelne Museen, Ausstellungen oder spezielle Teeverkostungen können Eintritts- oder TeilnahmegebĂŒhren erheben. Da Preise je nach Anbieter variieren und sich Ă€ndern können, ist es ratsam, vor Ort oder online aktuelle Angaben zu prĂŒfen. FĂŒr eine Teezeremonie in einem traditionellen Teelokal sollten Besucher:innen grob mit einem Betrag im Bereich von etwa 10–20 € (in Neu-Taiwan-Dollar, NTD, umgerechnet) pro Person rechnen, abhĂ€ngig von TeequalitĂ€t und Umfang.
  • Beste Reisezeit
    FĂŒr Jiufen empfehlen ReisefĂŒhrer generell die Monate mit moderaten Temperaturen und relativ wenig Taifunrisiko. Das Klima ist subtropisch, mit heißen, feuchten Sommern und milden Wintern. Angenehm fĂŒr Besucher:innen aus Mitteleuropa sind oft FrĂŒhjahr (ungefĂ€hr MĂ€rz bis Mai) und Herbst (ungefĂ€hr Oktober bis November), wenn es weder zu heiß noch zu regnerisch ist. Wichtig ist: In den Bergen um Jiufen zieht hĂ€ufig Nebel auf, und Regenschauer sind das ganze Jahr ĂŒber möglich. Ein leichter Regenmantel oder eine faltbare Regenjacke gehören deshalb unbedingt ins GepĂ€ck. UnabhĂ€ngig von der Jahreszeit lohnt sich ein Besuch am spĂ€ten Nachmittag bis in den Abend hinein, wenn die Laternen angezĂŒndet werden und die Altstadt ihr charakteristisches Licht erhĂ€lt. Wer große Menschenmengen vermeiden möchte, sollte nach Möglichkeit nicht an Wochenenden, nationalen Feiertagen oder wĂ€hrend des Mond-Neujahrs reisen, da die Gassen dann sehr voll werden.
  • Sprache, Kultur und Umgangsformen
    Die Amtssprache in Taiwan ist Mandarin-Chinesisch; in Nordtaiwan wird zudem hĂ€ufig Taiwanisch (Hokkien) gesprochen. In Jiufen Old Street beherrschen viele jĂŒngere Menschen und in touristischen Betrieben BeschĂ€ftigte Grundkenntnisse in Englisch. Deutsch wird kaum gesprochen, aber mit einfachen englischen SĂ€tzen, Übersetzungs-Apps und Gestik kommt man in der Regel gut zurecht. Im Alltag gelten höfliche ZurĂŒckhaltung, ein respektvoller Umgang und ein leiser Ton als angemessen. Beim Betreten kleiner LĂ€den ist ein freundliches BegrĂŒĂŸungswort ebenso gern gesehen wie ein kurzes Dankeschön beim Verlassen.
  • Zahlung und Trinkgeld
    In Taiwan ist Bargeld in Form von Neu-Taiwan-Dollar (NTD) weit verbreitet, vor allem an Streetfood-StĂ€nden und in kleineren GeschĂ€ften. In vielen TeehĂ€usern, Restaurants und Hotels werden internationale Kreditkarten akzeptiert; mobile Bezahldienste wie Apple Pay oder Google Pay gewinnen an Bedeutung, sind aber noch nicht flĂ€chendeckend verfĂŒgbar. Deutsche Girokarten (frĂŒhere EC-Karten) funktionieren nicht immer zuverlĂ€ssig, weshalb eine Kreditkarte und ausreichend Bargeld empfehlenswert sind. Trinkgeld ist in Taiwan nicht fest etabliert – in einfachen Restaurants und bei Streetfood wird in der Regel kein Trinkgeld erwartet. In touristisch geprĂ€gten CafĂ©s, Bars oder bei Tourguides wird jedoch ein kleines Aufgeld als höfliche Geste geschĂ€tzt, ist aber nicht zwingend.
  • Sicherheit und Gesundheit
    Taiwan gilt im internationalen Vergleich als sicheres Reiseziel mit einer niedrigen KriminalitĂ€tsrate. Wie ĂŒberall in belebten Touristengebieten sollten Besucher:innen auf ihre Wertsachen achten, TaschendiebstĂ€hle sind aber deutlich seltener als in vielen europĂ€ischen GroßstĂ€dten. Die medizinische Versorgung ist auf hohem Niveau. FĂŒr Reisende aus Deutschland wird außerhalb Europas generell der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung empfohlen, um Kosten fĂŒr mögliche Behandlungen und RĂŒcktransport abzudecken. In den engen Gassen und auf den steilen Treppen von Jiufen ist gutes Schuhwerk wichtig, besonders bei Regen, wenn die Stufen rutschig werden können.
  • Einreisebestimmungen
    FĂŒr deutsche StaatsbĂŒrger können sich Einreisebestimmungen Ă€ndern. Deshalb sollten Reisende vor einer geplanten Reise nach Taiwan die aktuellen Hinweise beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂŒfen. Dort finden sich Informationen zu erforderlichen Reisedokumenten, Visaregeln, Gesundheitsbestimmungen und Sicherheitslage. FĂŒr Staatsangehörige anderer LĂ€nder in der DACH-Region (Österreich, Schweiz, Liechtenstein) gelten teilweise andere Regelungen; auch hierfĂŒr bieten die jeweiligen Außenministerien aktuelle Informationen.
  • Zeitzone
    Taiwan liegt in der Zeitzone Taiwan Standard Time (TST), die der koordinierten Weltzeit (UTC+8) entspricht. Im Vergleich zur MitteleuropĂ€ischen Zeit (MEZ) betrĂ€gt der Zeitunterschied im Winter sieben Stunden, zur MitteleuropĂ€ischen Sommerzeit (MESZ) im Sommer sechs Stunden. FĂŒr die Reiseplanung aus Deutschland bedeutet dies: Wer morgens in Taipeh ankommt, hat in der Regel bereits einen spĂŒrbaren Jetlag; gerade am ersten Tag empfiehlt sich daher ein eher entspanntes Programm.

Warum Jiufen Laojie auf jede Neu-Taipeh-Reise gehört

FĂŒr viele Reisende aus Deutschland ist Jiufen Old Street der Moment, in dem Taiwan emotional „klickt“. Statt futuristischer Skyline wie rund um Taipei 101 gibt es hier verwinkelte Gassen, Laternen und TeehĂ€user, die an ostasiatische Bilderwelten erinnern, wie sie aus Filmen und Mangas bekannt sind. Gleichzeitig spĂŒrt man auf Schritt und Tritt den Alltag des Ortes: Einheimische, die EinkĂ€ufe erledigen, Ă€ltere Bewohner:innen, die vor ihren HĂ€usern sitzen, Kinder, die durch Seitengassen rennen.

Ein großer Reiz liegt in der Kombination aus Natur und Kultur. Von mehreren Aussichtspunkten und CafĂ©-Terrassen bietet sich ein weiter Blick ĂŒber die KĂŒste, das Meer und die umliegenden HĂŒgel. Bei klarer Sicht kann man die geschwungene KĂŒstenlinie und vorgelagerte Inseln erkennen; bei Nebel wirkt Jiufen wie eine schwebende Insel im Nichts. FĂŒr fotografisch interessierte Besucher:innen empfiehlt sich, sowohl tagsĂŒber als auch nach Einbruch der Dunkelheit Aufnahmen zu machen, da sich Stimmung und Licht komplett verĂ€ndern.

SehenswĂŒrdigkeiten in der Umgebung verstĂ€rken den Reiz eines Tagesausflugs. Oft wird Jiufen mit der ehemaligen Goldminenstadt Jinguashi kombiniert, wo ein Museum die Bergbaugeschichte des Nordostens dokumentiert. Ebenfalls beliebt sind AusflĂŒge nach Shifen Old Street im Pingxi-Distrikt, bekannt fĂŒr seine Eisenbahnlinie, auf der Besucher:innen traditionelle Himmelslaternen steigen lassen, sowie zum Yehliu-Geopark an der KĂŒste, der fĂŒr seine bizarren Felsformationen berĂŒhmt ist. Gerade in einem Land wie Taiwan, das auf der FlĂ€che etwa so groß ist wie Baden-WĂŒrttemberg, lassen sich solch unterschiedliche Landschaften in einem einzigen Tagesprogramm verbinden.

FĂŒr Reisende aus der DACH-Region, die sich fĂŒr asiatische Geschichte, Popkultur und Kulinarik interessieren, bietet Jiufen Laojie eine kompakte, konzentrierte Erfahrung: Hier lĂ€sst sich in wenigen Stunden erleben, wie Taiwan seine koloniale Vergangenheit, seine Teetradition und seine heutige Rolle als modernes, demokratisches Land in Ostasien miteinander verbindet. Gleichzeitig ist Jiufen ein guter Einstieg, um sich an die hĂ€ufig hohe Luftfeuchtigkeit, die andere Esskultur und die dichte urbane Struktur des Großraums Taipeh zu gewöhnen.

Jiufen Old Street in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke

In den sozialen Medien ist Jiufen Old Street lĂ€ngst zu einem der meistgezeigten Motive in Taiwan geworden. Auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube dominieren Bilder von Laternen, Treppen und TeehĂ€usern bei Nacht, aber auch Reels, in denen Besucher:innen ihren Weg durch Regen, Nebel und dichte Menschenmengen dokumentieren. Viele zeigen „Before/After“-Momente zwischen den ruhigen Morgenstunden, wenn die LĂ€den gerade öffnen, und den lebhaften Abendstunden, wenn Busse aus Taipeh ganze Gruppen in das Bergdorf bringen.

HĂ€ufige Fragen zu Jiufen Old Street

Wo liegt Jiufen Old Street genau?

Jiufen Old Street befindet sich im gleichnamigen Bergort Jiufen im Verwaltungsgebiet Neu-Taipeh im Nordosten Taiwans, etwa 35–40 km von der Hauptstadt Taipeh entfernt. Der Ort liegt oberhalb der KĂŒste auf einer Anhöhe, von der sich bei gutem Wetter weite Ausblicke auf das Meer ergeben.

Wie komme ich von Taipeh nach Jiufen?

Die gĂ€ngigste Route verlĂ€uft mit einem Regionalzug der Taiwan Railways Administration bis Ruifang, von wo aus Linienbusse in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden nach Jiufen fahren. Alternativ bieten Reiseagenturen in Taipeh organisierte TagesausflĂŒge im Kleinbus an, die Jiufen mit anderen SehenswĂŒrdigkeiten wie Shifen Old Street oder dem Yehliu-Geopark kombinieren.

Was macht Jiufen Laojie so besonders?

Besonders an Jiufen Laojie ist die Kombination aus historischer Bergbausiedlung, japanisch beeinflusster Architektur, lebendiger Teekultur und spektakulÀrer Hanglage mit Meerblick. Dazu kommt eine starke PrÀsenz in Film, Literatur und Social Media, die der Altstadt einen beinahe mÀrchenhaften Ruf verliehen hat.

Wann ist die beste Zeit fĂŒr einen Besuch?

Als angenehm gelten vor allem FrĂŒhling und Herbst mit milden Temperaturen. GrundsĂ€tzlich ist Jiufen ganzjĂ€hrig besuchbar, allerdings muss wegen der exponierten Lage jederzeit mit Regen und Nebel gerechnet werden. Besonders stimmungsvoll ist der Ort am spĂ€ten Nachmittag und Abend, wenn die roten Laternen leuchten.

Ist Jiufen Old Street fĂŒr Kinder und Ă€ltere Menschen geeignet?

Familien mit Kindern können Jiufen gut besuchen, sollten aber bedenken, dass viele Treppen und teils rutschige Wege zu bewĂ€ltigen sind. FĂŒr Ă€ltere Menschen oder Personen mit eingeschrĂ€nkter MobilitĂ€t kann das GelĂ€nde herausfordernd sein; in diesem Fall ist eine sorgfĂ€ltige Planung und gegebenenfalls UnterstĂŒtzung vor Ort ratsam.

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