Alterssicherung: Rente mit 68 bis 2051, verpflichtende Zusatzvorsorge ab 2028
21.06.2026 - 19:34:03 | boerse-global.de
Rund 30 EinzelmaĂnahmen sollen das System langfristig stabilisieren. Der Abschlussbericht geht Anfang der Woche an Kanzler Merz und Ministerin Bas. Die KernvorschlĂ€ge: spĂ€tere Rente, verpflichtende Zusatzvorsorge und mehr Beitragszahler.
Rente kĂŒnftig an Lebenserwartung gekoppelt
Das Modell sieht ein festes VerhÀltnis vor: Steigt die Lebenserwartung um ein Jahr, sollen acht Monate davon lÀnger gearbeitet werden. Vier Monate entfallen auf den Rentenbezug.
Die Folge: Bis 2041 steigt das Renteneintrittsalter auf 67,5 Jahre, bis 2051 auf 68 Jahre. FĂŒr heute 30-JĂ€hrige bedeutet das die Rente mit 68. Gegen Ende des Jahrhunderts könnte die Grenze sogar bei 70 Jahren liegen.
Die Rente mit 63 soll abgeschafft werden. Ein frĂŒherer Ausstieg ohne AbschlĂ€ge wĂ€re dann nur noch bei gesundheitlichen EinschrĂ€nkungen möglich.
Pflicht zur Kapitalrente kommt
Um das Rentenniveau zu stabilisieren, empfiehlt die Kommission eine verpflichtende kapitalgedeckte Zusatzrente. Das Vorbild kommt aus Schweden.
Ab 2028 zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die HĂ€lfte eines Beitrags von zunĂ€chst 0,5 Prozent des Bruttolohns. Dieser steigt schrittweise auf zwei Prozent. Das Geld flieĂt in einen staatlich verwalteten Fonds, der am Kapitalmarkt investiert.
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Die Haltelinie von 48 Prozent beim Rentenniveau bleibt bis 2031 bestehen. Danach soll die neue KapitalsĂ€ule das Gesamtniveau fĂŒr Neurentner bei rund 50 Prozent stabilisieren. Der Nachhaltigkeitsfaktor greift ab 2031 oder 2032 wieder voll.
Neue Beitragszahler fĂŒr die Rentenkasse
Die Kommission will den Kreis der Einzahler erweitern. KĂŒnftig sollen auch SelbststĂ€ndige, Abgeordnete, Politiker und VorstĂ€nde in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Beamte bleiben vorerst auĂen vor â hier empfiehlt die Kommission aber eine Angleichung der Pensionen an das Rentenniveau und den Aufbau von RĂŒcklagen.
Minijobs sollen weitgehend auf SchĂŒler beschrĂ€nkt werden. Zur Entlastung einkommensschwacher Rentner ist ein Freibetrag in der Grundsicherung geplant. Ein Teil der eigenen Rente wĂŒrde dann nicht auf die staatliche UnterstĂŒtzung angerechnet.
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Heftige Kritik von links, Lob von Ăkonomen
Die Reaktionen fallen gemischt aus. Linke und SozialverbĂ€nde kritisieren die VorschlĂ€ge als realitĂ€tsfern und warnen vor massiven RentenkĂŒrzungen. Verdi-Chef Werneke bemĂ€ngelt die fehlende BerĂŒcksichtigung der Lebenswirklichkeit vieler Arbeitnehmer.
Ăkonomen sehen die Richtung positiver. DIW-Chef Marcel Fratzscher lobt die Anhebung des Rentenalters als klug, hĂ€lt das Gesamtpaket aber fĂŒr zu vorsichtig. Der Handelsverband HDE warnt vor Jobverlusten durch die Minijob-EinschrĂ€nkungen. Die CSU signalisiert bereits Widerstand gegen Steuererhöhungen oder ein Ende der MĂŒtterrente.
