Shirakawa-go, Japan Reise

Shirakawa-go: Japans stilles Welterbe-Dorf im Wandel der Jahreszeiten

Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 21:20 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Shirakawa-go bei Shirakawa in Japan zĂ€hlt zu den stillsten UNESCO-WelterbestĂ€tten der Alpenregion. Warum das Dorf aus Gassh?-Zukuri-HĂ€usern deutsche Reisende so tief berĂŒhrt – und wie Sie es respektvoll erleben.

Shirakawa-go, Japan Reise, UNESCO-Welterbe, Illustration mit AI erstellt.
Shirakawa-go, Japan Reise, UNESCO-Welterbe, Illustration mit AI erstellt.

Wenn im Winter dichte Schneeflocken auf die steilen ReetdĂ€cher fallen und die Lichter in den Holzfenstern von Shirakawa-go („Dorf von Shirakawa“, sinngemĂ€ĂŸ) aufleuchten, wirkt das kleine Tal in Japans Bergen wie eine andere Welt. Shirakawa-go in der Gemeinde Shirakawa ist eines der berĂŒhmtesten historischen Dörfer des Landes und gehört gemeinsam mit dem benachbarten Gokayama zum UNESCO-Welterbe – ein Ort, der deutsche Reisende mit seiner Stille, seinem traditionellen Leben und seiner besonderen Architektur tief berĂŒhrt.

Shirakawa-go: Das ikonische Wahrzeichen von Shirakawa

Shirakawa-go liegt in einem abgelegenen Tal der PrĂ€fektur Gifu im zentralen Honsh?, umgeben von bewaldeten Bergen und durchzogen vom Sh?-Fluss. Das Dorf ist berĂŒhmt fĂŒr seine historischen BauernhĂ€user im Stil der Gassh?-Zukuri („betende HĂ€nde“), deren steile DĂ€cher optisch an zusammengelegte HĂ€nde erinnern und fĂŒr extrem schneereiche Winter gebaut wurden. Diese besondere Silhouette hat Shirakawa-go zu einem Symbol fĂŒr das traditionelle lĂ€ndliche Japan gemacht.

Die UNESCO hat Shirakawa-go und die Dörfer von Gokayama 1995 als Welterbe anerkannt und wĂŒrdigt damit eine seltene, noch weitgehend intakte lĂ€ndliche Kulturlandschaft mit HĂ€usern aus Holz, Lehm und Stroh, die ĂŒber Generationen weitergebaut und gepflegt wurden. Die offizielle UNESCO-Beschreibung betont, dass hier eine vormoderne Lebensweise, basierend auf Gemeinschaftsarbeit, landwirtschaftlicher Nutzung und Seidenraupenzucht im Dachgeschoss, lange ĂŒberdauert hat und in Teilen noch sichtbar ist. Laut der Japanischen Tourismusbehörde (Japan National Tourism Organization, JNTO) gilt Shirakawa-go als eines der meistfotografierten Dörfer des Landes und als Inbegriff eines „Japan off the beaten path“.

FĂŒr deutsche Reisende ist Shirakawa-go besonders faszinierend, weil es viele Vorstellungen von Japan auf den Kopf stellt: Statt Neonlichtern, Wolkenkratzern und Shinkansen-HochgeschwindigkeitszĂŒgen dominiert hier das leise Knarzen von Holz, das Rauschen des Flusses und der Geruch von Rauch aus den Irori, den traditionellen Feuerstellen in den Wohnstuben.

Geschichte und Bedeutung von Shirakawa-go

Die Geschichte von Shirakawa-go reicht mehrere Jahrhunderte zurĂŒck. Historikerinnen und Historiker ordnen den Aufstieg der Region vor allem in die Edo-Zeit (1603–1868) ein, als viele HĂ€user entstanden und sich eine typische bĂ€uerliche Struktur entwickelte. Schon frĂŒh war das Tal bekannt fĂŒr die aufwĂ€ndige Holzkonstruktion der Gassh?-Zukuri-HĂ€user, die in Gemeinschaftsarbeit errichtet wurden: Ein Dach konnte nur mit Hilfe vieler Familien und Dorfbewohner in einem einzigen Tag aufgesetzt werden, ein Akt, der bis heute als Symbol sozialer NĂ€he und SolidaritĂ€t gilt.

Die UNESCO hebt in ihren Unterlagen zur WelterbestĂ€tte hervor, dass Shirakawa-go und Gokayama Zeugnis einer vormodernen landwirtschaftlichen Gesellschaft sind, die sich an eine extrem schneereiche und isolierte Region angepasst hat. Die HĂ€user wurden so konzipiert, dass sie der Schneelast standhalten, und die Gemeinschaft entwickelte Regeln fĂŒr Bau und Erhalt, die noch heute sichtbar sind, etwa bei der regelmĂ€ĂŸigen Erneuerung der ReetdĂ€cher im Rahmen gemeinschaftlicher Arbeiten.

Im 20. Jahrhundert war Shirakawa-go mehrfach von VerĂ€nderung bedroht. Mit dem Bau von Straßen und spĂ€ter eines Staudamms wurden Teile der historischen Siedlung verlegt oder gingen verloren. Die japanische Denkmalschutzbehörde sowie lokale Initiativen setzten sich jedoch frĂŒh fĂŒr den Erhalt der wichtigsten HĂ€user ein. Laut Berichten aus der japanischen Denkmalpflege wurde das Viertel ?gi-machi, zu dem die berĂŒhmtesten Gassh?-Zukuri-HĂ€user gehören, zu einer besonderen Schutzzone erklĂ€rt, um Abrisse und einschneidende VerĂ€nderungen zu verhindern.

Mit der Welterbe-Anerkennung in den 1990er-Jahren gewann Shirakawa-go internationale Sichtbarkeit. Reisezeitschriften wie GEO und National Geographic Deutschland haben das Dorf wiederholt als Beispiel dafĂŒr vorgestellt, wie Japan seine lĂ€ndliche Architektur und Kultur pflegt. Dabei wird hĂ€ufig hervorgehoben, dass die Welterbe-Auszeichnung nicht nur Touristen anzieht, sondern auch Verpflichtungen mit sich bringt: Der Druck durch Besucherzahlen muss mit Schutz und Respekt gegenĂŒber Bewohnern und Bausubstanz in Einklang gebracht werden.

FĂŒr deutsche Leser ist ein historischer Vergleich hilfreich: Viele Gassh?-Zukuri-HĂ€user entstanden in der Zeit, als in Europa Barockkirchen gebaut wurden – sie sind also deutlich Ă€lter als etwa das Brandenburger Tor in Berlin, das erst Ende des 18. Jahrhunderts fertiggestellt wurde. Die Verbindung von Alltag, religiösen Praktiken und landwirtschaftlicher Arbeit unter einem Dach erinnert in mancher Hinsicht eher an historische Bauernhöfe im Alpenraum, wenn auch mit ganz eigener japanischer Ästhetik.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Das prĂ€gnanteste Merkmal von Shirakawa-go ist die Architektur der Gassh?-Zukuri-HĂ€user. Der Name beschreibt die Form der DĂ€cher: sehr steil, mit dickem Reet gedeckt, sodass Schnee leicht abrutschen kann und die DachflĂ€che im Winter nicht zu schwer wird. Die DĂ€cher werden ohne NĂ€gel errichtet, stattdessen kommen traditionelle Holzverbindungen und Seile zum Einsatz – eine Bauweise, die japanische Architekturforscher als MeisterstĂŒck der Zimmermannskunst loben.

Viele HĂ€user sind dreistöckig. Im Erdgeschoss befinden sich WohnrĂ€ume, KĂŒche und die zentrale Feuerstelle, der Irori. DarĂŒber liegen ehemalige Lager- und ArbeitsrĂ€ume; ganz oben war oft Platz fĂŒr die Seidenraupenzucht. Die Kombination aus Wohnen, Arbeiten und Produktion in einem GebĂ€ude ist ein wichtiger Grund, weshalb die UNESCO das Ensemble als „außergewöhnliches Beispiel einer traditionellen Menschen-Umwelt-Beziehung“ einstuft. Japanische Kulturwissenschaftler betonen, dass die charakteristische RauchschwĂ€rzung im Dachstuhl entsteht, weil das offene Feuer ĂŒber Jahrzehnte fĂŒr Haltbarkeit der Holzbalken und fĂŒr den Schutz vor SchĂ€dlingen sorgte.

Innerhalb von Shirakawa-go sind einige HĂ€user als MuseumsgebĂ€ude zugĂ€nglich. Sie zeigen originale EinrichtungsgegenstĂ€nde, landwirtschaftliche Werkzeuge und religiöse Objekte wie HausaltĂ€re. Die offizielle Verwaltung des Dorfes und lokale Tourismusinformationen weisen darauf hin, dass Besucherinnen und Besucher durch diese HĂ€user einen Einblick in das Leben einer bĂ€uerlichen Gemeinschaft gewinnen, die lange Zeit weitgehend autark war. FĂŒhrungen und erklĂ€rende Texte, oft mit englischen Übersetzungen, erlĂ€utern die Bedeutung der RĂ€ume, der tatami-bedeckten Böden und der traditionell niedrigen Holzdecken.

Kunsthistorisch interessant sind neben der Architektur auch die Dorfstruktur und die Lage der HĂ€user zueinander. Die GebĂ€ude stehen leicht versetzt und orientieren sich am Fluss sowie an der Topographie des Tales. Felder wurden so angelegt, dass sie das Sonnenlicht optimal nutzen, wĂ€hrend Schutzpflanzungen und Baumreihen vor Wind und Lawinenrisiken schĂŒtzen. Diese Kombination aus Architektur und Landschaftsplanung wird in Fachpublikationen zur japanischen Kulturlandschaft als Beispiel eines organisch gewachsenen Dorfes beschrieben.

Religion und Alltag sind in Shirakawa-go nicht scharf getrennt. Shint?-Schreine und buddhistische Tempel befinden sich in der NÀhe oder innerhalb des Dorfes. Feste und Rituale, etwa saisonale Feierlichkeiten, spiegeln bis heute die enge Verbindung von Landwirtschaft und Glaubenswelt wider. Deutsche Besucher erleben so eine Form von ReligiositÀt, die weniger auf monumentale Tempelbauten als auf den Alltag der Dorfgemeinschaft zentriert ist.

Ein besonderes Merkmal sind die jahreszeitlichen Kontraste, die Shirakawa-go zu einem starken visuellen Reiseziel machen. Im FrĂŒhling blĂŒhen KirschbĂ€ume und Pflaumen, im Sommer ist das Tal sattgrĂŒn, im Herbst leuchten die WĂ€lder in intensiven Rot- und Goldtönen, und im Winter liegt das Dorf oft unter einer dicken Schneedecke. Internationale BildbĂ€nde und Fotoprojekte greifen diese Vielfalt auf; einige japanische Fotografen haben Shirakawa-go zu ihrem Hauptmotiv gemacht, gerade um die Spannung zwischen Bewahrung und touristischer Nutzung festzuhalten.

Shirakawa-go besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise (inkl. Flug/Bahn/Auto-Optionen ab Deutschland, soweit sinnvoll): FĂŒr Reisende aus Deutschland liegt Shirakawa-go relativ zentral im japanischen Alpenraum, zwischen den bekannten StĂ€dten Kanazawa und Takayama. Von Deutschland aus erfolgt die Anreise typischerweise per Flug nach Tokio (Flughafen Narita oder Haneda) oder nach Nagoya. Direktverbindungen gibt es von großen Drehkreuzen wie Frankfurt (FRA) und MĂŒnchen (MUC) mit einer Flugzeit von meist rund 11 bis 12 Stunden, je nach Route und Airline. Nach der Ankunft in Japan fĂŒhren gut ausgebaute Schnellzugverbindungen (Shinkansen und Limited Express) in die Region, zum Beispiel nach Kanazawa oder Takayama. Von dort verkehren Linienbusse nach Shirakawa-go, betrieben von regionalen Verkehrsanbietern. Die Fahrzeit im Bus betrĂ€gt aus Takayama je nach Linie etwa 50 bis 60 Minuten, aus Kanazawa rund 75 Minuten. Auch aus Nagoya sind Verbindungen mit Umstieg möglich. Eine Anreise mit Mietwagen ist grundsĂ€tzlich denkbar, allerdings sollte die lokale Straßenlage, insbesondere im Winter, genau geprĂŒft werden. Deutsche Reisende sollten bei Planung genĂŒgend Zeit fĂŒr Umstiege und die teilweise gebirgige Strecke einrechnen, ohne sich auf knappe AnschlĂŒsse zu verlassen.
  • Öffnungszeiten (mit Hinweis: „Öffnungszeiten können variieren — direkt bei Shirakawa-go prĂŒfen.“): Shirakawa-go ist ein bewohntes Dorf, das als Gesamtstruktur zugĂ€nglich ist; das heißt, das Freiluftenensemble selbst ist nicht wie ein Museum vollstĂ€ndig abgeschlossen. Einzelne museal aufbereitete HĂ€user, Besucherzentren und Aussichtspunkte besitzen jedoch geregelte Öffnungszeiten. Die offiziellen Tourismusinformationen sowie lokale Verwaltungen weisen darauf hin, dass diese Zeiten saisonal variieren können – etwa mit lĂ€ngeren Öffnungszeiten in der Hauptreisezeit und einer Anpassung im Winter. Deshalb sollten Besucher die jeweils aktuellen Angaben direkt bei den zustĂ€ndigen Stellen in Shirakawa-go oder bei der regionalen Tourismusorganisation prĂŒfen. Generell gilt: Ein Tagesbesuch ist gut planbar, und viele Reisende kommen zwischen Vormittag und spĂ€tem Nachmittag.
  • Eintritt (Euro und LokalwĂ€hrung, zeitlos formuliert): Der Zugang zum Dorf als solchem ist in der Regel frei, weil es sich um eine bewohnte Siedlung handelt. FĂŒr bestimmte historische HĂ€user, MuseumsgebĂ€ude oder Aussichtsplattformen wird meist ein moderater Eintritt erhoben, der helfen soll, Erhalt und Pflege zu finanzieren. VerlĂ€ssliche, doppelt geprĂŒfte konkrete Preise in Euro und Yen sind stark von Saison und Einrichtung abhĂ€ngig, weshalb eine allgemeine zeitlose Formulierung sinnvoll ist: Reisende sollten mit einem geringen bis mittleren zweistelligen Betrag in Euro rechnen, wenn sie mehrere HĂ€user besuchen, sich aber stets direkt vor Ort oder auf offiziellen Informationsseiten ĂŒber aktuelle EintrittsgebĂŒhren informieren. Wichtig ist, dass in Japan hĂ€ufiger Bargeld (Japanischer Yen) akzeptiert wird als aus Deutschland gewohnt, wĂ€hrend Kartenzahlung zunehmend möglich ist.
  • Beste Reisezeit (Saison, Tageszeit, Andrang): Die beste Reisezeit hĂ€ngt stark von den persönlichen Vorlieben ab. Viele ReisefĂŒhrer wie Marco Polo und National Geographic Deutschland stellen den Winter mit seinen tief verschneiten DĂ€chern als besonders eindrucksvoll dar. Dann ist Shirakawa-go zwar sehr kalt, aber atmosphĂ€risch einzigartig. Wer mildere Temperaturen bevorzugt, findet im FrĂŒhling und Herbst ideale Bedingungen, kombiniert mit BlĂŒten oder farbigem Laub. Der Sommer bietet grĂŒnen Talblick, kann jedoch hohe Luftfeuchtigkeit und WĂ€rme mit sich bringen. Zu beachten ist, dass bestimmte Tage im Winter, etwa bei Lichtinstallationen oder speziellen Veranstaltungen, sehr stark besucht sein können. Japanische Tourismusstellen empfehlen deutschsprachigen GĂ€sten oft, frĂŒh am Tag anzureisen, um den großen Besucherandrang zu umgehen und in Ruhe zu fotografieren. Insgesamt ist das Dorf jedoch ĂŒber das Jahr verteilt zugĂ€nglich, wobei extreme Wetterlagen im Winter kurzfristige EinschrĂ€nkungen bringen können.
  • Praxis-Tipps: Sprache vor Ort, Zahlung, Trinkgeld, Kleiderordnung, Fotografieregeln: In Shirakawa-go wird hauptsĂ€chlich Japanisch gesprochen, doch in touristischen Einrichtungen und bei Beschilderungen sind hĂ€ufig englische Informationen vorhanden. Deutsch wird eher selten verwendet, weshalb eine gewisse Englischkenntnis hilfreich ist. In Japan ist Kreditkartenzahlung verbreitet, aber nicht ĂŒberall Standard; besonders kleinere Betriebe bevorzugen Bargeld. EC-/Girocard aus Deutschland wird oft nicht akzeptiert wie im Inland ĂŒblich, internationale Kreditkarten können aber funktionieren. Mobile Payment wie Apple Pay oder Google Pay setzt kompatible Karten voraus. Trinkgeld ist in Japan traditionell unĂŒblich und sollte in Restaurants oder bei Fahrern nicht erwartet werden; höflicher Service gilt als Teil der Leistung. Kleiderordnung ist im Dorf eher praktisch geprĂ€gt: wetterfeste Kleidung und gute Schuhe sind wichtig, besonders im Winter und bei Niederschlag. Beim Betreten von HĂ€usern wird hĂ€ufig verlangt, Schuhe auszuziehen, um tatami-Böden und InnenrĂ€ume zu schĂŒtzen. Fotografieren im Außenbereich ist in der Regel erlaubt, allerdings bitten lokale Einrichtungen darum, Privatbereiche und Bewohner nicht aufzudrĂ€ngen. In InnenrĂ€umen, insbesondere in MuseumsgebĂ€uden oder religiösen StĂ€tten, können Fotografierverbote gelten; entsprechende Hinweise sollten respektiert werden.
  • Einreisebestimmungen: Deutsche StaatsbĂŒrger sollten aktuelle Einreisehinweise beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂŒfen. Japan verfĂŒgt ĂŒber eigene Visaregelungen und Einreisebestimmungen, die sich Ă€ndern können. Die Auskunft des AuswĂ€rtigen Amts wird ausdrĂŒcklich als maßgebliche Quelle empfohlen. ZusĂ€tzlich sollten Reisende ihre Auslandskrankenversicherung prĂŒfen, da die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland Kosten in Japan nicht automatisch trĂ€gt.

Warum Shirakawa-go auf jede Shirakawa-Reise gehört

Shirakawa-go ist mehr als eine fotogene Kulisse. FĂŒr viele Besucher aus Deutschland entsteht der Reiz daraus, dass hier eine andere Zeit spĂŒrbar wird, ohne zur bloßen Freilichtmuseum-Inszenierung zu werden. Menschen leben und arbeiten weiterhin in einem Teil der Gassh?-Zukuri-HĂ€user, wĂ€hrend andere GebĂ€ude fĂŒr GĂ€ste geöffnet sind. Die UNESCO und japanische Denkmalschutzbehörden betonen, dass es sich um eine „lebende Kulturlandschaft“ handelt – ein Begriff, der verdeutlicht, dass Tradition und Gegenwart ineinander greifen.

Aus Perspektive unserer Redaktion lohnt es sich, bei einem Besuch bewusst zu entschleunigen: Nicht nur die berĂŒhmten Fotopunkte anzusteuern, sondern auf den Wegen durch das Dorf zu gehen, den Fluss zu beobachten, die GerĂ€usche zu hören, das Holz zu riechen. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt kleine Details, etwa geschnitzte Holzfiguren, kleine Schreine an Wegkreuzungen oder die Art und Weise, wie Holzstapel und GerĂ€teschuppen in das Ensemble eingebunden sind. Diese Beobachtungen vermitteln ein tieferes VerstĂ€ndnis fĂŒr das Zusammenspiel von Architektur und Alltag.

Shirakawa-go lĂ€sst sich gut mit anderen Zielen im japanischen Alpenraum kombinieren. Viele ReisefĂŒhrer empfehlen, das Dorf mit einem Aufenthalt in Takayama zu verbinden, einer Stadt mit gut erhaltener historischer Altstadt, oder mit Besuchen in Kanazawa, das ein bedeutendes Samurai-Viertel und einen der berĂŒhmtesten GĂ€rten Japans, Kenroku-en, beherbergt. FĂŒr deutsche Reisende ergibt sich so eine Route, die die Vielfalt zwischen urbanem Japan, historischen Stadtquartieren und lĂ€ndlicher Kulturlandschaft erschließt.

Einen besonderen emotionalen Eindruck hinterlĂ€sst Shirakawa-go oft bei Besucherinnen und Besuchern, die sich fĂŒr nachhaltiges Reisen interessieren. Die Frage, wie eine kleine Gemeinschaft mit der wachsenden Anzahl von Touristinnen und Touristen umgeht, ist ĂŒberall im Dorf spĂŒrbar: Hinweisschilder bitten um RĂŒcksicht, Wege lenken Ströme, und einige Bereiche bleiben bewusst privat. Dieses Spannungsfeld ist ein Thema, das auch in Berichten deutscher Medien ĂŒber Welterbe immer wieder auftaucht und das in Shirakawa-go sehr sichtbar wird.

Shirakawa-go in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke

In den sozialen Medien taucht Shirakawa-go regelmĂ€ĂŸig als Sehnsuchtsmotiv fĂŒr Winterreisen, als Beispiel traditioneller Architektur und als Symbol fĂŒr ruhige, entschleunigte Japan-Erlebnisse auf. Reisende teilen Bilder vom verschneiten Dorf, von Herbstlaub und von Innenansichten der Gassh?-Zukuri-HĂ€user, oft mit dem Hinweis, wie ĂŒberraschend still und respektvoll der Ort erlebt wurde.

HĂ€ufige Fragen zu Shirakawa-go

Wo liegt Shirakawa-go genau?

Shirakawa-go liegt im Tal des Sh?-Flusses in der PrĂ€fektur Gifu in Zentraljapan, im gebirgigen Alpenraum auf der Hauptinsel Honsh?. Das Dorf gehört zur Gemeinde Shirakawa und liegt zwischen den StĂ€dten Kanazawa und Takayama, die als Ausgangspunkte fĂŒr die Anreise dienen.

Warum ist Shirakawa-go UNESCO-Welterbe?

Die UNESCO hat Shirakawa-go gemeinsam mit den Dörfern von Gokayama als Welterbe anerkannt, weil das Ensemble ein außergewöhnliches Beispiel traditioneller lĂ€ndlicher Architektur und Kulturlandschaft darstellt. Die Gassh?-Zukuri-HĂ€user, die gemeinschaftliche Bauweise, die Anpassung an schneereiche Winter und die Verbindung von Wohnen, Landwirtschaft und Seidenraupenzucht in einem GebĂ€ude gelten als einzigartig und besonders erhaltenswert.

Wie erreicht man Shirakawa-go von Deutschland aus am besten?

Von Deutschland aus empfehlen sich FlĂŒge nach Tokio oder Nagoya von großen FlughĂ€fen wie Frankfurt oder MĂŒnchen. Von dort geht es mit Bahn und Bus weiter: SchnellzĂŒge fĂŒhren nach Kanazawa oder Takayama, regionale Buslinien verbinden diese StĂ€dte mit Shirakawa-go. Eine sorgfĂ€ltige Planung der AnschlĂŒsse ist wichtig, da das Dorf in einer gebirgigen Region liegt und Reisezeiten variieren können.

Was ist das Besondere an den Gassh?-Zukuri-HĂ€usern?

Die Gassh?-Zukuri-HĂ€user fallen durch ihre steilen ReetdĂ€cher und die holzdominierte Konstruktion ohne NĂ€gel auf. Die Bauweise ist speziell fĂŒr schneereiche Winter entwickelt, erlaubt mehrere Stockwerke und integrierte Arbeits- und WohnrĂ€ume und gilt als MeisterstĂŒck traditioneller Zimmermannskunst. Viele Fachleute sehen in den HĂ€usern ein seltenes Beispiel lebendig erhaltener lĂ€ndlicher Architektur.

Wann ist die beste Reisezeit fĂŒr Shirakawa-go?

Shirakawa-go ist ganzjĂ€hrig reizvoll. Der Winter bietet besonders stimmungsvolle Schneelandschaften, der FrĂŒhling KirschblĂŒten und frisches GrĂŒn, der Sommer satte Vegetation, der Herbst intensives Laub. Deutsche Reisende sollten ihre Reisezeit nach persönlichen Vorlieben fĂŒr Temperatur und Landschaft wĂ€hlen und bedenken, dass einzelne Veranstaltungstage im Winter sehr stark besucht sein können.

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