Klagemauer Jerusalem: HaKotel HaMa'aravi intensiv erleben
07.06.2026 - 07:39:04 | ad-hoc-news.deZwischen goldenen Sandsteinmauern, dem Ruf der Gebete und flackernden Kerzen öffnet sich vor Besucherinnen und Besuchern die Klagemauer Jerusalem – HaKotel HaMa'aravi („Westliche Mauer“) – als ein Ort, an dem Geschichte, Glaube und Gegenwart dicht aufeinandertreffen. Kaum ein anderer Platz in Jerusalem bündelt so viele Emotionen, Traditionen und Hoffnungen wie dieser verbliebene Abschnitt des einstigen Tempelareals.
Klagemauer Jerusalem: Das ikonische Wahrzeichen von Jerusalem
Die Klagemauer Jerusalem gilt als eine der bekanntesten religiösen Stätten der Welt und ist für Jüdinnen und Juden ein zentraler Ort des Gebets und der Erinnerung. Sie ist Teil einer Stützmauer, die einst das Plateau des Zweiten Tempels in Jerusalem trug, und wird heute als heiligster zugänglicher Ort des Judentums verehrt. Für viele Gläubige symbolisiert sie die ungebrochene Verbindung zum Tempelberg, der in der jüdischen Tradition als Schnittstelle zwischen Himmel und Erde gilt.
Auch für Besucher aus Deutschland ist HaKotel HaMa'aravi ein emotional starkes Symbol: Die massive Steinwand, die kleinen Zettel mit Gebeten in den Fugen, Menschen, die schweigend, weinend oder singend davorstehen – all das macht den Platz zu einem eindrucksvollen Erlebnis, selbst für Menschen ohne religiösen Hintergrund. Internationale Medien wie die BBC und renommierte Reisemagazine beschreiben die Klagemauer immer wieder als „Herz der Altstadt Jerusalems“ und als einen der Orte, an denen die komplexe Geschichte des Nahen Ostens unmittelbar spürbar wird.
Die Klagemauer liegt im Jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt, nahe weiterer zentraler Heiligtümer wie der Grabeskirche der Christenheit und dem Felsendom beziehungsweise der Al-Aqsa-Moschee, die für Muslime von höchster Bedeutung sind. Damit befindet sich HaKotel HaMa'aravi in einem dicht verwobenen religiösen Raum, in dem sich drei Weltreligionen begegnen – eine Konstellation, die den Besuch zugleich faszinierend und sensibel macht.
Geschichte und Bedeutung von HaKotel HaMa'aravi
Die Geschichte von HaKotel HaMa'aravi reicht rund 2.000 Jahre zurück. Der heute sichtbare Teil der Mauer stammt aus der Zeit des Herodes, der den Zweiten Tempel und das Tempelplateau umfassend ausbauen ließ. Archäologen und Historiker datieren diese Bauphase in die Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung; damit ist die Klagemauer deutlich älter als zentrale Baudenkmäler Europas wie etwa das Brandenburger Tor in Berlin.
Die Mauer war nie Teil des eigentlichen Tempelgebäudes, sondern stützte das erweiterte Plateau, auf dem der Tempel stand. Gerade dieser Punkt ist für das Verständnis der religiösen Bedeutung wichtig: Indem Gläubige an der Klagemauer beten, wenden sie sich symbolisch dem Ort zu, an dem einst das Allerheiligste stand, das Zentrum des jüdischen Tempelkults. Nach Überlieferung wird die göttliche Gegenwart (Schechina) auch nach der Zerstörung des Tempels in der Nähe dieses Ortes vermutet, was die besondere spirituelle Bedeutung von HaKotel HaMa'aravi erklärt.
Im Jahr 70 n. Chr. wurde der Zweite Tempel von römischen Truppen zerstört. Große Teile der Anlage fielen den Bränden und der Demontage zum Opfer. Die westliche Stützmauer blieb jedoch in Teilen bestehen und wurde über die Jahrhunderte zum Ort der Trauer und des Gebets. Viele jüdische Quellen, aber auch christliche und muslimische Reiseberichte der Antike und des Mittelalters bezeugen, dass Juden hier zusammankamen, um um den Verlust des Tempels und die Zerstreuung des Volkes zu trauern.
Der Name „Klagemauer“ entstand im europäischen Sprachraum vor allem, weil Reisende und Pilger das laute Weinen und Klagen jüdischer Beter beobachteten. In der hebräischen Tradition ist jedoch der Begriff „HaKotel HaMa'aravi“ gebräuchlich – „die westliche Mauer“. In jüngeren wissenschaftlichen und journalistischen Texten wird im Deutschen zunehmend auf den Ausdruck „Westmauer“ oder „Westliche Mauer“ hingewiesen, um den religiösen Charakter des Ortes neutraler zu bezeichnen. Für deutschsprachige Reisende sind jedoch beide Bezeichnungen geläufig, wobei „Klagemauer“ nach wie vor der bekannteste Name ist.
Über die Jahrhunderte stand die Klagemauer unter wechselnden Herrschaften: byzantinische, islamische und kreuzfahrerische Regime prägten das Gebiet ebenso wie später das Osmanische Reich. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert verstärkte sich die Bedeutung des Ortes im Zuge der jüdischen Einwanderung nach Palästina. Nach dem arabisch-israelischen Krieg von 1948 lag die Altstadt mit der Klagemauer unter jordanischer Kontrolle; Juden hatten in dieser Zeit keinen Zugang zur Mauer. Erst seit dem Sechstagekrieg 1967, als Israel Ostjerusalem mit der Altstadt einnahm, ist die Klagemauer wieder für jüdische Beterinnen und Beter sowie für internationale Gäste zugänglich.
Die Verwaltung der Klagemauer liegt heute in den Händen der religiösen Behörden des Staates Israel, die mit der Organisation des Gebetsbereichs, der getrennten Areale für Männer und Frauen sowie weiterer Gebetszonen betraut sind. Gleichzeitig ist der Tempelberg selbst ein hochsensibler politischer und religiöser Raum, dessen übergeordnete Verwaltung auch islamische Stiftungen (Waqf) einschließen. Internationale Akteure wie die UNESCO und zahlreiche diplomatische Missionen haben in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt auf die besondere Bedeutung des Areals und die Notwendigkeit eines respektvollen Umgangs hingewiesen.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch beeindruckt HaKotel HaMa'aravi durch seine wuchtigen, exakt behauenen Steinquader. Die untersten Schichten stammen aus herodianischer Zeit und zeichnen sich durch große, rechteckige Kalksteinblöcke aus, deren Oberflächen glatt gearbeitet und mit einem charakteristischen Randprofil versehen sind. Einige dieser Steine wiegen mehrere Dutzend Tonnen. Für Besucher ist nur ein Teil der ursprünglichen Mauer sichtbar; ein Großteil befindet sich unter dem heutigen Bodenniveau und kann im Rahmen von Führungen in den sogenannten Kotel-Tunneln (Westmauer-Tunneln) besichtigt werden.
Die sichtbare Mauer ist etwa 18–20 m hoch, während die Gesamthöhe der ursprünglichen Stützmauer deutlich größer war. Archäologische Untersuchungen zeigen, dass die Mauer noch mehrere Meter in die Tiefe reicht und sich unter den heutigen Plätzen und Gebäuden fortsetzt. Der heutige Gebetsbereich öffnet sich zu einem breiten, rechteckigen Platz, der nach 1967 durch Abriss der engen Wohnbebauung des ehemaligen marokkanischen Viertels geschaffen wurde. Dadurch entstand der ikonische freie Blick auf die Mauer, wie man ihn heute von Fotos und Fernsehbildern kennt.
Charakteristisch sind die vielen kleinen Papierzettel („Kwitlech“), die Beterinnen und Beter in die Ritzen der Steine stecken. Diese Zettel enthalten persönliche Gebete, Bitten oder Dank. Offiziell wird die Mauerverwaltung in regelmäßigen Abständen tätig, um die Zettel zu entfernen; dabei werden sie nach religiöser Tradition gesammelt und würdevoll beigesetzt. Viele Menschen aus aller Welt, auch aus Deutschland, senden ihre Gebete inzwischen digital an Organisationen, die sie stellvertretend ausdrucken und in die Mauer stecken.
Der Platz vor der Klagemauer ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Der zentrale, prominent sichtbare Abschnitt ist in einen Männer- und einen Frauenbereich getrennt, entsprechend orthodox-jüdischer Gebetsordnung. Daneben gibt es weitere Orte, an denen unterschiedliche Strömungen des Judentums – etwa konservative oder liberale Gruppen – Gebete und Zeremonien durchführen. Diese innerjüdische Vielfalt sorgt immer wieder für Debatten darüber, wie zugänglich und inklusiv der Raum gestaltet werden soll. Internationale Medien wie die New York Times oder Der Spiegel haben wiederholt über Konflikte rund um gemischte Gebetsbereiche und die Rolle orthodoxer Autoritäten berichtet.
Zur besonderen Atmosphäre trägt auch das Zusammenspiel von Tageslicht und Stein bei: Morgens taucht die Sonne die Mauer in warmes, weiches Licht, während abends die künstliche Beleuchtung die Struktur der Steine betont. Während des Sabbats und großer jüdischer Feiertage wie Pessach, Schawuot oder Sukkot füllt sich der Platz mit Tausenden Menschen, die gemeinsam singen, tanzen und beten. Aus der Perspektive von Kulturhistorikerinnen und Historikern ist die Klagemauer damit nicht nur ein erhaltenes Bauelement, sondern ein lebendiger Ritualraum, in dem Traditionen fortgeführt und neu interpretiert werden.
Für architekturgeschichtlich Interessierte lohnt sich auch ein Blick auf die Umgebung: Die engen Gassen des Jüdischen Viertels, die archäologischen Parkanlagen an den südlichen Mauerabschnitten und die Silhouette der Altstadtmauern ergänzen das Ensemble. Im Vergleich zu gotischen Kathedralen wie dem Kölner Dom wirkt die Architektur der Klagemauer sehr schlicht; ihre Wirkung entsteht weniger durch ornamentale Detailfülle als durch die Monumentalität und die religiöse Aufladung des Ortes.
Klagemauer Jerusalem besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Die Klagemauer liegt in der Altstadt von Jerusalem, im Jüdischen Viertel nahe des Dung-Tores. Für Reisende aus Deutschland ist der nächstgelegene internationale Flughafen meist Tel Aviv Ben Gurion. Von Frankfurt/Main, München oder Berlin aus gibt es je nach Saison Nonstop-Verbindungen oder Flüge mit Umstieg über europäische Drehkreuze. Der Flug dauert bei Direktverbindungen etwa 4–5 Stunden. Vom Flughafen nach Jerusalem sind es rund 50 km; die Strecke lässt sich mit dem Zug, Shuttle-Bussen oder Taxi in etwa 30–60 Minuten zurücklegen. Von der modernen Innenstadt (Westjerusalem) erreicht man die Altstadt zu Fuß, per Straßenbahn (bis zur Nähe des Damaskustores) oder mit Bus und Taxi, anschließend folgt ein kurzer Fußweg durch die Gassen. - Orientierung vor Ort
Die Altstadt von Jerusalem ist in vier historische Quartiere gegliedert: jüdisches, muslimisches, christliches und armenisches Viertel. Die Klagemauer liegt im Jüdischen Viertel, wird aber über verschiedene Tore erreicht. Viele Besucher betreten die Altstadt durch das Jaffator oder das Damaskustor und folgen dann der Beschilderung beziehungsweise den Wegweisern zum „Western Wall“ / „Kotel“. Die Wege können steil und gepflastert sein; bequemes Schuhwerk ist daher empfehlenswert. - Öffnungszeiten
Die Klagemauer ist als Gebetsort prinzipiell rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche zugänglich. In der Praxis können jedoch Sicherheitskontrollen, Feiertage oder besondere Veranstaltungen zu zeitweiligen Einschränkungen führen. Es empfiehlt sich, kurz vor dem Besuch die aktuellen Hinweise der offiziellen Kotel-Verwaltung oder der Jerusalemer Tourismusinformation zu prüfen. Besonders am Sabbat (von Freitagabend bis Samstagabend) sowie an religiösen Feiertagen ist mit erhöhtem Andrang zu rechnen. - Eintritt
Der Zugang zum offenen Platz an der Klagemauer ist kostenlos. Für spezielle Führungen, etwa durch die Westmauer-Tunnel oder kombinierte Altstadt-Touren, können Gebühren anfallen. Die Preise werden in Israelischem Schekel (ILS) angegeben; Reisende aus Deutschland können grob mit Umrechnungen in Euro rechnen, sollten aber bedenken, dass Wechselkurse Schwankungen unterliegen. Viele Angebote lassen sich vorab über offizielle Stellen oder seriöse Reiseveranstalter buchen. - Beste Reisezeit
Jerusalem liegt auf einer Hochebene, wodurch das Klima etwas milder ist als an der Mittelmeerküste. Sommer können heiß und trocken werden, mit Temperaturen deutlich über 30 °C, während Winter eher kühl und gelegentlich regnerisch sind, in seltenen Fällen sogar mit Schneefall. Für angenehme Besuche empfehlen sich Frühjahr (März bis Mai) und Herbst (September bis November). Wer die besondere Stimmung religiöser Feiertage erleben möchte, sollte sich rechtzeitig über Pessach, Rosch ha-Schana, Jom Kippur und Sukkot informieren – an diesen Tagen ist die Stadt besonders frequentiert. Für den Besuch des Platzes selbst sind die Morgen- und Abendstunden oft angenehm, da die Sonne weniger stark brennt und das Licht eindrucksvoll auf die Mauer fällt. - Kleiderordnung und Verhalten
Als religiöser Ort verlangt die Klagemauer eine respektvolle Kleidung. Schultern und Knie sollten bedeckt sein; sehr kurze Hosen oder schulterfreie Oberteile sind nicht angemessen. Am Gebetsbereich werden Männern bei Bedarf Kippot (kleine Kopfbedeckungen) zur Verfügung gestellt. Der Platz ist in einen Bereich für Männer und einen Bereich für Frauen getrennt; diese Aufteilung ist strikt einzuhalten. Fotografieren ist grundsätzlich erlaubt, sollte aber dezent geschehen. Während des Sabbats und an bestimmten Feiertagen ist das Fotografieren und Filmen aus religiösen Gründen nicht erwünscht; Beschilderungen und Hinweise des Sicherheitspersonals sollten beachtet werden. - Sicherheit und Kontrollen
Der Zugang zur Klagemauer führt durch Sicherheitskontrollen mit Metalldetektoren und Taschenchecks. Diese Maßnahmen sind in Israel weit verbreitet und dienen der allgemeinen Sicherheit. Reisende sollten ihren Pass oder eine Kopie des Ausweises mitführen und ausreichend Zeit für die Kontrollen einplanen, insbesondere zu Stoßzeiten. Das Auswärtige Amt empfiehlt, sich vor Reiseantritt über die aktuelle Sicherheitslage in Israel und Jerusalem zu informieren und die offiziellen Reise- und Sicherheitshinweise unter auswaertiges-amt.de zu beachten. - Sprache, Zahlung, Trinkgeld
In Jerusalem sind Hebräisch und Arabisch die offiziellen Sprachen, Englisch ist in den meisten Bereichen des Tourismus weit verbreitet. Deutsch wird vereinzelt verstanden, ist aber nicht selbstverständlich. In Hotels, Restaurants und bei Führungen in der Altstadt ist Englisch in der Regel ausreichend. Bezahlt wird vorwiegend in Schekel; internationale Kreditkarten werden breit akzeptiert, in kleineren Läden und auf Märkten kann Bargeld sinnvoll sein. Trinkgeld ist in Israel üblich: In Restaurants sind rund 10–15 % angemessen, sofern kein Service in der Rechnung enthalten ist. Bei Führungen oder Taxifahrten freuen sich Dienstleister über ein moderates Trinkgeld. - Einreisebestimmungen
Für deutsche Staatsbürger gilt: Die Einreisebestimmungen nach Israel können sich ändern. In der Vergangenheit war zur Einreise ein Reisepass erforderlich, der noch mehrere Monate gültig sein sollte. Da sich Regelungen, Visafragen und Sicherheitsbedingungen ändern können, sollten Reisende unbedingt vorab die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de prüfen. Wer medizinische Versorgung in Anspruch nehmen könnte, sollte außerdem eine Auslandskrankenversicherung mit ausreichender Deckung abschließen. - Zeitverschiebung
Israel liegt in der Regel eine Stunde vor Mitteleuropäischer Zeit (MEZ). Während der Sommerzeit erhöht sich die Zeitverschiebung im Regelfall ebenfalls auf eine Stunde gegenüber der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ), da Israel eine eigene Regelung für die Umstellung hat. Für Flugzeiten, Hotel-Check-ins und Sabbat-Beginn lohnt sich ein genauer Blick auf die jeweilige Ortszeit. - Barrierefreiheit
Der Platz vor der Klagemauer ist weitgehend eben und mit Rampen ausgestattet, dennoch können die historischen Pflastersteine und Gefälle für Personen mit eingeschränkter Mobilität eine Herausforderung darstellen. Es gibt rollstuhlgerechte Zugänge, deren genaue Ausgestaltung sich jedoch verändern kann. Aktuelle Informationen stellen die Jerusalemer Stadtverwaltung und die offiziellen Tourismusstellen bereit.
Warum HaKotel HaMa'aravi auf jede Jerusalem-Reise gehört
Für viele Reisende aus Deutschland ist die Klagemauer mehr als eine touristische Attraktion – sie ist ein Schlüssel zum Verständnis von Jerusalem und des Nahen Ostens. Wer vor der Mauer steht, erlebt unmittelbar, wie religiöse Geschichte, aktuelle Konflikte und persönliche Spiritualität ineinanderfließen. Der Ort ist ein emotionaler Brennpunkt: Menschen legen die Stirn an die Steine, flüstern Gebete, feiern Bar- und Bat-Mizwa-Zeremonien oder stehen einfach schweigend da.
Nach Einschätzung von Kulturinstitutionen wie der Deutschen Welle und internationalen Reiseführern zählt die Klagemauer zu den Orten, die das Bild von Jerusalem nachhaltig prägen. Sie empfehlen, den Besuch der Mauer mit einem Rundgang durch die Altstadt zu verbinden – etwa zur Via Dolorosa und zur Grabeskirche oder zu Aussichtspunkten, von denen sich der Tempelberg überblicken lässt. So entsteht ein Panorama der religiösen Vielfalt, das in dieser Dichte weltweit einzigartig ist.
Wer sich für Geschichte interessiert, kann die Klagemauer mit einem Besuch im Israel Museum oder der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem verbinden. Beide Orte beleuchten auf unterschiedliche Weise die jüdische Geschichte, die eng mit der symbolischen Bedeutung der Klagemauer verknüpft ist. Durch diese Kombination aus historischen Ausstellungen und unmittelbarem Erleben des heiligen Ortes wird die Reise zu einem tief gehenden Kultur- und Bildungsaufenthalt.
Auch aus architektonischer Perspektive entfaltet HaKotel HaMa'aravi eine besondere Wirkung: Die Wucht der herodianischen Steine, die improvisierten Gebetsbereiche und die moderne Lichttechnik, die die Mauer abends in Szene setzt, zeigen, wie alte Bausubstanz in einen gegenwärtigen Ritualraum eingebettet werden kann. Kunsthistoriker betonen, dass die Klagemauer ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist, wie Ruinen und Fragmente mehr Bedeutung tragen können als intakte Bauwerke, weil sich in ihnen Erinnerung, Verlust und Hoffnung bündeln.
Für deutsche Reisende spielt zudem die politische Dimension eine Rolle. Der Nahostkonflikt ist in Deutschland regelmäßig Thema in Nachrichten und Debatten. Wer an der Klagemauer steht, spürt, wie tief verwurzelt die historischen und religiösen Narrative sind, die diesen Konflikt mitprägen. Gleichzeitig bleibt der Platz selbst meist erstaunlich ruhig und konzentriert; er wird von vielen Besuchern als Raum erlebt, in dem man persönliche Eindrücke sammeln kann, ohne unmittelbar mit politischen Auseinandersetzungen konfrontiert zu sein. Dennoch ist es ratsam, sich respektvoll und zurückhaltend zu verhalten und religiöse oder politische Diskussionen nicht in den Gebetsbereich zu tragen.
Die Klagemauer eignet sich auch für Familienreisen: Kinder und Jugendliche erleben hier einen lebendigen Geschichtsort, an dem abstrakte Themen wie Religion, Exil oder Erinnerung greifbar werden. Viele Führungen richten sich speziell an junge Besucher und erklären die Bedeutung des Ortes auf verständliche Weise. Für Schulklassen, die Israel im Rahmen von Bildungsreisen besuchen, ist die Klagemauer ein zentraler Anlaufpunkt, der sich gut mit interreligiösen und historischen Lerninhalten verbinden lässt.
Klagemauer Jerusalem in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
Die Klagemauer ist auch in den sozialen Medien ein starkes Motiv: Fotos von Gebetsmomenten, Nachtaufnahmen mit dramatischer Beleuchtung und persönliche Reiseberichte verbreiten sich auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube. Reisende aus Deutschland nutzen diese Kanäle, um ihre individuellen Eindrücke zu teilen – von stillen Momenten am frühen Morgen bis zu festlichen Sabbatfeiern, bei denen gesungen und getanzt wird.
Klagemauer Jerusalem — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Klagemauer Jerusalem
Wo genau liegt die Klagemauer Jerusalem?
Die Klagemauer befindet sich in der Altstadt Jerusalems im Jüdischen Viertel, nahe des Dung-Tores. Sie liegt direkt am Fuß des Tempelberges und ist über mehrere Altstadttore zu erreichen. Von der modernen Innenstadt aus kann man sie zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Kombination mit einem kurzen Fußweg erreichen.
Warum ist HaKotel HaMa'aravi für das Judentum so wichtig?
HaKotel HaMa'aravi ist der letzte erhaltene Abschnitt der westlichen Stützmauer des früheren Tempelplateaus. Da der Zweite Tempel 70 n. Chr. zerstört wurde, gilt die Klagemauer als nächstgelegener frei zugänglicher Ort zum einstigen Allerheiligsten. Viele Gläubige sehen in ihr ein Symbol für die ununterbrochene Verbindung zum Tempelberg und zur Geschichte des jüdischen Volkes.
Kostet der Besuch der Klagemauer Eintritt?
Der Zugang zum offenen Platz vor der Klagemauer ist kostenlos. Lediglich für geführte Touren, etwa durch die Westmauer-Tunnel oder kombinierte Stadtführungen, können Eintritts- oder Teilnahmegebühren anfallen. Diese werden in der Regel in Schekel angegeben; die Zahlung mit Kreditkarte ist meist möglich.
Welche Kleiderordnung gilt an der Klagemauer?
Als religiöser Ort verlangt die Klagemauer eine respektvolle und eher zurückhaltende Kleidung. Schultern und Knie sollten bedeckt sein, sehr kurze Hosen oder schulterfreie Oberteile sind nicht angebracht. Männer sollten im Gebetsbereich eine Kopfbedeckung tragen; Kippot werden bei Bedarf bereitgestellt. Außerdem ist der Gebetsbereich nach Geschlechtern getrennt, was bei der Planung des Besuchs berücksichtigt werden sollte.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Klagemauer?
Angenehme Reisezeiten für Jerusalem sind Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen milder sind. Für den Besuch der Klagemauer eignen sich besonders die frühen Morgenstunden oder der frühe Abend, wenn das Licht eindrucksvoll ist und die Hitze geringer. Wer die besondere Atmosphäre des Sabbats erleben möchte, kann am Freitagabend oder Samstag kommen, sollte aber mit sehr großem Andrang rechnen und religiöse Vorgaben respektieren.
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