Waffengewalt, DrogenkriminalitÀt

Waffengewalt in BrĂŒssel: Wenn PrĂ€vention ins Hintertreffen gerĂ€t

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 08:30 Uhr | pressetext, AD HOC NEWS
BrĂŒssel - 69 Schießereien seit Jahresbeginn – wĂ€hrend der Drogenhandel eskaliert, rĂŒckt die Bedeutung frĂŒhzeitiger AufklĂ€rung in den Fokus

BrĂŒssel erlebt eine alarmierende Serie von Schießereien, die vielfach mit Drogenhandel und territorialen Konflikten in Verbindung gebracht werden. WĂ€hrend Polizei und Justiz ihre Maßnahmen verstĂ€rken, stellt sich zunehmend die Frage, ob der PrĂ€vention genĂŒgend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Eine DrogenaufklĂ€rungsinitiative beim Percusounds-Festival löste unterdessen eine politische Debatte aus – allerdings weniger wegen ihrer Inhalte als wegen der religiösen Zugehörigkeit einiger ihrer UnterstĂŒtzer.

BrĂŒssel, September 2026 – Die belgische Hauptstadt kĂ€mpft mit zunehmender Waffengewalt. Bis zum 28. August registrierte die Staatsanwaltschaft nach Angaben des BrĂŒsseler Staatsanwalts Julien Moinil bereits 69 Schießereien seit Beginn des Jahres 2026. Sieben davon ereigneten sich innerhalb von nur fĂŒnf Tagen. Betroffen waren unter anderem Saint-Gilles, Molenbeek und Anderlecht.

Bei einem der VorfĂ€lle feuerten maskierte TĂ€ter mit einer automatischen Waffe auf eine Polizeistation in Anderlecht. Andere Schießereien fĂŒhrten zu Verletzten und EinschĂŒssen in WohnhĂ€user. Bereits 2025 waren in BrĂŒssel rund 100 Schießereien registriert worden.

Die Behörden reagieren mit verstĂ€rkten PolizeieinsĂ€tzen, mobilen Kameras und zusĂ€tzlichen Ressourcen fĂŒr Polizei und Justiz. An einem Großeinsatz Ende August waren mehr als 450 Polizeibeamte und ĂŒber 60 MilitĂ€rangehörige beteiligt.

Doch Strafverfolgung allein setzt erst ein, wenn kriminelle Strukturen bereits bestehen. Genau hier rĂŒckt die PrimĂ€rprĂ€vention in den Mittelpunkt: Sie soll verhindern, dass insbesondere junge Menschen ĂŒberhaupt mit Drogenkonsum beginnen und damit langfristig die Nachfrage reduzieren, von der der illegale Drogenmarkt lebt.

DrogenprÀvention beim Percusounds-Festival

Vom 14. bis 16. August betrieben Freiwillige der Initiative "Non Ă  la drogue, Oui Ă  la vie" beim Percusounds-Festival auf der Place de la Monnaie einen Informationsstand. Bei der Veranstaltung mit 14 Musikgruppen und mehr als 15.000 Besuchern wurden Informationsmaterialien der Foundation for a Drug-Free World im Rahmen der Kampagne "Truth About Drugs" angeboten.

Die Initiative geriet anschließend in die politische Diskussion, weil die Foundation for a Drug-Free World international von der Scientology Kirche und Scientologen unterstĂŒtzt wird. Nach Darstellung von The European Times wurden im Zusammenhang mit dem Informationsstand jedoch weder illegale AktivitĂ€ten noch Zwang, kommerzielle Werbung oder die Verteilung religiöser Literatur vorgeworfen.

Damit stellt sich eine grundsĂ€tzliche Frage: Sollte eine DrogenprĂ€ventionsinitiative nach ihren konkreten AktivitĂ€ten und Inhalten beurteilt werden – oder nach der religiösen Zugehörigkeit einzelner UnterstĂŒtzer?

Transparenz ĂŒber Organisationen, Finanzierung und UnterstĂŒtzer ist legitim und wichtig. Gleichzeitig gelten Religions-, Meinungs- und Vereinigungsfreiheit unabhĂ€ngig davon, welcher Glaubensgemeinschaft Menschen angehören.

PrĂ€vention als Teil der Sicherheitsstrategie Der Zusammenhang zwischen Drogenhandel und Gewalt zeigt, dass eine nachhaltige Strategie mehrere Ebenen benötigt: konsequentes Vorgehen gegen DrogenhĂ€ndler und kriminelle Netzwerke, Behandlung und Rehabilitation bei bestehender AbhĂ€ngigkeit – und frĂŒhzeitige PrĂ€vention, bevor Drogenkonsum ĂŒberhaupt beginnt.

Ein einzelner Informationsstand kann die Drogenproblematik einer Millionenstadt selbstverstÀndlich nicht lösen. Nachhaltige PrÀvention benötigt kontinuierliche Arbeit in Schulen, Familien, Sportvereinen, kulturellen Einrichtungen und Gemeinden.

Die dramatische Entwicklung in BrĂŒssel macht jedoch deutlich: Wer ausschließlich die Folgen des Drogenhandels bekĂ€mpft, greift zu spĂ€t ein. PrĂ€vention bedeutet, dort anzusetzen, wo der Kreislauf aus Nachfrage, illegalen Profiten, Drogenhandel und Gewalt ĂŒberhaupt erst beginnt.

Quelltext: https://europeantimes.news/2026/09/brussels-gun-violence-exposes-prevention-failure/ # google_vignette

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