Deutschland, Finanzen

Wie kommt die neue Transparenz der Schufa an?

14.03.2026 - 05:00:21 | dpa.de

Anhand gewaltiger Datenmengen berechnet die Schufa, für wie kreditwürdig sie Verbraucher hält. Kritiker fordern seit langem mehr Offenheit. Doch eine Umfrage zeichnet ein anderes Bild.

  • Die Auskunftei will das «Blackbox»-Image loswerden. (Archivbild) - Foto: Andreas Arnold/dpa
  • Zum Geschäftsmodell der 1927 gegründeten «Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung» gehört es, Daten zu sammeln. (Archivbild) - Foto: Andreas Arnold/dpa
  • Die Schufa argumentiert, ihr Score sei nur ein Baustein. (Symbolbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Die Auskunftei will das «Blackbox»-Image loswerden. (Archivbild) - Foto: Andreas Arnold/dpa Zum Geschäftsmodell der 1927 gegründeten «Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung» gehört es, Daten zu sammeln. (Archivbild) - Foto: Andreas Arnold/dpa Die Schufa argumentiert, ihr Score sei nur ein Baustein. (Symbolbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Verbraucherinnen und Verbraucher sollen bald leichter nachvollziehen können, wie die einflussreichen Berechnungen der Schufa zur Kreditwürdigkeit zustande kommen. Allerdings: Viele Menschen interessieren sich gar nicht dafür. Einer repräsentativen Verivox-Umfrage zufolge hat die Mehrheit in Deutschland (55,6 Prozent) den persönlichen sogenannten Schufa-Score noch nie abgerufen.

Zudem wissen die Wenigsten der 1.002 Erwachsenen, die das Meinungsforschungsinstitut Innofact im Februar 2026 befragt hat, wie die Schufa die Kreditwürdigkeit überhaupt ermittelt: Lediglich jeder Zehnte hat demnach eine überwiegend zutreffende Vorstellung davon.

«Für den Zugang zu Krediten und wichtigen Verträgen des alltäglichen Lebens sind die bei der Schufa gespeicherten Daten von großer Bedeutung», sagt der Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, Oliver Maier. «Trotzdem sind die meisten Menschen unzureichend oder gar nicht darüber im Bilde, wie die Auskunftei ihre Kreditwürdigkeit einschätzt und auf welcher Informationsgrundlage diese Einstufung erfolgt.»

Schufa öffnet «Blackbox» 

Das soll sich nach dem Willen der Schufa ändern: Vom 17. März an können Verbraucherinnen und Verbraucher den neuen, vereinfachten Score kostenfrei einsehen. Voraussetzung ist, dass man sich einmalig registriert. 

Das Versprechen der Auskunftei mit Sitz in Wiesbaden: Laien können dann ohne großen Aufwand nachrechnen, wie die Angaben zur Kreditwürdigkeit zustande komme. Für die zwölf Kriterien werden Punkte vergeben, in Summe 100 bis 999:

  • Alter der ältesten Kreditkarte
  • Alter der aktuellen Adresse
  • Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen 12 Monaten
  • Kredit mit der längsten Restlaufzeit
  • Anzahl von Anfragen im Bereich Telekommunikation & (Online)-Handel in den vergangenen 12 Monaten
  • Alter des ältesten Bankvertrags
  • Immobilienkredit oder Bürgschaft
  • Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen 12 Monaten
  • Kreditstatus
  • Vorliegen einer Identitätsprüfung
  • Jüngster Rahmenkredit
  • Zahlungsstörungen

Berechnungen sollen nachvollziehbar sein

«Jedes Kriterium, das in den Score einfließt, erhält Punkte, die ganz einfach zusammengerechnet werden können und die Gewichtung im Score widerspiegeln», erläutert die Schufa. Je höher die Gesamtpunktzahl, umso besser die Bonität des Verbrauchers, also die Wahrscheinlichkeit, dass Rechnungen pünktlich bezahlt und Kredite zuverlässig getilgt werden.

Schlechtere Bewertung kann Kredite verteuern

Die Berechnungen von Auskunfteien wie Schufa, Creditreform oder Crif sind für Banken, Versandhändler, Mobilfunkanbieter und Energielieferanten ein wichtiger Maßstab. Sie wollen wissen, wie es um die Zahlungsmoral ihrer Kundschaft bestellt ist, bevor Verträge geschlossen und Waren übergeben werden.

Die Schufa verfügt nach eigenen Angaben über Informationen zu 68 Millionen Menschen in Deutschland, überwiegend seien «ausschließlich positive Informationen gespeichert».

Verbraucherschützer fordern seit langem mehr Transparenz von der Schufa. Immer wieder beschwerten sich Verbraucher über negative Bewertungen, die aus ihrer Sicht auf falschen oder zumindest strittigen Daten beruhten.

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