Milliarden, Dollar

2 Milliarden Dollar Börsenwert?

Veröffentlicht am: 27.02.2008 um 11:04 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Interview mit Frank Yuan – CEO von IBMC China

Frank Yuan ist Gründer und CEO der IBMC China AG. Die Gesellschaft verfügt in China über die Vertriebsrechte für 14 internationale Mode-Labels. Auf Basis eines Franchise-Modells will sie in den kommenden Jahren ganz China mit einem dichten Netz von Filialen überziehen. EMFIS sprach mit Frank Yuan über das IBMC-Geschäftsmodell und die ehrgeizigen Ziele des Unternehmers.


EMFIS: Herr Yuan, Sie haben über 30 Jahre Erfahrung in der internationalen Textilwirtschaft. Sie waren mit Ihrer Messe „Asapshow“ einer der Pioniere, als als darum ging, den amerikanischen Handelsriesen chinesische Textilprodukte nahe zu bringen. Was hat Sie dazu bewogen, mit IBMC China jetzt selbst eine Mode-Kette zu gründen – für den chinesischen Markt?

Frank Yuan: Wie wir alle wissen, steht China ein großer Boom bevor, der mindestens noch viele Jahre anhalten wird. Früher war es der „Amerikanische Traum“, von dem alle sprachen. Heute ist es der „Chinesische Traum“.

EMFIS: Über IBMC China wollen Sie nicht weniger als 14 internationale Mode-Labels in China etablieren. Glauben Sie, dass diese Marken beim chinesischen Verbraucher gut ankommen werden?

Frank Yuan: Die 14 Marken sind in verschiedenen Segmenten angesiedelt: Damen-Unterwäsche, Kids Wear, Sportswear, Junior Fashions, Streetwear, Männermoden und so weiter. Die Chinesen lieben und verehren westliche Mode-Labels. Sie sind großartige Textil-Produzenten, aber sie wissen, dass sie keine großartigen Designer sind. Unsere Marken haben die internationalen Design-Standards, die der chinesische Kunden zuhause so lange vermisst hat.
 
EMFIS: Worin bestehen die Vorteile, IBMC China als Franchise-System aufzuziehen?

Frank Yuan: Die Chinesen schätzen es wie alle Asiaten sehr, ihr eigener Herr zu sein. Franchise-Konzepte wie IBMC sind der schnellste und sicherste Weg in eine erfolgreiche selbständige Existenz. Die Ladeninhaber erhalten von uns ein fertiges Konzept und kontinuierliche Unterstützung. Franchise-Systeme generieren Einkaufsvorteile und höhere Gewinnmargen. In den USA basieren heute bereits 25 Prozent aller Unternehmen auf Franchise- oder Lizenzkonzepten. In China sind dies erst 0,2 Prozent. Das Potential für Franchise-Systeme ist auf diesem Markt noch außerordentlich hoch.

EMFIS: IBMC kann eines Tages ein sehr großes Unternehmen sein. Das Problem ist aber doch, ausreichend Lizenznehmer vor Ort zu finden?

Frank Yuan: Wir sind uns sicher, dass wir für jede einzelne unserer Marken, seien es nun ETAM aus Frankreich oder Triumph International aus Deutschland, in 10 Jahren 3000 bis 4000 Niederlassungen aufgebaut haben werden. Das Interesse potentieller Lizenzpartner ist enorm. In zwei Monaten haben wir bereits 300 Vereinbarungen unterschrieben. Das Hauptproblem besteht zur Zeit vor allem darin, ausreichend geeignete Verkaufsflächen zu finden.

EMFIS: Sie gehen also davon aus, in einigen Jahren über einen riesigen Distributions-Kanal zu verfügen. Wäre es denkbar, darüber auch andere Produkte als Textilien zu vertreiben?

Frank Yuan: Das ist ein ganz entscheidender Punkt. In der heutigen Wirtschaftswelt ist ein Distributions-Kanal viel mehr wert als die tatsächlichen Umsätze. Für die globalen Konzerne ist es sehr schwer, in China große Vertriebsorganisationen oder Ladenketten aufzubauen. Sie werden deshalb bereit sein, gewaltige Summen zu zahlen, wenn IBMC ihnen dafür den Einstieg in den chinesischen Markt ermöglicht. Wir haben zum Beispiel bereits Anfragen von Banken, die in unseren Filialen unbedingt Geldautomaten aufstellen wollen.

EMFIS: Nehmen wir an, IBMC erreicht das Ziel, bis 2010 rund 2000 Niederlassungen zu eröffnen. Sie haben unseres Wissens einmal erklärt, dass der Wert des Unternehmens dann bei 500 Millionen Dollar liegen würde. Ist das nicht ein bisschen zu hoch gegriffen?

Frank Yuan: Sobald IBMC 2000 Läden hat, wird die Marktkapitalisierung bei 2 Milliarden Dollar liegen. Das zeigt der Vergleich mit den weltweiten Bewertungsmaßstäben für Einzelhändler in schnell wachsenden Märkten. Unser Partnerunternehmen Lilliput beispielsweise hat in Indien 200 Filialen. Die Private-Equity-Gesellschaft Blackstone hat 20 Prozent der Anteile erworben und dafür 40 Millionen Dollar bezahlt. Daraus kann man einen Marktwert von 200 Millionen Dollar ableiten.

EMFIS: Zum Schluss eine eher allgemeine Frage: Kann die chinesische Wirtschaft Ihrer Meinung nach das aktuelle Wachstumstempo durchhalten? Wo sehen sie dieses Land in den kommenden 10 Jahren?

Frank Yuan: China steht gerade erst am Anfang. In den nächsten 10 Jahren wird das Wirtschaftswachstum dort enorm sein. Dabei wird der Binnenkonsum die Exporte als Wachstumstreiber ablösen. Auch Länder wie Japan, Korea, Taiwan und Hongkong haben als Exportnationen begonnen und haben dann mindestens 15 Jahre lang hohe Wachstumsraten erzielt. Der Unterschied zu China ist aber, dass China über eine riesige Bevölkerung verfügt, und damit ein viel höheres Binnenwachstum haben wird. Immer mehr Chinesen werden wohlhabend. Die ersten Dinge, die man sich mit zunehmenden Wohlstand leistet, sind besseres Essen und schönere Kleidung. Hunderte Millionen von Chinesen, die bald mehr Geld für Mode ausgeben werden, geben für IBMC China die Richtung vor.

EMFIS: Herr Yuan, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.


Lesen Sie zu diesem Thema auch den Beitrag: IBMC China: Markenboom in China mit KGV von 1  auf www.emfis.com

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