Thingvellir-Nationalpark, Reise

Thingvellir-Nationalpark: Wo Island an zwei Kontinenten zerreißt

07.06.2026 - 07:33:52 | ad-hoc-news.de

Im Thingvellir-Nationalpark bei Thingvellir, Island, treffen Erdgeschichte und islÀndische Demokratie aufeinander. Warum dieser Riss im Boden Reisende aus Deutschland magisch anzieht.

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Thingvellir-Nationalpark, Reise, Island

Im Thingvellir-Nationalpark bei Thingvellir scheint die Erde selbst aufzugehen: scharfkantige Felsspalten, tiefblaues Wasser und ein weiter Talboden, auf dem vor mehr als tausend Jahren eines der Àltesten Parlamente der Welt tagte. Hier prallen nicht nur tektonische Platten, sondern auch Naturdrama und europÀische Geschichte aufeinander.

Thingvellir-Nationalpark: Das ikonische Wahrzeichen von Thingvellir

Thingvellir (sinngemĂ€ĂŸ „Ebene der Volksversammlung“) ist einer der symboltrĂ€chtigsten Orte Islands und ein SchlĂŒssel zur IdentitĂ€t des Landes. In der weiten Senke, eingerahmt von dunklen BasaltwĂ€nden, wird unmittelbar sichtbar, wie sich die eurasische und die nordamerikanische Kontinentalplatte langsam voneinander entfernen – ein NaturphĂ€nomen, das sich hier besonders klar beobachten lĂ€sst.

Der Thingvellir-Nationalpark ist zugleich Naturkulisse und politisches Erinnerungsareal. Hier wurde im 10. Jahrhundert das islĂ€ndische Allthing gegrĂŒndet, das hĂ€ufig als eines der Ă€ltesten noch existierenden parlamentarischen Systeme der Welt beschrieben wird. Das macht Thingvellir zu einem seltenen Ort, an dem Landschaft und Demokratiegeschichte untrennbar ineinander greifen.

FĂŒr Reisende aus Deutschland ist Thingvellir zudem ein leicht erreichbarer Einstieg in die Natur Islands: Der Park liegt im Westen der Insel und ist Teil der berĂŒhmten „Golden Circle“-Route, die von der Hauptstadt ReykjavĂ­k aus als Tagesausflug gut zu bewĂ€ltigen ist. Wer Island zum ersten Mal erlebt, beginnt seine Reise oft genau hier.

Geschichte und Bedeutung von Thingvellir

Die Geschichte Thingvellirs ist eng mit der Entwicklung des islĂ€ndischen Staatswesens verbunden. Im Jahr 930 nach Christus – etwa ein halbes Jahrtausend vor der GrĂŒndung des Deutschen Reichs – versammelten sich hier erstmals die freien Bauern und HĂ€uptlinge Islands zum Allthing. Diese jĂ€hrliche Versammlung diente der Gesetzgebung, der Rechtsprechung und dem politischen Austausch.

Über Jahrhunderte war Thingvellir damit das Herz der islĂ€ndischen Gesellschaft: StreitfĂ€lle wurden verhandelt, neue Gesetze verkĂŒndet und Allianzen geschmiedet. Schriftliche Quellen aus der Zeit der IslĂ€ndersagas schildern, wie Menschen aus allen Teilen der Insel zur Versammlung anreisten, HandelsstĂ€nde errichteten und Neuigkeiten austauschten. Thingvellir war Gerichtshof, Marktplatz und politisches Forum zugleich.

Mit dem Übergang Islands unter die Herrschaft der norwegischen Krone im Mittelalter verschob sich die politische Bedeutung des Ortes allmĂ€hlich. Das Allthing bestand weiter, doch zentrale Entscheidungen wurden zunehmend anderswo getroffen. Im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert wurde Thingvellir dann zu einem Symbol der nationalen UnabhĂ€ngigkeitsbewegung. Hier wurden wichtige Schritte auf dem Weg zur SouverĂ€nitĂ€t begangen und der Ort erhielt eine neue, stark identitĂ€tsstiftende Rolle.

Heute wird Thingvellir hĂ€ufig als Geburtsort der islĂ€ndischen Nation wahrgenommen. Er fungiert als Erinnerungsort, an dem politische Feiern und nationale Jahrestage begangen werden. Dass die islĂ€ndische Republik hier ihre Wurzeln verortet, macht den Park fĂŒr kultur- und geschichtsinteressierte Reisende besonders attraktiv.

Auf internationaler Ebene ist die Bedeutung Thingvellirs anerkannt: Der Nationalpark zĂ€hlt zu den frĂŒh ausgewiesenen Schutzgebieten Islands, und seine Kombination aus geologischer Besonderheit und politischer Historie wird oft als einzigartig hervorgehoben. UNESCO und andere internationale Institutionen verweisen auf diese Doppelrolle als Natur- und Kulturlandschaft, die in Europa ihresgleichen sucht.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Obwohl Thingvellir kein klassisches Bauwerk wie eine Kathedrale oder ein Palast ist, besitzt der Ort mehrere markante architektonische und gestalterische Elemente. Besonders ins Auge fallen die scharfkantigen FelswĂ€nde der AlmannagjĂĄ-Schlucht. Sie bilden gewissermaßen die „Naturarchitektur“ des Parks: massive Basaltmauern, die wie eine natĂŒrliche Festung aus dem Boden wachsen und die historische Versammlungsebene einfassen.

Mittelpunkt vieler Besuche ist das heutige Besucherzentrum, das sich behutsam in die Landschaft einfĂŒgt. Die Architektur nutzt zurĂŒckhaltende Materialien und gedĂ€mpfte Farben, um den Blick nicht von der dramatischen Umgebung abzulenken. Aus großen Panoramafenstern eröffnet sich eine weite Sicht ĂŒber die Ebene, den Fluss und den Thingvallavatn-See. Anschauliche Ausstellungen erklĂ€ren in mehreren Sprachen die geologischen Prozesse im Untergrund und die politische Geschichte des Allthings.

Ein weiteres charakteristisches Element ist die kleine Kirche von Thingvellir mit ihrem angrenzenden Friedhof. Die Kirche, deren VorgĂ€ngerbauten bis ins Mittelalter zurĂŒckreichen, steht symbolisch fĂŒr die christliche PrĂ€gung des Landes, wĂ€hrend die schlichte Architektur und die weißen Fassaden gut zum rauen Umfeld passen. Der Friedhof, auf dem unter anderem islĂ€ndische StaatsoberhĂ€upter und Persönlichkeiten beigesetzt wurden, verdeutlicht die Bedeutung des Ortes fĂŒr die nationale Erinnerungskultur.

Besonders eindrucksvoll sind die Spalten und Risse im Gestein, die sich durch den Park ziehen. Einige sind mit eisklarem Wasser gefĂŒllt, das durch Lavafiltration außergewöhnlich transparent ist. An ausgewiesenen Stellen werden gefĂŒhrte Schnorchel- und TauchgĂ€nge angeboten, bei denen man sprichwörtlich zwischen den Kontinenten schwebt. Anbieter und Nationalparkverwaltung betonen strenge Sicherheits- und Naturschutzauflagen, um die empfindlichen Ökosysteme zu schĂŒtzen.

Landschaftlich prĂ€gen Lavafelder, MoosflĂ€chen und Birkengehölze die Umgebung. In der vegetationsarmen, subarktischen Landschaft wirken die grĂŒnen Tupfer der niedrigen BĂ€ume und StrĂ€ucher besonders intensiv. Je nach Jahreszeit verĂ€ndert sich die Farbpalette: Im kurzen Sommer dominiert ein leuchtendes GrĂŒn, im Herbst ĂŒbernehmen warme Gelb- und Brauntöne, wĂ€hrend im Winter Schnee und Eis die Formen der Spalten und Felsen hervorheben.

Aus Sicht von Geologinnen und Geologen gehört Thingvellir zu den anschaulichsten Orten, um eine Spreizungszone zwischen kontinentalen Platten zu studieren. Fachliteratur und populĂ€rwissenschaftliche Darstellungen heben immer wieder hervor, dass nur wenige Orte weltweit diesen Prozess so sichtbar machen. Das macht den Nationalpark auch fĂŒr naturwissenschaftlich interessierte Reisende besonders reizvoll.

Thingvellir-Nationalpark besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise ab Deutschland
    Thingvellir liegt im SĂŒdwesten Islands, nordöstlich der Hauptstadt ReykjavĂ­k, und ist Teil der bekannten „Golden Circle“-Route. Von ReykjavĂ­k betrĂ€gt die Fahrstrecke je nach Route etwa 40 bis 50 km, was einer Fahrzeit von rund 45 bis 60 Minuten entspricht. FĂŒr Reisende aus Deutschland bietet sich meist ein Flug nach ReykjavĂ­k-KeflavĂ­k an. Von Frankfurt, MĂŒnchen, Berlin oder DĂŒsseldorf werden je nach Saison DirektflĂŒge nach Island angeboten; die reine Flugzeit liegt typischerweise zwischen 3 und 4 Stunden. Am Flughafen stehen Mietwagen, Shuttlebusse und organisierte AusflĂŒge zur VerfĂŒgung. Viele gefĂŒhrte Tagestouren, die von islĂ€ndischen Reiseveranstaltern angeboten werden, kombinieren Thingvellir mit dem Geysir-Gebiet und dem Wasserfall Gullfoss.
  • Fortbewegung und StraßenverhĂ€ltnisse
    Die Zufahrt zum Thingvellir-Nationalpark erfolgt ĂŒber asphaltierte Straßen, die bei normaler Witterung mit einem Standard-Pkw gut befahrbar sind. Außerhalb der Sommermonate muss jedoch mit winterlichen Bedingungen, SchneeglĂ€tte und schnell wechselndem Wetter gerechnet werden. Die islĂ€ndische Straßenverwaltung veröffentlicht regelmĂ€ĂŸig Informationen zu Straßenzustand und Sperrungen, die vor Reiseantritt geprĂŒft werden sollten. Wer selbst fĂ€hrt, sollte ausreichend Zeit einplanen, defensiv fahren und sich mit den örtlichen Verkehrsregeln vertraut machen.
  • Öffnungszeiten und Zugang
    Die Natur des Nationalparks ist grundsĂ€tzlich ganzjĂ€hrig zugĂ€nglich; bestimmte Wege oder Bereiche können jedoch saisonal gesperrt werden, etwa aus SicherheitsgrĂŒnden bei Eis und Schnee oder zum Schutz der Vegetation in sensiblen Phasen. Das Besucherzentrum hat je nach Jahreszeit unterschiedliche Öffnungszeiten. Daher gilt: Öffnungszeiten können variieren — aktuelle Informationen direkt beim Thingvellir-Nationalpark oder ĂŒber offizielle islĂ€ndische Tourismusportale prĂŒfen. Wer frĂŒhe Morgenstunden oder spĂ€ten Abend nutzt, erlebt den Park oft mit deutlich weniger Andrang, insbesondere wĂ€hrend der hellen Sommermonate.
  • Eintritt und Kosten
    FĂŒr den Zugang zur Landschaft selbst wird nach aktuellem Stand oft keine klassische EintrittsgebĂŒhr erhoben, allerdings können ParkgebĂŒhren fĂŒr BesucherparkplĂ€tze anfallen. FĂŒr bestimmte AktivitĂ€ten wie Schnorcheln, Tauchen oder gefĂŒhrte Touren sind separate Entgelte zu entrichten, die je nach Anbieter differieren. Da GebĂŒhrenmodelle sich Ă€ndern können, sollten Reisende vorab die aktuellen Informationen bei der Verwaltung des Thingvellir-Nationalparks oder renommierten Reiseveranstaltern einholen. Preisangaben werden am besten in Euro angegeben, wobei der islĂ€ndische KrĂłna-Betrag je nach Wechselkurs schwanken kann.
  • Beste Reisezeit und Wetter
    Thingvellir ist ganzjĂ€hrig interessant, allerdings verĂ€ndert sich der Charakter des Parks mit den Jahreszeiten stark. Die beliebteste Reisezeit liegt zwischen spĂ€ten FrĂŒhling und frĂŒhem Herbst, wenn Straßen im Regelfall gut befahrbar sind und die Tage lang sind. Im islĂ€ndischen Sommer wird es in weiten Teilen des Landes kaum dunkel, wodurch sich lange Besichtigungszeiten ergeben. Wer Nordlichter erleben möchte, plant eher in den SpĂ€therbst, Winter oder frĂŒhen FrĂŒhling, wenn es ausreichend dunkel ist. DafĂŒr sind die Temperaturen kĂŒhler und das Wetter deutlich wechselhafter. GrundsĂ€tzlich gilt: Mehrere Kleidungsschichten, wind- und regendichte Jacke, MĂŒtze und Handschuhe gehören fast zu jeder Jahreszeit in den Rucksack.
  • Sprache und VerstĂ€ndigung
    Die Landessprache ist IslĂ€ndisch. In der Praxis sprechen jedoch viele Menschen im Tourismus sehr gut Englisch, von der Hotelrezeption ĂŒber Guides bis zu Mitarbeitenden im Besucherzentrum. Deutschkenntnisse sind weniger verbreitet, können aber in einigen touristischen Betrieben vorkommen. Informationsmaterial und Beschilderungen vor Ort sind hĂ€ufig auf IslĂ€ndisch und Englisch, teilweise zusĂ€tzlich in weiteren Sprachen. FĂŒr Reisende aus Deutschland ist Englisch die wichtigste Verkehrssprache.
  • Zahlung, WĂ€hrung und Trinkgeld
    In Island wird mit islĂ€ndischer KrĂłna (ISK) bezahlt. FĂŒr Reisende aus der Eurozone empfiehlt es sich, BetrĂ€ge in Euro (€) gedanklich umzurechnen; der tatsĂ€chliche Betrag in Kronen schwankt durch Wechselkursschwankungen. Kartenzahlung ist in Island weit verbreitet, selbst kleine BetrĂ€ge werden oft mit Kredit- oder Debitkarte beglichen. Kontaktlose Zahlungen ĂŒber Smartphone oder Smartwatch werden vielerorts akzeptiert. Bargeld spielt eine geringere Rolle als in Deutschland. Trinkgeld ist in Island nicht so fest verankert wie in vielen anderen LĂ€ndern; Bedienungsgelder sind hĂ€ufig im Preis enthalten. Ein freiwilliger Aufschlag fĂŒr besonders guten Service wird dennoch geschĂ€tzt, ist aber nicht zwingend erwartet.
  • Gesundheit, Sicherheit und Versicherung
    Island gilt als sehr sicheres Reiseland mit gut ausgebauter Infrastruktur. Wer aus Deutschland anreist, sollte dennoch eine geeignete Auslandsreisekrankenversicherung prĂŒfen, insbesondere weil medizinische Leistungen außerhalb der EU nicht unter alle deutschen Kassenleistungen fallen. Die Natur im Thingvellir-Nationalpark ist rau: Steile Spalten, rutschige Felsen, unberechenbares Wetter. Offizielle Stellen weisen regelmĂ€ĂŸig darauf hin, ausgewiesene Wege nicht zu verlassen, Hinweisschilder ernst zu nehmen und bei AktivitĂ€ten im Wasser – etwa beim Schnorcheln – nur mit qualifizierten Anbietern unterwegs zu sein. Gute Wanderschuhe, witterungsangepasste Kleidung und eine realistische SelbsteinschĂ€tzung sind wichtiger als spektakulĂ€re Fotos.
  • Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche StaatsbĂŒrger
    Island gehört zum Schengen-Raum, ist aber kein EU-Mitglied. Deutsche StaatsbĂŒrger benötigen fĂŒr die Einreise in der Regel einen gĂŒltigen Reisepass oder Personalausweis. Da sich Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen Ă€ndern können, gilt grundsĂ€tzlich: Deutsche StaatsbĂŒrger sollten aktuelle Einreisehinweise beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂŒfen. Auch Hinweise zu Sicherheit, Naturgefahren und Verhaltensempfehlungen werden dort regelmĂ€ĂŸig aktualisiert.
  • Zeitzone und Zeitverschiebung
    Island liegt in der Zeitzone Greenwich Mean Time (GMT) und stellt die Uhren im Sommer nicht um. GegenĂŒber der MitteleuropĂ€ischen Zeit (MEZ) betrĂ€gt die Zeitverschiebung im Winter in der Regel eine Stunde (Island liegt zurĂŒck), wĂ€hrend im Sommer – wenn in Deutschland die MitteleuropĂ€ische Sommerzeit (MESZ) gilt – meist zwei Stunden Unterschied bestehen. FĂŒr die Planung von AusflĂŒgen, MietwagenĂŒbernahmen oder RĂŒckflĂŒgen lohnt es sich, auf die jeweils aktuelle Zeitverschiebung zu achten.
  • Fotografieren und Naturschutz
    Thingvellir ist ausgesprochen fotogen. Die Kombination aus Felsformationen, dem See, den Spalten und der weiten Ebene bietet zahlreiche Motive. Gleichzeitig ist der Schutz der empfindlichen Vegetation ein zentrales Anliegen der Parkverwaltung. Es gilt, auf markierten Pfaden zu bleiben, Moose und junge Pflanzen nicht zu betreten und Drohnen nur dort einzusetzen, wo dies ausdrĂŒcklich erlaubt ist. Wer PortrĂ€t- oder Hochzeitsfotos vor Ort aufnehmen möchte, sollte sich im Vorfeld ĂŒber mögliche Genehmigungspflichten informieren.

Warum Thingvellir auf jede Thingvellir-Reise gehört

Wer nach Island reist, sucht oft die ikonischen Bilder: WasserfĂ€lle, Geysire, Lavafelder, Nordlichter. Thingvellir vereint mehrere dieser Sehnsuchtselemente und fĂŒgt ihnen eine historische Dimension hinzu. An kaum einem anderen Ort des Landes ist so unmittelbar nachvollziehbar, wie eng verwoben Natur und Nation hier sind.

FĂŒr Reisende aus Deutschland, die vielleicht schon Alpenpanoramen, nordische Fjorde oder die Vulkanlandschaft des Ätna kennen, bietet Thingvellir eine neue Perspektive: Die Landschaft ist weniger monumental im Sinne einzelner Gipfel, dafĂŒr aber als Gesamtraum ungewöhnlich dramatisch. Das Wissen, dass man auf einer Ebene steht, die buchstĂ€blich auseinanderdriftet, verleiht jedem Schritt eine besondere Tiefe.

Besonders eindrucksvoll sind Aufenthalte zu Tagesrandzeiten. Wenn frĂŒhmorgendlicher Dunst ĂŒber der Ebene hĂ€ngt oder die tief stehende Sonne am Abend die Felskanten zum GlĂŒhen bringt, entsteht eine fast filmische AtmosphĂ€re. Wer die Ruhe sucht, vermeidet die Stoßzeiten der großen Bustouren und plant etwas mehr Zeit ein, um abseits der Hauptwege eine Bank oder einen Aussichtspunkt zu finden.

Auch in Kombination mit anderen Zielen des Golden Circle entfaltet Thingvellir seine StĂ€rke. WĂ€hrend das Geysir-Gebiet fĂŒr eruptive WassersĂ€ulen und der Gullfoss fĂŒr massive Wassermassen stehen, bringt Thingvellir die stillere, kontemplativere Seite der islĂ€ndischen Natur ins Spiel. Viele Reisende empfinden diesen Ort im RĂŒckblick als emotionale Konstante ihrer Reise – einen Platz, an dem sie die Geschichte des Landes und die KrĂ€fte der Erde zugleich spĂŒren konnten.

Wer Island intensiver erkunden möchte, kann Thingvellir als Auftakt nutzen, um von hier aus in Richtung Hochland, SĂŒdkĂŒste oder Norden weiterzureisen. Der Park vermittelt ein GrundverstĂ€ndnis des islĂ€ndischen Landschaftsaufbaus, das hilft, spĂ€tere EindrĂŒcke besser einzuordnen. FĂŒr wiederkehrende Besucher ist Thingvellir zudem ein Ort, der sich mit den Jahreszeiten verĂ€ndert und auch beim zweiten oder dritten Besuch neue Facetten zeigt.

Thingvellir-Nationalpark in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke

In sozialen Netzwerken gehört der Thingvellir-Nationalpark zu den meistgezeigten Landschaftsmotiven Islands. Dabei reicht die Bandbreite der Inhalte von Drohnenpanoramen ĂŒber Unterwasseraufnahmen aus glasklaren Spalten bis zu persönlichen Reiseberichten, in denen der Ort als Moment stiller IntensitĂ€t beschrieben wird. Wer seine Reise plant, findet online eine FĂŒlle an visuellen Inspirationen, sollte jedoch immer im Blick behalten, dass viele Motive unter optimalen Bedingungen entstanden sind und die RealitĂ€t vor Ort – etwa bei schlechtem Wetter – deutlich anders aussehen kann.

HĂ€ufige Fragen zu Thingvellir-Nationalpark

Wo liegt der Thingvellir-Nationalpark genau?

Der Thingvellir-Nationalpark liegt im SĂŒdwesten Islands, nordöstlich der Hauptstadt ReykjavĂ­k. Er ist Teil der beliebten „Golden Circle“-Route und mit dem Auto in etwa 45 bis 60 Minuten von ReykjavĂ­k aus erreichbar. Die Zufahrt erfolgt ĂŒber gut ausgebaute Straßen, die in der Regel ganzjĂ€hrig befahren werden können, wobei im Winter mit winterlichen Bedingungen gerechnet werden muss.

Warum ist Thingvellir historisch so bedeutend?

Thingvellir gilt als Geburtsort des islĂ€ndischen Staatswesens. Hier wurde im Jahr 930 das Allthing gegrĂŒndet, eine der Ă€ltesten parlamentarischen Versammlungen der Welt. Über Jahrhunderte wurden an diesem Ort Gesetze beschlossen, Streitigkeiten entschieden und politische Weichen gestellt. SpĂ€ter wurde Thingvellir zu einem Symbol der islĂ€ndischen UnabhĂ€ngigkeitsbewegung und spielt bis heute eine zentrale Rolle in der Erinnerungskultur des Landes.

Was macht den Thingvellir-Nationalpark landschaftlich besonders?

Landschaftlich ist Thingvellir vor allem durch seine Lage in einer aktiven Grabenstruktur geprĂ€gt, die durch die auseinanderdriftenden eurasischen und nordamerikanischen Kontinentalplatten entstanden ist. Steile FelswĂ€nde, tiefe Spalten mit klarem Wasser und der Thingvallavatn-See schaffen ein sehr eigenstĂ€ndiges Landschaftsbild. An bestimmten Stellen ist es möglich, in den Spalten zu schnorcheln oder zu tauchen und so das geologische PhĂ€nomen „zwischen den Kontinenten“ aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu erleben.

Wie plane ich einen Besuch von Deutschland aus am besten?

FĂŒr einen Besuch des Thingvellir-Nationalparks reisen die meisten GĂ€ste aus Deutschland per Flug nach ReykjavĂ­k-KeflavĂ­k. Von großen deutschen FlughĂ€fen werden je nach Saison Direktverbindungen angeboten. Vor Ort lĂ€sst sich der Park gut im Rahmen eines Mietwagen-Roadtrips oder einer gefĂŒhrten Tagestour besuchen. Es ist sinnvoll, sich vorab ĂŒber Wetter, Straßenzustand und Tageslichtdauer zu informieren und ausreichend Zeit einzuplanen, um nicht nur die Hauptaussichtspunkte, sondern auch die AtmosphĂ€re in Ruhe zu erleben.

Welche ist die beste Reisezeit fĂŒr Thingvellir?

Die Antwort hĂ€ngt von den persönlichen ReiseprĂ€ferenzen ab. Wer milde Temperaturen, lĂ€ngere Tage und leichtere StraßenverhĂ€ltnisse bevorzugt, wĂ€hlt idealerweise den Zeitraum zwischen spĂ€tem FrĂŒhling und frĂŒhem Herbst. FĂŒr Nordlichter und winterliche Stimmung bieten sich spĂ€te Herbst- und Wintermonate an; hier ist allerdings mit KĂ€lte, möglichen Straßensperrungen und wechselhaftem Wetter zu rechnen. GrundsĂ€tzlich ist Thingvellir ganzjĂ€hrig einen Besuch wert, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Erlebnissen je nach Saison.

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