Altersvorsorgedepot, SoVD

Altersvorsorgedepot: SoVD warnt vor hohen Gebühren ab Januar

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 10:54 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Sozialverband Deutschland fordert vor dem Start des neuen Vorsorgeprodukts niedrige Gebühren, transparente Regeln und eine verständliche Beratung. Andernfalls könnten Kosten die Rendite schmälern und gerade Einsteiger von privater Altersvorsorge abhalten.

Sozialverband warnt vor Risiken beim Altersvorsorgedepot
Strand (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnt vor dem Start des Altersvorsorgedepots Anfang kommenden Jahres vor Risiken für die Versicherten. Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier fordert maximale Transparenz, dauerhaft niedrige Kosten und klare Regeln für Beratung und Gebühren.

SoVD sieht Anbieterinteressen im Vordergrund

Altersvorsorge dürfe nicht zur Mogelpackung werden, bei der am Ende vor allem die Anbieter verdienten und die Versicherten das Risiko trügen, sagte Engelmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Noch vor dem Start entstehe der Eindruck, dass der Wettbewerb um Marktanteile und Gewinne stärker in den Mittelpunkt rücke als die Interessen der Menschen, die fürs Alter vorsorgen wollten.

Warnung vor hohen Beratungskosten

Das Altersvorsorgedepot soll auch Menschen erreichen, die bislang nicht privat vorsorgen und häufig Vorbehalte oder besonderen Beratungsbedarf haben. Nach Einschätzung des SoVD wird das Ziel der Reform verfehlt, wenn notwendige Beratung nur gegen hohe Gebühren erhältlich ist und mögliche Renditen dadurch deutlich sinken.

Engelmeier verlangt deshalb, dass günstige Einstiegskonditionen nicht später durch deutlich höhere Gebühren aufgezehrt werden. Banken, Broker und Versicherer bewerben ihre Angebote bereits intensiv.

Nachfolge der Riester-Rente

Die staatlich geförderte Altersvorsorge soll am 1. Januar starten und die bisherige Riester-Rente ablösen. Die Bundesregierung will die private Altersvorsorge durch Investitionen an der Börse stärken.

Bestehende Riester-Verträge können weiterlaufen oder in das neue Altersvorsorgedepot übertragen werden. Der SoVD verweist darauf, dass bei der bisherigen Riester-Rente die laufenden Kosten der Versicherer hoch waren.

Das Altersvorsorgedepot soll die private Vorsorge stärker an Kapitalmarktanlagen ausrichten. Damit verschiebt sich ein Teil des Risikos gegenüber klassischen Garantieprodukten: Die Renditechancen können steigen, zugleich hängt das Ergebnis stärker von Wertentwicklung, Anlagezeitraum und Kosten ab.

Für Sparer sind Gebühren deshalb ein zentraler Faktor. Abschluss-, Verwaltungs- und Beratungsentgelte reduzieren das angesparte Kapital unmittelbar und wirken über viele Jahre auch auf entgangene Erträge. Besonders relevant ist das für Menschen, die bislang keine private Altersvorsorge haben und für die komplizierte Produktbedingungen oder kostenpflichtige Beratung eine zusätzliche Zugangshürde darstellen können.

Transparenz entscheidet über den Reformnutzen

Die Reform soll auf die Schwächen der bisherigen Riester-Produkte reagieren, bei denen hohe laufende Kosten die Rendite belasteten. Entscheidend wird daher nicht allein sein, wie viele Anbieter Depots auf den Markt bringen, sondern ob Verbraucher Kosten, Risiken und mögliche Leistungen verständlich vergleichen können.

Für die Versicherten bedeutet der Start, dass sie neben staatlicher Förderung auch die langfristige Bindung ihres Geldes und mögliche Kursschwankungen berücksichtigen müssen. Niedrige Einstiegspreise sagen dabei wenig über die Gesamtkosten eines Vertrags aus. Dauerhaft klare Gebührenregeln und eine verständliche Beratung sind daher maßgeblich dafür, ob das Depot tatsächlich neue Sparer erreicht.

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