Studie zu Göbekli Tepe erklÀrt am 22. September neue GrÀber
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWSEine am 22. September 2026 veröffentlichte Studie zu Göbekli Tepe bei Sanliurfa untersucht erstmals zwei intakte Bestattungen an der neolithischen FundstĂ€tte. Die Ergebnisse liefern neue Hinweise darauf, wie verstreute menschliche Knochen in monumentale GebĂ€ude gelangten.
Neue Studie ordnet Bestattungen am Göbekli Tepe ein
Die Forschungsarbeit von Julia Gresky und Lee Clare erschien am 22. September 2026 im Fachjournal PLOS One. Sie vergleicht die beiden GrĂ€ber mit menschlichen Knochenfragmenten, die seit Beginn der Ausgrabungen im Jahr 1995 aus dem FĂŒllmaterial besonderer Bauten geborgen wurden.
Eine der Bestattungen lag unter dem Lehmboden eines rechteckigen GebĂ€udes. Das nierenförmige Grab enthielt die Ăberreste von mindestens drei Menschen. Die Knochen waren im Grab teilweise neu angeordnet. Das zweite Grab enthielt das Skelett einer jungen erwachsenen Frau, die auf der linken Seite in gebeugter Haltung lag. Die Studie zu den zwei Bestattungen ordnet beide Befunde in das akeramische Neolithikum B zwischen 8.700 und 8.000 vor Christus ein.
Die Auswertung legt nahe, dass ein Teil der verstreuten Knochen durch natĂŒrliche Prozesse verlagert wurde. Ablagerungen aus höher gelegenen Bereichen des HĂŒgels könnten durch Erosion und Hangbewegungen in tiefer liegende monumentale GebĂ€ude gelangt sein. Weitere Bestattungsrituale schlieĂt die Arbeit ausdrĂŒcklich nicht aus.
Göbekli Tepe war mehr als ein Ort fĂŒr Rituale
Die FundstĂ€tte liegt rund 15 Kilometer nordöstlich von Sanliurfa im SĂŒdosten der TĂŒrkei. Ihre kĂŒnstliche SiedlungshĂŒgel entstand ĂŒber etwa 1.600 Jahre und umfasst Schichten vom 10. bis zum 8. Jahrtausend vor Christus.
Göbekli Tepe ist fĂŒr monumentale Bauten und T-förmige Kalksteinpfeiler mit Tierdarstellungen bekannt. Seit 2018 steht die archĂ€ologische StĂ€tte auf der UNESCO-Liste des Welterbes. Die neue Untersuchung passt zu einer breiteren Neubewertung des Ortes: Hinweise auf Wohnbereiche und hĂ€usliche AktivitĂ€ten sprechen gegen die Ă€ltere Vorstellung eines ausschlieĂlich fĂŒr Rituale genutzten Zentrums.
Im untersuchten Knochenbestand wurden bislang 928 meist voneinander unabhĂ€ngige Fragmente erfasst. Ihre Mischung aus unterschiedlichen Altersgruppen und Geschlechtern sowie SchĂ€den durch Bodendruck, Kalkablagerungen und Nagetiere passt teilweise zu den Befunden der intakten GrĂ€ber. Dadurch erhĂ€lt die ErklĂ€rung durch Bodenbewegungen Gewicht, ohne die Diskussion ĂŒber bewusst behandelte SchĂ€del zu beenden. Das Deutsche ArchĂ€ologische Institut verweist ebenfalls auf die Vielfalt neolithischer Bestattungssitten.
Die Funde verbinden Wohnbereiche und Monumentalbauten
Das erste Grab wurde 2017 bei Arbeiten an einem EntwĂ€sserungskanal fĂŒr das Schutzdach entdeckt. Das zweite war bereits 2012 gefunden, zunĂ€chst verschlossen und erst 2022 vollstĂ€ndig ausgegraben worden. Beide Befunde liegen nahe den monumentalen GebĂ€uden im sĂŒdöstlichen Bereich des HĂŒgels.
FĂŒr die Einordnung ist die Lage entscheidend. Bestattungen unter Hausböden waren im Neolithikum Anatoliens und der Levante verbreitet. Wenn solche Wohnbereiche auf höheren Teilen des SiedlungshĂŒgels lagen, können spĂ€tere Erdbewegungen die Knochen mit Sedimenten in tiefer liegende Bauten verfrachtet haben. Der Befund verbindet deshalb den Alltag einer ansĂ€ssigen Gemeinschaft mit den groĂen Steinarchitekturen.
Die Studie beschreibt zugleich Grenzen der Deutung. Einige SchÀdel weisen Spuren absichtlicher Bearbeitung auf, und andere Bestattungsformen bleiben möglich. Weitere osteologische Untersuchungen und absolute Datierungen sollen die zeitliche Entwicklung der Bestattungspraktiken prÀzisieren.
Göbekli Tepe besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Der aktuelle Anlass ist die am 22. September 2026 veröffentlichte Studie zu zwei intakten Bestattungen am Göbekli Tepe.
- Die Veröffentlichung betrifft die wissenschaftliche Einordnung der FundstÀtte. Angaben zu einem geÀnderten Zugang oder einer Sperrung sind damit nicht verbunden.
- Die StĂ€tte liegt rund 15 Kilometer nordöstlich von Sanliurfa in der TĂŒrkei und ist Teil der Region Ta? Tepeler.
- Zum Ort gehören monumentale GebĂ€ude, T-förmige Kalksteinpfeiler und ein kĂŒnstlich aufgeschĂŒtteter SiedlungshĂŒgel.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche StaatsbĂŒrger prĂŒfen die LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Göbekli Tepe auf Social-Media-Plattformen
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Göbekli Tepe: hÀufige Fragen
Was hat sich am Göbekli Tepe geÀndert?
Die am 22. September 2026 veröffentlichte Studie ordnet zwei intakte Bestattungen und verstreute Knochen neu ein. Sie bewertet Erosion und Hangbewegungen als mögliche Ursache fĂŒr einen Teil der Knochenverlagerungen.
Wo liegt Göbekli Tepe und wie kommt man hin?
Göbekli Tepe liegt rund 15 Kilometer nordöstlich von Sanliurfa im SĂŒdosten der TĂŒrkei. Die FundstĂ€tte gehört zur Region Ta? Tepeler.
Was ist Göbekli Tepe?
Göbekli Tepe ist eine neolithische archÀologische FundstÀtte mit monumentalen GebÀuden und T-förmigen Kalksteinpfeilern. Sie gehört seit 2018 zum UNESCO-Welterbe.
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