Las-Lajas-Heiligtum, Santuario de Las Lajas

Las-Lajas-Heiligtum: Kolumbiens spektakuläre Schlucht-Kirche

31.05.2026 - 05:08:16 | ad-hoc-news.de

Am Rand einer tiefen Andenschlucht bei Ipiales in Kolumbien erhebt sich das Las-Lajas-Heiligtum, das Santuario de Las Lajas – ein Wallfahrtsort, der Architektur, Naturdrama und Legende auf einzigartige Weise verbindet.

Las-Lajas-Heiligtum, Santuario de Las Lajas, Kolumbien
Las-Lajas-Heiligtum, Santuario de Las Lajas, Kolumbien

Tief in einer grünen Andenschlucht nahe Ipiales in Kolumbien spannt sich eine elegante Steinbrücke über einen rauschenden Fluss, auf der eine neugotische Kirche wie aus einem Fantasy-Film zu wachsen scheint: das Las-Lajas-Heiligtum, lokal Santuario de Las Lajas („Heiligtum der Schieferfelsen“) genannt. Wer zum ersten Mal vor diesem Bauwerk steht, hat oft das Gefühl, in eine andere Welt eingetreten zu sein – irgendwo zwischen Kathedrale, Bergkloster und Naturtheater.

Las-Lajas-Heiligtum: Das ikonische Wahrzeichen von Ipiales

Das Las-Lajas-Heiligtum gilt als eine der spektakulärsten Kirchen Südamerikas. In Deutschland ist der Ort noch vergleichsweise wenig bekannt, in Kolumbien und dem benachbarten Ecuador dagegen ist er ein bedeutender Wallfahrtsort und ein identitätsstiftendes Wahrzeichen der Region Nariño im äußersten Süden des Landes.

Seine Einzigartigkeit liegt in der Kombination aus Lage und Architektur: Das Gotteshaus wurde nicht auf einem HĂĽgel, sondern direkt an die fast senkrechten Felswände einer bis zu rund 100 m tiefen Schlucht gebaut. Der Fluss Guáitara tost unter der BrĂĽcke, auf der das Heiligtum ruht, und die steilen Berghänge rĂĽcken so nah zusammen, dass die Kirche wie eingeklemmt zwischen Felsen, Himmel und Wasser wirkt.

Reiseführer wie GEO Saison und National Geographic Deutschland beschreiben das Santuario de Las Lajas immer wieder als „Bilderbuchkirche“ und als eines der fotogensten Motive Kolumbiens. Die Deutsche Welle verweist zudem auf seine Bedeutung als Symbol für den katholischen Glauben in einem Land, das trotz gesellschaftlicher und politischer Spannungen stark religiös geprägt ist. Diese Mischung aus dramatischer Naturkulisse und spiritueller Aufladung macht das Heiligtum zu einem Reiseziel, das sich klar von klassischen Großstadt-Sehenswürdigkeiten wie dem Kölner Dom oder der Sagrada Família abhebt.

Geschichte und Bedeutung von Santuario de Las Lajas

Die Ursprünge von Santuario de Las Lajas reichen der Überlieferung nach ins 18. Jahrhundert zurück. In kirchlichen Quellen und regionalen Geschichtsdarstellungen wird immer wieder eine Legende erwähnt: Eine indigene Frau soll um die Mitte des 18. Jahrhunderts mit ihrer taubstummen Tochter in einem Unwetter Schutz in einer Felsnische gesucht haben. Dort sei dem Mädchen die Jungfrau Maria erschienen, woraufhin es sprechen oder hören konnte – die Details variieren je nach Version der Erzählung.

Diese wundersame Heilung gilt bis heute als Gründungsmythos des Heiligtums. In der Felswand, an der später die Kirche entstand, erkennt man nach traditioneller Deutung ein natürlich entstandenes Bild der Jungfrau Maria, das von Gläubigen als Zeichen göttlicher Gnade verehrt wird. Historiker betonen, dass sich Legende und Realität hier eng verweben: Unabhängig von der historischen Beweisbarkeit der Wundererzählung ist unstrittig, dass sich ab dem späten 18. Jahrhundert eine lokale Pilgertradition entwickelte, die im 19. und 20. Jahrhundert immer stärkere regionale Bedeutung gewann.

Zunächst entstanden einfache Kapellen und kleine Bauten aus lokalen Materialien. Die heute sichtbare monumentale Kirche wurde überwiegend im frühen 20. Jahrhundert im neugotischen Stil errichtet und in der ersten Hälfte des Jahrhunderts vollendet. Damit ist das Bauwerk deutlich jünger als viele große europäische Kathedralen, aber älter als viele moderne Wallfahrtskirchen des 20. Jahrhunderts. Kolumbianische Kulturinstitutionen und Tourismusbehörden verweisen darauf, dass die heutige Kirche in mehreren Bauphasen entstand; genaue Jahreszahlen variieren in den Quellen, was typisch für sukzessive erweiterte Wallfahrtsorte ist.

Religionswissenschaftliche Beiträge der Universidad Nacional de Colombia und Berichte der kolumbianischen Bischofskonferenz unterstreichen, dass Las Lajas nicht nur ein lokaler Kultort ist. Pilger:innen reisen aus vielen Regionen Kolumbiens und aus dem angrenzenden Ecuador an, oft zu Marienfesten und in der Semana Santa (Karwoche). Neben persönlichen Dank- und Bittgebeten spielt der Ort auch für Familien eine Rolle, etwa für Taufen, Eheschließungen und Jubiläen.

Mehrfach wurde das Santuario de Las Lajas auf nationaler Ebene als kulturelles Erbe Kolumbiens gewürdigt. Es taucht regelmäßig in Rankings zu den „schönsten Kirchen der Welt“ renommierter Medien auf, etwa in Bildstrecken internationaler Nachrichtenagenturen oder Reisemagazine. Auch wenn diese Ranglisten subjektiv sind, zeigen sie, dass sich ein globales Interesse an diesem vergleichsweise abgelegenen Bauwerk herausgebildet hat.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist das Las-Lajas-Heiligtum ein Beispiel dafür, wie europäische Stilformen in Lateinamerika mit lokalen Bedingungen verschmelzen. Die Kirche präsentiert sich im neugotischen Stil mit Spitzbögen, Maßwerkfenstern, Fialen und einem markanten Turmensemble. Anders als klassische gotische Kathedralen in Europa steht sie jedoch nicht frei auf einem Platz, sondern ist räumlich mit der Felswand und der Brücke verwoben.

Die dreischiffige Kirche ruht auf einer steinernen Bogenbrücke über dem Fluss Guáitara. Eine mächtige Hauptbrücke mit mehreren Rundbögen verbindet die Kirche mit dem gegenüberliegenden Hang und dient zugleich als Vorplatz und Pilgerweg. Unterhalb des Kirchenraums öffnet sich der Blick in die tiefe Schlucht – ein Kontrast, der das Gefühl von Schwebende und Höhe zusätzlich verstärkt. Architekturhistoriker betonen, dass der Bau eine ingenieurtechnische Leistung darstellt, weil Stabilität, Hanglage und Wasserkräfte gleichzeitig berücksichtigt werden mussten.

Innen prägen farbige Glasfenster, filigrane Altäre und zahlreiche Votivtafeln das Bild. Viele Pilger:innen haben im Laufe der Jahrzehnte Plaketten, Fotos und Dankinschriften angebracht, um für erfahrene Hilfe oder Gebetserhörungen zu danken. Dadurch wirkt die Kirche nicht wie ein „steriler“ Museumsraum, sondern wie ein lebendiger Ort gelebter Frömmigkeit. Für Besucher:innen aus Deutschland erinnert diese Atmosphäre eher an stark frequentierte Wallfahrtsorte wie Lourdes in Frankreich oder Altötting in Bayern – jedoch in einem völlig anderen landschaftlichen Kontext.

Ein besonderes Merkmal ist die Integration der Felswand in die Architektur. Hinter dem Hauptaltar befindet sich der Felsen, auf dem das erwähnte Marienbild zu sehen sein soll. Die offizielle Verwaltung betont, dass es sich hierbei nicht um ein klassisches Gemälde handelt, sondern um eine natürlich wirkende Bildform, die sich im Gestein zeigt. Unabhängig von der wissenschaftlichen Beurteilung dieser Erscheinung macht genau dieses Detail den spezifischen Charakter des Heiligtums aus: Die Grenze zwischen Natur und Sakralraum verschwimmt.

Neben der Kirche selbst gehören Treppenanlagen, kleinere Kapellen, ein Kreuzweg und Aussichtspunkte zum Ensemble. Entlang der Wege präsentieren sich weitere Votivgaben und religiöse Skulpturen. Abends wird das Las-Lajas-Heiligtum häufig farbig beleuchtet, was den dramatischen Eindruck verstärkt und es zu einem beliebten Motiv für Nachtaufnahmen macht.

Architektur- und Kulturmagazine heben immer wieder die fotogene Qualität des Orts hervor. Die Kombination aus vertikaler Felswand, tiefer Schlucht, fließendem Wasser und filigranen Bauformen führt zu Bildern, die stark auf sozialen Medien geteilt werden. Für Reisende, die Interesse an Architektur, Fotografie oder Sakralbauten haben, ist Santuario de Las Lajas daher ein Highlight, das weit über die Region hinausstrahlt.

Las-Lajas-Heiligtum besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Das Las-Lajas-Heiligtum liegt in der sĂĽdwestlichen kolumbianischen Andenregion, unweit der Stadt Ipiales in der Provinz Nariño, nahe der Grenze zu Ecuador. Aus Deutschland erfolgt die Anreise in der Regel per Flug nach Kolumbien ĂĽber groĂźe internationale Drehscheiben wie Bogotá (El Dorado International Airport). Von Frankfurt, MĂĽnchen oder Berlin gibt es – je nach Saison – Direkt- oder Umsteigeverbindungen mit einer Gesamtflugzeit von meist rund 11 bis 14 Stunden, abhängig von Route und Zwischenstopp. Von Bogotá aus erreicht man Ipiales in der Regel mit einem Inlandsflug in Richtung Pasto und anschlieĂźender StraĂźenverbindung oder per Fernbus ĂĽber mehrere hundert Kilometer durch die Anden. Von Ipiales sind es nur wenige Kilometer bis zum Heiligtum; Taxis und lokale Busse verkehren regelmäßig zwischen Stadt und Wallfahrtsort.
  • Fortbewegung vor Ort: Besucher:innen werden ĂĽblicherweise an einem Parkplatz oder im Ortsteil nahe der Schlucht abgesetzt. Von dort fĂĽhren FuĂźwege und Treppen hinunter zum Heiligtum. Die Wege sind relativ gut ausgebaut, aber teils steil; trittsichere Schuhe und eine gewisse Grundkondition sind empfehlenswert. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten vorab prĂĽfen, ob aktuelle Transport- oder Shuttleangebote existieren, da sich diese je nach Saison ändern können.
  • Ă–ffnungszeiten: Das Santuario de Las Lajas ist im Regelfall tagsĂĽber zugänglich, an Sonn- und Feiertagen sowie zu Pilgerzeiten auch frĂĽhmorgens und abends. Da konkrete Zeiten von Wochentag, Saison und liturgischem Kalender abhängen, empfiehlt die Verwaltung, die tagesaktuellen Ă–ffnungszeiten direkt beim Heiligtum oder ĂĽber lokale TourismusbĂĽros zu prĂĽfen. Gottesdienste, Taufen und Hochzeiten können Teile des Kirchenraums zeitweise belegen.
  • Eintritt: Der Zugang zur Kirche selbst ist traditionell kostenfrei; gelegentlich können fĂĽr bestimmte Bereiche, Museen, AufzĂĽge oder Sonderausstellungen geringe GebĂĽhren anfallen. Da diese Beträge schwanken können und vom lokalen Betreiber festgelegt werden, sollten Besucher:innen vor Ort mit einem kleineren Bargeldbetrag in kolumbianischen Pesos rechnen. Zur groben Orientierung lässt sich sagen, dass viele religiöse Stätten in Kolumbien eher symbolische Beiträge verlangen, wenn ĂĽberhaupt.
  • Beste Reisezeit: Die Andenregion rund um Ipiales liegt auf groĂźer Höhe und hat ein relativ kĂĽhles, oft wechselhaftes Klima. Die Temperaturen sind häufig moderat, können aber insbesondere morgens und abends deutlich sinken. Eine absolut trockene Saison gibt es nicht, doch sind einzelne Monate tendenziell niederschlagsärmer. FĂĽr einen Besuch eignen sich viele Zeiten im Jahr, sofern man auf Regen vorbereitet ist. Empfehlenswert ist es, frĂĽh am Morgen oder in den späteren Nachmittagsstunden zu kommen, um das weiche Licht zu nutzen und den größten Andrang an Wochenenden zu vermeiden. Pilger- und Feiertage, insbesondere Marienfeste und die Semana Santa, wirken sehr atmosphärisch, bringen aber deutlich mehr Besucher:innen und volle UnterkĂĽnfte mit sich.
  • Höhenlage und Gesundheit: Ipiales liegt deutlich ĂĽber dem Meeresspiegel in den Anden. Viele Reisende kommen jedoch bereits aus anderen höher gelegenen Regionen Kolumbiens oder Ecuadors, sodass sich der Körper meist schrittweise anpasst. Wer direkt aus dem Tiefland anreist, sollte dennoch langsam machen, viel trinken, Alkohol und sehr schwere Mahlzeiten am Ankunftstag vermeiden und bei Unwohlsein gegebenenfalls medizinischen Rat einholen. Eine Auslandskrankenversicherung, die auch SĂĽdamerika abdeckt, ist dringend ratsam, da die deutsche gesetzliche Krankenversicherung auĂźerhalb Europas in der Regel keinen oder nur eingeschränkten Schutz bietet.
  • Sprache vor Ort: Amtssprache in Kolumbien ist Spanisch. In touristisch geprägten Regionen sprechen einige Menschen zusätzlich Englisch, in abgelegeneren Zonen wie Ipiales und der Umgebung des Heiligtums darf man jedoch nicht generell von guten Englischkenntnissen ausgehen. Ein paar spanische Grundbegriffe – etwa fĂĽr BegrĂĽĂźungen, Wegbeschreibungen oder einfache Bestellungen – erleichtern die Kommunikation erheblich. Deutsch wird hier praktisch nicht gesprochen.
  • Zahlungsmittel und Kosten: Die Landeswährung ist der kolumbianische Peso (COP). In größeren Städten und touristischen Zentren sind Kreditkarten weit verbreitet, im Umfeld des Las-Lajas-Heiligtums und in kleineren Geschäften wird jedoch häufig Bargeld bevorzugt. Reisende aus Deutschland sollten deshalb sowohl eine international akzeptierte Kreditkarte als auch ausreichend Bargeld in Peso dabeihaben. EC-/Girocards deutscher Banken funktionieren nicht ĂĽberall zuverlässig. Mobile Payment-Dienste wie Apple Pay oder Google Pay sind zwar im urbanen Kolumbien auf dem Vormarsch, im ländlichen Raum aber keineswegs flächendeckend.
  • Trinkgeldkultur: In Kolumbien ist ein moderates Trinkgeld ĂĽblich. In Restaurants sind etwa 10 % als Servicezuschlag verbreitet, in einfacheren Lokalen und bei StraĂźenständen wird hingegen oft kein Trinkgeld erwartet. FĂĽr Taxifahrten kann aufgerundet werden, fĂĽr Gepäckhilfen, Guides oder besondere Hilfsbereitschaft sind kleine Beträge angemessen. Auch bei kirchlichen Einrichtungen wie dem Santuario de Las Lajas werden Spendenboxen fĂĽr den Unterhalt des Heiligtums aufgestellt; Gäste können das entsprechend ihrer Möglichkeiten und Wertschätzung nutzen.
  • Kleiderordnung und Verhalten: Trotz seiner Popularität als Fotomotiv bleibt das Las-Lajas-Heiligtum in erster Linie ein aktiver Wallfahrtsort. Angemessene Kleidung – bedeckte Schultern, nicht zu kurze Hosen oder Röcke – ist ein Zeichen des Respekts. Während der Gottesdienste sollte man Fotografieren auf ein Minimum beschränken und auf Blitzlicht verzichten. Laute Gespräche und Telefonate im Kirchenraum sind unpassend. Wer Votivkerzen entzĂĽnden oder Spenden hinterlassen möchte, findet dafĂĽr ausgewiesene Bereiche.
  • Fotografie und Drohnen: Das Fotografieren ist im AuĂźenbereich und in der Regel auch im Inneren fĂĽr Privatpersonen erlaubt, solange man den Gottesdienst nicht stört und keine kommerziellen Zwecke verfolgt. DrohnenflĂĽge können aus Sicherheits- und NaturschutzgrĂĽnden eingeschränkt sein und bedĂĽrfen in Kolumbien oft einer Genehmigung; zudem spielt die Nähe zur Grenze und zu empfindlichen Infrastrukturen eine Rolle. Reisende sollten sich vorab ĂĽber aktuelle Bestimmungen informieren und im Zweifel auf DrohnenflĂĽge verzichten.
  • Einreisebestimmungen: FĂĽr deutsche StaatsbĂĽrger gelten fĂĽr Kolumbien je nach Aufenthaltszweck unterschiedliche Bestimmungen, die sich ändern können. Die jeweils aktuellen Einreise- und Sicherheitshinweise sollten unbedingt vor Reiseantritt beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de geprĂĽft werden. Dort finden sich auch Hinweise zur Sicherheitslage in einzelnen Regionen Kolumbiens, zu empfohlenen Impfungen und zur gesundheitlichen Vorsorge.
  • Zeitverschiebung: Kolumbien liegt in einer Zeitzone westlich der Mitteleuropäischen Zeit. In der Regel beträgt die Zeitverschiebung zu Deutschland zwischen –6 und –7 Stunden, je nachdem, ob in Deutschland Winterzeit (MEZ) oder Sommerzeit (MESZ) gilt. Kolumbien selbst stellt nicht auf Sommerzeit um. Wer einen Besuch plant, sollte dies bei der Flugbuchung und bei der Planung von Telefonaten und Online-Meetings berĂĽcksichtigen.

Warum Santuario de Las Lajas auf jede Ipiales-Reise gehört

Für viele Reisende erschließt sich die Faszination des Las-Lajas-Heiligtums erst in dem Moment, in dem sie die ersten Stufen zur Schlucht hinabsteigen. Mit jedem Meter öffnet sich der Blick ein wenig mehr: Zuerst erscheint der Turm über den Baumkronen, dann die Brücke, schließlich das gesamte Ensemble aus Kirche, Steinbögen, Felswand und Fluss. Dieser dramaturgische Zugang – zunächst verborgen, dann zunehmend spektakulär – unterscheidet den Besuch von klassischen Stadtbesichtigungen.

Wer sich Zeit nimmt, entdeckt mehrere Perspektiven: Von der Brücke blickt man direkt auf die Fassade der Kirche, von den höheren Aussichtspunkten aus erkennt man das Heiligtum in seiner gesamten Einbettung in die Landschaft. Unten am Fluss spürt man die Kraft des Wassers und die Höhe der Brücke, während oben in der Kirche Kerzenlicht und Weihrauchduft eine intime Atmosphäre schaffen. Viele Besucher:innen berichten von einer besonderen Ruhe, sobald sie den Kirchenraum betreten – selbst dann, wenn draußen reger Andrang herrscht.

Ein weiterer Grund, Las Lajas einzuplanen, ist die Kombination mit anderen Reisezielen. Ipiales liegt nahe an der Grenze zu Ecuador und eignet sich daher als Zwischenstopp auf längeren Andenreisen, etwa in Verbindung mit Quito, dem ecuadorianischen Hochland oder der kolumbianischen Pazifikküste. Für deutsche Reisende, die häufig ohnehin eine längere Südamerikatour planen, fügt sich Santuario de Las Lajas als eindrucksvoller Baustein in eine Route ein, die Natur, Kultur und Geschichte verbindet.

Kulturell bietet der Besuch Einblicke in die religiöse Praxis vieler Kolumbianer:innen. Während in Deutschland die Kirchenbesuche insgesamt zurückgehen, sind Wallfahrtsorte wie Las Lajas an bestimmten Tagen dicht gefüllt. Familien sitzen auf den Stufen, Straßenstände verkaufen Kerzen, Rosenkränze und lokale Spezialitäten, und aus dem Inneren der Kirche sind Gesänge zu hören. Reisende erhalten so einen unmittelbaren Eindruck davon, welche Rolle Glaube und Gemeinschaft im Alltag der Region spielen.

Zugleich eröffnet sich eine andere Perspektive auf den katholischen Kirchenbau. Im Vergleich zu europäischen Kathedralen, die meist freistehend in Stadtzentren errichtet wurden, zeigt das Las-Lajas-Heiligtum, wie Sakralarchitektur sich extrem an topografische Gegebenheiten anpassen kann. Wer etwa den Kölner Dom, den Wiener Stephansdom oder das Ulmer Münster kennt, wird die neugotischen Elemente wiedererkennen – jedoch in einer völlig ungewohnten räumlichen Inszenierung.

Reisemedien und hochwertige Bildbände empfehlen Las Lajas daher nicht nur Pilger:innen, sondern auch allen, die sich für Architektur, Ingenieurbauwerke, Landschaftsfotografie oder religiöse Kultur interessieren. Die Erfahrung ist schwer durch Fotos allein zu ersetzen, denn die Geräuschkulisse des Flusses, die Höhenstaffelung der Wege und die klimatischen Bedingungen der Anden tragen wesentlich zur Gesamtwirkung bei.

Las-Lajas-Heiligtum in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

In sozialen Medien hat das Santuario de Las Lajas in den vergangenen Jahren spürbar an Aufmerksamkeit gewonnen. Reise-Influencer:innen, Fotograf:innen und Pilger:innen teilen Bilder und Videos, die die spektakuläre Lage des Heiligtums in Szene setzen: Drohnenaufnahmen (sofern erlaubt), Timelapse-Videos von Sonnenuntergängen, Nachtaufnahmen der beleuchteten Fassade und persönliche Geschichten von Wallfahrten. Dadurch ist der Ort zunehmend auf den digitalen Wunsch- und Bucket-Lists internationaler Reisender vertreten.

Häufige Fragen zu Las-Lajas-Heiligtum

Wo liegt das Las-Lajas-Heiligtum genau?

Das Las-Lajas-Heiligtum befindet sich in einer Schlucht des Flusses Guáitara in der Provinz Nariño im Süden Kolumbiens, nahe der Stadt Ipiales und unweit der Grenze zu Ecuador. Die Region gehört zu den Anden und liegt damit auf beträchtlicher Höhe über dem Meeresspiegel, was zu einem eher kühlen, wechselhaften Klima führt.

Wie alt ist Santuario de Las Lajas?

Die religiöse Tradition an diesem Ort geht auf das 18. Jahrhundert zurück, als eine Marienerscheinung und eine wundersame Heilung die Basis für einen lokalen Wallfahrtskult bildeten. Die heute sichtbare neugotische Kirche entstand in mehreren Bauphasen vor allem im frühen 20. Jahrhundert und wurde in der ersten Hälfte des Jahrhunderts fertiggestellt; genaue Jahreszahlen variieren je nach Quelle, was bei schrittweise erweiterten Wallfahrtsorten nicht ungewöhnlich ist.

Wie erreicht man das Las-Lajas-Heiligtum von Deutschland aus?

Von Deutschland reist man in der Regel per Flug nach Kolumbien, meist über Bogotá oder andere große internationale Drehscheiben. Von dort geht es per Inlandsflug oder Fernbus in die südliche Andenregion nach Ipiales bzw. in die Nähe, von wo aus Taxis und lokale Busse zum Heiligtum verkehren. Eine direkte Bahnverbindung aus Europa gibt es aufgrund der geografischen Lage natürlich nicht.

Was ist das Besondere am Las-Lajas-Heiligtum?

Besonders ist die spektakuläre Lage in einer tiefen Schlucht, die Kombination aus neugotischer Kirche, steinerner Bogenbrücke und steilen Felswänden sowie die Verbindung mit einer Marienlegende und einem angeblich im Fels erscheinenden Bild der Jungfrau Maria. Diese Elemente machen Santuario de Las Lajas zu einem außergewöhnlichen Wallfahrts- und Fotomotiv, das sich deutlich von bekannten europäischen Sakralbauten unterscheidet.

Wann ist die beste Reisezeit fĂĽr Santuario de Las Lajas?

Grundsätzlich kann das Heiligtum ganzjährig besucht werden, da das Klima in der Andenregion relativ konstant, aber wechselhaft ist. Empfehlenswert sind frühe Morgen- und späte Nachmittagsstunden wegen des Lichts und geringerer Besucherzahlen. Wer große Menschenansammlungen erleben möchte, wählt Marienfeste oder die Semana Santa; wer es ruhiger mag, weicht auf Werktage außerhalb der Hochfestsaison aus und bringt regenfeste Kleidung mit.

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