Wudang-Gebirge: Chinas mystische Berge zwischen Daoismus und Kung-Fu
26.05.2026 - 03:24:15 | ad-hoc-news.deNebelbänke, die sich morgens wie feine Seide um steile Felsgrate legen, Tempeldächer in Zinnoberrot und Gold, Glockenklänge, die in der klaren Bergluft hängen: Das Wudang-Gebirge, im Chinesischen Wudang Shan (wörtlich etwa „Krieg abwehrender Berg“), wirkt wie eine andere Welt – eine Landschaft, in der Natur, Spiritualität und Kampfkunst seit Jahrhunderten miteinander verschmelzen.
Wudang-Gebirge: Das ikonische Wahrzeichen von Shiyan
Das Wudang-Gebirge liegt im Nordwesten der Provinz Hubei, unweit der Stadt Shiyan in Zentralchina. Es ist eines der bedeutendsten daoistischen Heiliggebirge des Landes und umfasst eine ganze Kulturlandschaft aus schroffen Bergen, uralten Wäldern, Tempeln, Palästen und Klöstern. Laut der chinesischen Kulturbehörden und der UNESCO wird die Anlage als außergewöhnliches Beispiel für das Zusammenspiel von Landschaftsgestaltung und religiöser Architektur gewertet.
Die Gipfel des Wudang Shan steigen auf knapp über 1.600 m an, womit sie in etwa die Höhe mancher Alpenpässe erreichen. Auf den schmalen Graten thronen Tempel, Paläste und Schreine, die sich scheinbar an Felsen klammern. Für Reisende aus Deutschland erinnert diese Mischung aus Naturkulisse und sakraler Architektur eher an eine asiatische Variante von Wallfahrtslandschaften wie Mariazell oder die Benediktinerklöster in den Alpen – nur sehr viel älter und stärker in eine mythische Tradition eingebettet.
Wudang gilt in China als Wiege wichtiger daoistischer Schulen und als Ursprungsort berühmter innerer Kampfkünste wie Taijiquan (Tai-Chi) und bestimmter Wudang-Kung-Fu-Stile. Damit ist das Gebirge sowohl religiöses Zentrum als auch Symbol für die chinesische Kampfkunst- und Gesundheitskultur, was dem Ort eine enorme symbolische Strahlkraft verleiht.
Geschichte und Bedeutung von Wudang Shan
Die religiöse Bedeutung des Wudang Shan reicht viele Jahrhunderte zurück. Bereits während der Tang-Dynastie (7.–10. Jahrhundert n. Chr.) wurden hier daoistische Stätten erwähnt, doch seine Blütezeit erlebte das Gebirge vor allem unter der Ming-Dynastie (14.–17. Jahrhundert). Die Kaiser dieser Epoche förderten Wudang als zentrales Heiligtum des Daoismus, insbesondere in Verbindung mit der Verehrung des Zhenwu, eines daoistischen Schutzgottes des Nordens, der mit Kriegsführung und spiritueller Stärke assoziiert wird.
Unter Kaiser Yongle, der auch den Wiederaufbau der Verbotenen Stadt in Beijing veranlasste, wurden umfangreiche Bauprojekte im Wudang-Gebirge unterstützt. In dieser Zeit entstanden viele der großen Paläste, Hallen und Tempel, die noch heute das Erscheinungsbild der heiligen Berge prägen. Die Anlage wurde als religiöses Gegenstück zu kaiserlichen Residenzen gesehen: Während der Kaiser in der Hauptstadt weltliche Macht repräsentierte, symbolisierte Wudang die kosmische Ordnung und den daoistischen Weg.
Mehrfach wurden die Anlagen durch Kriege, Brände und Vernachlässigung beschädigt, doch sie behielten ihre Bedeutung als Pilgerziel. Im 20. Jahrhundert führten politische Umbrüche, insbesondere die Kulturrevolution, zu Verlusten und Zerstörungen, gleichzeitig begann aber ab den späten 1970er-Jahren eine Phase der Wiederentdeckung und Restaurierung. Die chinesischen Behörden erkannten den Wert der Stätten als Kulturerbe und förderten Schutzmaßnahmen, während Daoisten, Historiker und Architekturforscher auf den Erhalt der Baukunst drängten.
1994 wurde die „Ancient Building Complex in the Wudang Mountains“ in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Die UNESCO betont den außergewöhnlichen universellen Wert der Anlage als Meisterwerk religiöser Architektur in enger Verbindung mit der natürlichen Berglandschaft und als wichtiges Zeugnis der Entwicklung des Daoismus in China. Für eine deutsche Leserschaft lässt sich die Bedeutung grob mit ikonischen Pilgerstätten wie dem Kloster Mont-Saint-Michel in Frankreich vergleichen – nur ist Wudang deutlich größer und stärker in eine umfassende Berglandschaft eingebettet.
Die daoistische Tradition des Wudang Shan ist bis heute lebendig. In verschiedenen Klöstern und Schulen leben Mönche, Nonnen und Praktizierende, die Rituale, Meditation, Atemübungen (Qi Gong) und Kampfkünste pflegen. Wudang gilt daher nicht nur als historisches Monument, sondern als funktionierendes spirituelles Zentrum, das sich an moderne Besucherinnen und Besucher anpasst, ohne seine religiöse Identität aufzugeben.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Die Tempel- und Palastanlagen des Wudang-Gebirges verteilen sich auf mehrere Gipfel, Bergrücken und Täler. Charakteristisch ist, dass die Bauwerke die natürliche Topografie respektieren und sich organisch in die steile Landschaft fügen. Kunsthistoriker in China und internationale Expertinnen und Experten verweisen auf die ausgeprägte Achsensymmetrie, die symbolische Ausrichtung auf bestimmte Himmelsrichtungen und die bewusste Verbindung von Gebäuden, Treppen, Mauern und Aussichtspunkten.
Eine der berühmtesten Anlagen ist der sogenannte „Goldene Gipfel“ (Jinding) auf dem Tianzhu-Gipfel. Dort befindet sich ein vergoldeter Pavillon, der hoch über den Wolken zu schweben scheint, wenn sich morgens der Nebel lichtet. Die Kombination aus metallisch glänzender Oberfläche, dunklen Felswänden und tiefen Tälern schafft eines der ikonischsten Bilder des Wudang Shan. Weitere bedeutende Komplexe sind unter anderem das Purpurwolken-Kloster (Zixiao Gong), der Nanyan-Tempel, der Prinzenpalast und verschiedene daoistische Akademien.
Architektonisch verbinden die Bauten typische Elemente der chinesischen Holzbaukunst – weit auskragende Dächer, geschwungene Firstlinien, reich verzierte Dachaufsätze – mit massiven Steintreppen, Plattformen und Mauern. Farben wie Rot, Ocker, Grün und Gold dominieren, ergänzt durch kunstvolle Reliefs, Drachen- und Phönixdarstellungen sowie kalligrafische Inschriften. Viele dieser Dekore sind nicht nur schmückend, sondern transportieren kosmologische und philosophische Inhalte des Daoismus.
Die UNESCO und chinesische Denkmalbehörden heben besonders hervor, dass der Gebäudekomplex als Gesamtkunstwerk geplant wurde: Wege, Tore, Pavillons und Aussichtspunkte sind so angelegt, dass sie eine spirituelle Reise vom Irdischen zum Transzendenten symbolisieren. Anders als bei manch europäischem Kloster, das in sich geschlossen wirkt, erstreckt sich Wudang als offene, durch Wege verbundene Pilgerlandschaft über ein größeres Gebiet. Für Besucher fühlt sich ein Tag in Wudang daher eher wie eine Kombination aus Bergwanderung, Tempelbesichtigung und Zeitreise an.
Wudang ist zudem eng mit der Welt der chinesischen Kampfkunst verbunden. In zahlreichen Filmen und Serien, aber auch in Berichten von Kampfkunstschulen, wird der Ort als Geburtsstätte des Wudang-Kung-Fu und einer Form des Taijiquan dargestellt. Historisch lässt sich nicht jeder populäre Mythos zweifelsfrei belegen, doch es ist gut dokumentiert, dass Wudang über Jahrhunderte ein wichtiger Ort für Kampfkunst- und Meditationspraxis war. Heute können Besucherinnen und Besucher in verschiedenen Schulen Kurse besuchen – von kurzen Einsteiger-Workshops bis hin zu mehrwöchigen Intensivprogrammen.
Ein weiterer besonderer Aspekt ist die natürliche Umgebung des Wudang-Gebirges. Die Region ist bewaldet, mit unterschiedlichen Vegetationszonen vom Tal bis zu den Gipfeln. Je nach Jahreszeit dominieren frisches Frühlingsgrün, üppige Sommervegetation, intensive Herbstfarben oder frostige Winterstille. Diese jahreszeitliche Veränderung verstärkt die spirituelle Wirkung des Ortes: Viele daoistische Texte betonen die Harmonie mit den Rhythmen der Natur – ein Gedanke, der sich beim Blick vom Gipfel über ein Nebelmeer besonders eindrucksvoll vermittelt.
Wudang-Gebirge besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Das Wudang-Gebirge liegt nahe der Stadt Shiyan in der Provinz Hubei, Zentralchina. Shiyan verfügt über einen eigenen Flughafen, der vor allem Inlandsverbindungen bedient. Für Reisende aus Deutschland bietet sich meist die Anreise über große internationale Drehkreuze wie Beijing, Shanghai, Guangzhou oder Wuhan an, von denen aus Inlandsflüge nach Shiyan oder zum nahegelegenen Airport Wudangshan möglich sind. Zeitlose Orientierung: Von Frankfurt, München oder Berlin ist in der Regel mit einer Flugzeit von rund 10 bis 12 Stunden bis nach China zu rechnen, zuzüglich Umsteigezeiten und anschließendem Inlandsflug oder Bahntransfer in die Region. Innerhalb Chinas verbinden Hochgeschwindigkeitszüge wichtige Städte mit Shiyan oder nahegelegenen Bahnhöfen; genaue Verbindungen ändern sich regelmäßig und sollten vor der Reise aktuell geprüft werden. - Vor Ort: Transfer ins Gebirge
Von Shiyan oder dem Bahnhof/Flughafen Wudangshan fahren Busse und Taxis zum Eingang der Wudang-Scenic-Area. Innerhalb des geschützten Gebiets verkehren in der Regel offizielle Shuttle-Busse, die verschiedene Stationen, Parkplätze und Tempelbereiche anfahren. Da sich Details wie Linienführung und Fahrpläne ändern können, empfiehlt es sich, aktuelle Informationen bei der offiziellen Verwaltung der Wudang-Scenic-Area oder örtlichen Tourismusbüros einzuholen. - Öffnungszeiten
Die Tempel- und Scenic-Area besitzt saisonabhängige Öffnungszeiten, die von Jahr zu Jahr leicht variieren können. Üblich sind tagsüber geöffnete Anlagen mit Einlass ab dem frühen Morgen. Da Feiertage in China (z. B. Frühlingsfest, Goldene Woche) Einfluss auf die Besuchszeiten und den Andrang haben, sollten Reisende die jeweils gültigen Informationen unmittelbar vor der Reise direkt bei der offiziellen Wudang-Verwaltung oder einem seriösen Reiseveranstalter kontrollieren. Formulierungen wie „ganzjährig geöffnet“ sind nur als grobe Orientierung zu verstehen; temporäre Sperrungen durch Wetter, Restaurierungen oder Sicherheitsmaßnahmen sind möglich. - Eintritt
Für den Zugang zur Wudang-Scenic-Area und bestimmte Tempelbereiche wird in der Regel ein Eintritt erhoben, der ein Kombiticket für Landschaft, Shuttle-Busse und Hauptattraktionen umfasst. Die genauen Preise ändern sich regelmäßig, unterscheiden sich teils nach Saison und können zwischen inländischen und ausländischen Besuchern variieren. Für Reisende aus Deutschland ist sinnvoll, mit einem Betrag im Bereich von mehreren Dutzend Euro (in Yuan umgerechnet, also in der lokalen Währung Renminbi, RMB) zu rechnen, abhängig von Kurs und Angebotsumfang. Da sich Wechselkurse und Tarifstrukturen ändern, sollten aktuelle Kosten unmittelbar vor Reiseantritt bei offiziellen Stellen oder seriösen Reiseanbietern in Erfahrung gebracht werden. - Beste Reisezeit
Für die Region des Wudang-Gebirges werden aufgrund des gemäßigten, aber oft feuchten Klimas vor allem Frühling und Herbst empfohlen. Im Frühling (ungefähr März bis Mai) erwacht die Natur, die Temperaturen sind meist angenehm, und die Sicht kann klar sein, auch wenn mit Nebel und Nieselregen zu rechnen ist. Im Herbst (ungefähr September bis November) locken stabile Wetterlagen und eindrucksvolle Herbstfarben. Die Sommermonate können heiß und schwül werden, außerdem zieht die Ferienzeit in China mehr Besucher an. Im Winter kann es kalt sein, teils mit Schnee und Eis; dafür sind die Berge ruhiger, und die frostige Atmosphäre hat ihren eigenen Reiz. Wer Menschenmassen meiden möchte, sollte große chinesische Feiertage und Ferien möglichst umgehen. - Gesundheit und Kondition
Ein Besuch im Wudang-Gebirge ist mit vielen Treppen und teils längeren Fußwegen verbunden. Reisende sollten über eine solide Grundkondition verfügen und bequemes Schuhwerk tragen. Für Besucher, die nicht gut zu Fuß sind, stehen oft Seilbahnen oder Shuttle-Optionen zur Verfügung, doch nicht alle Tempel sind barrierearm. Wer gesundheitliche Einschränkungen hat, sollte im Vorfeld mit medizinischem Fachpersonal abklären, welche Anstrengung vertretbar ist. - Sprache vor Ort
In der Region Shiyan und im Wudang-Gebirge wird überwiegend Hochchinesisch (Mandarin) gesprochen. Englischkenntnisse sind im touristischen Bereich punktuell vorhanden – etwa an Hotelrezeptionen, bei manchen Reiseleitern oder an zentralen Servicepunkten – jedoch nicht flächendeckend. Deutsch wird nur sehr selten gesprochen. Für Reisende aus Deutschland ist es hilfreich, eine Übersetzungs-App auf dem Smartphone zu haben und wichtige Begriffe in chinesischer Schrift bereitzuhalten. Viele Hinweisschilder in der Scenic-Area verfügen inzwischen über englische Zusatztexte; dennoch sollte man sich nicht ausschließlich darauf verlassen. - Zahlung und Währung
In China ist die Landeswährung der Renminbi (RMB), oft kurz Yuan genannt. In Großstädten und touristisch erschlossenen Regionen sind bargeldlose Zahlungen per Kreditkarte oder Smartphone-Apps weit verbreitet. In ländlicheren Gebieten und kleineren Geschäften kann Bargeld weiterhin wichtig sein. Deutsche Girocards (EC-Karten) werden nicht überall akzeptiert, international gängige Kreditkarten (Visa, Mastercard) eher in Hotels und größeren Einrichtungen. Digitale Bezahlsysteme wie Alipay oder WeChat Pay sind in China dominierend, ihre Nutzung durch ausländische Gäste wird schrittweise erleichtert, erfordert aber meist Registrierung. Vor einer Reise sollte geprüft werden, inwieweit die eigene Bankkarte für Bargeldabhebungen an chinesischen Geldautomaten freigeschaltet ist. Da sich die Rahmenbedingungen ändern können, empfiehlt sich eine Mischung aus Karte und etwas Bargeld. - Trinkgeld-Kultur
In China ist Trinkgeld traditionell weniger verbreitet als in vielen europäischen Ländern. In einfachen Restaurants, Taxis oder Shops wird Trinkgeld meist nicht erwartet. In touristisch geprägten Bereichen, bei privaten Reiseleitern oder bei Hotel- und Spa-Dienstleistungen kann ein moderates Trinkgeld jedoch geschätzt werden. Reisende aus Deutschland sollten situativ entscheiden und sich an einer zurückhaltenden, respektvollen Praxis orientieren. - Kleiderordnung und Verhalten
Das Wudang-Gebirge ist ein religiös bedeutsamer Ort. Besucher sollten sich respektvoll kleiden – Schultern und Knie bedeckt, insbesondere beim Betreten von Tempeln und Hallen. In manchen Innenräumen ist Fotografieren untersagt oder nur ohne Blitz erlaubt; Hinweisschilder und Anweisungen des Personals sind zu beachten. Lautes Verhalten, Telefonate in Gebetshallen und respektlose Gesten sind zu vermeiden. Räucherstäbchen werden an vielen Tempeln angeboten; wer teilnehmen möchte, sollte sich an den lokalen Gepflogenheiten orientieren. - Fotografieren
Die Landschaft des Wudang Shan ist ausgesprochen fotogen, gleichzeitig sind bestimmte Tempelräume oder Ritualbereiche sensibel. Viele Außenbereiche können frei fotografiert werden, sofern keine gesonderten Hinweise bestehen. In Innenräumen und während religiöser Zeremonien sollte man auf Beschilderungen achten und im Zweifel lieber nachfragen. Drohnen sind in der Regel genehmigungspflichtig und ohne explizite Erlaubnis nicht erlaubt. - Zeitzone und Jetlag
China verwendet eine einheitliche Zeitzone (China Standard Time). Der Zeitunterschied zu Mitteleuropa beträgt im Winter typischerweise +7 Stunden gegenüber MEZ, in der mitteleuropäischen Sommerzeit +6 Stunden gegenüber MESZ. Die Umstellung kann bei Flügen aus Deutschland mit Jetlag einhergehen, daher kann ein Ruhetag nach der Ankunft sinnvoll sein, bevor man anstrengende Wanderungen im Gebirge unternimmt. - Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger
Für die Einreise nach China gelten Visumspflichten und spezifische Bestimmungen, die sich ändern können. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen, Visaregeln sowie mögliche Gesundheits- und Sicherheitsinformationen rechtzeitig vor der Reise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Dort finden sich auch Hinweise zu Reiseversicherungen, medizinischer Versorgung und möglichen regionalen Einschränkungen. - Gesundheit und Versicherung
Da China nicht zum Geltungsbereich der europäischen Krankenversicherungskarte gehört, sollten Reisende aus Deutschland eine private Auslandskrankenversicherung abschließen, die auch Rücktransport abdeckt. Eine reisemedizinische Beratung vorab – etwa zu allgemeinen Impfempfehlungen, Höhenanpassung, Sonnen- und Insektenschutz – ist ratsam. Trinkwasser sollte, wie in vielen Teilen Chinas, nur abgekocht oder in Flaschen konsumiert werden.
Warum Wudang Shan auf jede Shiyan-Reise gehört
Wer Shiyan besucht, erlebt ohne einen Abstecher ins Wudang-Gebirge nur einen Ausschnitt dessen, was die Region ausmacht. Die Stadt ist industriell geprägt – unter anderem durch die chinesische Autoindustrie – und bietet das Bild eines modernen Zentrums in Zentralchina. Erst im Kontrast zur städtischen Dynamik wird deutlich, wie einzigartig das Wudang Shan als spiritueller Gegenpol wirkt.
Für Reisende aus Deutschland, die bereits Klassiker wie Beijing, Shanghai oder Xi’an gesehen haben, stellt Wudang eine Art „zweite Ebene“ der China-Erfahrung dar: weniger bekannt als die Große Mauer oder die Terrakotta-Armee, dafür intimer, atmosphärischer und stärker auf die Verbindung von Natur und innerer Einkehr ausgerichtet. Viele Besucher berichten, dass der Moment, in dem die Sonne durch den Morgennebel bricht und goldene Tempeldächer auf einem Grat zum Vorschein kommen, zu den eindrücklichsten Reiseerinnerungen gehört.
Auch kulturell ist Wudang eine Chance, den Daoismus jenseits abstrakter Begriffe zu erleben. Während Konfuzius im Westen oft mit chinesischer Philosophie assoziiert wird, ist der Daoismus stärker natur- und körperorientiert – eine Tradition, die sich in Meditation, Atemübungen, Taiji und der Verehrung der Landschaft ausdrückt. Im Wudang-Gebirge finden sich Klöster, in denen Besucher an Kursen teilnehmen, daoistische Musik erleben oder Zeremonien beobachten können. Wer offen ist, kann hier eine völlig andere, stillere Dimension chinesischer Kultur kennenlernen.
Hinzu kommt die Faszination für Kampfkunst. Viele Deutsche kennen Wudang aus Filmen, Serien oder aus Erzählungen über Kung-Fu und Tai-Chi. Vor Ort eine morgendliche Trainingsgruppe zu sehen, die in Zeitlupe Bewegungsformen übt, oder einen Meister zu beobachten, der seine Schüler in den Grundlagen der inneren Kampfkunst unterrichtet, erlaubt einen unmittelbaren Einblick in eine Praxis, die in Europa oft nur als Fitness- oder Entspannungstechnik wahrgenommen wird.
Wudang bietet zudem zahlreiche Aussichtspunkte, an denen sich die Weite der chinesischen Landschaft erahnen lässt. Anders als in mancher dicht bebauten Metropole spürt man hier den großräumigen Charakter des Landes. Für viele Reisende wirkt dies befreiend – ein Kontrast zu den intensiven Sinneseindrücken der großen Städte, der eine Reise nach China ausgewogener macht.
Wudang-Gebirge in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien taucht das Wudang-Gebirge zunehmend als Bildmotiv und Sehnsuchtsort auf: Nebelmeere, goldene Dächer, Meditation auf Berggipfeln, Kung-Fu-Trainings im Morgengrauen. Reisende, Influencer, Kampfkünstler und Kulturinteressierte teilen Eindrücke, die das Gebirge als Mischung aus historischer Kulisse, spirituellem Rückzugsort und fotogener Bühne inszenieren. Wer sich vorab inspirieren möchte, findet auf Video- und Fotoplattformen eine Fülle an Eindrücken – von seriösen Dokumentationen bis zu sehr persönlichen Reiseclips.
Wudang-Gebirge — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Wudang-Gebirge
Wo liegt das Wudang-Gebirge genau?
Das Wudang-Gebirge befindet sich in der Provinz Hubei in Zentralchina, nahe der Stadt Shiyan. Es liegt in einer bergigen Region, die von Tälern, Flüssen und dichter Vegetation geprägt ist, und ist von größeren chinesischen Städten aus per Inlandsflug oder Bahn erreichbar.
Warum ist Wudang Shan so bedeutend?
Wudang Shan gilt als eines der wichtigsten daoistischen Heiliggebirge Chinas und ist eng mit der Verehrung des daoistischen Schutzgottes Zhenwu verbunden. Darüber hinaus wird das Gebirge mit der Entstehung innerer Kampfkünste wie Wudang-Kung-Fu und bestimmten Formen des Taijiquan in Verbindung gebracht. Die UNESCO hat den historischen Gebäudekomplex als Welterbe anerkannt.
Kann man das Wudang-Gebirge gut als Tourist besuchen?
Ja, das Wudang-Gebirge ist als Scenic-Area strukturiert und verfügt über Besucherzentren, Shuttle-Busse, ausgeschilderte Wege und vielfältige Unterkünfte in der Umgebung. Für Reisende aus Deutschland ist die Anreise zwar mit längeren Flug- und Bahnstrecken verbunden, vor Ort ist die touristische Infrastruktur jedoch vergleichsweise gut ausgebaut, insbesondere an den Hauptzugängen.
Was ist die beste Reisezeit für das Wudang-Gebirge?
Als angenehm gelten vor allem Frühling und Herbst, wenn Temperaturen moderat sind und die Natur besonders eindrucksvoll wirkt. Im Sommer kann es heiß und feucht werden, und es ist mit mehr Besucherandrang zu rechnen. Der Winter bietet ruhigere Bedingungen, kann aber sehr kalt sein, teils mit Schnee und Eis auf den Wegen.
Welche kulturellen Regeln sollte man im Wudang Shan beachten?
Besucher sollten sich respektvoll kleiden, insbesondere in Tempeln und Gebetshallen Schultern und Knie bedecken und bei religiösen Zeremonien diskret auftreten. Fotografierverbote und Hinweise des Personals sind zu beachten, lautes Verhalten in heiligen Bereichen ist zu vermeiden. Es ist ratsam, sich an den Gepflogenheiten der Gläubigen zu orientieren.
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