Amtsgericht Borna: Räumungsprozess um Obdachlosenunterkunft in Räpitz
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 10:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deVor dem Amtsgericht Borna wird ein Rechtsstreit um eine kommunale Unterbringung verhandelt. Die Lineo Immobilien GmbH führt ein Räumungsverfahren gegen die sächsische Stadt Markranstädt. Gegenstand der gerichtlichen Auseinandersetzung ist eine von der Kommune betriebene Obdachlosenunterkunft im Ortsteil Räpitz, wie der Mitteldeutsche Rundfunk in einem Bericht vom 27. Oktober 2026 darlegte.
Beschwerden über Ruhestörung und Konflikte führten zur Kündigung
Dem Verfahren vor Gericht ging die Kündigung des Mietverhältnisses durch die Eigentümerin voraus. Die Lineo Immobilien GmbH hatte den Vertrag mit der Stadtverwaltung Markranstädt zum Ende des Jahres 2025 aufgekündigt.
Als Auslöser für diesen Schritt machte das Unternehmen anhaltende Beschwerden anderer Mieter geltend. Diese hatten wiederholt nächtlichen Lärm, aggressive Auseinandersetzungen sowie den Konsum von Alkohol und Drogen im Bereich der Unterkunft beanstandet. Da die Stadt die Räumlichkeiten jedoch nicht freigab, landete der Fall vor dem Amtsgericht Borna.
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Stadt hält Klage für unbegründet und sucht Ausweichquartiere
Die Stadtverwaltung Markranstädt teilt die Auffassung der Klägerin nicht und geht davon aus, dass die Räumungsklage vor Gericht keinen Erfolg haben wird. Um die Situation vor Ort zu kontrollieren und Vorfällen entgegenzuwirken, lässt die Kommune das betreffende Gebäude durch einen Sicherheitsdienst überwachen.
Gleichzeitig steht die Verwaltung bei der Bereitstellung von Notunterkünften vor praktischen Herausforderungen. Markranstädt bemüht sich nach eigenen Angaben bereits seit Längerem um alternative Unterbringungsmöglichkeiten.
Im Gespräch ist dabei unter anderem die Nutzung von Wohncontainern, wobei die Verwaltung ihre Suche auch auf Areale über die eigenen Stadtgrenzen hinaus ausgeweitet hat. Bislang liegt jedoch noch keine konkrete Ausweichlösung vor.
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Entscheidung könnte im November fallen
Der Termin vor dem Amtsgericht Borna war im Vorfeld mehrfach vertagt worden, zuletzt am 6. Oktober. Sollte am Dienstag keine Einigung zwischen der Kommune und dem Immobilienunternehmen erzielt werden, könnte der Rechtsstreit zeitnah eine erste Klärung erfahren.
Wie Gerichtssprecher Karsten Arnold und der Geschäftsführer der Lineo Immobilien GmbH, Falko Stengler, mitteilten, sei in diesem Fall in etwa drei Wochen mit einer gerichtlichen Entscheidung oder einem weiteren Beschluss zu rechnen.
Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von MDR.
