AfD-Datenschutzprüfung, Erstwähler-Datensätze

AfD-Datenschutzprüfung: 5.480 Erstwähler-Datensätze im Fokus

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 01:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einem E-Mail-Abfluss untersucht die Aufsicht den Umgang mit rund 5.480 Erstwähler-Datensätzen, darunter ungeschützte Übermittlungen.
Ein leerer, minimalistischer Büroflur in einem Regierungsgebäude mit langen Schatten und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Landesdatenschutzbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern, Sebastian Schmidt, prüft mögliche Datenschutzverstöße des dortigen AfD-Landesverbands. Nach Bekanntwerden eines umfangreichen E-Mail-Leaks hat die Behörde ein offizielles Prüfverfahren eingeleitet, wie das Fachportal golem.de am 24. Oktober 2026 unter Berufung auf Handelsblatt-Informationen berichtete.

Unverschlüsselte Wählerdaten im Fokus

Gegenstand der behördlichen Untersuchung ist der Umgang mit sensiblen Daten von Erstwählern im Vorfeld der Landtagswahl. Nach den vorliegenden Erkenntnissen übermittelten mindestens acht Meldebehörden rund 5.480 Datensätze von Personen, die erstmals zur Wahl aufgerufen waren, an die AfD MV.

Sieben dieser Übermittlungen durch die Behörden erfolgten dabei vollständig ohne einen Passwortschutz. Laut Handelsblatt ist derzeit unklar, ob die betroffenen Bürgerinnen und Bürger über diesen Vorgang in Kenntnis gesetzt wurden.

Die AfD MV wies die Verantwortung für etwaige Datenschutzverletzungen zurück und erklärte, die übermittelten Datensätze nach dem Urnengang gelöscht zu haben.

Datenschutzbeauftragter Schmidt betonte jedoch die rechtlichen Vorgaben für derartige Konstellationen: Liege eine gemeinsame Verantwortlichkeit vor, sei auch der Parteiverband dazu verpflichtet, eine eingetretene Datenpanne binnen 72 Stunden an die Aufsicht zu melden.

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Während behördliche Stellen vor verhängten Bußgeldern gesetzlich geschützt sind, können gegen politische Parteien finanzielle Sanktionen verhängt werden.

Ursprung in umfassendem Datenabfluss

Die Unregelmäßigkeiten kamen durch einen IT-Sicherheitsvorfall ans Licht. Unbekannte gaben an, insgesamt rund 421.000 AfD-E-Mails aus zehn verschiedenen Postfächern erbeutet und publik gemacht zu haben, darunter ein Account von Alexander Gauland. Die Bundespartei bestätigte einen Hacking-Angriff, bei dem im September 2026 Teile mehrerer seit Jahren nicht mehr genutzter Postfächer abgeflossen seien.

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Aktuelle Konten des Bundesverbands seien nach Parteidarstellung von dem Eindringen nicht berührt gewesen. Zudem habe man die unberechtigten Zugriffe zügig erkannt und abgewehrt. In der Angelegenheit steht die AfD laut eigenen Angaben im Austausch mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die Aufarbeitung der nun offenliegenden Datenbestände und deren rechtliche Bewertung dauern an.

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