Konjunktur, AuftrÀge

Blinken: Ukraine-MilitÀrhilfen schaffen auch Wachstum und Jobs in USA

08.12.2023 - 05:52:51 | dpa.de

Angesichts großer politischer WiderstĂ€nde gegen weitere Ukraine-Hilfen greift die US-Regierung inzwischen auch offensiv zu wirtschaftlichen Argumenten, um fĂŒr weitere UnterstĂŒtzung Kiews zu werben.

US-Außenminister Antony Blinken sagte am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem britischen Kollegen David Cameron in Washington: "Wenn man sich die Investitionen ansieht, die wir in die Verteidigung der Ukraine getĂ€tigt haben (...), dann wurden 90 Prozent der von uns geleisteten SicherheitsunterstĂŒtzung tatsĂ€chlich hier in den Vereinigten Staaten ausgegeben - bei unseren Herstellern." Blinken betonte: "Das hat mehr amerikanische ArbeitsplĂ€tze und mehr Wachstum in unserer eigenen Wirtschaft geschaffen."

Dies sei neben der Bedeutung der UnterstĂŒtzung Kiews fĂŒr die Weltpolitik und die nationale Sicherheit der USA auch ein Gewinn, betonte Blinken. Diese "Fußnote" richte sich ausdrĂŒcklich an das amerikanische Publikum.

Die USA sind der wichtigste militĂ€rische UnterstĂŒtzer der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion. Seit Kriegsbeginn Ende Februar 2022 haben die USA militĂ€rische Hilfe in Milliardenhöhe fĂŒr Kiew bereitgestellt. Die Freigabe neuer US-Hilfen wird derzeit allerdings von einem innenpolitischen Streit zwischen Demokraten und Republikanern im US-Parlament blockiert. Mehr und mehr Republikaner melden Zweifel an der UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine an oder lehnen diese völlig ab.

Ein jĂŒngst verabschiedeter Übergangshaushalt enthĂ€lt erneut keine neue Mittel fĂŒr die Ukraine, obwohl US-PrĂ€sident Joe Biden bereits im Oktober große Milliardensummen fĂŒr Kiew beim Kongress beantragt hatte. Nach Berechnungen der US-Regierung werden die bisher vom Parlament bewilligten Mittel fĂŒr die Ukraine zum Jahresende komplett aufgebraucht sein. Mit zunehmender Vehemenz und teils dramatischen Appellen fordern Biden und sein Team den Kongress seit Wochen zum Handeln auf. Bewegung ist dort bislang aber nicht in Sicht.

Cameron warb bei seinem Besuch ebenfalls eindringlich fĂŒr weitere Ukraine-Hilfen der USA. Er argumentierte, dies wĂ€re nicht nur bedeutsam fĂŒr die Moral in der Ukraine, sondern auch dafĂŒr, dass sich die europĂ€ischen Staaten fragten, was sie selbst noch mehr tun könnten. Er wolle sich nicht einmischen in die US-Innenpolitik, er trage nur "als Freund Amerikas und als Freund der Ukraine" Argumente vor, die er fĂŒr wichtig halte. "In den 1930er Jahren haben wir nicht schnell genug gehandelt, um mit dem bösen Diktator fertig zu werden, der in europĂ€ische LĂ€nder einmarschierte und die Grenzen mit Gewalt neu zog", mahnte Cameron. "Und wir wissen, wie das endete."

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