AbsturzunfÀlle, TodesfÀlle

AbsturzunfĂ€lle: 48 TodesfĂ€lle, 70% VerstĂ¶ĂŸe gegen Vorschriften

01.07.2026 - 23:51:30 | boerse-global.de

Trotz hoher Unfallzahlen: Neue ISO 45001-Update und verschÀrfte Arbeitgeberpflichten prÀgen den Arbeitsschutz.

AbsturzunfÀlle 2023: Hohe Zahl, neue Sicherheitsstandards
AbsturzunfĂ€lle - Ein Arbeiter in einer AbsturzsicherungsausrĂŒstung auf einer Baustelle, der seine AusrĂŒstung ĂŒberprĂŒft. Der Fokus liegt auf Sicherheit und PrĂ€vention. 01.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Im Jahr 2023 registrierten die Behörden insgesamt 36.051 AbsturzunfĂ€lle. Davon fĂŒhrten 2.083 zu einer Rentenzahlung, 48 endeten tödlich.

Die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat alarmierende Details veröffentlicht: Die HĂ€lfte der tödlichen UnfĂ€lle ereignete sich aus einer Höhe von weniger als fĂŒnf Metern. Besonders gravierend: Bei knapp einem Viertel der tödlichen AbstĂŒrze fehlte eine GefĂ€hrdungsbeurteilung. In mehr als 70 Prozent der FĂ€lle stellten die Ermittler VerstĂ¶ĂŸe gegen geltende Vorschriften fest.

Wer haftet? Der rechtliche Rahmen

Arbeitgeber mĂŒssen eine ganze Hierarchie von Vorschriften beachten. Neben dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sind die PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) sowie die Technischen Regeln fĂŒr Betriebssicherheit (TRBS 2121) maßgeblich. ErgĂ€nzt wird das Regelwerk durch die DGUV-Regeln 112-198 und 112-199 sowie die EU-Verordnung 2016/425.

Die Verantwortung liegt klar beim Arbeitgeber. Er muss nicht nur die Persönliche SchutzausrĂŒstung gegen Absturz (PSAgA) bereitstellen, sondern auch deren regelmĂ€ĂŸige PrĂŒfung und die Unterweisung der BeschĂ€ftigten sicherstellen. Dienstleister wie der TÜV AUSTRIA bieten hierfĂŒr spezielle Programme an – mit theoretischen Grundlagen und praktischen Übungen.

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Technik und Training: Was die Praxis fordert

Die Unterweisungen behandeln das korrekte Anlegen der AusrĂŒstung und die Erstellung von Rettungskonzepten. Denn im Falle eines Sturzes zĂ€hlt jede Sekunde.

Zur technischen Ausstattung gehören zertifizierte Komponenten wie Auffanggurte nach DIN EN 361:2002. Ein Beispiel: Modelle wie der AX 20 C sind fĂŒr Belastungen bis 140 Kilogramm ausgelegt und verfĂŒgen ĂŒber spezifische Auffangösen im Schulter- und Brustbereich. Solche AusrĂŒstungen mĂŒssen gemĂ€ĂŸ PSA-BV und DGUV-Regeln jĂ€hrlich durch Sachkundige geprĂŒft werden.

Auch in Spezialbereichen wie der Wartung von Aufzugsanlagen kommen diese Systeme zum Einsatz – etwa bei der Sicherung in Serviceliften.

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Medizinische Checks: Wer darf in die Höhe?

Ein wesentlicher Bestandteil des Absturzschutzes ist die gesundheitliche Eignung der Mitarbeiter. Diese wird im Rahmen der G41-Untersuchung festgestellt. Besteht ein BeschĂ€ftigter diese Untersuchung nicht, muss der Betrieb die TĂ€tigkeiten anpassen und Schutzmaßnahmen sowie Rettungskonzepte individuell bewerten.

Die Dokumentation des Terminstatus und der daraus resultierenden Maßnahmen ist verpflichtend. Medizinische Details dĂŒrfen jedoch nicht im Unternehmen gespeichert werden.

Neue Standards: ISO 45001 bekommt ein Update

Auf internationaler Ebene zeichnet sich eine Weiterentwicklung der Standards ab. Mit der Veröffentlichung des Norm-Entwurfs ISO/DIS 45001:2026 rĂŒcken kĂŒnftig Aspekte wie Unternehmensresilienz, Sicherheitskultur und neue Arbeitsformen in den Fokus.

BildungstrÀger wie Quality Austria bereiten bereits Update-Trainings vor. Die Schulungen sollen Betriebe auf die Revision der ISO 45001 vorbereiten und helfen, Arbeitsschutzmanagementsysteme an die neuen Anforderungen anzupassen.

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