Pelourinho, Salvador

Pelourinho in Salvador: barocke Fassaden und afrobrasilianische Geschichte

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 10:52 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Pelourinho in Salvador ist das historische Zentrum mit farbigen KolonialhÀusern, barocken Kirchen und sichtbaren Spuren der afrobrasilianischen Geschichte.

Makroaufnahme eines Materialdetails am Wahrzeichen Pelourinho Salvador, Salvador Brasilien
Extreme Makroaufnahme eines Materialdetails am Wahrzeichen Pelourinho Salvador in Salvador Brasilien, taktile Struktur und weiches, Illustration mit AI erstellt.

Pelourinho ist das historische Viertel in der Oberstadt von Salvador, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Bahia, und bildet den Kern des alten Stadtzentrums mit seinen dicht gereihten Kolonialbauten aus der portugiesischen Zeit.

Pelourinho: HĂŒgelviertel mit kolonialem Stadtgrundriss

Pelourinho liegt in der sogenannten Cidade Alta, also der Oberstadt von Salvador, auf einem HĂŒgelrĂŒcken ĂŒber der Bucht und ĂŒber der Unterstadt mit dem Hafen. Das Viertel gehört zum historischen Zentrum von Salvador, das 1985 als Kulturdenkmal in die Welterbeliste eingetragen wurdeals Teil des Historischen Zentrums von Salvador de Bahia. Die Straßen folgen einem kolonialen Stadtgrundriss mit ansteigenden Gassen, kleinen PlĂ€tzen und dicht bebauten HĂ€userzeilen.

Der Name Pelourinho geht auf einen steinernen Pranger zurĂŒck, der einst auf dem zentralen Platz stand und als Symbol königlicher Justiz in portugiesischen KolonialstĂ€dten dienteund dem Viertel seinen Namen gab. In der Kolonialzeit wurden hier versklavte Afrikaner öffentlich bestraft, was den Ort untrennbar mit der Geschichte der Sklaverei in Brasilien verbindetund zu seinem historischen Symbolgehalt beitrĂ€gt. Diese Doppeldeutigkeit zwischen reprĂ€sentativer Kolonialarchitektur und gewaltsamer Vergangenheit prĂ€gt das Viertel bis heute im Stadtbild.

Barocke Kirchen und farbige StadthÀuser

Pelourinho ist geprĂ€gt von einem Ensemble kolonialer WohnhĂ€user mit mehreren Geschossen, deren Fassaden in krĂ€ftigen Farben gestrichen und hĂ€ufig mit Stuckrahmen um Fenster und TĂŒren verziert sind. Viele dieser HĂ€user stammen aus der Zeit zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert, als Salvador ein wichtiger StĂŒtzpunkt des portugiesischen Kolonialreichs in Amerika warund der historische Stadtkern seine heutige Gestalt erhielt. Viele HĂ€user stehen direkt nebeneinander entlang der gepflasterten Gassen und rahmen kleine PlĂ€tze mit Blick auf Kirchenfassaden.

Zwischen den StadthÀusern stehen mehrere Kirchen und Klosteranlagen, die den Reichtum des portugiesischen Barock in der Region zeigen. Zu den herausragenden Sakralbauten zÀhlen die Kathedrale von Salvador und die Kirche und das Kloster São Francisco mit reichem Innendekor und vergoldeten Holzelementenals Beispiele der portugiesischen Barockarchitektur im Viertel. Hinzu kommt die Kirche der Bruderschaft Nossa Senhora do Rosårio dos Pretos, deren Geschichte eng mit afrobrasilianischen Glaubensgemeinschaften verbunden ist und die schwarze Laienbruderschaft sichtbar im historischen Zentrum verankert.

Afrobrasilianische Kultur im historischen Stadtraum

Die Entstehung von Pelourinho hĂ€ngt mit der GrĂŒndung von Salvador im Jahr 1549 durch TomĂ© de Sousa zusammen, der als erster Generalgouverneur Portugals in Brasilien die Stadt als Verwaltungssitz der Kolonie anlegteund den HĂŒgel der Oberstadt als Standort der RegierungsgebĂ€ude wĂ€hlte. In der Folgezeit entwickelte sich Pelourinho zum Zentrum der kolonialen Stadtelite mit WohnhĂ€usern, Verwaltungsbauten und kirchlichen Institutionen. Gleichzeitig wurde Salvador zu einem der wichtigsten UmschlagplĂ€tze des transatlantischen Sklavenhandels nach SĂŒdamerika, weshalb die Geschichte des Viertels eng mit afrikanischen Wurzeln verbunden ist.

Heute prÀgt afrobrasilianische Kultur sichtbar den Stadtraum von Pelourinho, etwa in Form von Musikgruppen wie Olodum, die aus dem Viertel hervorgegangen sind und Trommelrhythmen mit afrobrasilianischer IdentitÀt verbinden. Auf den PlÀtzen und in den Gassen stehen Figuren und Darstellungen, die an die Rolle afrikanischer Gemeinschaften in der Geschichte Salvadors erinnern, und in den historischen GebÀuden finden sich Kulturzentren, Ateliers und Einrichtungen, die sich mit der Geschichte der afrikanischen Diaspora in Bahia beschÀftigenund dem Viertel ein ausgeprÀgtes kulturelles Profil geben. Die Spannungen zwischen kolonialer ReprÀsentation und dem Erbe der Sklaverei bleiben dadurch im Stadtbild und in den Institutionen deutlich sichtbar.

Pelourinho besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Pelourinho liegt in der Oberstadt von Salvador im Bundesstaat Bahia, oberhalb der Hafen- und Unterstadt, die durch AufzĂŒge und Straßen mit dem historischen Zentrum verbunden ist.
  • Die Gassen im Viertel verlaufen ĂŒber einen HĂŒgel mit teils steilen Pflasterwegen, und innerhalb des Quartiers sind zahlreiche Stufen zu ĂŒberwinden, etwa zwischen den PlĂ€tzen und den Kirchenportalen.
  • Pelourinho gehört zu einem zusammenhĂ€ngenden historischen Zentrum, in dessen unmittelbarer NĂ€he sich weitere Viertel wie Santo AntĂŽnio und MisericĂłrdia anschließen.
  • Amtssprache ist Portugiesisch, gezahlt wird in Brasilianischen Real.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche StaatsbĂŒrger prĂŒfen die LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Pelourinho: hÀufige Fragen

Wo liegt Pelourinho?

Pelourinho liegt in der Oberstadt von Salvador im brasilianischen Bundesstaat Bahia und gehört zum historischen Zentrum der Stadt.

Was bietet ein Besuch in Pelourinho?

Ein Besuch fĂŒhrt durch ein dichtes Ensemble kolonialer StadthĂ€user, barocker Kirchen und PlĂ€tze, in denen sich die Geschichte der Kolonialzeit und afrobrasilianische Kultur im Stadtbild zeigen.

Was kennzeichnet Pelourinho besonders?

Besonders kennzeichnend sind die farbig gefassten Fassaden der KolonialhÀuser, die barocken Kirchen und die enge Verbindung zwischen kolonialer Stadtanlage und afrobrasilianischem Kulturerbe.

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