Yungang-Grotten, China Reise

Yungang-Grotten bei Datong: Steinerne Buddhas zwischen Steppe und Seidenstraße

24.05.2026 - 06:13:43 | ad-hoc-news.de

Die Yungang-Grotten bei Datong in China, lokal Yungang Shiku genannt, gehören zu den eindrucksvollsten buddhistischen Höhlentempeln Asiens. Was macht diesen UNESCO-Schatz für Reisende aus Deutschland so besonders?

Yungang-Grotten, China Reise, UNESCO-Welterbe
Yungang-Grotten, China Reise, UNESCO-Welterbe

Vor den Yungang-Grotten in der Nähe von Datong flimmert die Luft, der Wind trägt feinen Staub der nordchinesischen Ebene heran – und aus den Felswänden blicken gewaltige Buddha-Gesichter, die seit anderthalb Jahrtausenden über die ehemalige Seidenstraßen-Route wachen. Die Yungang Shiku (wörtlich etwa „Yungang-Steinhöhlen“) sind kein Museum im klassischen Sinn, sondern ein ganzer Landschaftsabschnitt, den Menschen im 5. und 6. Jahrhundert in ein steinernes Bilderbuch des Buddhismus verwandelt haben.

Yungang-Grotten: Das ikonische Wahrzeichen von Datong

Für Datong in der Provinz Shanxi sind die Yungang-Grotten das kulturelle Aushängeschild schlechthin. Die UNESCO hat die Anlage im Jahr 2001 als Weltkulturerbe eingetragen und würdigt sie als eines der frühesten und wichtigsten Beispiele buddhistischer Höhlenkunst in China. Anders als ein einzelner Tempel ist Yungang ein Ensemble aus dutzenden Grotten, in denen Tausende Buddhafiguren, Bodhisattvas, himmlische Wächter und Ornamentmotive aus dem Fels geschlagen wurden.

Schon beim ersten Blick auf die Hauptfassade wird deutlich, warum viele Reiseführer von einem „Stein-Panorama“ sprechen: In den zentralen Grotten stehen Buddhas, die mit bis zu etwa 13 m Höhe in etwa die Dimensionen eines vierstöckigen Hauses erreichen – und sie werden umgeben von kleineren Statuen, Reliefs und gemalten Dekorationen. Die chinesische Tourismusbehörde zählt die Yungang-Grotten zu den landschaftlich und historisch wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes, und auch deutschsprachige Titel wie das „ADAC Reisemagazin“ und „GEO Special China“ führen Yungang als Schlüsselziel für Nordchina-Rundreisen.

Für Reisende aus Deutschland ist Yungang besonders interessant, weil es einen Moment der chinesischen Geschichte einfängt, in dem sich verschiedene Kulturen begegnen: Einfluss aus Indien, aus zentralasiatischen Regionen entlang der Seidenstraße und frühchinesische Tradition kommen hier zusammen. Viele Motive wirken auf den ersten Blick vertraut, wenn man europäische Sakralkunst kennt – etwa die klar gegliederte Bildordnung – und sind doch in Formensprache und Symbolik eigenständig.

Geschichte und Bedeutung von Yungang Shiku

Die Entstehung der Yungang Shiku wird von Institutionen wie der UNESCO und der chinesischen Staatlichen Verwaltung für Kulturerbe (National Cultural Heritage Administration) in die Zeit der Nördlichen Wei-Dynastie datiert. Diese Dynastie herrschte im 5. und frühen 6. Jahrhundert über große Teile Nordchinas. Laut UNESCO begann die Ausmeißelung der Grotten um die Mitte des 5. Jahrhunderts, nachdem der Kaiserhof den Buddhismus gezielt förderte. Die Nördlichen Wei verlegten ihre Hauptstadt nach Pingcheng – dem heutigen Datong – und machten die Region zu einem politischen und religiösen Zentrum.

Die frühen Höhlen wurden, so betonen chinesische Forschungseinrichtungen und internationale Kunsthistoriker übereinstimmend, unter direkter kaiserlicher Patronage angelegt. Kaiser Wencheng und seine Nachfolger nutzten den Buddhismus, um ihre Herrschaft ideologisch zu legitimieren. Die monumentalen Buddhafiguren symbolisierten die Anwesenheit des Dharma, also der buddhistischen Lehre, und der kaiserlichen Macht. In der historischen Forschung wird Yungang daher oft mit anderen großen Höhlenanlagen wie den Mogao-Grotten bei Dunhuang und den Longmen-Grotten bei Luoyang in einem Atemzug genannt.

Die aktive Bauphase der Yungang-Grotten erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte. Experten der UNESCO und der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften differenzieren dabei verschiedene Bauphasen, in denen sich der Stil der Bildwerke verändert: von eher schlichten, strengeren Formen hin zu weicheren, reich dekorierten Figuren. Nach der Verlegung der Hauptstadt der Nördlichen Wei nach Luoyang verschob sich der Fokus des Kaiserhofs, und die Arbeiten in Yungang kamen nach und nach zum Erliegen. Trotzdem blieb der Ort über Jahrhunderte eine wichtige Pilgerstätte und Station für Handelsleute und Mönche entlang der nördlichen Route der Seidenstraße.

Mit dem Niedergang der alten Dynastien, klimatischen Veränderungen und politischen Umbrüchen geriet Yungang phasenweise in Vergessenheit. Wind, Erosion und zeitweise auch menschliche Eingriffe setzten den Bildwerken zu. Erst in der Moderne, insbesondere ab dem 20. Jahrhundert, begannen systematische Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten, die von chinesischen Behörden und internationalen Fachorganisationen begleitet werden. Die Aufnahme in die UNESCO-Liste im Jahr 2001 markierte einen wichtigen Meilenstein, der Yungang international noch sichtbarer gemacht hat.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Die Yungang-Grotten bestehen aus mehreren Dutzend Hauptgrotten und zahlreichen kleineren Nischen, die sich über einen etwa 1 km langen Sandsteinfelsen erstrecken. Fachpublikationen und offizielle Beschreibungen arbeiten mit unterschiedlichen Zählweisen, betonen aber durchweg den enormen Umfang der Anlage mit einer sehr hohen Zahl an Skulpturen und Reliefdarstellungen. UNESCO und ICOMOS (der Internationale Rat für Denkmalpflege) verweisen übereinstimmend darauf, dass die berühmtesten Grotten in mehrere Ebenen gegliedert sind: eine zentrale Haupthalle mit der Hauptfigur und umliegende Kammern und Wandelgänge mit kleineren Statuen.

Architektonisch ist Yungang besonders, weil die Grotten von außen oft wie Tempelfassaden wirken, aber vollständig in den Fels getrieben sind. In einigen Fällen wurden später hölzerne Vorbauten ergänzt, die an klassische chinesische Hallenarchitektur erinnern. Diese Verbindung von Felsarchitektur und Holzbau gibt der Anlage eine Schicht Tiefe, die über reine Höhlenkunst hinausgeht. Kunsthistorische Analysen, unter anderem in „National Geographic Deutschland“ und Studien der Universität Peking, weisen darauf hin, dass die Fassaden der Grotten einst teilweise bemalt waren – Farbreste belegen das bis heute.

Besonders eindrücklich ist der sogenannte Sitzbuddha in einer der zentralen Grotten, dessen Gesicht mit ruhigem Lächeln und langen, halb geschlossenen Augenlidern fast meditativ wirkt. Um ihn herum ziehen sich Reihen kleinerer Buddhas wie ein Teppich aus Stein. Die UNESCO hebt hervor, dass die Bildprogramme in Yungang nicht nur religiöse Ikonen zeigen, sondern auch Alltagsmotive: Musikanten, Tänzer, Händler, Reiterszenen und Darstellungen von Architektur. So entsteht ein lebendiges Bild des höfischen und städtischen Lebens in Nordchina zur Zeit der Nördlichen Wei.

Stilistisch lässt sich in Yungang ein Übergang von stark indianisierten Formen hin zu einem eigenständigen chinesischen buddhistischen Stil beobachten. Frühere Grotten zeigen Buddhas mit an die Gandhara-Kunst Zentralasiens erinnernden Gesichtszügen und Gewandfalten, die an die Kunst Nordindiens angelehnt sind. Spätere Werke wirken runder, die Gewänder fließen, die Gesichter werden weicher und sind näher an dem Stil, den man aus späteren Dynastien wie Tang und Song kennt. Fachleute sprechen deshalb von Yungang als einem „Scharnier“ zwischen importierter und sinisierter buddhistischer Kunst.

Bemerkenswert ist auch die Nutzung des Lichts: Manche Höhlen haben kleine Deckenöffnungen oder seitliche Einlässe, durch die Sonnenstrahlen gezielt auf die Hauptfigur fallen. Wer Yungang vormittags oder am späten Nachmittag besucht, erlebt teils dramatische Lichtstimmungen, wenn Gesichter aus dem Halbdunkel hervortreten. Für Fotografen – und Reisende, die gerne mit dem Smartphone dokumentieren – ist das ein wichtiger Aspekt bei der Planung des Besuchs.

Kunsthistorisch aussagekräftig sind außerdem die Decken der Höhlen: Viele zeigen imitierte Holzbalkenkonstruktionen, Kassettenfelder oder Lotusblüten-Motive. Solche Details helfen Forschern zu verstehen, wie Holzarchitektur der Zeit ausgesehen haben könnte, von der sonst wenig erhalten ist. Insofern sind die Yungang-Grotten auch eine wichtige Quelle für die Erforschung der chinesischen Baugeschichte.

Schließlich spielt die Lage von Yungang entlang historischer Handelsrouten eine Rolle: Der Fluss, der nahe der Anlage verläuft, und die offenen Ebenen im Umland machten Datong zu einem Knotenpunkt. Laut chinesischen Tourismusbehörden und historischen Studien fungierte Datong als Drehscheibe zwischen dem Han-chinesisch geprägten Kernraum und Nomadenreichen im Norden. Die Grotten spiegeln diesen Austausch: Elefanten, exotische Musik- und Tanzszenen beziehungsweise Figuren mit zentralasiatischen Gesichtszügen sind in den Reliefs immer wieder zu erkennen.

Yungang-Grotten besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Die Yungang-Grotten liegen westlich von Datong in der Provinz Shanxi in Nordchina. Datong befindet sich nördlich von Peking; auf Karten wirkt die Entfernung überschaubar, tatsächlich sind es jedoch mehrere Hundert Kilometer. Für Reisende aus Deutschland empfiehlt sich die Anreise in mehreren Etappen. In der Regel führt der Weg zunächst per Flug nach Peking oder zu einem anderen großen chinesischen Drehkreuz. Von Frankfurt, München oder Berlin gibt es – je nach Flugplan und Airline – Direkt- oder Umsteigeverbindungen nach Peking mit Flugzeiten von grob 9 bis 11 Stunden. Von Peking aus gelangt man nach aktueller Infrastruktur mit Bahn- oder Straßenverbindungen weiter nach Datong; Hochgeschwindigkeitszüge und Fernbusse erschließen die Region schrittweise. Innerhalb Chinas ändern sich Verkehrsverbindungen regelmäßig, daher sollte vor der Reise ein aktueller Blick auf Fahrpläne und mögliche Inlandsflüge nach Datong oder in die Umgebung erfolgen.
  • Transport vor Ort
    Von Datongs Stadtgebiet aus fahren Busse und Taxis zu den Yungang-Grotten. Häufig werden im Stadtzentrum Touren angeboten, die Hin- und Rückfahrt bündeln. Besucherberichte und Empfehlungen offizieller Tourismusstellen weisen darauf hin, dass die Fahrtzeit je nach Verkehr zwischen etwa 30 und 60 Minuten liegen kann. Wer individuell unterwegs ist, sollte die chinesische Bezeichnung „????“ (Yungang Shiku) und die Adresse in chinesischen Schriftzeichen parat haben – etwa als Screenshot oder in einer Übersetzungs-App –, um sie Fahrern zeigen zu können.
  • Öffnungszeiten
    Die Anlage hat typischerweise tagsüber geöffnet, mit saisonal leicht variierenden Zeiten. Offizielle Stellen und die Verwaltung der Yungang-Grotten weisen darauf hin, dass sich Öffnungszeiten je nach Jahreszeit, Wetterlage oder besonderen Schutzmaßnahmen ändern können. Da konkrete Uhrzeiten nicht dauerhaft einheitlich sind, sollten Reisende die tagesaktuellen Informationen unmittelbar vor dem Besuch auf der offiziellen Website der Yungang-Grotten oder über die lokale Tourismusinformation prüfen. Für Besuche empfiehlt sich ein frühzeitiges Erscheinen am Vormittag, um Stoßzeiten zu vermeiden.
  • Eintritt
    Für den Besuch der Yungang-Grotten wird ein Eintrittspreis erhoben. Dessen genaue Höhe hängt von saisonalen Regelungen, Kategorien und möglichen Kombi-Tickets ab und kann sich ändern. Da verlässliche, langfristig gültige Beträge von seriösen Quellen nicht einheitlich bestätigt werden, empfiehlt es sich, für die Budgetplanung eine Größenordnung zu kalkulieren, die etwa dem Preis eines größeren Museumseintritts in einer europäischen Metropole entspricht, und den aktuellen Tarif kurz vor der Reise direkt bei der offiziellen Stelle zu prüfen. Bezahlt werden kann in der Regel mit der lokalen Währung Renminbi (Yuan). Internationale Kreditkarten werden an vielen touristischen Orten akzeptiert; bei rein bargeldlosen Systemen kann allerdings eine chinesische Bezahl-App erforderlich sein. Es ist sinnvoll, zusätzlich etwas Bargeld in Yuan mitzuführen.
  • Beste Reisezeit und Klima
    Datong liegt in Nordchina in einem Gebiet mit kontinentalem Klima: Kalte, teils sehr frostige Winter, kurze Übergangszeiten und warme, oft trockene Sommer. Für viele Reisende aus Deutschland sind Frühling und Herbst am angenehmsten, weil die Temperaturen moderater sind und der Himmel häufig klar ist – ideal, um Details der Skulpturen zu erkennen. Im Hochsommer kann es heiß und staubig werden, im Winter bei Temperaturen deutlich unter 0 °C fühlt sich der Wind am Felsen schneidend an. Wer fotografieren möchte, profitiert von weichem Morgen- oder spätem Nachmittagslicht; die Lichtstimmung lässt sich am besten an Tagen mit klarer Sicht erleben.
  • Sprache und Kommunikation
    Die Hauptsprache in Datong ist Hochchinesisch (Mandarin). Englischkenntnisse sind an internationalen Sehenswürdigkeiten in China unterschiedlich verbreitet, häufig besser an Kassen, in Besucherzentren und bei offiziellen Guides als in kleinen Läden. Deutsch wird nur vereinzelt gesprochen. Es ist hilfreich, grundlegende Informationen wie „Eintrittskarte“, „Taxi“, „Bahnhof“ oder die Bezeichnungen wichtiger Orte in chinesischen Schriftzeichen mitzuführen. Viele Reisende nutzen Übersetzungs-Apps; dabei sollte bedacht werden, dass der Zugriff auf bestimmte westliche Online-Dienste in Festlandchina eingeschränkt sein kann.
  • Zahlung, Trinkgeld und Infrastruktur
    China ist sehr weitgehend auf mobile Bezahlsysteme wie Alipay oder WeChat Pay umgestellt. Internationale Touristinnen und Touristen können diese Dienste teilweise nutzen, die entsprechenden Lösungen entwickeln sich fortlaufend weiter. Kreditkarten werden an größeren Kassen und in Hotels immer häufiger akzeptiert, sind aber nicht überall selbstverständlich. Für den Besuch der Yungang-Grotten ist es daher sinnvoll, eine Kombination aus Kreditkarte und Bargeld in Yuan einzuplanen. Trinkgeld ist im chinesischen Alltagsleben nicht üblich und wird in vielen Fällen nicht erwartet, in stark touristischen Kontexten kann es bei besonders gutem Service jedoch vorkommen. Öffentliche Sanitäranlagen und einfache Gastronomieangebote befinden sich im Bereich des Besucherzentrums und entlang der Hauptwege.
  • Fotografie und Verhaltensregeln
    Die Yungang-Grotten sind ein religiös und kulturell bedeutsamer Ort. Auch wenn heute viele Besuchergruppen unterwegs sind, handelt es sich um historische Kultstätten des Buddhismus. Offizielle Hinweise vor Ort informieren darüber, ob Blitzlichtaufnahmen in bestimmten Höhlen untersagt sind, um die Farbreste und Oberflächen zu schützen. Generell gilt: respektvolles Verhalten, keine Berührung der Skulpturen, kein Klettern auf Mauern oder Reliefs. Stative können in engen Grotten störend sein; je nach Regelung vor Ort können sie eingeschränkt oder untersagt sein. Wer Menschen beim Gebet fotografiert, sollte vorher um Erlaubnis fragen.
  • Gesundheit, Versicherung und Zeitzone
    Datong liegt in der Zeitzone der Chinesischen Standardzeit, die gegenüber Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) in der Regel um mehrere Stunden vorgeht; durch Sommerzeitregelungen in Europa verschiebt sich der Unterschied je nach Jahreszeit. Für Reisende aus Deutschland ist eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption empfehlenswert, da die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland standardmäßig nicht für Behandlungen in China aufkommt. Die Höhenlage der Region ist moderat, für gesunde Personen sind Spaziergänge auf den Wegen meist gut machbar. Bequeme Schuhe und Sonnenschutz sind angesichts der oft intensiven Sonne ratsam.
  • Einreisebestimmungen
    Für die Einreise nach China gelten eigene Visaregeln und Passvorschriften, die sich ändern können. Deutsche Staatsbürger sollten aktuelle Einreisehinweise, etwa zu Visum, Gültigkeit des Reisepasses und gesundheitlichen Anforderungen, beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de sowie bei den zuständigen chinesischen Vertretungen prüfen. Da Yungang abseits der klassischen Metropolen Peking, Shanghai oder Guangzhou liegt, ist es sinnvoll, bei der Reiseplanung auch mögliche Inlandsflüge, Zugbindungen und Hotelbuchungen frühzeitig zu koordinieren.

Warum Yungang Shiku auf jede Datong-Reise gehört

Für eine Reise nach Datong – ob als eigenständiges Ziel oder als Abstecher auf einer größeren China-Rundreise – sind die Yungang Shiku ein deutliches Highlight. Während andere Sehenswürdigkeiten wie Stadtmauern, Tempel oder moderne Museen eher Einblicke in bestimmte Epochen geben, spannt Yungang einen Bogen zwischen Religion, Handel, Kunstgeschichte und Landschaft. Wer vor der Hauptgrotte steht und die mächtigen Buddhaköpfe vor dem Hintergrund des nordchinesischen Himmels sieht, bekommt eine Ahnung der Rolle, die der Buddhismus in der Politik der Nördlichen Wei spielte.

Im Vergleich zu berühmten europäischen Sakralbauten wie dem Kölner Dom wirkt Yungang weniger vertikal und kathedral, sondern eher wie ein horizontal ausgedehntes Felsheiligtum. Statt nach oben zu schauen, bewegt man sich entlang des Felsrückens, tritt von Höhle zu Höhle und entdeckt in jeder neuen Kammer andere Details. Diese Art des Erkundens spricht besonders Reisende an, die gerne zu Fuß unterwegs sind und historische Stätten im eigenen Tempo erleben möchten.

In deutschen Reiseführern wird Datong oft gemeinsam mit weiteren Zielen in Nordchina beschrieben, etwa der alten Stadt Pingyao oder der Region um Taiyuan. Wer sich für die Geschichte der Seidenstraße interessiert, kann Yungang mit einem Besuch anderer Höhlenanlagen wie den Mogao-Grotten oder Longmen kombinieren – auch wenn diese weit auseinanderliegen und jeweils eigene Reiseetappen erfordern. Gerade für kulturinteressierte Besucherinnen und Besucher, die mehr sehen möchten als die modernen Skylines der Millionenstädte, ist Yungang ein Schlüsselort, um das historische, religiöse und ethnische Mosaik Chinas zu verstehen.

Das Umfeld der Grotten wurde in den vergangenen Jahren von den lokalen Behörden weiter touristisch erschlossen: Wege, Beschilderungen und Besucherzentrum wurden modernisiert. Gleichzeitig bemühen sich Denkmalpfleger um den Schutz vor Witterungseinflüssen. Laut UNESCO und chinesischen Kulturbehörden besteht eine der großen Herausforderungen darin, den wachsenden Besucherstrom mit dem langfristigen Erhalt der empfindlichen Skulpturen in Einklang zu bringen. Wer die Anlage besucht, trägt durch respektvollen Umgang mit der Stätte – zum Beispiel durch das Befolgen von Wegemarkierungen – zum Schutz dieses Welterbes bei.

In der näheren Umgebung von Datong lohnen sich zusätzliche Ziele, die sich gut mit einem Besuch der Yungang-Grotten verbinden lassen, etwa historische Tempelanlagen und traditionelle Wohnviertel. Auf diese Weise lässt sich aus einem Tagesausflug ein mehrtägiges Programm gestalten, das Einblicke in Geschichte, Religion und Alltagskultur Nordchinas vermittelt – ein spannender Kontrast zu Metropolen wie Peking oder Shanghai.

Yungang-Grotten in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Netzwerken tauchen die Yungang-Grotten immer häufiger als Motiv auf – von Drohnenaufnahmen der Felsfassade bis zu Nahaufnahmen der fein gearbeiteten Gesichter. Reisevideos, Kurzclips und Fotostrecken machen deutlich, wie stark die Anlage auf Besucherinnen und Besucher wirkt, die das Zusammenspiel von Naturfels, Skulptur und Licht erleben.

Häufige Fragen zu Yungang-Grotten

Wo liegen die Yungang-Grotten genau?

Die Yungang-Grotten liegen westlich der Stadt Datong in der nordchinesischen Provinz Shanxi. Datong befindet sich nördlich von Peking und ist per Bahn, Straße und teils per Inlandsflug angebunden. Vom Stadtzentrum Datong aus erreicht man die Grotten mit Bus, Taxi oder organisierten Ausflügen in meist unter einer Stunde Fahrtzeit.

Wie alt sind die Yungang Shiku?

Die Yungang Shiku entstanden überwiegend im 5. und frühen 6. Jahrhundert während der Nördlichen Wei-Dynastie. Damit sind die Grotten deutlich älter als viele bekannte Bauwerke in Europa, etwa das Brandenburger Tor, und bewahren eine frühe Phase der buddhistischen Kunst in China. Die Anlage wurde über Jahrzehnte in mehreren Bauphasen aus dem Fels geschlagen.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?

Für einen ersten Überblick empfehlen viele Reiseführer und Tourismusinformationen mindestens einen Halbtag, also etwa drei bis vier Stunden. Wer sich intensiver mit Details, kleineren Grotten und dem Besucherzentrum beschäftigen möchte, sollte eher einen ganzen Tag einplanen. Da das Gelände weitläufig ist, ist bequeme Kleidung sinnvoll.

Was macht die Yungang-Grotten so besonders im Vergleich zu anderen Tempeln?

Im Unterschied zu freistehenden Tempeln handelt es sich bei Yungang um eine ausgedehnte Felsanlage mit dutzenden Höhlen, die direkt in den Sandstein gearbeitet wurden. Die Kombination aus monumentalen Buddhafiguren, filigranen Reliefs, Resten von Farbfassungen und der landschaftlichen Einbettung entlang einer historischen Handelsroute macht Yungang einzigartig. Fachorganisationen wie UNESCO und ICOMOS heben insbesondere den Übergang von indisch beeinflusstem zu eigenständigem chinesischem Stil hervor.

Wann ist die beste Reisezeit für Besucher aus Deutschland?

Für viele Reisende aus Deutschland sind Frühling und Herbst ideal, da die Temperaturen moderat sind und die Sicht oft klar ist. Im Sommer kann es heiß und staubig, im Winter sehr kalt werden. Wer viel fotografieren will, profitiert zusätzlich von einem Besuch am Vormittag oder am späten Nachmittag, wenn das Licht weicher ist und die Reliefs besonders plastisch wirken.

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