Altersteilzeit-Reform, Blockmodell

Altersteilzeit-Reform: Blockmodell soll abgeschafft werden

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen: Viele über 50-Jährige streben vorzeitigen Ruhestand an, während die Zahl der Erwerbstätigen im Rentenalter zunimmt.

Fachkräftemangel: Ältere Beschäftigte zwischen Frührente und Weiterarbeit
Ältere, engagierte Fachkräfte arbeiten zusammen in einem modernen Büro, symbolisierend Erfahrung und Wert in der Arbeitswelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Doch viele Beschäftigte über 50 wollen früher in Rente – während andere trotz Rentenbezugs weiterarbeiten.

Aktuelle Daten des DAK-Gesundheitsreports 2026 und eine IW-Studie vom Juni zeigen ein komplexes Bild. Die Politik diskutiert derweil Reformen bei der Altersteilzeit.

Hoher Wunsch nach vorzeitigem Ausstieg

Die DAK-Erhebung belegt: In Nordrhein-Westfalen planen rund 53 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren einen vorzeitigen Renteneintritt. In Hamburg liegt der Anteil bei 45 Prozent, in Bremen bei 49 Prozent. Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein kommen auf jeweils 42 Prozent.

Der Gesundheitszustand ist ein entscheidender Faktor. Bei Befragten mit schlechter Gesundheit steigt die Bereitschaft zum frühen Ausstieg deutlich – in Schleswig-Holstein etwa auf 59 Prozent.

Die Versicherungsdaten zeigen eine spezifische Dynamik: Ältere Arbeitnehmer werden seltener krankgeschrieben als jüngere, fallen aber fast doppelt so lange aus. In Nordrhein-Westfalen sind es im Schnitt 16,7 Tage bei den über 50-Jährigen, bei jüngeren Kollegen nur 8,3 Tage.

Gegenläufiger Trend: Arbeiten trotz Rente

Trotz des Wunsches nach Frührente steigt die Zahl derer, die im Rentenalter weiterarbeiten. Die IW-Studie zeigt: Seit der Abschaffung der Hinzuverdienstgrenzen 2023 hat der Anteil der Frührentner mit sozialversicherungspflichtigem Hinzuverdienst sprunghaft zugenommen.

Bei besonders langjährig Versicherten (mindestens 45 Jahre) stieg dieser Anteil von 18 Prozent (2022) auf 25 Prozent (2023). Bei langjährig Versicherten mit 35 Beitragsjahren kletterte die Quote von 8 auf 14 Prozent.

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Immer mehr Menschen nehmen dafür Rentenabschläge in Kauf. Der Anteil der Rentenzugänge mit Abschlägen stieg von 21,7 Prozent (2020) auf 24 Prozent (2024). Experten kritisieren widersprüchliche Anreize im System und fordern eine Überprüfung der abschlagsfreien vorzeitigen Rente.

Altersteilzeit vor dem Aus?

Die Politik diskutiert tiefgreifende Veränderungen. Die Alterssicherungskommission schlägt vor, das beliebte Blockmodell der Altersteilzeit abzuschaffen und nur noch das Gleichverteilungsmodell zu behalten. Zudem soll das Einstiegsalter von 55 auf 58 Jahre steigen.

Als Alternative rücken Zeitwertkonten in den Fokus. Sie bieten laut Analysen des Beratungsunternehmens WTW betriebswirtschaftliche Vorteile: Sie sind bilanzneutral, erfordern keine Rückstellungen und lösen keine zusätzlichen Rentenversicherungsbeiträge aus.

Internationale Strategien

Auch andere Länder suchen nach Lösungen. In Hanoi verabschiedete der Volksrat im Juli eine Resolution zur Förderung der Seniorenwirtschaft. Die Maßnahmen umfassen Investitionsanreize für Pflegeeinrichtungen und finanzielle Unterstützung für Firmen mit mindestens 30 Prozent älteren Beschäftigten.

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Rund 53 Prozent der Beschäftigten ab 50 in NRW planen einen vorzeitigen Renteneintritt – Tendenz steigend. Ohne Gegenmaßnahmen droht ein massiver Fachkräfteverlust. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie mit Zeitwertkonten und flexiblen Arbeitsmodellen Ihre erfahrenen Mitarbeiter halten. Fachkräfte-Bindungsstrategie jetzt sichern

Das vietnamesische Bildungsministerium erlaubt ab September erstmals unbefristete Verträge für pensionierte Lehrkräfte. So soll die Expertise erfahrener Pädagogen langfristig gesichert werden.

Diese Modelle zeigen den globalen Trend: Ältere Fachkräfte gelten nicht mehr als Kostenfaktor, sondern als notwendige Ressource zur Stabilisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

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