Peterhof, Reise

Peterhof bei Sankt Petersburg: Russlands Fontänenpalast neu entdecken

10.06.2026 - 06:45:37 | ad-hoc-news.de

Peterhof, der legendäre Zarenpalast Petergof vor den Toren von Sankt Petersburg in Russland, gilt als „russisches Versailles“. Was macht diesen Ort für Reisende aus Deutschland heute so faszinierend?

Peterhof, Reise, Kultur
Peterhof, Reise, Kultur

Wenn sich im Sommer die ersten Fontänen in Peterhof erheben und feine Wassernebel über den goldglänzenden Statuen liegen, wirkt Petergof (russisch „Peterhof“, sinngemäß „Peters Hof“) wie eine Bühne für die Machtträume der Zaren – nur wenige Kilometer von Sankt Petersburg entfernt. In den Parkachsen glitzert die Ostsee, barocke Fassaden leuchten im Sonnenlicht, und Hunderte Springbrunnen formen ein Wasserschauspiel, das bis heute zu den eindrucksvollsten Europas zählt.

Peterhof: Das ikonische Wahrzeichen von Sankt Petersburg

Peterhof gehört zu den bekanntesten historischen Anlagen Russlands und ist eines der Aushängeschilder von Sankt Petersburg. Die weitläufige Palast- und Parklandschaft am Südufer des Finnischen Meerbusens wurde ursprünglich als Sommerresidenz der russischen Zaren angelegt und ist heute ein Museumskomplex, der von der zuständigen staatlichen Verwaltung als Nationaldenkmal betreut wird. Die Deutsche Welle bezeichnet Peterhof als eine der „glanzvollsten Residenzen“ der russischen Monarchie und betont insbesondere die Kombination aus Architektur, Gartenkunst und Wasserspielen.

UNESCO führt die Paläste und Parkanlagen von Peterhof im Rahmen des Welterbes „Historisches Zentrum von Sankt Petersburg und zugehörige Denkmäler“, das die außergewöhnliche universelle Bedeutung dieser Kulturlandschaft offiziell anerkennt. Damit steht Petergof in einer Reihe mit europäischen Ikonen wie dem Schloss Versailles in Frankreich oder dem Schloss Schönbrunn in Wien. Anders als viele rein städtische Sehenswürdigkeiten verbindet Peterhof die Pracht eines Barockpalastes mit einer offenen Küstenlandschaft – ein Aspekt, der für Besucher aus der dicht bebauten Mitte Europas besonders eindrucksvoll ist.

Wer heute nach Petergof reist, erlebt nicht nur Geschichte, sondern ein sorgfältig restauriertes Gesamtkunstwerk: von der Grand Cascade mit ihren vergoldeten Figuren über den Großen Palast bis hin zu intimeren Lustschlösschen und versteckten „Scherzbrunnen“, die schon zur Zarenzeit für amüsierte Schreie und nasse Füße sorgten. Der Reiseführer „Marco Polo Sankt Petersburg“ beschreibt Peterhof als Pflichtprogramm jeder Sankt-Petersburg-Reise – weniger wegen eines einzelnen Gebäudes, sondern wegen der einzigartigen Inszenierung aus Wasser, Licht und Architektur.

Geschichte und Bedeutung von Petergof

Die Geschichte von Petergof beginnt mit Zar Peter dem Großen, der Anfang des 18. Jahrhunderts Sankt Petersburg als „Fenster nach Europa“ gründete. Inspiriert von seinen Reisen in westeuropäische Städte wollte er an der Ostseeküste eine Residenz errichten, die der französischen Anlage von Versailles in Pracht und Symbolik ebenbürtig sein sollte. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand so der Kern von Peterhof mit dem Großen Palast und den ersten Parkanlagen.

Russische und internationale Kunsthistoriker betonen, dass Peterhof weniger eine direkte Kopie von Versailles ist als eine eigenständige russische Interpretation des barocken Residenzgedankens. Während Versailles stark auf das Zeremoniell eines absolutistischen Hofes ausgerichtet ist, nutzt Petergof die Lage am Meer und das Gefälle zum Wasser hin, um die Macht des Zaren symbolisch mit der Beherrschung der Naturkräfte zu verbinden. Die UNESCO hebt in ihrer Begründung hervor, dass das gesamte Ensemble „ein bemerkenswertes Beispiel für die Anpassung des europäischen Palast- und Gartenmodells an die besondere Topographie und das Klima der Ostsee“ darstellt.

Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts wurde Peterhof mehrfach erweitert. Unter Kaiserin Elisabeth und später unter Katharina der Großen entstanden zusätzliche Pavillons, Parkbereiche und technische Verbesserungen der Wasserspiele. Besonders der Untere Park, der sich von der Meeresküste zum Großen Palast hinaufzieht, wurde zu einem Labor für raffinierte Brunnenanlagen und hydraulische Experimente. Zeitgleich entwickelte sich Peterhof zu einem beliebten Aufenthaltsort der russischen Hofgesellschaft in den Sommermonaten.

Historisch gesehen markiert Petergof auch wichtige politische Momente. In der Zarenzeit fanden hier Empfänge für ausländische Staatsgäste statt; internationale Berichte des 19. Jahrhunderts schildern, wie königliche Besucher bei Festen durch die beleuchteten Parkanlagen geführt wurden. Nach der Oktoberrevolution 1917 verlor der Palast seine Funktion als Residenz der Romanow-Dynastie und wurde in ein Museum umgewandelt. Die sowjetische Führung nutzte die Anlage vor allem als Symbol für das kulturelle Erbe Russlands, das – trotz der ideologischen Distanz zur Monarchie – als nationaler Schatz bewahrt werden sollte.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt Peterhof schwere Zerstörungen. Die deutsche Wehrmacht besetzte das Gebiet zwischen 1941 und 1944, und viele Gebäude wurden beschädigt oder geplündert. Russische Quellen sowie internationale Fachliteratur berichten, dass ein Teil der wertvollsten Kunstwerke rechtzeitig evakuiert werden konnte; ein großer Teil der Ausstattung ging jedoch verloren. Der spätere Wiederaufbau gilt heute als Meisterleistung der sowjetischen Denkmalpflege: Bereits wenige Jahre nach Kriegsende begann eine systematische Rekonstruktion von Fassaden, Interieurs und Gartenelementen, die sich bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinzog.

Für deutsche Leser ist interessant, dass Restauratoren und Kunsthistoriker nach 1945 intensiv mit historischen Fotografien, Plänen und schriftlichen Beschreibungen arbeiteten – ähnlich wie beim Wiederaufbau kriegszerstörter deutscher Bauten wie der Dresdner Frauenkirche oder des Neuen Gewandhauses in Leipzig. Peterhof ist daher nicht nur ein Ort der Zarenpracht, sondern auch ein Symbol für die Wiedergewinnung kultureller Identität nach einer Phase massiver Zerstörung.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch und kunsthistorisch ist Peterhof ein komplexes Ensemble, das mehrere Epochen umfasst. Der Große Palast, der auf einer Anhöhe über dem Unteren Park thront, wurde in seiner heutigen Gestalt im Wesentlichen im 18. Jahrhundert geprägt. Russische Barockarchitekten knüpften an westeuropäische Vorbilder an, interpretierten sie jedoch mit einer eigenen, oft farbintensiven Ornamentik. Für Besucher, die mit Gebäuden wie dem Zwinger in Dresden oder dem Schloss Charlottenburg in Berlin vertraut sind, wirkt Peterhof zugleich vertraut und fremd: vertraut durch die barocke Formsprache, fremd durch die russische Farbigkeit und die starke Einbeziehung von Wasser.

Besonderes Augenmerk erhält die sogenannte Große Kaskade (Grand Cascade), eine monumentale Treppenanlage aus Wasserbecken, Stufen, Skulpturen und vergoldeten Figuren, die vom Großen Palast in Richtung Meereskanal hinabführt. Die ADAC-Reiseinformationen und kulturhistorische Publikationen beschreiben die Kaskade als Herzstück von Petergof. Dutzende von Springbrunnen werden hier allein durch natürlichen Wasserdruck betrieben – ein technisches Meisterstück, das ohne elektrische Pumpen auskommt und seit Jahrhunderten auf einem System von Reservoirs und Gefälle basiert.

Im Zentrum der Großen Kaskade steht die berühmte Samson-Gruppe: eine vergoldete Statue, die den biblischen Samson zeigt, wie er einem Löwen das Maul aufreißt, aus dem Wasser empor schießt. Kunsthistoriker interpretieren dieses Motiv als Allegorie auf den Sieg Russlands über Schweden in der Schlacht bei Poltawa im Jahr 1709, bei der der schwedische Löwe von der russischen Kraft „besiegt“ wurde. Die imposante Höhe der Wasserfontäne der Samson-Gruppe erreicht nach Angaben der Museumsverwaltung mehrere Dutzend Meter und bildet den optischen Höhepunkt der gesamten Brunnenanlage.

Neben der Großen Kaskade sind die kleineren Pavillons und Lustschlösser von besonderem Interesse. Das Marly-Palais etwa, am Rand eines stillen Wasserbeckens gelegen, nimmt Bezug auf Schloss Marly-le-Roi bei Versailles. Der Monplaisir-Pavillon, direkt am Ufer gelegen, galt als einer der Lieblingsorte Peters des Großen und ist im eher intimen Maßstab gehalten. Innenräume wie Speisesäle und Kabinette geben Einblicke in das höfische Alltagsleben, weit entfernt von den großen Zeremonialräumen des Hauptpalastes.

Die Parkanlagen von Petergof verbinden streng barocke Achsen mit landschaftlich gestalteten Bereichen. Experten für Gartenkunst weisen darauf hin, dass im Unteren Park die Symmetrie der Hauptwege und Wasserachsen dominiert, während im Oberen Park und in später hinzugekommenen Bereichen eher ein freierer, zum Teil vom englischen Landschaftsgarten inspirierter Stil vorherrscht. Auffällig ist die große Zahl an „Trickbrunnen“: versteckte Düsen, die sich auf Tritt oder Bewegung hin aktivieren und Wasserfontänen in überraschende Richtungen schicken – ein höfisches Vergnügen, das Besucher noch heute erlebt, wenn sie bestimmte Steinplatten betreten oder vermeintlich harmlose Bänke nutzen.

Auch die Innenräume des Großen Palastes, soweit zugänglich, zeigen die Spanne russischer Repräsentationskultur: von vergoldeten Stuckdecken über reich intarsierte Parkettböden bis hin zu Galerien mit Porträts der Zarenfamilie. Zahlreiche Räume wurden nach dem Krieg anhand historischer Dokumente rekonstruiert; Museen und Denkmalpfleger betonen, dass es sich bei vielen Teilen um originalgetreue Nachschöpfungen handelt, während originale Fragmente gezielt integriert werden. Vergleichbar ist dieser Ansatz mit dem Wiederaufbau klassizistischer Interieurs in Potsdam oder Berlin, wo ebenfalls ein Mosaik aus Originalsubstanz und Rekonstruktion entstanden ist.

Die Lage am Finnischen Meerbusen verleiht Petergof zusätzliche atmosphärische Qualitäten. An klaren Tagen eröffnet sich vom Park aus der Blick aufs Wasser und auf die vorbeiziehenden Schiffe. Bei leichtem Wind entstehen in den Wasserbecken feine Kräuselungen, die das Gold der Statuen reflektieren. In den Übergangszeiten des Jahres, wenn der Betrieb der meisten Fontänen ruht, tritt die Geometrie der Wege und die Architektur stärker in den Vordergrund – ein ruhigerer, beinahe kontemplativer Eindruck, den auch Reiseberichte in etablierten Magazinen wie GEO und Merian hervorheben.

Peterhof besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Peterhof liegt südlich des Finnischen Meerbusens, etwa 30 km südwestlich des Zentrums von Sankt Petersburg. Für Reisende aus Deutschland ist die Anreise derzeit vor allem von den jeweils geltenden politischen Rahmenbedingungen und Verbindungen abhängig. In Zeiten regulären Flugverkehrs erfolgt die Anreise typischerweise über den internationalen Flughafen von Sankt Petersburg, der von großen europäischen Drehkreuzen aus erreichbar ist. Deutsche Reisende können im Normalfall mit Umsteigeverbindungen über andere europäische Metropolen rechnen. Vom Stadtzentrum Sankt Petersburg aus wird Petergof üblicherweise mit Vorortzügen, Bussen oder – saisonal – mit Schnellbooten über die Newamündung erreicht. Die offizielle Museumsverwaltung und etablierte Reiseverlage empfehlen, für die Anreise genügend Zeit einzuplanen, da der Verkehr und die Besucherströme insbesondere in der Hochsaison dicht sein können.
  • Öffnungszeiten
    Die Öffnungszeiten von Peterhof variieren je nach Saison, Wochentag und Art der Attraktion (Park, Großer Palast, einzelne Pavillons). Der Untere Park und die Außenanlagen haben in der Regel längere Öffnungszeiten, während die Innenräume des Großen Palastes und bestimmter Pavillons zeitlich stärker begrenzt sind und Ruhetage aufweisen können. Museen und Tourismusverbände weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich Öffnungszeiten ändern können und deshalb vor einem Besuch die aktuellen Angaben direkt auf den offiziellen Informationskanälen von Peterhof geprüft werden sollten. Dies gilt besonders für Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst sowie für Feiertage.
  • Eintritt
    Das Eintrittssystem für Peterhof ist gestaffelt: Es gibt getrennte Tickets für den Unteren Park, den Großen Palast und bestimmte Pavillons, teilweise mit unterschiedlichen Preisen für ausländische Besucher. Übliche Praxis in großen russischen Museumsanlagen ist es, dass für Park und Palast separate Eintrittskarten verlangt werden, wobei temporäre Ausstellungen zusätzliche Gebühren verursachen können. Konkrete Preise ändern sich regelmäßig; seriöse Reiseführer und die Museumsverwaltung empfehlen daher, die aktuellen Tarife kurz vor dem Besuch zu prüfen. Für deutsche Reisende ist wichtig zu wissen, dass Eintrittspreise in der Regel in der lokalen Währung Rubel ausgewiesen werden; eine Umrechnung in Euro (€) hängt vom aktuellen Wechselkurs ab.
  • Beste Reisezeit
    Die eindrucksvollste Saison für Peterhof ist für viele Besucher die Zeit, in der die Fontänen in Betrieb sind – üblicherweise vom späten Frühling bis in den Herbst hinein, wobei der genaue Zeitraum je nach Witterung und organisatorischen Entscheidungen variieren kann. In dieser Phase sind Unterer Park und Große Kaskade mit dem vollen Wasserspiel zu erleben, was das klassische Postkartenmotiv von Petergof ausmacht. Für Reisende, die Menschenmengen vermeiden möchten, bieten sich Vormittage an Werktagen oder die Nebensaison an. In der Hochsaison und an Wochenenden berichten Reiseportale und etablierte Medien von starkem Andrang, insbesondere bei schönem Wetter. Im Winter hat Peterhof einen ganz anderen Charakter: Die Fontänen sind außer Betrieb, Schnee und Eis verleihen Park und Palast eine ruhige, beinahe märchenhafte Stimmung, allerdings mit deutlich eingeschränktem Außenprogramm.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Verhalten
    In Sankt Petersburg und in touristisch stark frequentierten Sehenswürdigkeiten wie Peterhof ist Russisch die dominierende Sprache, doch sind englischsprachige Beschilderungen und Informationsmaterialien zunehmend verbreitet. In vielen Bereichen des Museums und in der Stadt sprechen Mitarbeiter zumindest grundlegendes Englisch, während Deutsch seltener anzutreffen ist. Reiseführer empfehlen, zumindest ein paar russische Höflichkeitsfloskeln zu kennen oder eine Übersetzungs-App zu nutzen. Was Zahlungsmittel betrifft, sind in Russland Kreditkarten (insbesondere international akzeptierte Systeme) in touristischen Einrichtungen verbreitet, wobei sich das konkrete Angebot in Phasen von Sanktionen und politischen Spannungen ändern kann. Aus diesem Grund raten seriöse Informationsstellen dazu, immer auch ausreichend Bargeld in lokaler Währung mitzuführen. Trinkgeld ist in Russland im Dienstleistungsbereich üblich, wenn auch nicht obligatorisch; in Restaurants gelten etwa 5–10 % als Orientierung, in Museen ist Trinkgeld für das Personal nicht üblich, freiwillige Spenden zugunsten der Denkmalpflege können aber möglich sein. Beim Besuch von Palästen und Museen sind übliche Regeln zu beachten: Essen und Trinken in Innenräumen ist meist untersagt, größere Taschen können verboten oder müssen abgegeben werden, und das Berühren von Exponaten ist nicht erlaubt. Fotografierregeln variieren je nach Saal und Ausstellung; einige Bereiche erlauben Fotos ohne Blitz, andere verbieten Innenaufnahmen.
  • Einreisebestimmungen und Sicherheit
    Für deutsche Staatsbürger gelten für Reisen nach Russland grundsätzlich visumspflichtige Einreisebestimmungen. Die konkreten Anforderungen – etwa Art des Visums, Gültigkeitsdauer, notwendige Einladungen, biometrische Daten – können sich ändern und hängen von der aktuellen politischen Lage sowie von bilateralen Vereinbarungen ab. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen sowie sicherheitsrelevante Hinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen und gegebenenfalls ergänzend Informationen der russischen Vertretungen in Deutschland konsultieren. Gerade angesichts der geopolitischen Lage und möglicher Reiseeinschränkungen wird empfohlen, Entscheidungen für eine Reise nach Sankt Petersburg und Petergof auf die jeweils aktuellsten offiziellen Informationen zu stützen und mögliche Änderungen kurzfristig zu berücksichtigen.

Ergänzend ist für Reisende aus der DACH-Region die Zeitverschiebung relevant: Sankt Petersburg liegt in einer Zeitzone östlich von Mitteleuropa. Je nach Jahreszeit und Regelung der Sommerzeit ergibt sich typischerweise ein Unterschied von wenigen Stunden zu MEZ/MESZ. Für die gesundheitliche Vorsorge wird außerhalb der Europäischen Union grundsätzlich eine Auslandskrankenversicherung empfohlen, die auch Rücktransport abdeckt. Innerhalb Russlands ist die medizinische Versorgung in Großstädten besser als in ländlichen Regionen, dennoch raten deutsche Versicherer und Reiseverbände zu einem entsprechenden Schutz.

Warum Petergof auf jede Sankt Petersburg-Reise gehört

Für viele Reisende aus Deutschland ist Peterhof einer der Orte, an denen sich das Bild von Russland auf sinnliche Weise verdichtet. Im Zusammenspiel von barocker Architektur, streng komponierten Parkräumen und dem dynamischen Spiel der Fontänen entsteht ein Eindruck von Pracht, der sich klar von mitteleuropäischen Residenzen unterscheidet – und zugleich an sie anschließt. Fachautoren verweisen immer wieder auf den Vergleich mit dem „russischen Versailles“, doch vor Ort zeigt sich schnell, dass Petergof seine eigene Handschrift hat: der Blick auf den Finnischen Meerbusen, die überraschenden Trickbrunnen, die weitläufige Küstenpromenade.

Wer Sankt Petersburg besucht, erlebt in der Stadt bereits eine Dichte an Kulturstätten: die Eremitage im Winterpalast, die Isaakskathedrale, die Auferstehungskirche am Blut, die vielen Kanäle und Brücken. Peterhof erweitert dieses Panorama um eine halbtägige bis ganztägige Exkursion ins Grüne, bei der der Rhythmus eines Stadtbesuchs für einige Stunden gebrochen wird. Die Fahrt per Boot über die Newa und den Finnischen Meerbusen, wie sie in ruhigeren Zeiten von Reiseveranstaltern und der offiziellen Tourismusinformation empfohlen wird, macht den Ausflug zusätzlich zu einem landschaftlichen Erlebnis.

Besonders reizvoll ist Peterhof für Familien und Reisende, die historische Orte gerne aktiv erleben. Kinder finden in den Trickbrunnen und weitläufigen Rasenflächen viel Raum zum Entdecken, während kulturinteressierte Erwachsene sich in Führungstexten, Audioguides und Ausstellungen mit der Geschichte des Zarenreichs auseinandersetzen können. Reisejournalen zufolge bietet ein Tag in Petergof genug Vielfalt, um sowohl Fotografie-Begeisterte als auch Geschichtsinteressierte anzusprechen. Für Fotomotive sind die frühen Morgenstunden und die spätere Nachmittagssonne besonders geeignet, wenn die goldenen Elemente der Statuen warm leuchten.

Für Leser:innen aus Deutschland eröffnet Peterhof auch eine Möglichkeit zur historischen Reflexion. Die Parallelen zwischen dem Wiederaufbau von Palästen in Russland und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, die Debatten um den Umgang mit monarchischem Erbe in modernen Gesellschaften und die Frage, wie Staaten ihr kulturelles Erbe präsentieren, werden in Fachartikeln regelmäßig thematisiert. Ein Besuch in Petergof bietet somit nicht nur ästhetischen Genuss, sondern auch Anknüpfungspunkte für eine vertiefte Auseinandersetzung mit europäischer Geschichte.

In der Nähe von Peterhof liegen weitere Sehenswürdigkeiten des Großraums Sankt Petersburg, etwa die Residenzen in Puschkin (mit dem Katharinenpalast) oder Pawlowsk. Viele etablierte Reiseführer empfehlen, Peterhof mit diesen Orten zu kombinieren, um ein umfassenderes Bild der verschiedenen Epochen russischer Hofkultur zu erhalten – vom üppigen Barock bis zum klassizistischen Landschaftsgarten. Wer ausreichend Zeit hat, kann den Besuch von Petergof so in eine mehrtägige Schlösserroute einbauen, die in ihrer Dichte an kulturellen Eindrücken durchaus mit einer Reise durch preußische Residenzen rund um Berlin oder Potsdam vergleichbar ist.

Peterhof in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

Auf Plattformen wie Instagram, YouTube und TikTok taucht Peterhof regelmäßig in Reise-Feeds auf, insbesondere während der Fontänensaison. Nutzer teilen Zeitraffer-Videos der Großen Kaskade, Drohnenaufnahmen der Parkachsen (sofern lokal erlaubt) und Detailbilder der vergoldeten Skulpturen. Reisejournalistische Beobachter weisen darauf hin, dass gerade die Kombination aus Wasser, Gold und üppigem Grün ideale Bedingungen für visuell starke Inhalte bietet. Gleichzeitig zeigen Kommentare und Erfahrungsberichte, dass viele Besucher den Kontrast zwischen der heiteren, beinahe spielerischen Atmosphäre der Trickbrunnen und der schweren, geschichtsträchtigen Vergangenheit des Ortes als besonders eindrucksvoll empfinden.

Häufige Fragen zu Peterhof

Wo liegt Peterhof genau?

Peterhof liegt etwa 30 km südwestlich des Zentrums von Sankt Petersburg in Russland, am Südufer des Finnischen Meerbusens. Die Anlage gehört administrativ zur Metropolregion Sankt Petersburg und ist über Straße, Schiene und – saisonal – per Boot mit der Stadt verbunden.

Seit wann gibt es Petergof?

Die Anfänge von Petergof gehen auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück, als Zar Peter der Große nach der Gründung von Sankt Petersburg eine Sommerresidenz an der Ostsee errichten ließ. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage stetig erweitert, besonders unter Kaiserin Elisabeth und Katharina der Großen, und im 19. Jahrhundert weiter ausgestaltet.

Was ist das Besondere an Peterhof?

Besonders an Peterhof ist die Kombination aus barockem Palast, weitläufigen Parkanlagen und einem der aufwendigsten historischen Brunnensysteme Europas. Die Große Kaskade mit der Samson-Fontäne, die ohne moderne Pumpen betrieben wird, gilt als technisches wie künstlerisches Highlight. Hinzu kommt die Lage direkt am Finnischen Meerbusen, die dem Ensemble eine offene, maritime Atmosphäre verleiht.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?

Für einen Besuch von Peterhof empfehlen viele Reiseführer mindestens einen halben, eher einen ganzen Tag. Wer den Unteren Park, die Große Kaskade und den Großen Palast besuchen und vielleicht noch einen der kleineren Pavillons besichtigen möchte, sollte ausreichend Zeit für Wege, Warteschlangen und Pausen einplanen. In der Hochsaison ist aufgrund des Besucherandrangs zusätzliche Zeit großzügig einzuplanen.

Wann ist die beste Reisezeit für Peterhof?

Die beliebteste Reisezeit für Peterhof ist der späte Frühling bis zum Frühherbst, wenn die Fontänen in Betrieb sind und die Parkanlagen in sattem Grün stehen. Wer Menschenmassen meiden will, wählt am besten Werktage und frühere oder spätere Tageszeiten. Im Winter ist die Stimmung ruhiger und märchenhaft, allerdings ohne das bekannte Wasserspiel; dafür lassen sich Architektur und Achsen des Parks in anderer Weise erleben.

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