Hochwasser fĂŒhren zu gröĂeren wirtschaftlichen SchĂ€den
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 04:30 Uhr, dpa.de
Hochwasser verursachen einer neuen Analyse zufolge zunehmend schwerere SchĂ€den in Europa. Der wirtschaftliche Schaden eines Hochwassers lag seit 2020 preisbereinigt im Schnitt bei ungefĂ€hr 400 Millionen Euro, wie der Kreditversicherer Allianz Trade aus Hamburg mitteilte. Von 2000 bis 2019 betrug der Vergleichswert hingegen rund 100 Millionen Euro.Â
Wie lĂ€sst sich der Anstieg erklĂ€ren? Zumindest nicht mit der HĂ€ufigkeit der Ereignisse, bilanzieren die Autoren. Seit 2000 gebe es im Jahr annĂ€hernd 50 Hochwasser in Europa. Was sich verĂ€ndert habe, sei die Schwere mancher Ereignisse. Die Autoren verweisen etwa auf die Ahrtal-Flut 2021.Â
Ein weiterer Grund fĂŒr höhere SchĂ€den sei, dass weiter in hochwassergefĂ€hrdeten Gebieten gelebt und gearbeitet werde. Vergleichbare Hochwasser vernichteten heutzutage deutlich mehr Kapital als vor zwei Jahrzehnten, heiĂt es in der Untersuchung «Europa unter Wasser». Die Politik könne aber entscheiden, wo gelebt und gearbeitet werde.Â
Allianz rĂ€t zu HochwasserschutzÂ
Hochwasser fĂŒhren der Allianz zufolge nicht allein zu SchĂ€den, sie hemmen auch anhaltend die wirtschaftliche Entwicklung. «Ausbleibende Investitionen, geringere Einkommen und schwĂ€cheres Wachstum» seien die Folgen, sagte der Allianz-Trade-Chef in Deutschland, Milo Bogaerts.Â
Die Allianz schĂ€tzt basierend auf einer theoretischen Berechnung, dass ein Hochwasser in Deutschland das Bruttoinlandsprodukt ĂŒber mehrere Jahre um insgesamt 0,7 Prozent senken wĂŒrde. Der Versicherer rĂ€t auch deshalb, in den Hochwasserschutz zu investieren. Das habe «immensen volkswirtschaftlichen Nutzen». Jeder Euro spare SchĂ€den in etwa vierfacher Höhe.Â
Der weltweite Wasserkreislauf ist nach einem Bericht der Weltwetterorganisation aus dem vergangenen Jahr aus den Fugen geraten. Das fĂŒhre dazu, dass viele FlĂŒsse entweder zu wenig oder zu viel Wasser fĂŒhrten. Hauptursache ist demnach der Klimawandel.
