Monument Valley, Reise

Monument Valley: Rote Felsgiganten zwischen Kino-Mythos und Navajo-Kultur

07.06.2026 - 12:55:48 | ad-hoc-news.de

Monument Valley bei Oljato im Südwesten der USA ist Filmkulisse, Heiliger Ort der Navajo und Traumziel für Roadtrips – was macht diese Landschaft so anders als jeden Nationalpark?

Monument Valley, Reise, Wahrzeichen
Monument Valley, Reise, Wahrzeichen

Wenn im ersten Morgenlicht die gewaltigen roten Felsmonolithe des Monument Valley (sinngemäß „Tal der Monumente“) aus der Dunkelheit treten, wirkt die Szenerie wie eine Mischung aus Traum und Déjà-vu: vertraut aus unzähligen Western und Werbespots – und doch überwältigend real. Monument Valley in der Nähe von Oljato im Südwesten der USA ist kein klassischer Nationalpark, sondern das Herzland der Navajo Nation und eine der ikonischsten Landschaften Nordamerikas.

Monument Valley: Das ikonische Wahrzeichen von Oljato

Monument Valley liegt auf einem Hochplateau an der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Arizona und Utah, rund 1.700 km Luftlinie westlich von Chicago und etwa 3.000 km von New York entfernt. Die Region gehört zur Navajo Nation, dem größten indianischen Reservat der USA, und wird als Monument Valley Navajo Tribal Park von der Navajo-Verwaltung geführt.

Bekannt ist das Tal vor allem durch seine markanten Tafelberge und Felstürme aus rotem Sandstein, die wie riesige Skulpturen über der sonst weitgehend ebenen Hochfläche stehen. Viele Besucher:innen erleben beim ersten Blick von der Panoramastraße aus ein starkes Wiedererkennen: Genau hier wurden legendäre Western mit John Wayne gedreht, später Werbespots, Musikvideos und große Hollywood-Produktionen.

Für deutsche Reisende ist Monument Valley zu einem Synonym für den „echten“ Wilden Westen geworden. Anders als viele Filmkulissen ist dies jedoch ein lebendiger Kulturraum. Die roten Felsen sind für die Navajo nicht nur spektakuläre Natur, sondern Teil ihrer Schöpfungsgeschichten, Zeremonien und Identität. Wer anreist, betritt also zugleich eine beeindruckende Landschaft und ein indigenes Kulturgebiet – mit eigenen Regeln, eigenen Geschichten und einer besonderen Atmosphäre, die sich deutlich von klassischen US-Nationalparks unterscheidet.

Geschichte und Bedeutung von Monument Valley

Geologisch reicht die Geschichte des Monument Valley viele Millionen Jahre zurück. Das Gebiet gehört zum Colorado-Plateau, einer riesigen Hochfläche, die sich über Teile von Arizona, Utah, Colorado und New Mexico erstreckt. Über lange Zeiträume lagerten sich hier Sedimente ab, die im Lauf der Erdgeschichte zu Gestein verfestigt und schließlich durch Hebung und Erosion freigelegt wurden. So entstanden aus einst flachen Schichten jene markanten Buttes und Mesas – isolierte Felsblöcke und Tafelberge –, die heute als „Monumente“ das Tal prägen.

Archäologisch belegt ist, dass in der Region schon lange vor der Ankunft der Europäer Menschen lebten: Kulturen wie die Ancestral Puebloans (oft auch Anasazi genannt) hinterließen Spuren in Form von Siedlungsresten und Felsmalereien. Später siedelten hier Diné, wie sich die Navajo selbst nennen. Sie entwickelten eine vielfältige Kultur mit Ackerbau, Viehzucht, eigener Sprache und einem komplexen System spiritueller Vorstellungen, in dem Berge und Felsen als lebendige Wesen betrachtet werden.

Die Kolonialgeschichte des Monument Valley ist eng mit der Expansion der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert verbunden. Im Zusammenhang mit dem „Indian Wars“-Zeitalter kam es auch in der Region der Navajo zu Konflikten, Vertreibungen und Umsiedlungen. Besonders einschneidend war der sogenannte „Long Walk“ (Langer Marsch) der Navajo in den 1860er-Jahren, als Tausende von ihrem Land fortgetrieben und in ein anderes Gebiet deportiert wurden. Erst nach einigen Jahren konnten sie in Teile ihres früheren Territoriums zurückkehren, darunter auch das Gebiet des heutigen Monument Valley.

Im 20. Jahrhundert veränderte das Kino die Wahrnehmung der Region grundlegend. Der Regisseur John Ford drehte hier mehrere seiner berühmtesten Western, etwa „Stagecoach“ („Höllenfahrt nach Santa Fé“) und „The Searchers“ („Der Schwarze Falke“). Die Felsen des Monument Valley wurden quasi zur Standardkulisse für den amerikanischen Westen, auch wenn die Filme oft an ganz anderen Orten spielen sollten. Dieser „Mythos des Westens“ prägt bis heute, wie viele Menschen die Landschaft sehen.

Für die Navajo bleibt Monument Valley jedoch mehr als eine Filmkulisse. Es ist ein heiliger Ort, an dem Zeremonien stattfinden und an dem traditionelle Geschichten verortet sind. Viele Formationen tragen Navajo-Namen mit spiritueller Bedeutung, die im touristischen Alltag oft hinter englischen Bezeichnungen zurücktreten. Wer sich darauf einlässt, lernt, das Tal nicht nur als spektakuläre Kulisse, sondern als Kultur- und Lebensraum wahrzunehmen.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Auch wenn Monument Valley keine Architektur im klassischen Sinn aufweist, wirkt die Landschaft selbst wie eine gigantische Freilicht-Skulptur. Charakteristisch sind hohe Sandsteintürme, sogenannte Buttes, und breite Tafelberge (Mesas), die bis zu mehreren hundert Metern aus der Ebene aufragen. Durch Wind, Wasser und Temperaturschwankungen ständig weiter modelliert, zeigen sie scharfe Kanten, Spalten und horizontale Schichtungen in unterschiedlichen Rottönen.

Zu den bekanntesten Felsformationen zählen die „Mitten Buttes“, zwei nebeneinander stehende Felstürme, die an große Fäuste erinnern, sowie der „Merrick Butte“. Diese drei bilden die ikonische Silhouette, die man von vielen Panoramafotos kennt. Weitere benannte Formationen sind etwa „Three Sisters“, „Totem Pole“, „Elephant Butte“ oder „John Ford’s Point“, ein Aussichtspunkt, an dem der Regisseur laut Überlieferung besonders gern arbeitete.

Die Farbe der Felsen entsteht durch Eisenoxide im Sandstein; je nach Tageszeit wechseln die Töne von tiefem Dunkelrot am Morgen über leuchtendes Orange bis zu fast violetten Schattierungen im Abendlicht. Der trockene Wüstenboden und die weiten, offenen Flächen dazwischen verstärken den Eindruck von Raum und Tiefe. Für Fotograf:innen ist Monument Valley darum ein Sehnsuchtsmotiv – aber auch eine Herausforderung, weil Staub, starke Kontraste und das schnelle Wechselspiel von Licht und Schatten hohe Aufmerksamkeit verlangen.

Künstlerisch ist das Tal weit über die Fotografie hinaus präsent. Maler, Schriftsteller und Filmemacher nutzen Monument Valley seit Jahrzehnten als Symbol für Freiheit, Weite und gleichzeitig Einsamkeit. In vielen Werken steht es für den Mythos der amerikanischen Frontier – also jener Grenzregion zwischen Zivilisation und „Wildnis“, in der sich nach US-Selbstverständnis der nationale Charakter formte. Betrachtet man den Ort aus europäischer Perspektive, lohnt es sich, diesen Mythos kritisch mitzudenken: Die romantische Idee des leeren Landes übersieht oft, dass es sich um seit langem bewohntes Territorium indigener Völker handelt.

Die Navajo selbst bringen ihre Kultur unter anderem durch Kunsthandwerk in die touristische Erfahrung ein. In und um Monument Valley werden traditionelle Webereien, Silberschmuck mit Türkisen, Sandmalereien und Keramik verkauft. Wer diese Objekte erwirbt, sollte darauf achten, direkt von Navajo-Künstler:innen oder -Kooperativen zu kaufen, um die lokale Gemeinschaft zu unterstützen. Einige geführte Touren beinhalten zudem Erklärungen zu Symboliken in Teppichmustern, zur Bedeutung von Farben in Sandbildern oder zu traditioneller Musik.

Auf Verwaltungsebene ist wichtig zu verstehen: Monument Valley ist kein US-Nationalpark des National Park Service, sondern ein Tribal Park der Navajo Nation. Das bedeutet, dass Regeln, Eintrittsgelder und Nutzungsbedingungen von der Navajo-Verwaltung festgelegt werden. Einige Bereiche sind nur mit Navajo-Guides zugänglich; andere, inklusive der Fahrpiste durch das Tal, können – je nach aktueller Regelung – eigenständig befahren werden. Da sich Richtlinien ändern können, sollten Besucher:innen vorab den jeweils aktuellen Stand direkt beim Monument Valley Navajo Tribal Park prüfen.

Monument Valley besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Monument Valley liegt abgelegen im „Four Corners“-Gebiet im Südwesten der USA, weit entfernt von großen Städten. Für Reisende aus Deutschland bieten sich in der Regel Flüge nach Las Vegas, Phoenix, Los Angeles oder Denver als Einstieg an. Von Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf gibt es – oft saisonal – Direkt- oder Umsteigeverbindungen über große internationale Drehkreuze wie London, Amsterdam oder Paris. Die reine Flugzeit in die Region liegt je nach Verbindung meist zwischen rund 11 und 14 Stunden, zuzüglich Umsteigezeiten.

Von Las Vegas beträgt die Fahrstrecke zum Monument Valley etwa 650 bis 700 km, was – je nach Route und Pausen – rund 7 bis 8 Fahrstunden entsprechen kann. Von Phoenix sind es ähnlich lange Strecken; von Page am Lake Powell aus ist die Anfahrt mit etwa 200 bis 220 km deutlich kürzer. Viele deutschsprachige Reisende integrieren Monument Valley in eine Rundreise durch den Südwesten, etwa in Kombination mit Grand Canyon, Antelope Canyon, Bryce Canyon und Arches National Park.

  • Fortbewegung vor Ort
    Es gibt keine Bahnverbindungen direkt ins Monument Valley. Die Anreise erfolgt praktisch immer mit Mietwagen, Wohnmobil oder im Rahmen einer organisierten Tour. Die nächstgelegenen größeren Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten sind Kayenta in Arizona und Mexican Hat in Utah, jeweils rund 30 bis 40 km entfernt. Direkt am Eingang des Tribal Parks befinden sich Unterkünfte und Campingplätze, die besonders bei Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangsfotograf:innen beliebt sind.

Direkt im Monument Valley verläuft eine unbefestigte Rundpiste, die einen Teil des Tals erschließt. Je nach aktuellem Zustand der Strecke und den geltenden Regeln ist es entweder möglich, diese mit eigenem Fahrzeug zu befahren, oder es sind ausschließlich geführte Touren gestattet. Da starke Regenfälle die Piste unpassierbar machen können, ist es ratsam, die Bedingungen vor Ort tagesaktuell zu erfragen. Für tiefergehende Einblicke in Kultur und Geschichte empfehlen sich Touren mit Navajo-Guides, die oft auch weniger bekannte Aussichtspunkte und Erzählungen einbeziehen.

  • Ă–ffnungszeiten
    Der Monument Valley Navajo Tribal Park hat im Regelfall tagsüber geöffnet; die genauen Öffnungszeiten können saisonal variieren. Zudem kann es etwa wegen extremer Witterung oder besonderen Ereignissen zu kurzfristigen Schließungen kommen. Besucher:innen sollten daher vor der Anreise direkt beim Monument Valley Navajo Tribal Park die aktuellen Öffnungszeiten und eventuelle Einschränkungen prüfen. Hinweise dazu finden sich in der Regel auf der offiziellen Seite der Navajo Nation Parks & Recreation oder bei regionalen Tourismusorganisationen.
  • Eintritt
    Für den Zugang zum Monument Valley Navajo Tribal Park wird ein Eintritt pro Fahrzeug oder pro Person erhoben. Die konkrete Höhe lässt sich hier nicht zeitlos beziffern, da sie von der Navajo-Verwaltung angepasst werden kann und teils saisonalen oder paketbezogenen Änderungen unterliegt. Deutsche Reisende sollten mit einem zweistelligen Betrag in Euro rechnen und den jeweils aktuellen Preis in US-Dollar (USD) vorab auf der offiziellen Seite des Tribal Parks oder bei lokalen Tourismusinformationen recherchieren. Da Wechselkurse schwanken, ist eine grobe Umrechnung sinnvoll. Die Zahlung erfolgt vor Ort meist in US-Dollar; Kreditkarten werden in vielen, aber nicht allen Fällen akzeptiert.
  • Beste Reisezeit
    Das Klima im Monument Valley ist typisches Hochwüstenklima mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Die Sommermonate können tagsüber sehr heiß werden, oftmals deutlich über 30 °C, während es abends und nachts deutlich abkühlt. Im Winter sind kalte Tage und Nächte mit Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt möglich; gelegentlich fällt sogar Schnee, der einen besonderen Kontrast zu den roten Felsen bildet.

Als besonders angenehme Reisezeiten gelten Frühling und Herbst, etwa von März bis Mai sowie von September bis Oktober. Dann sind die Temperaturen meist moderat, und das Licht am frühen Morgen und späten Nachmittag bietet hervorragende Bedingungen zum Fotografieren. In der Hochsaison im Sommer ist mit erhöhtem Besucherandrang und volleren Parkplätzen zu rechnen. Wer ruhige Momente sucht, sollte möglichst früh am Morgen oder außerhalb der Schulferien und Feiertagsperioden kommen.

  • Sprache, Zahlung, Trinkgeld
    Die Hauptverkehrssprache im Monument Valley und den umliegenden Orten ist Englisch. Navajo wird innerhalb der Gemeinschaft gesprochen, spielt im touristischen Kontakt aber meist eine untergeordnete Rolle. Deutschsprachige Informationen sind vor Ort eher die Ausnahme, lassen sich aber in gängigen Reiseführern aus Deutschland oder digitalen Karten- und Guide-Apps finden.

Bei der Bezahlung sind Kreditkarten wie Visa und Mastercard weit verbreitet, insbesondere in Hotels, Restaurants und größeren Shops. Kleinere Anbieter, Souvenirstände oder Straßenverkäufer akzeptieren jedoch teilweise nur Bargeld in US-Dollar. Eine Girocard (früher EC-Karte) aus Deutschland wird in den USA häufig nicht akzeptiert, weshalb internationale Kreditkarten unbedingt empfehlenswert sind. Mobile Payment wie Apple Pay oder Google Pay setzt die Akzeptanz durch die Händler voraus, was in großen Ketten verbreiteter ist als in kleinen, ländlichen Betrieben.

Beim Trinkgeld orientiert sich die Region an den üblichen US-amerikanischen Gepflogenheiten: In Restaurants sind 15–20 % des Rechnungsbetrags üblich, bei geführten Touren wird ein Trinkgeld für Guides und Fahrer:innen erwartet, dessen Höhe sich nach Dauer und Zufriedenheit richtet. Auch für Gepäckservice oder besondere Hilfestellungen sind kleinere Beträge angemessen. In der Gastronomie ist zu beachten, dass Preise meist ohne Steuer und ohne Trinkgeld ausgewiesen werden; der Endbetrag fällt daher höher aus als zunächst auf der Speisekarte ersichtlich.

  • Zeitzone und Zeitverschiebung
    Monument Valley liegt im Bereich von Arizona und Utah, die unterschiedliche Regelungen zur Sommerzeit haben. Zudem hat die Navajo Nation eigene Festlegungen zur Zeitumstellung, die sich teilweise von jenen des Bundesstaates Arizona unterscheiden. Für Reisende aus Deutschland bedeutet dies: Die Zeitverschiebung zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beziehungsweise Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) kann je nach Jahreszeit und genauer Position im Grenzgebiet schwanken. In der Praxis liegt der Zeitunterschied im Allgemeinen bei etwa –8 bis –9 Stunden gegenüber Deutschland. Vor der Reise empfiehlt sich ein Blick in eine aktuelle Zeitzonenübersicht oder eine zuverlässige Zeitzonen-App.
  • Gesundheit und Einreise
    Für Reisen in die USA sollten deutsche Staatsbürger:innen sich frühzeitig über die aktuellen Einreisebestimmungen informieren. In der Vergangenheit waren ein gültiger Reisepass und – bei touristischen Kurzaufenthalten – in vielen Fällen eine elektronische Reisegenehmigung (ESTA) erforderlich, doch Regelungen können sich ändern. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen.

Da die USA nicht zum Geltungsbereich der Europäischen Krankenversicherungskarte gehören, ist eine private Auslandsreisekrankenversicherung sehr zu empfehlen. Die medizinische Versorgung in den USA ist qualitativ hoch, aber mit potenziell sehr hohen Kosten verbunden. Für das Monument Valley selbst ist zu beachten, dass es sich um eine abgelegene Region handelt: Die nächste umfassende medizinische Versorgung ist einige Fahrstunden entfernt. Wer Vorerkrankungen hat, sollte dies bei der Reiseplanung berücksichtigen.

  • Praktische Tipps: Wetter, Kleidung, Sicherheit
    Die starke Sonneneinstrahlung im Hochwüstenklima macht Sonnenschutz zu einem zentralen Thema. Hut oder Kappe, langärmelige leichte Kleidung, Sonnenbrille und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sind sinnvoll. Zudem ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig: Auch wenn die Hitze wegen der trockenen Luft weniger drückend erscheint als in feuchteren Klimazonen, kann der Körper rasch dehydrieren.

Für Wanderungen oder längere Aufenthalte im Freien sind geschlossene, stabile Schuhe zu empfehlen, da der Untergrund aus Sand, Geröll und teils unebenem Fels besteht. Wetterumschwünge können schnell kommen, insbesondere in den Übergangsjahreszeiten und während der sommerlichen Gewitterzeit. Bei Regen und Gewitter sollten exponierte Punkte gemieden und Fahrten auf unbefestigten Wegen kritisch geprüft werden, da sich Schlamm und plötzlich ansteigende Wasserläufe bilden können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der respektvolle Umgang mit der Kultur der Navajo. Fotografieren von Menschen, traditioneller Kleidung oder Zeremonien sollte nur nach ausdrücklicher Erlaubnis erfolgen, teilweise ist es überhaupt nicht gestattet. Auch Drohnenflüge sind häufig verboten oder stark reglementiert. Hinweisschilder und Anweisungen von Guides haben Vorrang; sie dienen sowohl dem Schutz der Kultur als auch der eigenen Sicherheit.

Warum Monument Valley auf jede Oljato-Reise gehört

Monument Valley ist für viele Reisende aus Deutschland der Inbegriff der Landschaft des amerikanischen Westens. Die Verbindung aus gewaltiger Naturkulisse, weiter Sicht und intensiven Farben schafft Eindrücke, die lange im Gedächtnis bleiben. Während am Grand Canyon der Blick in die Tiefe dominiert, richtet er sich im Monument Valley in die Weite – immer wieder unterbrochen von einzelnen, monumental in den Himmel ragenden Felsen.

Wer hier unterwegs ist, erlebt nicht nur ein landschaftliches Spektakel, sondern auch ein Stück lebendige indigene Kultur. Geführte Touren mit Navajo-Guides eröffnen Zugänge zu Geschichten, Mythen und historischen Zusammenhängen, die in reinen Bildbänden kaum vermittelt werden. Sie können etwa erklären, welche Bedeutung bestimmte Felsformationen in Erzählungen haben, wie sich traditionelle Lebensweise und moderne Herausforderungen verbinden und welche Rolle Tourismus heute für die Gemeinschaft spielt.

Für deutschsprachige Reisende lohnt sich besonders der Vergleich mit europäischen Landschaften: So groß wie die Alpen sind die Höhenunterschiede nicht, und doch wirkt das Monument Valley durch seine Weite und seine freistehenden Felsformationen mitunter noch dramatischer. Es ist eine Landschaft, die sich ständig verändert – nicht nur durch Erosion, sondern durch das Licht, das im Tagesverlauf immer neue Schatten und Farben zeichnet.

In der näheren Umgebung des Monument Valley liegen weitere Sehenswürdigkeiten wie der Goosenecks State Park mit seinen tief eingeschnittenen Flussschleifen, der San Juan River, Teile des Bears Ears-Gebietes oder – in etwas weiterer Entfernung – der Arches National Park bei Moab und der Canyonlands National Park. Wer Zeit mitbringt, kann aus dem Besuch des Monument Valley eine mehrtägige Route durch einige der eindrucksvollsten Landschaften des amerikanischen Südwestens gestalten.

Gleichzeitig ist das Monument Valley ein Ort, der zum Nachdenken über den Umgang mit Landschaft und Kultur anregt. Der touristische Blick sucht oft das perfekte Foto; aus Sicht der Navajo geht es dagegen um Respekt gegenüber der Natur und den eigenen Traditionen. Wer diese unterschiedlichen Perspektiven berücksichtigt, erlebt das Tal nicht nur als Kulisse, sondern als komplexen, lebendigen Ort im Spannungsfeld zwischen Mythos, Filmgeschichte, moderner Mobilität und indigenem Selbstverständnis.

Monument Valley in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

In sozialen Medien taucht Monument Valley regelmäßig als Sehnsuchtsort für Roadtrips, Fotoreisen und Vanlife-Abenteuer auf. Gleichzeitig mehren sich Stimmen, die an den respektvollen Umgang mit der Kultur und Natur der Navajo erinnern und für nachhaltigere Reiseformen werben. Wer sich vorab inspirieren möchte, findet auf Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok unzählige Eindrücke – von Drohnenaufnahmen (soweit erlaubt) über Zeitraffer von Sonnenaufgängen bis hin zu Erfahrungsberichten von Reisenden aus aller Welt.

Häufige Fragen zu Monument Valley

Wo liegt das Monument Valley genau?

Monument Valley liegt im Südwesten der USA auf dem Colorado-Plateau, an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Arizona und Utah. Das Gebiet gehört zur Navajo Nation, einem indigenen Reservat, und der touristisch erschlossene Bereich wird als Monument Valley Navajo Tribal Park von der Navajo-Verwaltung betrieben.

Ist Monument Valley ein Nationalpark der USA?

Monument Valley ist kein Nationalpark des US-amerikanischen National Park Service. Es handelt sich um einen Tribal Park, der von der Navajo Nation verwaltet wird. Das bedeutet, dass Eintritt, Regeln und Zugangsbedingungen von der Navajo-Verwaltung festgelegt werden und sich von denen klassischer US-Nationalparks unterscheiden können.

Wie lange sollte man fĂĽr einen Besuch des Monument Valley einplanen?

Für einen ersten Eindruck reicht vielen Reisenden ein halber bis ganzer Tag, um die Aussichtspunkte zu besuchen, die Rundpiste zu befahren und an einer geführten Tour teilzunehmen. Wer Sonnenaufgang und Sonnenuntergang erleben oder die Umgebung mit weiteren Zielen kombinieren möchte, plant idealerweise zwei Tage mit Übernachtung in der Nähe ein.

Wann ist die beste Reisezeit fĂĽr Monument Valley?

Die angenehmsten Bedingungen herrschen im Allgemeinen im Frühling (März bis Mai) und im Herbst (September bis Oktober), wenn die Temperaturen moderat sind und das Licht besonders stimmungsvolle Fotografiemöglichkeiten bietet. Im Sommer kann es sehr heiß, im Winter dagegen deutlich kälter mit gelegentlichem Schnee werden. Unabhängig von der Jahreszeit sollte man große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht einplanen.

Wie erreicht man Monument Valley am besten von Deutschland aus?

Reisende aus Deutschland fliegen meist nach Las Vegas, Phoenix, Los Angeles oder Denver und setzen von dort mit Mietwagen oder Wohnmobil fort. Direktverbindungen gibt es je nach Saison von großen deutschen Flughäfen, ansonsten mit Umstieg an internationalen Drehkreuzen. Vom Ankunftsflughafen führt eine mehrere Stunden lange Autofahrt durch den amerikanischen Südwesten zum Monument Valley; Bahnverbindungen bis zum Ziel existieren nicht.

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