Amazonas-Abholzung, Rückgang

Amazonas-Abholzung: Rückgang von 37 Prozent auf Neunjahrestief

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 04:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Brasiliens Regenwald-Abholzung fällt im Jahresvergleich um 37 Prozent. Der Rückgang stärkt Lulas Null-Abholzungsziel bis 2030 und befeuert Handelsgespräche.

Amazonas-Rodung sinkt auf Neunjahrestief: Lula feiert Erfolg im Klimaschutz
Luftaufnahme des dichten Amazonas-Regenwaldes bei goldenem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes ist drastisch gesunken. Zwischen August 2025 und Juli 2026 wurden im Amazonasgebiet nur noch 2.874 Quadratkilometer Wald gerodet – ein Rückgang von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das zeigt der niedrigste Stand seit neun Jahren.

Satellitendaten bestätigen Trendwende

Die Zahlen basieren auf dem Deter-System der nationalen Weltraumbehörde Inpe, das seit 2015 kurzfristig vor Entwaldung alarmiert. Der Vergleich mit 2022 macht das Ausmaß der Veränderung deutlich: Unter der damaligen Regierung wurden noch rund 12.500 Quadratkilometer pro Jahr zerstört.

Präsident Lula nannte die Entwicklung „fantastisch“. Sein Ziel: die illegale Abholzung bis 2030 vollständig zu stoppen. Die aktuellen Daten, so betonen Experten des Observatório do Clima, untermauern die Machbarkeit dieses Vorhabens.

Cerrado und Waldbrände: Entspannung auch anderswo

Nicht nur der Amazonas macht Hoffnung. In der Cerrado-Savanne ging die Rodung um acht Prozent auf 5.119 Quadratkilometer zurück. Brasilienweit sank die Entwaldung 2025 um rund 20 Prozent.

Anzeige

Wer sich mit dem globalen Waldschutz befasst, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Handel im Blick behalten. Dieser kostenlose Report und eine Checkliste helfen Unternehmen, die neuen Anforderungen schnell zu erkennen und rechtliche Risiken zu vermeiden. Risiken der EU-Entwaldungsverordnung jetzt prüfen

Auch die Waldbrandbilanz fällt deutlich besser aus: Laut MapBiomas waren 2025 etwa drei Millionen Hektar betroffen – ein Rückgang von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der niedrigste Stand seit Jahrzehnten.

Regionale Unterschiede bleiben

Die Entwicklung ist jedoch nicht überall positiv. Mato Grosso senkte seine Abholzungsrate um beeindruckende 49 Prozent, während Roraima einen Anstieg von 32,5 Prozent verzeichnete. In Pará wurden im Berichtszeitraum 987 Quadratkilometer gerodet.

Politik und Handel: Zahlen als Argument

Die Veröffentlichung kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt. Im Oktober wählt Brasilien einen neuen Präsidenten – Lula wird voraussichtlich gegen Flávio Bolsonaro antreten. Die Umweltdaten dienen der Regierung zudem als Argument in internationalen Handelsgesprächen, etwa bei US-Zöllen.

Anzeige

Während die politische Lage den internationalen Handel beeinflusst, müssen Unternehmen konkrete Sorgfaltspflichten bei der Rohstoffbeschaffung erfüllen. Ein kostenloser Leitfaden inklusive Checkliste zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die aktuellen Vorgaben ohne großen Aufwand umsetzen. Leitfaden zur EU-Entwaldungsverordnung kostenlos herunterladen

Umweltschützer mahnen dennoch zur Wachsamkeit. Der Erhalt des Amazonas gilt als kritisch für das globale Klima. Die Regierung will die Überwachung weiter ausbauen, um das Ziel der „Null-Abholzung“ bis 2030 zu erreichen.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 69929039 |